• Einzugstermin minus fünf Tage: den Server bong, das lokale Netz und den VDR eden in Betrieb genommen
Wenn man beim Kernelbauen die Unterstützung für RAID-5 verschlampt, darf man sich nicht wundern.
• Einzugstermin minus vier Tage: DSL, VoIP-Telefonie
Schau an, wenn ein Telefonanschluss gekündigt wird, geht wohl keiner wirklich hin und schaltet den DSLAM ab, drum nutze ich die DSL-Reste des Vormieters (der schon vor einer ganzen Weile hier ausgezogen ist).
• Einzugstermin minus ein Tag: erste NetVista wiederbelebt
Da ist doch ein bisschen was an Konfiguration fällig: die Kisten waren zuletzt in Betrieb, bevor ich bong nach dem Plattencrash neu aufgesetzt hab, und meine alte Workstation yerbouti, die sie mit X versorgt hat, existiert nicht mehr.
• Einzugstermin: Fernseher und Drucker
Ich hab noch ein bisschen an den NetVistas rumgefummelt und festgestellt, dass Streaming vom VDR auf die NetVistas mangels Muckis wohl nicht tun wird. Die NetVistas sind wohl doch nur als Surfterminals und Musikmaschinen brauchbar, das kriegen sie ganz gut hin. Aber ich muss wohl anfangen, mich nach einem flexiblen Streamingkästchen umzugucken... sowas wie AppleTV, aber halt mit etwas mehr Hirn und etwas weniger Vendor Lock-in. Vielleicht so’n MediaMVP... mal sehen, ob ich eins auf eBay günstig schnappen kann.
• Einzugstermin plus ein Tag: der dicke Rechner der besten Lebensgefährtin läuft, mein dickes Ding läuft, der erste Subwoofer dröhnte ein herzliches »Hallo Nachbarn, wir sind da!«
Der VDR eden hat wieder zwei DVB-S-Karten, meine Workstation bigswifty verwöhnt mich wieder mit Compiz und mein Notebook cotl (»City of Tiny Lights«) wird jetzt für die nächste Runde Service bei Samsung vorbereitet (Ubuntu-Live-CD zum Testen für den Samsung-Support brennen, Daten sichern, private Daten löschen, Platte mit Zufall vollschreiben, Samsung-Word-Dokument ausfüllen und anrufen, damit das Notebook abgeholt wird). ISDN wurde geschaltet, DSL ist weiterhin auf DSL-1500-Niveau. Da stimmt was nicht. Der Subunternehmer, der den Auftrag ursprünglich ausgeführt hat, hat wohl Kabelsalat verursacht. Das mit dem Auslagern von Mitarbeitern in Serviceagenturen bewährt sich aus Kundensicht nicht wirklich, aber ist halt billiger und die Profite steigen. Bis sich ein Telekomiker kümmern kann, vergeht ein Tag.
• Einzugstermin plus zwei Tage: Festnetztelefonie, schnelles DSL, sterbende Amigas
Die neue Telefonanlage ist angekommen (ein Eumel — totaler Overkill, muha!) und versorgt uns mit Analogtelefonie für das Tchibofunkfon der besten Lebensgefährtin von allen und für mein gutes, altes MultiTel (Fotos & Details folgen). Mit einem Tag Verzögerung haben wir funktionierendes DSL16k... ich sitze wohl mal wieder praktisch auf dem DSLAM: ich hab tatsächlich schon was mit 1,6MB/s Durchsatz runtergeladen.
• Einzugstermin plus drei Tage: VDR generalüberholt
Mein VDR spielt nach dem Update von 1.4.1 auf 1.5.7 wieder einigermaßen. Plugins: mplayer & mp3 (hat muggle wieder abgelöst), pilotskin, streamdev-server, epgsearch, femon, skinsoppalusikka, zaphistory und natürlich sc. Dazu noch ein paar Tools wie infosatepg und tvm2vdr, damit auch hirntote Sender wie Comedy Central im elektrischen Programmführer (EPG) auftauchen, und vdradmin-am als Weboberfläche für eine komfortable Suche im EPG und zum Starten von Livestreams oder der Wiedergabe von Aufzeichnungen (nach einem kleinen, schmuddeligen vdradmin-Hack tut das jetzt sowohl auf Windows- wie auch Linux-Clients, lang lebe VLC).
Unter ALSA, der fortschrittlichen Linuxklangarchitektur, hatte ich auf meinem Samsung-Notebook noch nie Ton auf dem Kopfhörer, ohne in patch_analog.c rumzufummeln. Ich hab seit letztem Jahr einen Bug dazu im ALSA-Bugtracker offen, der aber keine große Aufmerksamkeit erhalten hat. Der Trick, der für mich funktioniert: ich ersetze in der Zeile für das FSC V2060 (zu erkennen an der PCI-ID 0x144d 0xc01e, das ist zufällig genau die PCI-ID, die der Audiochip des Samsung-Notebooks verwendet) »AD1986A_LAPTOP« durch »AD1986A_LAPTOP_EAPD«.
Ich hab den Verdacht, dass ich das noch für viele Kernel- und ALSA-Revisionen tun werde, bis irgendwann mal zufällig ein ALSA-Entwickler ein M50 erbt.
Nachtrag, 14. August 2007: Mit 2.6.18 ging das noch, mit 2.6.22 nicht mehr. Ich muss mir wohl was neues einfallen lassen.
Ich gestehe, dass ich beim gelegentlichen Besuch bei ‘ner Kistenschieberkette auch mal neugierig am ein oder anderen Äppelnotizbuch vorbeigegangen bin und mir gewünscht habe, meine langweilige Gnome-Oberfläche könnte ähnlich stylisch aussehen. Ich rede da ausdrücklich nur vom Look der Oberfläche, nicht von der Verarbeitung der Hardware oder dem darunterliegenden Betriebssystem, nicht vom eingebauten Wasbesseressein oder dem integrierten Stevejobstollfindenmüssen. Aber diese Leiste mit den Symbolen und dem Lupeneffekt... da könnte ich neidisch werden.
Ich verlange ja nicht den Durchbruch in Richtung Cyberspace, nicht mal die legendäre Navigation durch ein dreidimensionales Dateisystem, mir würde ja schon ein bisschen Augenschmaus reichen, wenn er nicht gerade den Ruch des reinen Selbstzweckes hat.
Vor einigen Tagen bin ich dann über David Revemans Compiz gestolpert – und über das zugehörige Demovideo (s.u.). Ich musste ein bisschen basteln und Abkürzungen nehmen, um es auf meinem Notebook cotl (»City of Tiny Lights«, ein Samsung-DRS mit nVidia-Grafik unter Debian/sid) rennen zu lassen, aber das Ergebnis war die investierte Zeit definitiv wert. Compiz versorgt Gnome oder KDE mit einem neuen, sich organisch, natürlich anfühlenden Überzug.
Arbeitsflächen werden auf die Oberflächen eines Würfels Quaders gelegt. Fenster verformen sich beim Verschieben wie Papier, das durch die Luft gezogen wird. Alles wird weich ein- und ausgeblendet, zappelt noch ein bisschen oder wabbert noch etwas nach. Ich genieße das seit gestern abend und erwische mich noch ständig dabei, wie ich mein Compiz-gedoptes Gnome blöde angrinse. So oder ähnlich muss sich wohl ein Vista-Betatester fühlen.
Ubuntu-Nutzer sind wohl schon ein Stückchen näher an Compiz dran, für sie gibt es bereits Pakete, die sich relativ schmerzfrei installieren lassen. Debian-Nutzer können sich damit trösten, dass die X Strike Force selbst den ITP eingereicht hat, es also nur eine Frage der Zeit ist, bis Compiz ein elementarer Teil von Debian ist.
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