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Sondernewsletter am Arsch, Samsung!

KabelfreakMedienjunkie Hört mal, liebe Werbeonkels und -tanten bei Samsung,

wenn ich bei Euch aus irgendeinem Grund mal meine Mailadresse hinterlassen muss und mir dabei extra die Mühe mache, alle von Euch freundlicherweise schon gesetzten Häkchen in den "Ich den Werbemails von Samsung und sonstwem erhalten"-Checkboxen zu löschen, dann bedeutet das nicht: "Ich will zwar normalerweise keine Werbemails haben, aber wenn Ihr eine Eure Reklame besonders wichtig findet, dann dürft Ihr sie mir ausnahmsweise trotzdem schicken!"

Dass Samsung Teile des Werbeetats dafür verballert, die Dopingwettkämpfe dieser Welt zu unterstützen, schindet bei mir keinen Eindruck. Ich will weder an Euren Sportartikelgewinnspielen teilnehmen noch meine "Produkte registrieren" (Übersetzung: "meine persönlichen Daten beim Hersteller abliefern, ohne dafür jemals eine Gegenleistung zu bekommen").

Drum hab ich flugs ans Ende der Nachricht geblättert, um den da den Link zum endgültigen Abbestellen des Spams zu suchen. Statt dessen finde ich da diesen Hinweis:

"Eine Abmeldung des Newsletters ist nicht erforderlich, da dies ein einmaliger Sondernewsletter ist."


Geile Argumentation. Ich übersetz das mal: "Du willst keine Reklame von uns? Du kannst uns mal am Arsch lecken."

Auch so.

Mit freundlichem Gruß,
der Samsung-Produkte-jetzt-erst-recht-nicht-Registrierer

Nachtrag, 28. August 2009: Wunder der Technik: Man kann den "Sondernewsletter" jetzt abbestellen, auch wenn man ihn nie abonniert hatte… (via Kommentar — danke, Stefan!)

Computerfreaks haben keine Freunde

Kabelfreak Ihr kennt das Spiel: die Auswertungssoftware für Weblogs pickt sich bei Zugriffen, die von Suchmaschinen auf diese Site führen, die verwendeten Suchworte aus dem Referer-Header des HTTP-Requests und wertet sie aus. Der gelangweilte Webmaster guckt die Liste durch und schmunzelt, der zu Tode gelangweilte Webmaster macht einen Blogeintrag draus (der letzte war "Sex mit Bananen").

Kleiner Einschub: Der Referer-Header heißt übrigens "Referer"-Header (mit drei "r"), obwohl darin der Referrer (mit vier "r") angegeben wird. Das hat rein historische Gründe — nämlich einen Schreibfehler in RFC 1945, dem Dokument, das HTTP/1.0 definiert — und demonstriert, welche Priorität Orthographie für die Geburtshelfer des Interwebs hatte.

Aber nun zu den schönsten Suchbegriffen der letzten Monate:

• "weltuntergang im jahr 2038"
Wenn der Zusammenbruch des Kapitalismus mit dem Aufbrauchen der letzten Ölreserven, dem Abschmelzen des verbliebenen Polareises und dem überlaufenden Integer in Unix-Zeitangaben zusammentrifft, könnte das in der Tat ein spannendes Jahr werden.

• "bill gates c64"
Vor dem C64 war der VC20. Vor dem VC20 war der PET. Vor dem PET war KIM-1. Damals (1977) hatte man Cassettenrecorder statt Festplatten und eine leicht zu erlernende Interpretersprache war ein wichtiges Feature für einen neuen Homecomputer. Marktführer für BASIC-Interpreter für 8bit-Prozessoren war Microsoft (damals noch "Micro-Soft"). Bill Gates hielt nicht viel vom 6502, dem von Commodore verwendeten Prozessor, dennoch schrieb er selbst Teile des Codes des 6502-BASIC. Commodore erwarb eine Lizenz für eine Einmalzahlung von zehntausend US-Dollar und ließ sich das Recht einräumen, den BASIC-Interpreter für die eigenen Maschinen weiterzuentwickeln. Aus dem Micro-Soft BASIC im KIM wurde "COMMODORE BASIC" im PET, dann "CBM BASIC V2" im VC20 und schließlich "COMMODORE BASIC V2.0" im C64. Und so landete auch Code von Bill Gates im C64. Erst bei der Entwicklung des C128 wurde erneut zwischen Microsoft und Commodore verhandelt. (Quelle: "On the Edge — The Spectacular Rise and Fall of Commodore" von Brian Bagnall)

• "darf ich für meinen freund eine cd kopieren die ich selbst gekauft habe"
Nach meinem Verständnis als juristischer Laie: eindeutig ja. Das nennt sich Privatkopie und die Wikipedia sagt dazu:
Nach § 53 Abs. 1 UrhG darf die Vervielfältigung nur zum privaten Gebrauch hergestellt werden. Damit ist eine Verwendung für kommerzielle Zwecke ausgeschlossen. Die Weitergabe an Dritte ist zwar zulässig, Voraussetzung ist jedoch, dass die Kopien im privaten Bereich verbleiben, also nicht an nur flüchtig Bekannte weiter gegeben werden.

In dem Zusammenhang fällt mir ein, dass ich mal gesagt haben wollte, dass "Raubkopierer", ganz entgegen der Behauptungen der Propaganda, keine Verbrecher sind, weil ein Verstoß gegen das Urheberrecht kein Verbrechen (eine "schwerwiegende" Straftat) ist, sondern ein Vergehen (eine "minderschwere" Straftat).

• "bilder aus den ms dos internet der 80er" (sic!)
Damals hatten wir noch keine Bilder im Internet, mein junger Freund. Eigentlich hatte in den 80ern noch niemand Internet, außer ein paar glücklichen Studenten an ausgewählten Unis. Alle anderen gaben sich noch damit zufrieden, sich mit 300 Baud (ca. 0,0003 Mbps) in "Mailboxen" einzuwählen. Aber natürlich wir hatten schon die Vorgänger von Schweine-GIFs.

• "im welchen jahr entstand die älteste microsoft maus" (sic!)
Das revolutionäre Rollkugeleingabegerät wurde in den 60ern vom Benutzeroberflächenpionier Doug Engelbart und seinem Team am ARC entwickelt und 1968 der Öffentlichkeit präsentiert. Die Microsoft-Maus kam im Mai 1983 auf den Markt, ein halbes Jahr nachdem die erste Logitech-Maus (P4) präsentiert wurde. (Ich verweise immer wieder gern auf meinen Artikel zum Produktdesign bei Microsoft.)

• "computerfreaks haben keine freunde"
Ach, jetzt reißte die Fresse auf, aber wenn Dein Windows mal wieder zerschossen ist, kommste wieder angekrochen.

• "achtung jetzt kommt ein karton sesamstrasse"
Falsche Sendung. Der "Kartong" fiel nicht in der Sesamstraße, sondern in der Rappelkiste mit Ratz und Rübe. Mehr dazu in Meine Generation und die Medien.

• "samsung notebook linux"
Das würde ich mir zweimal überlegen. Lt. Aussage von Samsung gefährdet der Betrieb von Samsung-Notebooks mit "unautorisierten" Treibern die Gewährleistung — und für Linux gibt's natürlich keine autorisierten Treiber.

• "kann ps3 kopiergeschützte spiele abspielen"
Soweit mir bekannt ist, laufen auf einer PS3 ohne Modchip ausschließlich kopiergeschützte Spiele.

• "ist filme laden bei the pirate bay sicher?"
Wie die Oma immer sagte: "Sicher ist nur der Tod." Guck Dich ein bisschen auf der Seite um, gewinne ein Gefühl dafür, wieviele User die Tracker der Site zu jedem beliebigen Zeitpunkt nutzen (ich gehe von einer sechsstelligen Zahl aus), setze diese Zahl ins Verhältnis zur Anzahl der Verfahren, die Musik- und Filmindustrie gegen Filesharer führen, dann hast Du Deinen persönlichen Risikofaktor.

So, das war's aber für dieses Jahr. Nächstes Jahr guck ich nochmal.

Mein letztes Samsung-Notebook

Kabelfreak
Das Ergebnis von 3DMark06 auf meinem frisch installierten und gerade reparierten Samsung M50-1860 "Callum""
Das Samsung-Notebook ist aus der "Reparatur" zurück und ich ärgere mich darüber, keine Rechtsschutzversicherung zu besitzen. Dienstleister Teleplan meint, die von mir berichteten Fehler wären nicht zu finden oder träten auch mit anderen Notebooks mit gleicher GPU auf. It's not a bug, it's a feature! Offensichtlich liegt das Problem gar nicht darin, dass jetzt nix mehr funktioniert, sondern darin, dass das Notebook monatelang anstandslos funktionierte.

Als nächstes sollte ich wohl mal im Geizistgeilgeschäft fragen, was die dazu sagen...

Nachtrag, 2. Oktober 2007: Diese Geschichte, die im Juni begann, will kein Ende nehmen. Samsung schreibt mir eine Mail, in der man mir auf meine gezielten Nachfragen folgendes erklärt (ich bitte um Nachsicht für Samsung, in Südkorea kennt man wohl keine Umlaute):
Natuerlich soll das Geraet die Grundfunktionalitaeten mit dem mitgelieferten Betriebssystem bieten. Eine funktionierende 3D-Anwendung soll natuerlich auch zu den Grundfunktionalitaeten zaehlen. Allerdings sind unsere Geraete nicht auf Spiele ausgerichtet, sondern auf Officeanwendungen. Wir koennen nicht garantieren, das Spiele oder andere 3D-Anwendungen fluessig und fehlerfrei laufen da diese oftmals das Koennen der Hardware uebersteigt.

Wir sprechen von einem Notebook, das von Samsung mit "Spielespaß!" und Superlativen wie "höchster Grafikperformance" beworben wird. Aber eigentlich geht es gar nicht darum, dass moderne Spiele auf der Krücke ruckeln, sondern darum, dass Spiele seit Juni permanente Grafikfehler zeigen oder sich die Kiste seit Juni einfach direkt aufhängt, sobald bestimmte Grafikmodi aktiviert werden, nachdem vorher ein Jahr lang alles dufte lief.

Und nachdem mir Samsung-Support-Mitarbeiter wiederholt erklärt haben, dass ich das Problem doch unter Windows mit 3DMark06 demonstrieren solle, meint Samsung jetzt, wo ich das getan hab:
Samsung empfiehlt kein Programm zum Testen der Hardware. Auch das Programm 3D-Mark 06 wird nicht von uns empfohlen da das Notebook nicht die Vorraussetzungen erfuellt um alle Tests dieses Programms anzuzeigen.

Es besteht ein Unterschied ob Sie auf dem Geraet Spiele spielen, wo die Grafikkarte richtig beansprucht wird und das Notebook mit Grafikkarte, Speicher und Prozessor rechnen muss, oder ob Sie reine Officeanwendungen unter Linux nutzen, wo die Grafikkarte auf Sparflamme laeuft und Speicher und Prozessor nicht beansprucht werden.

Das kann ich unterschreiben, dieser Unterschied besteht tatsächlich. Wobei auf meinem Notebook halt seit Juni beides nicht mehr funktioniert. Daskanndochnichtsoschwerzuverstehensein.

Der Samsung-Kundenbetreuer, mit dem ich heute telefonierte, analysierte treffend, dass es sich wohl weniger um ein technisches Problem als eher um ein internes Kommunikationsproblem handele, meinte, dass es wohl keinen Zweck habe, das Notebook noch ein viertes Mal zu Teleplan zu schicken, gab mir unter dem Vorbehalt, keine Rechtsberatung geben zu dürfen, ein paar allgemeine Hinweise zum aktuellen Gewährleistungsrecht und verwies mich an den Händler und die nächste Verbraucherzentrale.

Ich hab mich herzlich dafür bedankt, dass er mich aus der seltsamen Schleife der zirkulären Samsung-Argumentation befreit hat: "Kaufen Sie unser tolles Multimedianotebook mit Nvidia-Grafik!" — "Sie müssen den Fehler mit einer 3D-Anwendung unter Windows demonstrieren." — "3D-Anwendungen unter Windows sind zu anspruchsvoll, um auf diesem Notebook zu laufen" — "Kaufen Sie unser nächstes tolles Multimedianotebook mit Nvidia-Grafik!"

Die im Geizistgeilgeschäft meinten, ich solle halt mal mit dem Notebook, dem Kaufbeleg und den drei Reparaturberichten von Teleplan vorbeikommen, da würde man schon eine Lösung finden. Jetzt müsste die Buchhaltung nur noch die Rechnung rausrücken...

Nachtrag, 10. Oktober 2007: Rechnung ist da, hatte aber noch keine Zeit, in die Stadt zu fahren. Doch zu meiner überraschung erhielt ich heute einen Anruf von einem Samsung-Mitarbeiter, der seltsamerweise erstaunt schien, dass der Fehler immer noch auftritt — Warum ruft er dann überhaupt an? — und mich bat, ihm das Problem nochmal zu beschreiben. Am liebsten wär ich durchs Telefon gekrochen, um ihm an die Gurgel zu gehen. Samsung hat schon ein halbes Dutzend ausführlichster Fehlerbeschreibungen von mir bekommen (u.a. mit genauen Anweisungen, wie die Fehler zu reproduzieren sind), ich hab x-mal mit Samsung telefoniert, wir haben Mails hin- und hergeschickt und ich bin eigentlich überzeugt davon, dass Samsung ein CRM einsetzt, in dem sich all das nachlesen lässt. Der Samsung-Mitarbeiter meinte dann, er würde sich in den Fall reinlesen und veranlassen, dass sich "die Technik" nochmal mit mir in Verbindung setzt. Wer's glaubt.

Nachtrag, 13. Oktober 2007: Seit heute ist das Notebook zum vierten Mal in "Reparatur", diesmal, wie geplant, über's Geizistgeilgeschäft. Der nette und überraschend kompetente Saturn-Mitarbeiter konnte mir allerdings keine Hoffnung machen, mir nach dem absehbaren Fehlschlagen des Reparaturversuchs noch irgendwie helfen zu können. Wenn ich den Kaufpreis von 1800 Euro auf ein Jahr fehlerfreien Betrieb umrechne, komme ich auf 150 Euro pro Monat. Das dürfte, wenn man das Verhältnis zwischen Preis und Dauer der Nutzung betrachtet, die teuerste Hardware sein, die ich jemals besessen habe. Möchte jemand ein unter Windows halbwegs funktionsfähiges Notebook für 500 Euro kaufen?

Nachtrag, 22. November 2007: Das Notebook ist wieder da... und es tut. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mir das peinlich sein muss. Vielleicht war es ja wirklich die ganze Zeit nur ein Treiberproblem. Das würde aber nicht erklären, warum historische Versionen der Treiber nach dem temporären Hitzetod nicht mehr liefen. Vielleicht wurde ein echter Hardwarefehler wirklich beim ersten Service behoben, aber das neue Motherboard hatte ein neues BIOS oder eine neuere Revision irgendeines Chips, mit denen die alten Treiber nicht mehr zurecht kamen... jedenfalls versagen die Open Source-Treiber immer noch, aber die neuste Version der proprietären NVidia-Treiber, die sich unter Ubuntu 7.10 mit drei Mausklicks installieren lassen, taten auf Anhieb (zur Installation von Ubuntu musste ich halt den abgesicherten Grafikmodus, also Vesa 1024x768, bemühen). Feine Sache. Wenn ich mich jetzt nur an die URL erinnern könnte, wo es die aktuellen, inoffiziellen, gepatchten NVidia-Treiber für XP gibt, die sich auch auf dem Notebook installieren lassen...

Die Hardware des 20. Jahrhunders regiert (oder: Früher war alles besser)

Kabelfreak Diese beiden Platten, eine Quantum Sirocco 1,7GB aus dem Juni 1996 und eine Samsung SV0644A mit 6,4GB aus dem Dezember 1998, die beide schon jahrelang im Betrieb waren, laufen nicht nur noch, sie überleben einen destruktiven Schreibtest mit unterschiedlichen Testmustern auch ohne einen einzigen unlesbaren Block zu melden:

Quantum Sirocco 1700

Samsung SV0644A


Und dieses BTX-Telefon, ein Multitel 11 (Fe Ap 90-1.1) aus dem Jahr 1989 mit Orischinool-Posthörnchen, funktioniert nicht nur immer noch einwandfrei, nein, als ich es nach einem Jahrzehnt ohne Strom in Dortmund wieder in Betrieb genommen hab, meinte es lediglich, ich müsse wohl die Uhr neu stellen. Das gesamte Telefonverzeichnis war noch vorhanden — wobei ich den Verdacht hege, dass in unserer schnelllebigen Zeit zahlreiche Nummern zehn bis fünfzehn Jahren nach dem "Einspeichern" nicht mehr aktuell sind.

Multitel 11 der Bundespost


Das Grau des Tastaturfeldes war etwa die Originalfarbe, die Tastatur war durch eine Schablone geschützt, der Rest des Gehäuses ist in all den Jahren unsachgemäßer Lagerung etwas eingegilbt nachgedunkelt. Die Streifen rechts vom Monitor sind die — selbst von einem professionellen Telefondesinfizierer kaum zu entfernenden — Überreste von schwarz-gelb-quergestreiftem Klebeband (nach DIN 4884).

BTX-Funktionalität ist heute ja leider nicht mehr im Angebot, aber dennoch: das ist tatsächlich das Telefon, das ich privat nutze. Obwohl ich vor jeder Rufnummer erst Shift-* drücken muss, um auf Mehrfrequenzwahl umzustellen, wenn ich es beim Wählen eilig hab (und nur dann, die Eumel-TK-Anlage versteht nämlich auch noch die gute, alte Impulswahl).

Die Hardware des 21. Jahrhunderts saugt

Kabelfreak Mein Samsung-Notebook ist zum dritten Mal in Folge im Service bei Teleplan. Beim ersten und zweiten Mal war es nach wenigen Tagen wieder da, der Fehler aber auch. Diesmal ist es schon über zwei Wochen weg und auf Nachfrage wusste der Support bei Samsung nicht zu sagen, warum. Ich soll Ende nächster Woche nochmal anrufen. Vielleicht ist das ja ein gutes Zeichen.

Knifflig wird die Situation dadurch, dass Samsung und ich den Fehler unterschiedlich einschätzen: Samsung meint, es läge an Linux, und wiederholt gebetsmühlenhaft, dass man für Linux keinen Support leisten könne. Mitarbeiter von Samsung und dem mit der Reparatur beauftragten Dienstleister, Teleplan, deuteten sogar an, dass mein Gewährleistungsanspruch durch den Betrieb des Notebooks mit den — natürlich nicht von Samsung autorisierten — NVidia-Treibern für Linux bereits erloschen sein könnte. Das sollen sie mal probieren, da geh ich bis nach Karlsruhe!

Ich stehe natürlich auf dem Standpunkt, dass das Quatsch ist. Der Fehler ist unter Windows (beim WoW-Zocken) zum ersten Mal aufgetreten und ich bin durch alle Reifen gesprungen, die der Samsung-Support für mich angezündet hat: ich hab den Fehler mehrfach unter Windows demonstriert (mit WoW und 3DMark06) und sogar eine Neuinstallation des Notebooks auf mich genommen. Da der Fehler aber unter Windows nur minimale Folgen hat (kleine, aber dauerhafte Grafikfehler in WoW und reproduzierbare Abstürze von 3DMark06), erlaube ich mir dennoch, den Samsung-Support auf die dramatischen Folgen unter Linux hinzuweisen, wo praktisch jeder Versuch, das Notebook in der nativen Auflösung (1440x900) zu betreiben, nur noch zu bildschirmfüllenden Linienmustern führt. Ich argumentiere, dass ich keinen Support für ein Linuxproblem wünsche, sondern Support für einen Hardwarefehler, der unter Linux besonders deutlich sichtbar wird (und z.B. mit Hilfe einer Live-CD von Ubuntu ja auch besonders leicht und schnell zu reproduzieren ist).

Ich versteh ja nicht so ganz, welche Auswirkung die "Modernisierung" des Kaufvertragsrechts auf diese Geschichte hat... "Wandlung" scheint's ja nicht mehr zu geben, bleibt mir wirklich nur die Möglichkeit, zu versuchen, vom Kaufvertrag zurückzutreten und vom Geizistgeilgeschäft einen Teil des Kaufpreises zurückzufordern?

Aber das war ja nicht die einzige Hardware, die rumgezickt hat.

Vor wenigen Wochen starb eine der Maxtor-Platten im RAID5 meiner Datenabstellkammer, etwa ein Jahr, nachdem ich sie als "refurbished" von Maxtor als Ersatz für eine andere abgerauchte Platte bekommen hatte. Ist ja kein Problem, genau darum hat man ja ein RAID. Leider sind die 250GB der Seagate-Ersatzplatte ca. 2GB kleiner als die 250GB der Maxtor-Platten, weshalb ich dann erst mal das Dateisystem und dann das RAID-Device um ein paar GB schrumpfen durfte. Das ging scheinbar alles gut, aber ich hatte mich bei der Berechnung der neuen Größe wohl um ein paar Sektoren vertan. Das fiel aber erst Ende letzter Woche auf, als die nächste Platte abrauchte. Glücklicherweise war das aber keine der RAID-Platten, sondern die Systemplatte der Kiste.

Die IBM Deskstar mit 30GB hatte immerhin sieben Jahre durchgehalten, bevor einer der Köpfe hörbar aufsetzte und dabei ein Geräusch produzierte, mit dem ich inzwischen nur allzu vertraut bin. Die beste Lebensgefährtin von allen reagierte auf die akute Bedrohung ihrer Internetconnectivity, indem sie flugs eine originalverpackte 250GB-Samsung-Platte aus einem ihrer Umzugskartons zog (wir sehen mal darüber hinweg, dass sie das auch schon ein paar Tage vorher bei der RAID-Platte hätte tun können, aber da war die Connectivity ja nicht in Gefahr).

Während der Neuinstallation von Debian auf einer kleinen Partition der Platte wuchs in mir das Bedürfnis nach mehr Platz auf dem bereits fast vollen RAID. Der Plan entstand, das RAID-Device noch etwas weiter zu schrumpfen (auf ca. 240GB pro Platte) und den freien Platz der neuen Platte als vierte Partition in das RAID hängen. Und genau bei diesem Schrumpfvorgang änderte sich der Aggregatzustand der Fäkalien plötzlich von fest zu gasförmig.

resize2fs verwies mich auf e2fsck, aber e2fsck fand das Dateisystem plötzlich nicht mehr so gut. fsck. fsck. fsck. "e2fsck -c" verriet mir schließlich, dass ich am Ende des RAID-Devices irgendwie kaputte Blöcke hatte. Wie gesagt, ich hatte mich wohl beim ersten Schrumpfen des Devices in der Größe vertan und das Ende des Dateisystems hing in der Luft.

Es versteht sich von alleine, dass ich kein vollständiges Backup der Daten auf dem RAID hatte: ich hab nirgendwo sonst genug Plattenplatz am Stück; mit einem funktionierenden Bandlaufwerk kann ich gerade auch nicht dienen; das Brennen von DVDs zur Datensicherung ist mir zu doof; da wo sonst die wichtigen, arbeitsintensiven Teile der Daten in Kopie lagerten, hatte ich erst kürzlich Platz für das Image der Notebook-Platte (s.o.) geschaffen — und, überhaupt, wenn ich ein Backup gehabt hätte, hätte ja eh keine der Platten einen Grund gehabt, abzurauchen.

Ich hatte also reichlich Motivation, das Dateisystem zu retten... und es war eh gerade Wochenende.

Also zog ich die Seagate-Platte, blies das RAID-Device wieder auf, warf zur Sicherheit noch ein fsck -c an und staunte, wie langsam ein RAID5-Device sein kann, wenn es degraded läuft. Diesmal lief fsck aber erfolgreich durch und reparierte den Scheiß, den ich angerichtet hatte. ALL HAIL EXT2FS! Nun konnte ich das Filesystem soweit schrumpfen, dass die vorhandenen Daten gerade so drauf passten — immer noch auf dem degraded laufenden RAID, weshalb das Stunden dauerte — und dann das RAID-Device an die Größe der freien Partition auf der neuen Samsung-Platte anpassen (diesmal mit einem mehr als großzügigen Sicherheitspuffer am Ende der kleinsten Partition). Mit der Samsung-Partition im RAID wartete ich erst mal den Rebuild ab, dann machte ich die Seagate-Partition zum Spare und ließ das RAID von drei auf vier Partitionen umbauen. Schließlich musste das Dateisystem nochmal wachsen, um den neuen Platz auszunutzen. Das Wochenende war rum, aber alles war gut.