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Die Kommunismuskeule im Superwahljahr

MedienjunkieSchwarzseher "Die Linke wünscht sich den Kommunismus zurück." und "Gesine Lötzsch will den Kommunismus wieder haben."



Es fällt mir schwer, zu glauben, dass ein Redakteur oder Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks so merkbefreit sein könnte, dass er auch nach drei Wochen noch nicht versteht, dass die Alternative zum real-existierenden Kapitalismus, die sich manche (oder viele? vielleicht gar alle?) Anhänger der Linken wünschen, nicht der Stalinismus ist, der als Folge und natürlich unter dem Einfluß dreier Weltkriege entstand (2x heiß, 1x kalt), und der sich nicht mal selbst als "Kommunismus" bezeichnete.

Aber es ist Wahljahr, da muss man die Lüge oft genug wiederholen, bis genügend Menschen sie glauben.

Nachtrag, 23. Januar 2011: Mehr Propaganda.

Nachtrag, 25. März 2011: Und so spricht, Monate danach, der Moderator einer Wahlsendung im SWR den Kandidaten der Linken an: "Herr Hahn, Sie wollen sozusagen allen helfen, Sie wollen einen radikalen Umbau der Wirtschaft. Ist das sozusagen der Weg in den Kommunismus, wie Ihre Parteivorsitzende Lösch (sic) ihn mal vorgeschlagen hat einzuschlagen, auszuprobieren?" Und bei der Nachfrage erläutert der Moderator dann, was er für einen radikalen Umbau der Wirtschaft hält: "Ich denke bei dem Umbau um (sic) Verstaatlichung von Energieversorgungsunternehmen, die öffentlichen Banken müssen staatlich bleiben, Sie wollen die Steuern erhöhen, das sind Punkte die ja ein radikalerer Umbau bedeuten (sic)."

Kommunale Stromversorger, Sparkassen und Landesbanken, die die ihnen ursprünglich zugedachten Aufgaben erfüllen, sind Kommunismus und das Erhöhen von Steuern ist ein radikaler Umbau der Wirtschaft! Määäh. Määäh. Privatisiert ist effizienter! Määäh. Niedrige Steuern sind gut für das Wachstum! Määäh. Wenn's dem Chef gut geht, geht's uns auch gut… Määäh. Sozial ist, was Arbeit schafft! Määäh. Wer nicht privat vorsorgt, den bestraft die Demographie! Määäh. Brückentechnologie! Entsorgungspark! Määäh. Friedenssicherungsmaßnahmen! Määäh. Protokollfehler!

In was für einer heruntergekommenen Demokratiesimulation wir bloß leben.

Warum ich mich dafür schäme, eine PS3 zu besitzen

MedienjunkieSpielkind Ich musste gestern geänderte PSN-Nutzungsbedingungen akzeptieren, um meine PS3-Spiele weiterhin spielen zu dürfen. Ich hab sie zur Abwechslung tatsächlich mal gelesen. Hier die Kurzzusammenfassung:

Executive Summary PSN-Nutzungsbedingungen

Der Kunde:
4x "Sie müssen"
2x "Sie erklären sich (ausdrücklich) damit einverstanden"
13x "Sie dürfen nicht"
2x "Sie dürfen keine"
1x "Sie dürfen nichts"

Sony:
3x "Wir können"
1x "Wir sind nicht verantwortlich"
2x "Wir werden versuchen"
4x "Wir übernehmen keine Haftung" / "Unsere Haftung wird ausgeschlossen" / "Wir schließen jede Haftung aus"
4x "Wir behalten uns das Recht vor"

(Ich schließe jede Haftung für die Richtigkeit dieser Angaben aus.)


Ein paar Schmankerl aus den Nutzungsbedingungen, Hervorhebungen von mir:

Kinder haben keine Möglichkeit, auf Inhalte und Dienstleistungen zuzugreifen oder Spiele zu spielen, für die eine Altersbeschränkung gilt, die über dem registrierten Alter der Kinder liegt. […] Sobald Inhalte heruntergeladen wurden, können diese von Kindern verwendet werden, deren Alter unter der Altersbeschränkung liegt.

Die Logik dahinter will sich mir nicht erschließen. Man legt für das Kind ein Unterkonto an, gibt das Alter des Kindes an und die PS3 verhindert, dass das Kind eine USK18-Scheibe einlegt und abspielt. Aber sobald der Papa eine Egoshooterdemo aus dem Store runterlädt, vergisst die PS3, wie man das Alter des Kindes mit der Altersfreigabe vergleicht?

(xiv) Sie dürfen uns nicht falsche oder ungenaue Informationen zur Verfügung stellen, einschließlich falscher Beschwerden an unseren Kundendienst, oder während der Kontoerstellung falsche oder unpräzise Angaben machen.

Okay. Im Gegenzug darf Sony sicher auch keine ungenauen Informationen verbreiten, oder?
Wir werden versuchen, sicherzustellen, dass die bei PSN angegebenen Preise, Bewertungen und Produktbeschreibungen präzise sind; es kann jedoch zu Fehlern kommen.

Ah. Jetzt. Ja.

Sie dürfen nichts tun, was uns, den mit uns verbundenen Unternehmen, unseren Lizenzgebern, Dienstleistern, Partnern, Mitarbeitern, Diskussionsleitern oder Benutzern schaden könnte oder die Verletzung einer Vereinbarung zwischen uns und einem mit uns verbundenen Unternehmen, einem Lizenzgeber, Dienstleister, Partner oder mit Ihnen darstellt.

Demnächst muss ich also mein Amazon-Login bei Sony abliefern, damit überprüft werden kann, ob ich bei der Amazon-Kundenbewertung wirklich allen PS3-Spielen mindestens drei Sterne gegeben habe? Und woher soll ich wissen, ob etwas, was ich tue, eine Vereinbarung zwischen Sony und einem Lizenzgeber verletzt?

Sie können Ihr PSN-Guthaben über die von uns in Ihrem Land aktuell akzeptierte Zahlungsmethode oder eine PlayStation®Network card aufladen. Das PSN-Guthaben ist nicht Ihr persönliches Eigentum […]

Ah, ich kaufe also gar nicht Spiele, sondern virtuelles PSN-Guthaben — und das ist dann gar nicht mehr mein Geld, sondern gehört schon Sony, aber man lässt mich freundlicherweise darüber verfügen.

Sie können bei uns nur dann Bestellungen aufgeben, wenn Sie Einwohner bestimmter Staaten sind.

Sie können Video-Inhalte möglicherweise nicht herunterladen, wenn Sie sich nicht in jenem Land aufhalten, für das Sie registriert sind.

…also bloß nicht nach Burkina Faso umziehen!

Alle Rechte an geistigem Eigentum in Bezug auf das Eigentum gehören uns und/oder unseren Lizenzgebern.

Klar, das ist ja immer so. Aber immerhin behalte ich ja die Rechte an meinem geistigen Eigentum, gell? Hier der Absatz über user-generated content:
Sie autorisieren uns, unsere angeschlossenen Unternehmen und andere PSN-Benutzer dazu, Ihr Benutzer-Material über PSN und andere dazugehörige Dienstleistungen zu nutzen, weiterzugeben, zu kopieren, zu verändern, darzustellen und zu veröffentlichen. Sie autorisieren uns und unsere angegliederten Unternehmen außerdem dazu, Ihr Benutzer-Material zu lizenzieren, zu verkaufen und auf sonstige Art und Weise kommerziell zu verwenden […] sowie damit für PlayStation®-Produkte und -Dienste zu werben, ohne dass Sie dafür finanziell entschädigt werden. Ohne unsere Zustimmung dürfen Sie Benutzer-Material nicht selbst kommerziell verwenden. Sie verzichten auf alle moralischen Rechte an Ihrem Benutzer-Material. Sie verzichten auf alle Urheberpersönlichkeitsrechte, die Sie an Ihrem Benutzer-Material haben mögen. Indem Sie Benutzer-Material senden, posten oder übertragen, erklären und garantieren Sie, dass Sie alle Rechte haben, um diese Benutzer-Informationen zu verwenden, posten, streamen und zu übertragen und dass Sie alle in diesem Abschnitt dargelegten Rechte gewährleisten können.

Geht das nach deutschem Recht überhaupt? Ich dachte, das Urheberrecht sei in Deutschland unveräußerbar? Aber:
In dem Maße, wie dies durch einschlägige Gesetze gestattet ist, sind dieser Vertrag, diese Bedingungen sowie sämtliche nicht-vertraglichen Verpflichtungen und Haftungsansprüche, die aus diesen Bedingungen oder der Nutzung von PSN resultieren oder hiermit in Verbindung stehen, gemäß den Gesetzen Englands auszulegen und zu interpretieren und der Vertrag zwischen Ihnen und uns gilt als in England zustande gekommen.

Hebeln die damit das deutsche Urheberrecht aus? Ist England überhaupt ein Staat? Ich dachte immer, England wäre nur eine Region von Großbritannien?

Sofern dies nicht ausdrücklich von uns autorisiert wurde, dürfen Sie nicht:
(i) das Eigentum oder irgendwelche Bestandteile davon gemeinsam mit irgendeiner anderen Person nutzen

Um ehrlich zu sein, ich hab in den Nutzungsbedingungen nix gefunden, was mich ausdrücklich autorisieren würde, meine PS3-Spiele zusammen mit meiner Liebsten zu spie nutzen. Also hab ich ihr gesagt, dass sie künftig die Finger von der PS3 lassen soll, weil Sony das nicht so gern sieht. Sie hatte dafür volles Verständnis. <facepalm>

Große Teil des Eigentums unterliegen dem Schutz einer digitalen Rechteverwaltung (Digital Rights Management, „DRM"), welche entwickelt wurde, um die Art und Weise der Nutzung und Verwendung unserer Inhalte zu überwachen. Wir sind nur deshalb in der Lage, die angebotenen Inhalte zu den aktuellen Preisen anzubieten, weil sie einer digitalen Rechteverwaltung unterliegen. Um das jeweilige Eigentum nutzen zu können, kann es erforderlich sein, dass das fragliche Gerät bei jenem PSN-Konto ordnungsgemäß aktiviert wird, mit dem der jeweilige Inhalt bestellt wurde. Wenn Sie ein Konto löschen, mit welchem bestimmte Inhalte bestellt wurden, oder Sie das fragliche autorisierte Gerät deaktivieren, verlieren Sie möglicherweise das Recht, auf das Eigentum zuzugreifen und es zu nutzen.

Um das mal zu übersetzen: "PS3 kaputt? Spiele weg? Nicht unser Problem."
Nebenbei bemerkt: man darf eine PS3 auch nicht reparieren lassen, wenn sie so richtig kaputt ist. Das Passwort für PSN ist auf der PS3 gespeichert — versuch mal, das jedes Mal, wenn es benötigt wird, mit dem Controller einzugeben… das macht keiner. Wenn die Konsole also so kaputt ist, dass man das Passwort nicht mehr löschen kann (z.B. weil der Bildschirm schwarz bleibt), darf man die PS3 nicht zur Reparatur bringen, weil man damit einem Dritten Zugriff auf den PSN-Account geben würde. Einen Ausweg aus diesem Dilemma zeigt Sony nicht auf.

Zu Videoinhalten sagt Sony:
Digitalisierte Versionen von einigen Inhalten sind unter Umständen mit dem Inhalt im Originalformat oder früherer Veröffentlichungen nicht identisch, auch wenn sie unter dem selben Titel veröffentlicht wurden.

Jo, das kenn ich, da wird dann aus einem tschechischen Widerstandskämpfer ein norwegischer Atomphysiker und so.

Um sich Video-Inhalte auf einem aktivierten Computer anzusehen, benötigen Sie die Software MediaGo Version 1.4 oder höher.

Ach, das find ich interessant. Ich war nämlich die Tage auf der Playstation-Website und wollte da im Store stöbern. Da meinte die Seite plötzlich, ich müsse jetzt "MediaGo" installieren, um mir den Store angucken zu können. Sony hätte mir also, nur damit ich mir die Liste der im Store verfügbaren Spiele angucken kann, ihre DRM-Lösung auf meinen Rechner gepackt? Diese Arschlöcher.

Von Zeit zu Zeit können wir Ihnen neue Inhalte, Dienstleistungen oder Software zur Verfügung stellen, um sicherzustellen, dass PSN bzw. Ihr PlayStation®3 Computer-Entertainment-System, Ihr PSP® (PlayStation®Portable)-System bzw. andere autorisierte Hardware-Geräte ordnungsgemäß und entsprechend unseren Richtlinien funktionieren. Solche Inhalte, Dienstleistungen oder Software können automatisch und ohne weitere Benachrichtigung heruntergeladen werden, wenn Sie sich bei PSN anmelden, und können automatische Aktualisierungen oder Upgrades beinhalten, die Ihr aktuelles Betriebssystem verändern und die Daten- oder Inhaltsverluste oder Funktions- oder Nutzenverluste mit sich bringen könnten. […] Sie autorisieren uns hiermit, solche Inhalte, Dienstleistungen oder Software zur Verfügung zu stellen und erklären sich damit einverstanden, dass wir - in dem Maße, wie dies durch anwendbare Gesetze zulässig ist - nicht für den Verlust von Daten, Inhalten, Funktionen oder Nutzungsmöglichkeiten verantwortlich sind.

Vor einigen Wochen hat Sony die PS3-Nutzer dazu gezwungen, ein Betriebssystem-Update zu installieren, das die "Other OS"-Funktion abschaltete, d.h. man hatte als Nutzer die Wahl, entweder weiterhin seine Spiele spielen zu können oder weiterhin das Linux auf der Extrapartition nutzen zu können. Künftig muss Sony vorher nicht mehr vorher nachfragen, sondern kann ein solches Update einfach automatisch einspielen?

Wenn wir der Meinung sind, dass Sie gegen die Bedingungen dieses Vertrages oder gegen andere Nutzungsbedingungen oder -verträge im Zusammenhang mit PSN oder anderen von uns angebotenen Diensten (einschließlich der zusätzlichen Bedingungen) verstoßen haben oder die Sicherheit Ihres Kontos gefährdet ist, können wir alle von uns für erforderlich gehaltenen Maßnahmen ergreifen, um unsere Interessen zu verteidigen, einschließlich Kündigung oder Sperrung Ihres Kontos […]. Sofern gesetzliche Vorschriften keine abweichenden zwingenden Regelungen treffen, erhalten Sie bei Beendigung oder Aussetzung Ihres Kontos aus solchen Gründen oder Ausschluss Ihres Systems keinerlei Erstattung für gekaufte Inhalte oder Dienstleistungen.

Man beachte: die schreiben da nicht "Wenn Sie gegen die Bedingungen dieses Vertrages […] verstoßen haben…", sondern "Wenn wir der Meinung sind, dass…". So muss sich Sony ggf. nicht die Mühe machen, irgendwas zu beweisen. Überhaupt geht Sony mit sich selbst recht großzügig um:
Wir behalten uns das Recht vor, PSN und alle oder einen Teil der über PSN zur Verfügung gestellten Dienstleistungen und Inhalte auszusetzen, einschließlich Service-Wartung und -Upgrades.

"…und dann guckt Ihr alle in den Mond, also immer schön weiter kaufen, damit es sich für uns lohnt."

Über das in diesen Bedingungen Gesagte hinaus geben wir keinerlei Garantie in Bezug auf die Qualität, Funktionalität, Verfügbarkeit, Vollständigkeit, Genauigkeit oder Leistung von PSN oder von Inhalten und Dienstleistungen, die über PSN zur Verfügung gestellt werden. Wir geben keinerlei Garantie, dass PSN jederzeit verfügbar oder fehlerlos ist und übernehmen keine Haftung, wenn Sie Inhalte, Waren oder Dienstleistungen nicht erwerben können sollten.

Wir schließen jede Haftung für den Verlust von Daten oder nicht autorisierten Zugang zu Ihren Daten, Ihrem PSN-Konto oder PSN-Guthaben und für Schäden an Ihrer Software oder Ihrer Hardware aus, die das Ergebnis Ihrer Nutzung von PSN sind oder durch Ihren Zugang zu PSN entstehen mögen.

Unsere Haftbarkeit ist auf €40 (oder den Gegenwert in Landeswährung) beschränkt […]


Die Datenschutzerklärung ist auch nicht schlecht, Schmankerl:

Jedes Mal, wenn Sie sich bei PSN anmelden, erfassen wir ohne weitere Mitteilung automatisch Informationen wie beispielsweise:
o Ihre IP-Adresse und die MAC-Adresse Ihres Systems (die eindeutige Nummer, die das von Ihnen verwendete Netzwerk und Gerät identifiziert), das Datum und die Uhrzeit Ihrer Anmeldung.
o die von Ihnen verwendete Hardware und auf welche Weise Sie diese verwendet haben, z. B. Modell und Seriennummer, Einstellungen der Kindersicherung, Foto- und Musikeinstellungen, Remote-Play-Einstellungen, Angaben über die mit der Hardware verbundenen Geräte, welche Inhalte auf der Hardware gespeichert sind bzw. mit dieser Hardware verwendet wurden sowie weitere damit zusammenhängende Informationen.
o wie Sie PSN nutzen, z. B. welche Spiele Sie spielen, auf welche Inhalte Sie zugreifen, Ihre Downloads, welche Dienste Sie für welchen Zeitraum in Anspruch nehmen, einschließlich wie häufig Sie Chats, Message-Boards und andere Kommunikationsdienste nutzen.


Wenn Sie PSN-Guthaben aufladen oder Zahlungen über PSN durchführen uns für die Bearbeitung Ihrer Zahlung Ihre Zahlungsdaten, wie z. B. Ihre Kreditkartennummern, den Namen des Karteninhabers, Ausstellungs- und Ablaufdatum sowie Sicherheitscodes mitteilen. Kreditkartendaten werden für künftige Käufe gespeichert […]

Na, ich will mal hoffen, dass der "Sicherheitscode" nicht gespeichert wird, das widerspricht nämlich den Vorgaben aller mir bekannten Kreditkartenanbieter. Aber das kann Sony ja egal sein, Sony hat ja eh jede Haftung bei Missbrauch durch Sony-Mitarbeiter oder Hacker ausgeschlossen.

4. Was machen wir mit Ihren Daten?

[…] Möglicherweise werden Ihre persönlichen Daten unter Berücksichtigung der einschlägigen Gesetze gespeichert, verwendet oder offengelegt, um:
* Ihre Käufe zu bearbeiten und die Kreditwürdigkeit zu prüfen


WTF? Wieso muss Sony für einen Store, in dem man nur per Kreditkarte oder "Pre-Paid-Karte" zahlen kann, die Kreditwürdigkeit des Kunden prüfen?

6. Datenübertragung außerhalb Europas

Da es sich bei PSN um ein weltweites Angebot handelt, werden Ihre Daten zu den in der vorliegenden Datenschutzrichtlinie dargelegten Zwecken in Staaten übertragen, bzw. dort verarbeitet und gespeichert, die nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gehören, wie z. B. in die Vereinigten Staaten, Japan, Australien und Neuseeland. Diese Daten werden von Mitarbeitern von Unternehmen in unserem Auftrag oder im Auftrag eines Zulieferers von uns verarbeitet, welche sich außerhalb des EWR befinden und können in diesen Ländern von anderen Benutzern eingesehen werden. Die Datenschutzgesetze dieser Länder bieten eventuell nicht dasselbe Maß an Schutz wie der EWR. Möglicherweise gelten weniger Rechte in Bezug auf Ihre Daten. Wenn Sie eine solche Übertragung nicht wünschen, sollten Sie nicht auf PSN zugreifen und es nicht nutzen.


Wenn ich nicht so 'n Gamingjunkie wäre, würde ich Euren Dienst unter diesen Bedingungen mit Sicherheit nicht nutzen, liebe Freunde bei Sony. Aber der Krug geht nur so lange zum Brunnen, bis er bricht. Und er hat schon eine Reihe von Sprüngen und Rissen.

Nachtrag, 11. Juli 2010: Passend dazu ein kurzer Cartoon der EFF.

Danke fürs Gespräch, liebe ZDF.reporter

LustmenschMedienjunkie Ich möchte mich auf diesem Weg herzlich für den Beitrag über "Hasch-Plantagen" bedanken, der heute in der Sendung "ZDF.reporter" (sic!) ausgestrahlt wurde. Insbesondere dafür, dass man einen Menschen als "Experten du jour" präsentiert hat, der die Aussage traf, dass die Unterscheidung zwischen "weichen" und "harten" Drogen aufgrund des höheren THC-Gehaltes moderner Rauchhanfzüchtungen gar nicht mehr gültig sei.

Der Beitrag hat wohl jedem Kiffer, egal ob ehemalig oder noch aktiv, nochmal in Erinnerung gerufen, was man von der Kompetenz von "ZDF.reportern" und ihren Experten zu halten hat.

Interessanterweise konnte jeder, mit dem ich mich jemals darüber unterhalten habe, folgende Aussage bestätigen: Wann immer das Fernsehen über ein Thema berichtet, mit dem ich mich auskenne, stelle ich fest, dass die vermittelten "Informationen" verkürzt, verdreht, verfälscht oder schlicht erfunden sind. Jeder Zocker, der mal einen Bericht über sog. "Killerspiele" gesehen hat, weiß, wovon ich rede.

Ich hab den Verdacht, dass man daraus eine allgemeingültige Regel ableiten kann.

Liebe "ZDF.knechtkinder", konzentriert Euch doch bitte auf Eure Kernkompetenz und schürt noch ein bisschen Schweinegrippenpanik oder Demographieangst. Danke.

Überragender Erfolg von Sony

KabelfreakSpielkind Wenn die fortwährende Weiterentwicklung eines MMOGs aufgegeben wurde (oder nur noch halbherzig betrieben wird) und es daher am Ende seines Lebenszyklus angekommen ist (sprich: wenn die Mehrzahl der User es verlassen hat, weil es langweilig wurde), ist es durchaus sinnvoll, die Zahl der Server zu reduzieren, damit die verbliebenen Spieler nicht durch überwiegend leere Spielwelten rennen müssen.

Was dabei heraus kommt, wenn jede Kommunikation mit den Kunden durch die Marketingabteilung muss, demonstriert Sony mit einer Mail, die versucht, sogar den langsamen Tod von SWG noch als Erfolg zu verkaufen:

Dear Star Wars Galaxies™ Account Holder,

Due to the overwhelming success of the recent Free Character Transfer Service, we want to inform you that on October 15, 2009, at 5:00 PM PDT, Sony Online Entertainment (SOE) will close the following 12 Star Wars Galaxies servers: […]


"Weil das Abschalten von einem Dutzend Server beim letzten Mal ein solch überragender Erfolg war, schalten wir jetzt das nächste Dutzend ab." — Kommen Marketingmenschen gar nicht auf den Gedanken, dass das ein bisschen albern wirkt?

T-Home-Entertain-Speedport-Schrottrouter

Kabelfreak Ich hab den Verdacht, dass unser Telekom-T-Home-Entertain-VDSL-Router, ein Speedport W-721V (aus dem Hause AVM), vor einer Weile eine frische Firmware bekommen hat. Ich war's nicht, jedenfalls nicht absichtlich, aber ich hatte wohl darauf verzichtet, die "EasySupport"-Funktion, die sich um automatische Firmware-Upgrades kümmert, abzuschalten.

Die Bugs, die mit der alten Firmware auftraten, konnte ich verschmerzen, weil ich sie umgehen konnte. Dass der Router z.B. schlampig mit NAT-Verbindungen umging, war mir egal, weil fast alle meine Verbindungen über ein VPN laufen.

Die neue Firmware aber bringt anscheinend einen frischen Bug mit, der mich nicht mehr kalt lässt: unser Nutzungsprofil scheint dazu zu führen, dass der Router mehrfach täglich neu startet. Und ich meine damit nicht, dass er die DSL-Verbindung neu aufbaut. Nein, er bootet und vermerkt das auch korrekt als "Neustart des Geräts" in seinem Log.

Die Entertain-Störungsannahme hatte von einem solchen Problem natürlich noch nie gehört und bot erst mal den Austausch an. In der Hoffnung, dass ich so vielleicht ein Modell mit alter Firmware bekommen könnte, stimmte ich dem Austausch zu. Satz mit "X": Das Austauschgerät kam — wohl frisch refurbished direkt aus dem Servicecenter — auch gleich mit der aktuellen Version 64.04.74, dafür aber ohne jedes Zubehör… insbesondere ohne Netzteil. Das fand ich schade, weil ein defektes Netzteil durchaus eine Erklärung für das unregelmäßige Durchbooten des Routers sein könnte.

Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich kein bisschen überrascht war, als einige Stunden nach dem Austausch des Routers plötzlich das Internet mal wieder weg war und die Lämpchen am Router erzählten, dass er gerade aufgewacht sei und, noch schlaftrunken, nach einer DSL-Verbindung suche.

Die Entertain-Störungsstelle hatte von einem solchen Problem natürlich noch nie gehört — ich frage mich, wie oft ich anrufen muss, bis das Problem jedem bekannt ist — und schlug vor, das alte Netzteil einfach mal in eine andere Steckdose zu stecken. Na bitte, da will ich mal nicht so sein, ich hab sogar ein Verlängerungskabel genommen und es an eine andere Sicherung gehängt.

Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich kein bisschen überrascht sein werde, wenn das Internet gleich wieder weg ist.

Wenn ich mit meinem Verdacht richtig liege, dass die Firmware ein Problem hat, das nur bei bestimmten Nutzungsprofilen sichtbar wird, dann könnte die Wlan-Funktion einen maßgeblichen Anteil daran haben. Am Anfang trat das Problem nämlich nur sporadisch auf, d.h. ein- bis zweimal am Tag. Erst seit ich ein Wlan-nutzendes Händi habe, bootet der Router (gefühlt) alle paar Stunden. Ich hab auch schon erlebt, dass er mehrfach hintereinander bootete — just als das Händi seine Podcastfeeds aktualisieren und viele neue Podcasts herunterladen wollte. Mag ein Zufall sein, muss aber nicht.

Bei der Telekom finde ich leider keine alten Firmware-Revisionen, aber dafür den Quellcode der Router-Software, zusammen mit der "GNU GERNAL PUBLIC LICENSE" (sic).

> wait
Time passes.

Ich hätte gleich richtig googeln sollen, ich Hirni. Im T-Home-Forum gibt es einen 15-seitigen Thread zu genau diesem Problem ("Speedport 721V seit firmware update ständige reboots"). Nein, es liegt wohl nicht am Wlan, sondern an der Zahl der gleichzeitig geöffneten Verbindungen - da alles außer Wlan-Traffic bei mir über eine einzige VPN-Verbindung läuft, tritt der Fehler bei mir entsprechend nur auf, wenn viele Wlan-Verbindungen gleichzeitig aufgebaut werden, also z.B. wenn mein Händi versucht, zwei Dutzend Podcasts gleichzeitig zu aktualisieren.

Abhilfe bringt wohl z.Zt. nur ein Gerätewechsel. Ich bin mal gespannt, was die "Endgerätehotline" mir morgen anbietet. Mal sehen, was die kostenpflichtige Entertain-Technik-Hotline mir sofort anbietet. Irgendwas müssen die für ihr Geld ja leisten. (Dies tippe ich übrigens, während ich nach der (gefühlt) siebenunddreißigsten Schilderung des Problems in der kostenpflichtigen Warteschlange hänge. Der Agent klang verblüffend zuversichtlich. Ich bin gespannt, ob er es schafft, mir das Nachfolgemodell W 920V zu organisieren.)

Ich finde übrigens, dass es nicht für die Entertain-Hotline spricht, dass sich ein Problem, das dem "T-Home Team" im Forum seit Monaten bekannt ist und das ganz offensichtlich zahlreiche Kunden betrifft, nicht bis ins Callcenter durchspricht. Man könnte dahinter fast Absicht vermuten: mit einer Verzögerungstaktik — "Setzen Sie das Gerät doch mal auf die Werkseinstellungen zurück und richten Sie es komplett neu ein." — "Probieren Sie es doch mal mit einem Austauschgerät!" — "Probieren Sie doch mal eine andere Steckdose!" — "Wackeln Sie doch mal am Kabel!" — "Richten Sie die Antenne doch mal gen Mekka aus!" — kann man das Problem vielleicht aussitzen, bis eine korrigierte Firmware zur Verfügung steht. Mal ganz abgesehen davon, dass es auch kein gutes Bild auf die Telekom und ihren Hardwarelieferanten (AVM?) wirft, dass eine offensichtlich nicht ausreichend getestete Firmware-Version auf die Router der Kunden gepushed wird und drei Monate später immer noch kein Bugfix verfügbar ist.

Auch bei der Telekom gilt das SPRUSKO-Prinzip: Schund produzieren, um Schund zu konsumieren.

Nachtrag, 10. September 2009: Natürlich kam wieder ein Speedport W 721V. Jetzt haben wir davon drei Stück hier stehen. Es kristallisiert sich heraus, dass es bei der Telekom von heute (im Gegensatz zu der Telekom, bei der ich mein Praktikum gemacht hab) zwischen "Telekom-Mitarbeitern, die im direkten Kundenkontakt stehen" und "Telekom-Mitarbeitern, die Entscheidungen treffen dürfen" keine Schnittmenge mehr gibt. Besser noch: die beiden Teilmengen reden anscheinend auch nicht mehr direkt miteinander. Als Kunde hat man zwar reichlich Kontakt mit der ersten Gruppe (bei meinem Telefonat eben durfte ich mein Problem z.B. mal wieder mit drei unterschiedlichen Personen besprechen), aber jemand mit Entscheidungsbefugnis kriegt man natürlich nicht ans Rohr — bestenfalls darf man dabei zuhören, wie der aktuelle Gesprächspartner eine Bitt-Mail an die Entscheider verfasst.

Nachtrag, 25. September 2009: Nach ewigem Hin und Her und zahlreichen leeren Versprechungen hab ich resigniert. Statt weiter um ein funktionierendes Austauschgerät für den Schrottrouter zu betteln, werde ich eben jenes jetzt für einen kleinen monatlichen Obulus (<€4) mieten. Zum einen, weil die Kommunikation mit dem Vertrieb schneller und freundlicher verläuft als die mit der Störungsstelle oder mit der Abteilung für "Kaufrückabwicklung", zum zweiten, weil bei einem Mietgerät auftretende Probleme per Definition in die Zuständigkeit der Telekom fallen (bei einem "Kaufgerät" ist das ja offensichtlich nicht so einfach) und zum Dritten, weil ich zu faul bin, mir auf eBay ein VDSL-Modem zu schießen und mit pfSense eine eigene Lösung zu basteln.

Nachtrag, 1. Oktober 2009: Ende gut, alles gut. Beim ersten Speedport W 920V, den die Telekom lieferte, war Wlan kaputt. PEBKAC konnte ich mit relativ hoher Sicherheit ausschließen, weil ich die Wlan-Konfiguration mit den Austauschgeräten für den W 721V bereits ausgiebig geübt hatte. Ich durfte mich an der kostenpflichtigen Endgerätehotline nacheinander mit drei verschiedenen Technikern auf die Fehlersuche begeben — "Und das Wlan-Lämpchen am Router leuchtet wirklich?" — bevor mir ein Austauschgerät angeboten wurde.

Da will ich mich auch gar nicht drüber beschweren: ich kann gut nachvollziehen, dass es sich vermutlich bei 99,9% aller "Wlan ist kaputt"-Probleme nicht um Hardwarefehler des Routers handelt, da stellt man lieber doppelt und dreifach sicher, dass man alle Einstellungen überprüft hat.

"Und jetzt schauen Sie mal unten rechts auf dem Bildschirm, sehen sie da einen Fernseher, aus dem Wellen kommen?" Ja, ich musste für die Troubleshoots das Notebook ins Windows booten, Linux oder Wlan-fähige Händies unterstützt die Telekom-Endgerätehotline nicht.

Der neue W 920V war heute in der Post und tut endlich das, was der W 721V bis zu dem Firmwareupdate im Juni auch tat. Geht doch!