Skip to content

Ich hab kürzlich meine erste kopiergeschützte CD gekauft

KabelfreakMedienjunkie Nein, das war keine Absicht.

Ich war mit der besten Ex von allen in Köln auf einem Konzert der Jazzkantine. Das Konzert war nett, obwohl die Bläser fehlten, die früher für den satten... äh... phätten Sound der Kantine sorgten. Es war nett genug, um am Merchandisingstand noch die ein oder andere CD einzusacken. Euphorisiert wie ich war, hielt ich mich nicht mit einer eingehenden Prüfung der technischen Hinweise auf der Rückseite der CDs auf, sondern deutete einfach auf die beiden, die ich noch nicht hatte: "In Formation" und "Futter für die Seele".

Dumm, dumm, dumm.

Zuhause angekommen, schob ich "In Formation" in mein DVD-Laufwerk, startete grip, liess mir Ogg-Vorbis-Files in genehmer Qualität erzeugen und packte die CD in den Schrank. Dort wird sie bleiben, bis ich die CD entweder mal im Auto hören will oder die Platte mit dem Jazzkantine-Verzeichnis einen Headcrash hat und ich sie erneut rippe.

Mit "Futter für die Seele" war das leider nicht so einfach. Das DVD-Laufwerk wollte sie nicht abspielen, grip fand nichts zu rippen, cdparanoia ebensowenig. Bei eingehender Prüfung des Inlays stieß ich auf das Kleingedruckte — als Laie würde ich auf 2- bis 3pt-Schrift tippen — das mich darüber aufklärte, dass es sich trotz der ins Jewel Case eingeprägten Compact Disc-Logos gar nicht um eine CD sondern um ein Produkt handele, das nur für den Gebrauch in Heim-CD-Audio-Playern bestimmt sei.

Zwar hatte ich die Illusion gehabt, für Musik der Jazzkantine auf einer CD zu bezahlen, doch wie es schien, hatte ich ein "Produkt" erworben, dessen Lizenz mir nicht erlaubt, es außerhalb des Wohnzimmers zu gebrauchen — da gammelt nämlich der einzige Heim-CD-Audio-Player in diesem Haushalt ungenutzt vor sich hin. Überall sonst setzen wir inzwischen auf portable CD-Audio-Player, DVD-Player oder die MP3/Vorbis-Jukebox, deren Programm mit Hilfe langer Kabel z.B. an die Brüllwürfel im Bad übertragen wird, wo laute Musik schon zum Übertönen meiner Sitzungen von Vorteil ist.

Die CDs in meinem Schrank erwarb ich bisher unter der Prämisse, sie so lange abspielen zu können, bis ich zu viele Kratzer reingemacht habe oder das Trägermaterial zerfällt — ursprünglich war mal die Rede von zehn Jahren Lebensdauer. Mein Leben verlief vor zehn Jahren noch zu sprunghaft, als dass ich aus der Zeit noch CDs hätte, aber wenn ich den Aussagen aus meinem Bekanntenkreis vertrauen kann, halten gute CDs (z.B. kommerzielle Audio-CDs) wesentlich länger und schlechte (z.B. Billigrohlinge) deutlich kürzer.

Dieses "Produkt" erwerbe ich nun mit der Einschränkung, dass ich die Musik nur so lange genießen darf, wie ich Technik besitze, die sie abspielen kann. Ich gehe davon aus, dass es keine zehn Jahre mehr dauert, bis CD-Laufwerke den Weg von Plattenspieler und Diskettenlaufwerk gehen und in der Kruschkischd landen. [Nachtrag, 16. März 2007: Die PS3 kann CDs, die bestimmte Kopierschutzverfahren nutzen, weder abspielen noch rippen. Tolle Sache bei einem Gerät, das unter anderem als Mediaplayer vermarktet wird.]

Wenn's eine Zappa-Scheibe wäre, würde ich vermutlich in den sauren Apfel beißen, sie mir in den Schrank stellen und mir die Songs hereseln oder soulseeken — schließlich hab ich ja dafür bezahlt und damit irgendwie das Recht, die Songs auch zu hören.

Aber es ist "nur" ein Jazzkantine-Produkt. Ich mag die Kantine, ich höre ihre Musik seit einigen Jahren (Walter hat mich angefixt), aber ich bin nicht so geil auf die neue Scheibe, dass ich Bertelsmann 14 Öhre für ein in meinen Augen unbenutzbares Produkt zahle und damit den CD-Kopierschutz mit all seinen Implikationen absegne.

Soll ich mir etwa in zehn Jahren alle bis dahin erworbenen CDs und DVDs mit Kopierschutz nochmal auf dem nächsten Datenträger kaufen, den die Industrie dann pusht? Oder hat die Industrie bis dahin jeden Musikgenuß auf "Pay-per-Listen" umgestellt, um dann noch gezielter immer weniger Material als immer größeren Einheitsbrei zu vermarkten? Ja, ich könnte mir gut vorstellen, dass das den Medienkonzernen gut passen würde.

Ich kann sie leider nicht komplett boykottieren. Die großen Konzerne haben so viel vom Unterhaltungskuchen, dass ich meine multimedialen Bedürfnisse nicht nur aus alternativen Quellen decken kann — und will. Dem Disney-Konzern gönne ich eigentlich keine Mark (und erst recht keinen Euro), trotzdem hab ich alles, was ich von Kevin Smith kriegen konnte — und daran verdient Miramax, und die gehören Disney. Sony ist viel zu groß und viel zu mächtig, aber ich hab einen Minidisc-Player, weil das — vor der Ankunft von MP3-Playern mit GB-großen Festplatten — der bequemste Weg war, viel Musik mit digitalem Komfort in der Tasche zu haben, ich hab 'ne PlayStation, weil's da Gran Turismo gibt und ich schon Microsoft boykottiere, und ich hab StarWarsGalaxies gespielt, weil ich mit Star Wars aufgewachsen bin. Manche Sachen kann man einfach nicht abschütteln.

Aber zurück zum CD-Kopierschutz: Ich denke, wenn ich die Kohle für eine CD (oder was CD-ähnliches) hinlege, sollte ich auch die Möglichkeit haben, sie auf meinem alten Billig-CD-Player, im Auto, im DVD-Player und am Computer abzuspielen. Oder auf einem Gerät, dass ich mir erst in zehn Jahren kaufe. Ich möchte mir auch den Luxus gönnen, meine Playersoftware eine Playlist zusammenmischen zu lassen, die wild in meiner Musiksammlung hin- und herspringt, ohne dass sie dabei einen Teil auslassen muss, weil der nur im Schrank stehen kann.

Im Jazzkantine-Forum hielt man mir entgegen, dass den Musikkonzernen ja angesichts der vielen CD-Kopien, die heutzutage angefertigt werden, nichts anderes übrig bliebe.

Ich stelle mal in Frage, dass die Behauptung der Musikkonzerne, dass die "Piraterie" ihre Umsätze schädigt, stimmt.

Mal abgesehen davon, dass das Wort "Piraterie" per se schon Propaganda ist — ein Pirat ist jemand, der unter Einsatz von physischer Gewalt ein materielles Gut stiehlt, das dem ursprünglichen Besitzer hinterher fehlt. Wenn jemand eine CD kopiert, fehlt dem Besitzer (dem Musikkonzern) aber hinterher erst mal nichts (insbesondere nicht die körperliche Unversehrtheit). Weder direkt, noch indirekt:

Wenn jemand eine selbst gebrannte CD verschenkt oder sich eine CD aus dem Netz herunterlädt, bedeutet das nicht automatisch einen Umsatzverlust für die Musikindustrie. Der Verlust entsteht nur, wenn die CD auch tatsächlich verkauft worden wäre, falls keine "Piraterie" im Spiel gewesen wäre. Und ich wette, dass das nur bei einem winzigen Bruchteil der tatsächlich kopierten Musik der Fall ist.

Die Umsatzeinbrüche, die die Musikindustrie beklagt, lassen sich auch ohne "Piraterie" erklären. Es gibt verblüffend viele Branchen, die in einer Rezession über Umsatzrückgänge klagen, da scheint es einen kausalen Zusammenhang zu geben. Und natürlich gehen die Umsätze bei den CDs zurück, wenn sie bei den Spielkonsolen und DVDs explodieren — im Gegensatz zu den großen Medienkonzernen haben wir Verbraucher ja keine Lizenz zum Gelddrucken.

Gerade bei den Megakonzernen, die jetzt am lautesten schreien, geht es also eher um eine Umverteilung innerhalb des Konzerns kombiniert mit den Folgen einer Rezession, die täglich Insolvenzen verursacht — da waren verblüffend wenige Musikverlage dabei, dafür dass die Situation so dramatisch ist.

Vielleicht spielt ja auch eine Rolle, dass die Verbraucher nicht so toll auf die Bemühungen reagieren, immer größere Massen mit immer weniger kreativem Material abzufertigen?

Was tut die "Piraterie" denn tatsächlich für die Musikindustrie?

Ich hab irgendwann in den 80ern "The Wall" von 'ner Freundin auf Tape bekommen. Ich hab danach jahrelang jede Neuerscheinung von Pink Floyd gekauft und mir auch diverse alte Alben/CDs zugelegt.

Ich hab irgendwann in den 80ern ein Band mit "Zappa in New York" von 'nem Freund bekommen und etwa 50 Zappa-CDs und diverse Videos gekauft.

Und das waren nicht die einzigen "Raubkopien" (wohlgemerkt von deutschem Recht (damals noch?!) ausdrücklich erlaubt!) die in meinem Leben massive Umsätze für eine Musikindustrie generiert haben, die mich jetzt zum Dank wie einen Kriminellen behandelt und mir vorschreibt, wo ich "Futter für die Seele" hören darf und wo nicht.

Ich hab über die Jahre wohl Dutzende von Zappa-Tapes an Freunde weitergegeben und weiß von einigen Empfängern, die jetzt in ihrem CD-Regal deutlich mehr Platz für den Buchstaben Z reservieren müssen als üblich.

Es würde mich echt wundern, wenn meine Kumpels und ich da die große Ausnahme wären. Wer es sich leisten kann, kauft sich "Originale", wer es sich nicht leisten kann, macht — weder mit noch ohne Kopien — auch keinen Umsatz für die Musikkonzerne (trägt aber — ohne Kopien — auch nicht dazu bei, dass andere Leute, die es sich leisten könnten, von der Musik erfahren).

Ich sehe nicht, warum das, was im Kleinen schon seit zig Jahren (nämlich seit der Einführung der Compact Cassette in den 60ern) funktioniert hat, jetzt im Großen nicht funktionieren soll — natürlich haben sich die Transportwege geändert und durch das Internet verteilt sich Musik nicht mehr unter Bekannten sondern zwischen Wildfremden, aber der ausschlaggebende Faktor, der Mensch, der die Musik wahrnimmt, in seinem Kopf sortiert und darauf basierend durch den Rest seines Lebens hindurch Entscheidungen (Kaufentscheidungen) trifft, ist doch gleich geblieben.

Die Musikindustrie hat das gleiche Gezeter (incl. Weltuntergangsszenarien) veranstaltet, als Musikkassetten auf den Markt kamen — und in der Folge haben sich damals die Umsätze erhöht. Wer weiß, ob sich die Konzerne auf ihre heutige Größe hätten aufplustern können, wenn es damals eine Möglichkeit gegeben hätte, Schallplatten gegen das Aufnehmen auf Kassette zu schützen.

Die Bonzen von heute waren vor zwanzig Jahren auch Teenager und ich wette, dass sie die Schränke voller Mix-Tapes hatten. Und wenn sie sich nicht schon sämtlichen gesunden Menschenverstand weggekokst hätten, müssten sie eigentlich verstehen, dass sich diese Mix-Tapes weder kurz- oder langfristig negativ auf ihre Umsätze ausgewirkt haben, sondern - im Gegenteil! - für eine langfristige Bindung zu Künstlern sorgen, die sich bezahlt macht.

Als MTV auf den Markt kam, gab's ein großes Geschrei der Musikkonzerne, weil ja keiner mehr CDs kaufen würde, wenn Musiksender eh den ganzen Tag die Charts hoch- und wieder runter dudeln. Ich meine mich erinnern zu können, dass damals diverse Clipsendungen im öffentlich-rechtlichen gestorben sind, weil die Musikkonzerne plötzlich horrende Lizenzgebühren für die Ausstrahlung von Musikvideos verlangt haben.

Heute weiß jeder Interpret, welchen Einfluss ein gutes Video (und eine möglichst häufiger Einsatz auf möglichst vielen Sendern) auf die Verkaufszahlen hat und die Musikindustrie freut sich darüber, dass sie rund um die Uhr kostenlose Fernsehwerbung bekommt.

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Unterhaltungskonzerne sich mit den Aktionen der letzten Jahre mehr Schaden zugefügt haben und zufügen werden, als es das Internet gekonnt hätte. Beispiele:

  • Verfolgung oder Verkrüpplung von P2P-Diensten wie Napster
  • Kopierschutz auf CDs
  • Regionalcodes auf DVDs
  • DMCA in den USA
  • ähnliche Copyright-verschärfende Gesetze in Europa
  • Pläne für immer weiter gehendes DRM (Digital Restriction Management) per Soft- und Hardware


Alles in allem: zunehmende Entmündigung und Kriminalisierung der Kundschaft.

Nachtrag, Februar 2006: Als ich diesen Text verfasst habe, bin ich nicht auf die Idee gekommen, dass der Kopierschutz so aggressiv werden könnte, dass er den Betrieb von Abspielgeräten permanent stören könnte, aber schon 2005 zeigten z.B. das Sony-Rootkit und Alpha-DVD, wie die Zukunft aussehen wird: wer ein kopiergeschütztes Medium in einen Rechner einlegt, lebt mit dem Risiko, den Rechner für Angriffe von außen zu öffnen oder Teile der Funktionalität des Systems bis zur nächsten Neuinstallation aufzugeben.

Vielleicht bin ich da ja wieder die einsame Ausnahme, aber ich hab keinen Bock darauf, die Konzerne aus meinem Geldbeutel dafür zu belohnen, dass sie eh schon überteuerte Produkte auch noch in ihrer Nutzung einschränken.

Bei DVDs wehre ich mich, indem ich DVD-Player verwende, bei denen ich den Regionalcode beliebig oft umstellen kann, und die DVDs jeweils da bestelle, wo das Preis-/Leistungsverhältnis besser ist (da ich keinen Wert auf deutsche Zersynchronisation lege, hab ich überwiegend RC1-DVDs) — leider kann ich hier nicht auf RC-freie DVDs ausweichen, man kann ja nicht den ganzen Tag nur Pornos gucken...

Bei CDs fällt das Sortieren einfach: es gibt ja genügend Musik, die nicht "abspielgeschützt" ist. Die kleineren Labels mit den weniger bekannten Gruppen profitieren sicher sowohl von der Verbreitung ihrer Musik im Internet als auch davon, dass die Kunden zu ihnen überlaufen, wenn sie von den großen Konzernen vergrault werden. Hoffentlich brauchen die Bonzen noch richtig lange, bevor sie merken, auf welchem Holzpfad sie sind.

Schade, dass sie die Schuld hinterher auf's Internet schieben werden, statt sie bei sich selbst zu suchen.

Traurig sind die Implikationen für die Zukunft, weil ich mit meiner dokumentierten Kaufverweigerung wohl zu einer kleinen Minderheit gehören werde (ich zitiere mich aus einem Posting im Jazzkantine-Forum):

Düstere Zukunft

Die Medienkonzerne wollen den Spieß jetzt umdrehen und die digitale Technik voll und ganz zu ihrem eigenen Nutzen einsetzen - in den USA haben sie schon das erste Gesetz (aufgrund dessen auch schon Leute verhaftet wurden, denen man keinen einzigen Copyright-Verstoß nachweisen konnte), den "DMCA" und dank "DRM" kannst Du demnächst Audio-Files von Deinen Lieblingstracks kaufen, die Du Dir nur an Deinem Rechner anhören kannst, weil sie sich nicht kopieren oder brennen lassen, und sich in Impossible-Mission-Manier nach einem festgesetzten Zeitraum selbst vernichten und sich dann gar nicht mehr abspielen lassen.

Als Nebenprodukt von DMCA und DRM und medienindustriellem Lobbyismus festigt z.B. Microsoft sein Betriebssystemmonopol (weil man diese Dateien dann auch nicht unter Linux oder so abspielen kann) und die kleinen Internetradios (natürlich gerade die, die eher alternative Labels spielen) verschwinden endlich von der Bildfläche, weil sie zukünftig unverschämte Lizenzgebühren bezahlen müssen.

Wenn Du Bock darauf hast, in ein paar Jahren von Deiner Lieblingsmusik immer gleich zwei oder drei Fassungen kaufen zu müssen (eine auf CD für's Auto, eine auf Audio-DVD für's Wohnzimmer und im Büro vielleicht noch die Version aus dem Internet, die Du - zusammen mit dem Rest Deines Musikbestandes auf der Festplatte - für eine "geringe" monatliche Lizenzgebühr abspielbar halten kannst), solltest Du die großen Tiere der Musikindustrie jetzt durch besonders heftiges Einkaufen kopiergeschützter CDs unterstützen.

Du kannst meine Aufregung vermutlich nicht nachvollziehen, weil das für Dich weit weg ist.

Für mich ist das alles schon ziemlich nah: ich bin kein Windows-Benutzer, ich verwende seit Jahren aus verschiedenen Gründen praktisch ausschließlich Linux. In den USA ist es jetzt schon praktisch verboten, eine beliebige, legal erworbene DVD unter Linux abzuspielen oder auch nur einen Link auf eine Webseite zu tun, der auf das Programm verweist, mit dem das möglich wäre, und in Europa sind wir schätzungsweise noch ein bis zwei Jahre von dieser Situation entfernt, wenn sich nicht noch irgendeine politische Gruppe oder Organisation der Bedürfnisse der Konsumenten annimmt.

Review: The Residents' Icky Flix (DVD)

Medienjunkie In den letzten dreißig Jahren haben die Residents Entwicklungen im Bereich Musikvideo, Performance-Kunst, Multimedia und in vielen Bereichen der Musik und Musikproduktion angestoßen - aber immer noch weiß niemand, wer sie sind. Icky Flix bietet als erste DVD der Residents eine Zusammenstellung aus altem und neuem Material: 17 Tracks von Third Reich 'N' Roll (1976) bis Burn, Baby, Burn (1998), jeweils mit einer Tonspur in Stereo mit der Originalmusik und einer 5.1-Spur mit einer aktuellen Aufnahme des Songs.

Meine erste Berührung mit den Residents war die Freak Show, eine preisgekrönte Multimedia-CD, die 1992 für Windows und Mac erschien - damals waren die Residents bereits zwanzig Jahre im Geschäft. Das "Spiel" begeisterte mich durch einen abgefahrenen Soundtrack und die schonungslose Entlarvung und Befriedigung meines Voyeurismus – "Everyone Comes to the Freak Show!" Aus heutiger Sicht fallen natürlich in erster Linie die 486er-kompatiblen Videobriefmarken auf.

In den letzten Jahren hab ich mir die ein oder andere Platte von den Residents angehört und mich immer wieder von ihrer unkonventionellen Kreativität überraschen lassen. Die Musik der Residents hat mindestens eines mit der von Frank Zappa gemein: während man sie hört, wird man gelegentlich von Passanten angesprochen, die nachfragen, ob das denn wirklich Musik sei. Ich pflege inzwischen zu antworten: "Ich bin die Randgruppe."

"Review: The Residents' Icky Flix (DVD)" vollständig lesen