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SMS-Datenmüll

Kabelfreak Damals, als das Radio noch aus dem Äther kam (statt aus dem Internet), und bevor es den vollautomatischen Sendersuchlauf gab, hatten Radios noch fette Drehregler, mit denen man die Sender manuell suchen musste. Mein Haussender, der Saarländische Rundfunk, war am besten "ganz links" zu empfangen, auf UKW 88,0 MHz. Links davon gab's nix mehr. Außer manchmal. Manchmal gab's da seltsame Piepsgeräusche zu hören. Oder Stimmen, die Zahlenkolonnen vorlasen. Das war angeblich der Russe, der uns ausspioniert hatte und seine Ergebnisse nach Hause funkte.

In den letzten Tagen haben mich zwei Kurznachrichten erreicht, die mich daran denken ließen. Eine angeblich aus Lesotho, eine aus Indien:

SMS aus Lesotho
Kryptische SMS aus Lesotho

SMS aus Indien
Kryptische SMS aus Indien


Ob das wohl Russen sind, die nach Hause funken wollten, sich aber verwählt haben? Oder produziert die Telekom in ihrem SMSC einfach Base64-artigen Datenmüll mit falschen Absendern? Ich bin gespannt, ob davon noch mehr kommen.

Hat da jemand Schiss vor dem N97?

Kabelfreak Welcher Konzern profitiert vom Erfolg des iPhones und ist bekannt dafür, gern auch mal auf Guerilla-Marketing zurück zu greifen?



In der ersten Fassung dieses Artikels hatte ich statt des Screenshots von twitter.com einen Screenshot aus meinem IM-Client, dank twitterspy@jabber.org, auf dem man auch sehen kann, dass alle diese Tweets binnen zwei Sekunden abgesetzt wurden. Dafür sieht man auf diesem Screenshot hier, dass alle Tweets vom gleichen Blog-Einträge-Ankündigungsdienst kamen — vielleicht war's gar kein Guerilla-Marketing, sondern ein Bug von Twitterfeed? Oder der Absender leidet an einer dissoziativen Identitätsstörung?

Interessant finde ich, dass alle Absender mindestens einen gemeinsamen Follower haben, der zufällig in der SEO-Branche aktiv ist: Herrn Thorsten zur Jacobsmühlen. Honi sois qui mal y pense.

Telefonmarketingsingsang

MedienjunkieSchwarzseher Wenn das Telefon klingelt und jemand dran ist, dessen Sprachmelodie ich schon bei der Begrüßung anhöre, dass er in einem Callcenter sitzt und mir etwas verkaufen will, rollen sich meine Zehennägel auf. Die üblichen Floskeln ertrag ich ja gerade noch, aber die Verbindung mit der übertriebenen Betonung, mit dieser Mischung aus akustischem Slime™, geheuchelter Besorgnis und gespielter Verbundenheit mit dem Auftraggeber, löst so ein Anruf bei mir echten Ekel aus. Am liebsten würd ich dem Anrufer ins Wort fallen: "Boah, Alda, das ist zu viel…"

"Wir dürfen Sie doch sicher auch in Zukunft über wichtige und interessante Neuerungen bei Ihrer Krankenkasse telefonisch informieren?"
"Nein. Sie können mir gerne weiter Post schicken, das tun Sie ja bereits regelmäßig."
"Aber wir würden Sie wirklich nur bei wichtigen und interessanten Angeboten anrufen…" (Ja, klar, das hab ich gerade gemerkt — der Anlass des Anrufs war, dass er mir irgendeine Zusatzversicherung andrehen wollte.)
"Die schicken Sie mir dann mit der Post, telefonisch möchte ich nicht belästigt werden."
"Ich hoffe, ich hab Sie jetzt nicht belästigt?"
"Dieses eine Mal lasse ich noch durchgehen. Schönen Abend noch."

Hinterher tut's mir dann fast leid. Ich vermute, ich hab im letzten Jahrzehnt einfach eine Allergie gegen jede Form von Marketing entwickelt.

Nach Kunden Probleme mit der Muschi

KabelfreakLustmenschMedienjunkieSpielkind Wie hier und da werfe ich einen Blick auf die Auswertung der Begriffe, die Besucher von Suchmaschinen zum Mutantenstadl geführt haben:

• "text douglas adams göttingen", "douglas adams cd göttingen" — Auf der CD von 1994, die es mal bei Zweitausendeins gab, sind einige Kapitel aus "Last Chance to See", plus Erläuterungen, die Essensbestellung im Milliways, der Eintrag aus dem Guide zum Thema "Learning to Fly" und das Kapitel mit Marvin und dem Kampfroboter auf Ursa Minor Beta. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, was er 1995 vortrug, als ich in Göttingen war. Wenn es davon bloß einen Mitschnitt gäbe...

• "hamburger royal nie mehr" — Ich würde sogar für "McDonalds nie mehr und Burger King nur noch selten" plädieren.

• "das gerät ihres gesprächspartners ist für diesen service nicht eingerichtet" — Diese Meldung erhält man m.W. als Ansage von der T-Com, wenn die gewählte Rufnummer (bzw. bei einer Weiterleitung die Zielrufnummer) einem ISDN-Endgerät zugewiesen ist, das keine Sprachverbindung annehmen kann (z.B. ein ISDN-Fax). Verwählt? ISDN-Telefonanlage zerkonfiguriert? Falsche Weiterleitung eingestellt?

• "datenklau von apple microsoft und serox" — Du meinst "Xerox". Dazu erzähl ich hier was.

• "silenthunter iv batterien leer" — Dann taucht man auf (ggf. mit Anblasen) und fährt mit Diesel, dabei werden die Batterien geladen (sofern der Ladebetrieb nicht abgeschaltet wurde und kein beteiligtes Teilsystem zerstört ist). Wenn man auch keinen Diesel mehr hat, bricht man das Spiel ab und lädt den letzten Spielstand. Es gibt keine Möglichkeit, Segel zu setzen oder ein Tankschiff eine Milchkuh herbei zu rufen.

• "gta vice city amoklauf missionen machen" — Nanana, die sind doch in der deutschen Fassung gar nicht drin, oder? Ich hab sie nicht wirklich vermisst, ich fand sie schon in den Vorgänger-GTAs zu schwer.

• "alte amiga zeiten im saarland" — Ja, da war ich mit dabei.

• "bei welcher temperatur verdampft gras" — Etwa 180-200°. Taste Dich von unten ran, der Unterschied zwischen THC-Dampf und Rauch ist deutlich zu sehen: wenn's anfängt zu rauchen, ist es zu heiß. Wenn Du die richtige Temperatur erwischt hast, haben die Rückstände einen schwachen, aber angenehmen Restgeruch — war die Einstellung zu hoch, riechen die Rückstände verkokelt. (Vgl. den Eintrag über meinen Vaporizer…)

• "gras mehrfach vaporisieren" — Selbstverständlich, am Anfang hat man natürlich erst mal besonders viel Geschmack im Dampf, weil die ätherischen Öle als erstes verdampfen, beim nächsten Mal schmeckt's schon etwas mehr nach Dope und erst wenn's nach gar nichts mehr schmeckt, ist die Füllung alle.

• "lila marihuana" — Purple Haze, auch andere Kreuzungen haben wohl gern mal 'nen violetten Schimmer und kriegen dann auch prompt ein "Haze" in den Namen gepackt.

• "blähbauch pilze" — Herzlichen Glückwunsch zur Candida.

• "sex beobachten mit nachtsichtgerät" — Quatsch, benutz doch einfach einen ausreichend dimensionierten Halogenscheinwerfer, um das Schlafzimmer Deiner Nachbarn auszuleuchten. Dann kannst Du auch gleich in Farbe filmen — dieses grün-schwarze Geflimmere will doch keiner sehen.

• "nach kunden probleme mit der muschi" — Äh… tmi. Aber ich dachte immer, in dem Gewerbe nennt man die Kunden "Freier"?