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Gebt ihnen fünf!

KabelfreakMedienjunkieSchwarzseher Die Piratenpartei sammelt Spenden, um sich für ihren tollen "Ich bin Pirat!"-Werbespot (mindestens) einen zusätzlichen Sendeplatz bei (mindestens) einem Privatsender zu kaufen. Ich bin zwar kein Pirat… also schon, aber nicht so… und tendiere immer noch dazu, meine Stimme dem Oskar zu geben, aber die Piraten haben es verdient, sich einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren.



Da unsere unabhängigen und freien Medien im redaktionellen Teil neben Ulla Schmidts Dienstwagen und Ackermanns Geburtstagsparty offensichtlich keinen Platz mehr übrig haben und da ich finde, dass die im Piratenspot angesprochen Themen — Patente und Urheberrecht, Überwachungsstaat und Chancengleichheit in der Bildung — in den Wahlkampf gehören, habe ich fünf Euro locker gemacht.

Haste mal 'ne Mark?

Helden: Marc-Uwe Kling

MedienjunkieSchwarzseher Es ist eine Weile her, da standen meine Webseiten für einige Monate unter dem Motto "Ackermann, erstick doch dran!" — leider hat der Angesprochene den Imperativ wohl nicht verstanden, jedenfalls ist er diesem Selbstmordaufruf bisher noch nicht nachgekommen, was ich zutiefst bedauere. Aus Gründen der konzeptionellen Kontinuität sehe ich mich jetzt jedoch quasi gezwungen, den "Mord-Aufruf", das "unfassbar aggressive Lied des Berliner Sängers Marc-Uwe Kling gegen Deutsche Bank-Chef Ackermann" (O-Töne der "B.Z.") an dieser Stelle zu verlinken (via Spreeblick).



(alternative Version mit besserer Klangqualität)

Meine Lieblingszeile ist: "Vielleicht nennen Sie nach Dir dann in Stuttgart 'ne Halle." Wobei der Vergleich mit Hanns Martin Schleyer hinkt, der war ja kein Bänker. Ich hätte statt dessen an Jürgen Ponto (Dresdner Bank, †1977) und Alfred Herrhausen (Deutsche Bank, †1989) erinnert — es ist ja noch gar nicht so lange her, dass es bei uns noch wirksame Managerhaftung gab.

Im Interview meint der von der "B.Z." zur strafrechtlichen Relevanz der Lyrics befragte "Star-Anwalt" Peter Raue (den die "B.Z." auch gerne mal mit "h", also Rauhe, schreibt) übrigens:

Und der Vergleich mit Schleyer ist ungeheuerlich. Er wird in dem Text zum Nazi gemacht, was die Persönlichkeitsrechte von Herrn Schleyer verletzt.


Ich erdreiste mich, die Persönlichkeitsrechte von Herrn Schleyer zu verletzen, indem ich aus seiner Biografie zitiere:

Im Sommer 1935 warf Schleyer seinem Corps [einer schlagenden Studentenverbindung] "mangelnde nationalsozialistische Gesinnung" vor und trat unter öffentlichem Protest aus der Verbindung aus, als der übergeordnete Kösener SC-Verband sich weigerte, alle jüdischen Alten Herren aus dem Corps auszuschließen. [...]

Nach Mitgliedschaft in der Hitler-Jugend ab 1931 wurde er am 1. Juli 1933 Mitglied der SS. Während des Studiums engagierte er sich in der NS-Studentenbewegung und fand im Heidelberger Studentenführer und späteren Gauleiter Gustav Adolf Scheel einen ersten wichtigen Mentor. Schleyer wurde Funktionär in der nationalsozialistischen Studentenschaft. Er trat am 1. Mai 1937 in die NSDAP ein und wurde ab dem Sommersemester des selben Jahres Leiter des Heidelberger Studentenwerkes. 1938 beendete er sein Studium mit dem ersten juristischen Staatsexamen. Nach dem Anschluss Österreichs war er ab dem Sommersemester 1938 auf besonderen Wunsch Scheels, mittlerweile Reichsstudentenführer, Leiter des Studentenwerks in Innsbruck. 1939 erfolgte dort seine Promotion zum Dr. jur. nach österreichischem Recht. Seit Sommer 1940 leistete er seinen Wehrdienst in der Endphase des Westfeldzugs und danach im besetzten Frankreich ab, aus dem er wegen einer im Herbst 1940 erlittenen Verletzung schon im Mai 1941 als dienstuntauglich entlassen wurde.

Im Juli 1941 übernahm Schleyer die Leitung des Studentenwerks der Universität in Prag. Am 1. April 1943 trat er als Sachbearbeiter in den Zentralverband der Industrie für Böhmen und Mähren ein. Der Verband war u. a. für die "Arisierung" der tschechischen Wirtschaft und die Beschaffung von Zwangsarbeitern für das Deutsche Reich zuständig. Hier wurde er dann später Leiter des Präsidialbüros und persönlicher Sekretär des Präsidenten Bernhard Adolf.

Anfang Mai 1945, bei oder kurz vor Ausbruch des tschechischen Aufstandes, verließ Schleyer Prag und floh zu seinen Eltern nach Konstanz. Hier wurde er am 18. Juli 1945 vom französischen Militär verhaftet und kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Er blieb drei Jahre lang in Baden interniert, da er innerhalb der SS einen Offiziersrang (Untersturmführer, das entspricht dem Range eines Leutnants) bekleidet hatte. Am 24. April 1948 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Im Entnazifizierungsverfahren wurde er zunächst als Minderbelasteter eingestuft. Hiergegen legte Schleyer Widerspruch ein, im Revisionsverfahren wurde er im Dezember 1948 als Mitläufer eingestuft.


Ganz offensichtlich ein lupenreiner Demokrat und Menschenfreund. Man kann es einem jungen Menschen ja nicht zum Vorwurf machen, dass er trotz Faschismus Karriere machen will, solange er die innere Distanz zum Regime wahrt. Ähnliches gilt sicher auch für eine Karriere im Kapitalismus.

Und weil's immer aktuell ist, hier noch das Lied über die Sozialdemokraten:



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