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Die Oma lebt wieder!

Kabelfreak
MicroVAX II
In meiner aktiven Zeit in den 80ern war eine gehackte VAX ein tolles Spielzeug, nicht zuletzt wegen der ausführlichen Online-Hilfe des Betriebssystems VMS und der mächtigen Scriptsprache DCL. Von Unix oder anderen erwachsenen Betriebssystemen hatte ich damals ja noch keinen Schimmer, schließlich besaß ich nur 'nen C64, an der Penne gab's nur ein paar lausige CBM-8032 (und an diese heiligen Kühe durften wir ja selbst im Informatikunterricht nicht ran) und man konnte noch nicht im Web recherchieren, weil es noch nicht erfunden war und die Gründer von Google noch zur Schule gingen.

OMAVAX ist meine MicroVAX II, Baujahr 1985. Keine Ahnung, wer sie ursprünglich anschaffte und wozu, aber sie tat 'ne Weile Dienst im AZB Burbach. Um 1995 herum wurde sie da ausrangiert und ich schnappte sie mir für 300 Mark für mein kleines Hardwaremuseum.

1997 hatte ich mich zuletzt eingeloggt, danach war sie noch 'ne Weile im Betrieb, als in unserer WG die Heizung ausgefallen war — sie sorgte dafür, dass es in meinem kleinen Zimmer wenigstens ein paar Grad wärmer war als in jedem anderen Zimmer der WG. Seither bin ich fünfmal umgezogen, die Oma kam immer mit, was jedes Mal für große Begeisterung sorgte — die Kiste wiegt locker fünfzig Kilo — aber sie diente eigentlich immer nur als Staubfänger und Ablage, weil in den anderen Wohnungen die Heizung nie ausfiel.

Nach einer Stunde des Rumhantierens mit dem Lötkolben — eine Tätigkeit, die mir als Grobmotoriker aufgrund der unvermeidlichen Brandblasen zutiefst verhasst ist — hab ich jetzt wieder ein funktionierendes Terminalkabel. Das dauerte ungewöhnlich lange, weil ich total verdrängt hatte, dass der DB9-Anschluss zwar wie eine normale RS232-Schnittstelle aussieht, aber keine ist. Und kaum macht man's richtig, schon funktioniert's:
KA630-A.V1.3
Performing normal system tests.
7..6..5..4..3..
Tests completed.

Loading system software.
2..1..0..

VAX/VMS Version V5.5 Major version id = 1 Minor version id = 0


Vielleicht stecke ich die Tage eine BNC-Karte in meinen Router und mache die Vax für 'ne Weile zugänglich, zur Feier des dreißigsten Geburtstages der Architektur. Happy Birthday, VAX!

Die Hardware des 20. Jahrhunders regiert (oder: Früher war alles besser)

Kabelfreak Diese beiden Platten, eine Quantum Sirocco 1,7GB aus dem Juni 1996 und eine Samsung SV0644A mit 6,4GB aus dem Dezember 1998, die beide schon jahrelang im Betrieb waren, laufen nicht nur noch, sie überleben einen destruktiven Schreibtest mit unterschiedlichen Testmustern auch ohne einen einzigen unlesbaren Block zu melden:

Quantum Sirocco 1700

Samsung SV0644A


Und dieses BTX-Telefon, ein Multitel 11 (Fe Ap 90-1.1) aus dem Jahr 1989 mit Orischinool-Posthörnchen, funktioniert nicht nur immer noch einwandfrei, nein, als ich es nach einem Jahrzehnt ohne Strom in Dortmund wieder in Betrieb genommen hab, meinte es lediglich, ich müsse wohl die Uhr neu stellen. Das gesamte Telefonverzeichnis war noch vorhanden — wobei ich den Verdacht hege, dass in unserer schnelllebigen Zeit zahlreiche Nummern zehn bis fünfzehn Jahren nach dem "Einspeichern" nicht mehr aktuell sind.

Multitel 11 der Bundespost


Das Grau des Tastaturfeldes war etwa die Originalfarbe, die Tastatur war durch eine Schablone geschützt, der Rest des Gehäuses ist in all den Jahren unsachgemäßer Lagerung etwas eingegilbt nachgedunkelt. Die Streifen rechts vom Monitor sind die — selbst von einem professionellen Telefondesinfizierer kaum zu entfernenden — Überreste von schwarz-gelb-quergestreiftem Klebeband (nach DIN 4884).

BTX-Funktionalität ist heute ja leider nicht mehr im Angebot, aber dennoch: das ist tatsächlich das Telefon, das ich privat nutze. Obwohl ich vor jeder Rufnummer erst Shift-* drücken muss, um auf Mehrfrequenzwahl umzustellen, wenn ich es beim Wählen eilig hab (und nur dann, die Eumel-TK-Anlage versteht nämlich auch noch die gute, alte Impulswahl).

Einzugstagebuch

Kabelfreak • Einzugstermin minus fünf Tage: den Server bong, das lokale Netz und den VDR eden in Betrieb genommen
Wenn man beim Kernelbauen die Unterstützung für RAID-5 verschlampt, darf man sich nicht wundern.

• Einzugstermin minus vier Tage: DSL, VoIP-Telefonie
Schau an, wenn ein Telefonanschluss gekündigt wird, geht wohl keiner wirklich hin und schaltet den DSLAM ab, drum nutze ich die DSL-Reste des Vormieters (der schon vor einer ganzen Weile hier ausgezogen ist).

• Einzugstermin minus ein Tag: erste NetVista wiederbelebt
Da ist doch ein bisschen was an Konfiguration fällig: die Kisten waren zuletzt in Betrieb, bevor ich bong nach dem Plattencrash neu aufgesetzt hab, und meine alte Workstation yerbouti, die sie mit X versorgt hat, existiert nicht mehr.

• Einzugstermin: Fernseher und Drucker
Ich hab noch ein bisschen an den NetVistas rumgefummelt und festgestellt, dass Streaming vom VDR auf die NetVistas mangels Muckis wohl nicht tun wird. Die NetVistas sind wohl doch nur als Surfterminals und Musikmaschinen brauchbar, das kriegen sie ganz gut hin. Aber ich muss wohl anfangen, mich nach einem flexiblen Streamingkästchen umzugucken... sowas wie AppleTV, aber halt mit etwas mehr Hirn und etwas weniger Vendor Lock-in. Vielleicht so'n MediaMVP... mal sehen, ob ich eins auf eBay günstig schnappen kann.

• Einzugstermin plus ein Tag: der dicke Rechner der besten Lebensgefährtin läuft, mein dickes Ding läuft, der erste Subwoofer dröhnte ein herzliches "Hallo Nachbarn, wir sind da!"
Der VDR eden hat wieder zwei DVB-S-Karten, meine Workstation bigswifty verwöhnt mich wieder mit Compiz und mein Notebook cotl ("City of Tiny Lights") wird jetzt für die nächste Runde Service bei Samsung vorbereitet (Ubuntu-Live-CD zum Testen für den Samsung-Support brennen, Daten sichern, private Daten löschen, Platte mit Zufall vollschreiben, Samsung-Word-Dokument ausfüllen und anrufen, damit das Notebook abgeholt wird). ISDN wurde geschaltet, DSL ist weiterhin auf DSL-1500-Niveau. Da stimmt was nicht. Der Subunternehmer, der den Auftrag ursprünglich ausgeführt hat, hat wohl Kabelsalat verursacht. Das mit dem Auslagern von Mitarbeitern in Serviceagenturen bewährt sich aus Kundensicht nicht wirklich, aber ist halt billiger und die Profite steigen. Bis sich ein Telekomiker kümmern kann, vergeht ein Tag.

• Einzugstermin plus zwei Tage: Festnetztelefonie, schnelles DSL, sterbende Amigas
Die neue Telefonanlage ist angekommen (ein Eumel — totaler Overkill, muha!) und versorgt uns mit Analogtelefonie für das Tchibofunkfon der besten Lebensgefährtin von allen und für mein gutes, altes MultiTel (Fotos & Details folgen). Mit einem Tag Verzögerung haben wir funktionierendes DSL16k... ich sitze wohl mal wieder praktisch auf dem DSLAM: ich hab tatsächlich schon was mit 1,6MB/s Durchsatz runtergeladen.

• Einzugstermin plus drei Tage: VDR generalüberholt
Mein VDR spielt nach dem Update von 1.4.1 auf 1.5.7 wieder einigermaßen. Plugins: mplayer & mp3 (hat muggle wieder abgelöst), pilotskin, streamdev-server, epgsearch, femon, skinsoppalusikka, zaphistory und natürlich sc. Dazu noch ein paar Tools wie infosatepg und tvm2vdr, damit auch hirntote Sender wie Comedy Central im elektrischen Programmführer (EPG) auftauchen, und vdradmin-am als Weboberfläche für eine komfortable Suche im EPG und zum Starten von Livestreams oder der Wiedergabe von Aufzeichnungen (nach einem kleinen, schmuddeligen vdradmin-Hack tut das jetzt sowohl auf Windows- wie auch Linux-Clients, lang lebe VLC).

NetVista-Update, bigswifty, apostrophe, VDR-Update

KabelfreakMedienjunkie So, die NetVistas machen jetzt dank esound auch Töne, wenn auch nur mit ein paar ausgewählten Audioquellen, die nicht nur über den esd abspielen können, sondern dabei auch die Environment-Variable EPLAYER berücksichtigen, die die Ausgabe auf das gerade genutzte Terminal umleitet. Gnome-Events und diverse Audioplayer funktionieren, für Video ist das Setup eh nicht geeignet (der NSC-Driver läuft hier z.Zt. nur mit 'noaccel', über's Netz scheinen die Video-Erweiterungen von X11 nicht zu greifen und die NetVista-CPU hat nicht so furchtbar viel Spucke), ärgerlich ist aber, dass ich keinen Browser mit Ton versorgen konnte. Mit Mozilla-ähnlichen Browsern soll das zwar mit esddsp funktionieren, aber sobald das Flash-Plugin ein Applet mit Ton abzuspielen versucht, hängt der ganze Browser. Ohne esddsp wird das Applet zwar abgespielt, aber halt ohne Ton. Das wird noch.

Die neue Spielekonsole für die beste Lebensgefährtin von allen ist eingetroffen. apostrophe, die alte Spielekonsole und Workstation, war vor einigen Wochen mit einem Plattenfehler abgeraucht und für aktuelle Spiele eh nicht mehr ausreichend. Die neue Kiste bigswifty sorgt mit einem P4, reichlich RAM und so 'ner ekligen neuen NVidia-Karte jetzt dafür, dass ihr "Trials of Atlantis" wieder Spaß macht. Die Grafikkarte ist, nebenbei erwähnt, in Debian/sarge anscheinend nur mit dem Closed-Source-Treiber zum Laufen zu bekommen, was dank des neuen nVidia-Installers aber nur wenige Minuten kostet.

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NetVistas als X-Terminals

Kabelfreak Ich hab kürzlich bei gebraucht-pc.de niedliche, runderneuerte (refurbished) "IBM NetVista Thin Clients" für je €60 geschossen. Eine Cyrix MediaGX CPU mit 233 MHz produziert nebenbei 1024x768 in vielen Farben mit bis zu 75 Hz – die 3 MB Video-RAM werden vom Hauptspeicher abgezwackt. Das ganze steckt in einem niedlichen schwarzen Gehäuse und kommt ganz ohne bewegliche Teile aus – kein einziger Lüfter, auch nicht im externen Netzteil, keine Festplatte, gar nix, was auch nur das geringste Geräusch machen kann.

Außer dem Computer und dem Netzteil wird nix geliefert, Compaq-USB-Tastaturen hab ich bei eBay für €9 bekommen - die machen einen sehr brauchbaren Eindruck für das Geld, ich hab schon mehr für weniger bezahlt (mein letztes Cherry-Keyboard war mein letztes Cherry-Keyboard) und bei Mäusen bin ich eh irgendwie auf Logitech festgenagelt (z.Zt. optisch, natürlich mit Kabel).

Die 32 MB reichen eigentlich für ein X-Terminal aber weil Swappen über NFS nicht so der Performancehit ist und man ja nie weiß, was man mal machen will, gönne ich den Boxen eine Speichererweiterung auf 64-96 MB – zwei Schrauben lösen, Innereien rausziehen, SDRAM draufstecken, zusammenschieben und zuschrauben. IBM erlaubt natürlich nur extrem teure Ersatzteile, aber mit etwas Glück tun auch ganz billige 66 MHz-Riegel.

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