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GTA IV (PC) zum Abschuss freigegeben

Spielkind Zum Vergleich hier Screenshots der Amazon-Kundenwertungen von Spore und GTA IV:

Spore (4Players-Wertung: 80%):

Amazon-Kundenrezensionen zu Spore


GTA IV für PC (4Players-Wertung: 94% für die Konsolen-Versionen):

Amazon-Kundenrezensionen zu GTA IV


Natürlich sind die ungnädigen Wertungen einzig der mangelnden Spieltiefe (Spore) und den technischen Unzulänglichkeiten (GTA IV) geschuldet. Paranoide, aber nichtsdestotrotz wirkungslose Schutzmaßnahmen wie SecuROM, Online-Aktivierung und permanente Überwachung der Spielgewohnheiten (auch von Single-Playern) haben damit nichts zu tun — sowas stört nach verlässlichen Auswertungen der Kopierschutzhersteller Spieleindustrie nur 0,000002% der Konsumschafe. Die Hälfte der Leute, die bei Amazon Minimalwertungen vergeben, sind Raubkopierer und die andere Hälfte ist einfach zu doof, um zu verstehen, wie das Wertungssystem von Amazon funktioniert — das hat der Zahnpastaverkäufer von EA ja letztens schon geklärt.

Nachtrag, 16. Dezember 2008: Inzwischen haben bei amazon.de 467 Kunden eine Bewertung für die PC-Version von GTA IV abgegeben, davon vergaben 312 die schlechteste Wertung. Der Wertungsdurchschnitt bleibt stabil bei zwei von fünf Sternen. Das ist Macht des "aufgebrachten Mobs".

Meine Stimme bei der 4P-Leserwahl zum Spiel des Jahres 2008 musste ich übrigens für MGS4 abgeben, den interaktiven Film über den alternden Snake. Ich hab zwar deutlich mehr Zeit in Liberty City verbracht, aber bei allem Spaß, den ich dabei hatte, bin ich mit Niko Bellic nicht warm geworden. Mein liebster GTA-Protagonist bleibt weiterhin Tommy Vercetti aus Vice City.

LittleBigPlanet wäre vielleicht auch eine Überlegung wert gewesen, wenn der Online-Modus nicht schlichtweg kaputt wäre. Es ist die absolute Ausnahme, dass man mal mehrere Level am Stück mit einem Mitspieler durchzocken kann, ohne dass man die hässliche "Network error"-Meldung sieht. Die vier Sackmännchen, die man in den Trailern von LBP ständig gemeinsam durch die Level laufen sieht, sind ein Mythos (bzw. nur lokal mit mehreren Spielern vor einer gemeinsamen PS3 vorstellbar). Im echten Leben laggt das Gameplay massiv, sobald ein dritter Spieler dazustößt. Da hat Sony, wie bei Home, versagt.

Ah, Home. Ich kann mir nicht verkneifen, mich darüber auszukotzen. Bei Home verschleiert man die totale Fehleinschätzung der Leistungsfähigkeit des Dienstes als Beta- und Lasttest — was soll das denn für ein Lasttest sein, wenn man als Nutzer tagelang bei jedem Versuch, einen Blick auf Home zu werfen, ein Timeout vom Loginserver ("C-931") bekommt? Wenn man dann mal reinkommt, stellt man beim Durchrennen durch alle verfügbaren Bereiche — der Dienst ist sehr überschaubar — fest, dass höchstens ein paar Hundert Nutzer gleichzeitig online sind — und das sieht im Home für US-Nutzer nicht anders aus (und der Dienst scheint, abgesehen von den unterschiedlichen Regionen, nicht instanziert instantiiert in Instanzen aufgeteilt zu sein). Das scheinen mir eher peinliche Nutzerzahlen zu sein.

Sony kackt übrigens mal wieder (aus großer Höhe) auf die europäischen User und ignoriert unsere besonderen Verhältnisse: Im US-Home verständigt man sich ganz überwiegend in etwas, was man wohlwollend als "Englisch" bezeichnen könnte. Ich vermute im japanischen Home spricht man hauptsächlich Japanisch. Wir Europäer landen, anscheinend zusammen mit den südamerikanischen PS3-Besitzern, in einem Home, in dem eine Sprachverwirrung babylonischen Ausmaßes herrscht. Beim Durchrennen hab ich Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch gelesen — und eine unbestimmte Anzahl weiterer Sprachen, die ich nicht zuordnen konnte. Das wird sicher erst so richtig spaßig, wenn alle rein kommen, die rein wollen.

Wäre es bei einem Dienst, der Spieler aus der ganzen Welt zusammenbringen soll, nicht angesagt, auf die regionale Aufteilung zu scheißen und die jeweilige Home-Instanz basierend auf der Spracheinstellung der PS3 auszuwählen? Wer seine PS3 auf Suaheli eingestellt hat, will in Home vermutlich bevorzugt andere Suahelisprachige treffen, unabhängig davon, wo die gerade wohnen. Dagegen spricht aus Sicht von Sony natürlich, dass die Home-Kunden dann schlechter an die potenziellen Werbekunden vermarktet werden könnten. Was anderes ist Home ja nicht: ein mit Reklame vollgekleisterter Avatar-Chat, in dem sogar die Avatare aussehen, als wären sie gerade einem Werbespot entstiegen.

EA-CEO behauptet "Wer nicht raubkopiert, ist doof"

KabelfreakSpielkind Ich hab mich mit einem Eintrag hier im Blog und mit einer Bewertung bei Amazon am Protest gegen das kranke und überzogene DRM von Spore beteiligt. Jetzt erklärt mir John Riccitiello, CEO von EA, bei 4Players:

Ich gehe davon aus, dass die Hälfte der Leute Raubkopierer waren, die andere Hälfte waren Leute, die in etwas reingezogen wurden, das sie nicht verstanden.


Ich bin also entweder ein Raubkopierer — oder ich bin blöd.

Ich bin Herrn Riccitiello sehr dankbar dafür, dass er nicht mit seiner Meinung hinterm Berg hält. Ich gehe übrigens davon aus, dass die Hälfte der Manager von Spielepublishern, die ständig neue Kopierschutz- und DRM-Verfahren einsetzen, geldgeile Arschlöcher sind, die eine Reinkarnation als Kakerlake anstreben, und die andere Hälfte einfach nicht verstanden hat, dass sie durch Kopierschutzschikanen einzig ihre zahlenden Kunden vor den Kopf stoßen, ohne die Raubkopierer damit zu treffen.

Herr Riccitiello lässt leider offen, welches Interesse Raubkopierer überhaupt daran haben sollten, an einer Anti-DRM-Kampagne teilzunehmen — dank Reloaded und anderen Releasegruppen sind sie von dieser Schikane ja gar nicht betroffen. Aber wie soll ein seelenloser Schlipsträger, dem es scheißegal ist, ob er gerade Bleichmittel, Cola, Zahnpasta oder Computerspiele vermarktet, das nachvollziehen können?

Ich werde jedenfalls keinen Grund mehr haben, mich über EA-DRM-Schikanen zu beklagen: Spore wurde überraschend schnell langweilig, gegen die fehlende Spieltiefe helfen aus meiner Sicht auch ein paar zusätzliche Bausteine für die Editoren nicht, und für zukünftige EA-Produkte gibt's ja auch DRM-freie Lieferanten.

Ich bin doch nicht blöd.

Nachtrag, 30. Oktober 2008: Harzzach weist darauf hin, welche unerwarteten Folgen das EA-DRM haben kann, wenn man im EA-Forum Dampf ablässt (oder sich so missverständlich ausdrückt, dass ein Moderator das Gefühl bekommt, man habe Dampf abgelassen).

Nachtrag, 2. November 2008: Passend dazu der SonntagsCartoon auf UserFriendly.

Propaganda der iPod Liberation Front

KabelfreakMedienjunkieSpielkind Neuigkeiten aus roothausen:

Leider hat nun mein komplettes bisheriges Audio-Setup fuer unterwegs den Geist aufgegeben. [...] also habe ich mir nun nach Weihnachten einen neuen Player gegoennt [...]

Der neue sollte mindestens das koennen was der alte auch konnte:

• Abspielen von mp3 und ogg-vorbis
• Reibungslose Zusammenarbeit mit GNU/Linux
• Datentransfer ohne zusaetzliche Software (also per USB-Storage)

Zudem sollte der neue eine lange Akkulaufzeit und eine Bookmarkfunktion fuer Podcasts vorweisen. Das waren unter anderem Dinge, die mir bisher gefehlt haben.

Nur mal als Anmerkung fuer die iPod-Fraktion: Ein iPod wuerde keine meiner Mindestvorraussetzungen erfuellen und waere somit unbrauchbar.


Ich stand kürzlich vor einem ähnlichen Problem: mein Rio Karma stellte den Dienst ein. Ich hab mich aber nach etwas Recherche widerwillig für einen iPod entschieden, weil die Hardware etabliert ist (sprich: für alle möglichen Probleme gibt es Lösungen) und weil es eine reichhaltige Auswahl an maßgeschneidertem Zubehör gibt.

Dank Rockbox, einem freien (GPL) Betriebssystem für MP3-Player, spielt mein iPod auch Ogg-Dateien (und ein Dutzend anderer Audioformate) und verhält sich, unabhängig von dem Betriebssystem, an das er rangestöpselt wird, wie ein stinknormaler USB-Massenspeicher. Spiele (z.B. DooM) und Videos laufen darauf natürlich auch, aber nicht ohne dass die Akkulaufzeit auf einen Bruchteil schrumpft…

DRM ist für meinen Rockbox-iPod übrigens ein Fremdwort und zu Windows und zur iTunes-Software hatte das Gerät genau einmal Kontakt, nämlich zum initialen Formatieren der Festplatte.

Weitere Rockbox-Features: Bookmarks, Gapless Playback, 5-Band-Equalizer, Audio-Ausgabe der Menüs (für Sehbehinderte), Themes, Sleep Timer, Regelung der Abspielgeschwindigkeit (für besonders langsam vorgetragene Hörbücher)… und natürlich ist jedes Detail konfigurierbar (sprich: es gibt keine Marketingabteilung, die eine idiotensichere One-Size-Fits-All-Minimalkonfiguration durchsetzt, die dann im Endeffekt für keinen der Nutzer so richtig passt).

Freie Software ist halt schon was feines.

Also, liebe iPod-Fraktion, werft Eure Player nicht einfach weg, sondern befreit sie lieber von ihrem proprietären Sklavendasein.

(Dies war ursprünglich ein Kommentar auf roothausen, der aber wohl wegen seiner Länge in der Moderationsschleife gelandet ist. Für solche Späße bin ich viel zu ungeduldig.)

It's Official: Apple Killed Music!

Medienjunkie SpOn zitiert den Universal-Chef: "Apple hat die Musikindustrie zerstört"

Heute sind also Apple und iTunes am Niedergang der Musikindustrie schuld?

Gestern waren es noch P2P und das Internet.
Davor war's MTV.
Davor war's Home Taping auf Kompaktkassetten.
Davor waren es Tonbandgeräte und 8-Track.
Und davor mechanische Klaviere mit Notenrollen.

Wieviel Leben hat diese verfickte Musikindustrie denn bitte? Kommt wirklich keiner auf die Idee, es mal mit einem Holzpfahl ins Herz oder einer Silberkugel zu versuchen oder ihr einfach den Kopf abzuhacken?

PS: ICH glaub ja, dass am Tod der Musik schlussendlich Marktforschung und Teenager mit zu viel Taschengeld schuld sein werden. Und am Tod der Musikindustrie vermutlich nur ihre eigene Gier.

Muha: Batzmann platzt der Kragen

MedienjunkieSchwarzseher Batzmann von den Fünf Filmfreunden bringt es unter der Überschrift "Etwas mehr Respekt" auf den Punkt:

Anti-Piratereiwarnungen in dreifacher Ausführung, natürlich nicht überspringbar, Texttafeln in denen ich gesagt bekomme, daß ich den Film nicht auf Ölbohrplattformen gucken darf, noch eine Texttafeln in denen sich das Label von sämtlichen Kommentaren distanziert die irgendeiner der Macher im Bonusmaterial tätigt, dann vor Filmstart noch eine Warnung, daß ich die Scheisse nicht öffentlich aufführen darf und welche Strafen ich in Andalusien bekäme, wenn ich das Ding kopiere… und sollte ich so dumm sein den Abspann nicht schnell genug abzubrechen, kommt zum Schluss nochmal eine Ansammlung von Rechtsbelehrungen in 22 Sprachen, plus das verdammte Logo von Macrovision - alles nicht abbrechbar.


Ist irgendwem aufgefallen, dass ich seit Jahr und Tag kaum noch Filme empfehle? Das liegt nicht etwa daran, dass ich keine guten Filme gesehen hätte, sondern daran, dass ich mich nicht in eine Marketingmaschinerie einspannen lassen will, die in erster Linie dafür sorgt, dass die Entscheidungsträger, die den Kunden zum Feind erklärt haben, sich ihre Gehälter weiter erhöhen können.