Es fällt mir immer leichter, meinen Boykott gegen die großen Medienkonzerne durchzuhalten. Ich bin zum Konsumenten erzogen worden, aber nicht zu blindem Konsum. Man hat mich erzogen, auf das Preis-/Leistungsverhältnis zu achten und dabei auch über versteckte Kosten nachzudenken. Die offenen und versteckten Kosten für die Produkte, die ich in den Regalen der Medien-Abteilung finde, steigen permanent, während die Leistung gleich bleibt oder gar weniger wird.
Wenn ich vor ein paar Jahren eine CD gekauft hab, konnte ich noch allerhand damit machen - heutzutage gibt’s kaum noch CDs, sondern nur noch kopiergeschützte Produkte. DVDs haben eine ähnliche Entwicklung durchgemacht - und auch wenn die Sicherheitsrisiken der verwendeten Kopierschutzverfahren für mich nur theoretisch existieren (ich guck keine DVDs unter Windows, meine Windowskiste ist ausschließlich zum Spielen da), reicht es mir schon, wenn ich mir vor dem Hauptfilm einen nicht-überspringbaren »Raubkopierer«-Spot und dann noch einige »Empfehlungen« ansehen muss, um mich vom Kauf abzuhalten (und weil man das einer DVD im Laden ja nicht ansehen kann, verzichte im Zweifel lieber einmal zu oft).
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Donnerstag, 13. April 2006
Konsum, aber nicht blind
Geschrieben von Marc
in Kabelfreak, Medienjunkie, Schwarzseher
um
16:21
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Montag, 13. Februar 2006
Wertlose Waren in einer digitalen Welt
In der guten alten Zeit glaubten wir noch, dass Computer und Roboter dem Menschen alle Arbeit abnehmen und ein Leben im Überfluss ermöglichen würden. Das mit dem »Arbeit abnehmen« hat für viele ja irgendwie gestimmt – auch wenn wir uns das eigentlich irgendwie anders vorgestellt hatten. Das mit dem »Leben im Überfluss« ist aber auch irgendwie schief gegangen. Klar, Tauschbörsen versorgen uns mit einem Überfluss an Medien, aber treiben uns gleichzeitig in die Kleinkriminalität, weil’s in unserer ach so sozialen Gesellschaft ja verboten ist, mit Freunden oder gar mit Fremden zu teilen. Bei was darf ich meinem Nachbarn noch zur Hand gehen, ohne mich dem Vorwurf der Schwarzarbeit auszusetzen? (Und was hat es zu bedeuten, dass es einen Rechtsexperten braucht, diese rhetorische Frage zu beantworten?)
Früher konnte ich Platten oder CDs, die mir nicht (mehr) gefallen, auf Flohmärkten oder in Gebrauchtplattenläden wieder zu Geld machen. Versuch das heute mal mit Musik, die du bei einem einschlägigen Onlinehändler wie iTunes gekauft hast. Einen gefüllten iPod weiterzugeben ist in den Augen der Musikindustrie strafbar. Bei iTunes eingekaufte Songs lassen sich auf CD schreiben - aber auch nur, weil Apple das ausdrücklich erlaubt. Apple behält sich aber auch das Recht vor, das jederzeit zu ändern. Grund genug, erst mal alle iTunes-Songs auf CD zu sichern, solange es noch geht.
Das ist glücklicherweise ein Problem, das ich nicht habe: ich würde nie für ein DRM-verkrüppeltes Medium bezahlen. Ich hol mir jeden Monat ein paar CDs im Abo bei emusic (mir wären Ogg Vorbis-Dateien lieber als MP3s, aber Hauptsache kein DRM).
Nachtrag, 16. Februar 2006: Heise berichtet, dass es in den Augen der US-Musikindustrie kein »Fair Use« ist, wenn der Käufer einer CD die Musikstücke darauf auf seinen (!) MP3-Player kopiert. Und sie glauben vermutlich wirklich, dass man dem Consumer zumuten kann, Musik, die er zuhause, im Auto und beim Joggen hören will, dreimal zu kaufen. Wenn ich auf den Mainstream-Müll angewiesen wäre, was ich nicht bin, wäre das ja wieder ein Grund mehr für mich, ihn mir herzueseln statt ihn zu kaufen.
Nachtrag, 11. März 2006: Frankreich hat eine historische Chance verpasst. Schade.
Nachtrag, 11. Mai 2006: Frankreich hat eine weitere, wenn auch nicht ganz so historische Chance verpasst. Wieder schade. Ich könnte wetten, dass das Ergebnis einer Volksabstimmung anders ausgesehen hätte.
Nachtrag, 7. November 2007: Die amerikanische Baseball-Liga verhökert auf ihrer Website Videos von Baseballspielen. Jetzt hat sie ihren DRM-Anbieter gewechselt. Seither können die Kunden ihre Videos, die sie vor dem Wechsel erworben haben, nicht mehr abspielen. Mwahahahahahahaha. (via BoingBoing)
Früher konnte ich Platten oder CDs, die mir nicht (mehr) gefallen, auf Flohmärkten oder in Gebrauchtplattenläden wieder zu Geld machen. Versuch das heute mal mit Musik, die du bei einem einschlägigen Onlinehändler wie iTunes gekauft hast. Einen gefüllten iPod weiterzugeben ist in den Augen der Musikindustrie strafbar. Bei iTunes eingekaufte Songs lassen sich auf CD schreiben - aber auch nur, weil Apple das ausdrücklich erlaubt. Apple behält sich aber auch das Recht vor, das jederzeit zu ändern. Grund genug, erst mal alle iTunes-Songs auf CD zu sichern, solange es noch geht.
Das ist glücklicherweise ein Problem, das ich nicht habe: ich würde nie für ein DRM-verkrüppeltes Medium bezahlen. Ich hol mir jeden Monat ein paar CDs im Abo bei emusic (mir wären Ogg Vorbis-Dateien lieber als MP3s, aber Hauptsache kein DRM).
Nachtrag, 16. Februar 2006: Heise berichtet, dass es in den Augen der US-Musikindustrie kein »Fair Use« ist, wenn der Käufer einer CD die Musikstücke darauf auf seinen (!) MP3-Player kopiert. Und sie glauben vermutlich wirklich, dass man dem Consumer zumuten kann, Musik, die er zuhause, im Auto und beim Joggen hören will, dreimal zu kaufen. Wenn ich auf den Mainstream-Müll angewiesen wäre, was ich nicht bin, wäre das ja wieder ein Grund mehr für mich, ihn mir herzueseln statt ihn zu kaufen.
Nachtrag, 11. März 2006: Frankreich hat eine historische Chance verpasst. Schade.
Nachtrag, 11. Mai 2006: Frankreich hat eine weitere, wenn auch nicht ganz so historische Chance verpasst. Wieder schade. Ich könnte wetten, dass das Ergebnis einer Volksabstimmung anders ausgesehen hätte.
Nachtrag, 7. November 2007: Die amerikanische Baseball-Liga verhökert auf ihrer Website Videos von Baseballspielen. Jetzt hat sie ihren DRM-Anbieter gewechselt. Seither können die Kunden ihre Videos, die sie vor dem Wechsel erworben haben, nicht mehr abspielen. Mwahahahahahahaha. (via BoingBoing)
Geschrieben von Marc
in Kabelfreak, Medienjunkie, Schwarzseher
um
17:41
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Montag, 25. April 2005
Boykott und Privatkopie
Statt meines Gefasels solltest du lieber das hier lesen. Und danach vielleicht mein Gefasel.
Ich bin nicht allein mit meiner Aufruf zum Boykott der dicken Konzerne der Unterhaltungsindustrie. P2PUnite.net ruft für die laufende Woche zur Kaufverweigerung auf. Im Gegensatz zu meinem privaten Kleinstboykott, der meinen Trotz befriedigen und mein Gewissen beruhigen soll, geht es P2PUnite aber tatsächlich darum, den Konzernen einen spürbaren Stich zu versetzen, ihnen einen Schuss vor den Bug zu geben. Ich hab keine prominente Erwähnung des Boykotts bei großen Newssites gesehen, das Ergebnis wird wohl eher mager ausfallen. Aber einen Versuch ist es wert.
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Ich bin nicht allein mit meiner Aufruf zum Boykott der dicken Konzerne der Unterhaltungsindustrie. P2PUnite.net ruft für die laufende Woche zur Kaufverweigerung auf. Im Gegensatz zu meinem privaten Kleinstboykott, der meinen Trotz befriedigen und mein Gewissen beruhigen soll, geht es P2PUnite aber tatsächlich darum, den Konzernen einen spürbaren Stich zu versetzen, ihnen einen Schuss vor den Bug zu geben. Ich hab keine prominente Erwähnung des Boykotts bei großen Newssites gesehen, das Ergebnis wird wohl eher mager ausfallen. Aber einen Versuch ist es wert.
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Geschrieben von Marc
in Kabelfreak, Medienjunkie, Schwarzseher
um
23:55
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Dienstag, 12. April 2005
Die Erfolge der Musikindustrie
Vor wenigen Tagen schrieb ich über die Konzerne der Unterhaltungsindustrie, dass sie »behaupten, dass es ihnen nur um gewerbliche Piraten gehe (...). Man muss sich aber nur die aktuelle Werbekampagne ansehen, um zu realisieren, an wen die sich wendet, wer da eingeschüchtert werden soll — und wer langfristig auch die Opfer der Prozesswellen sein werden.«
Heute berichtet Heise über eine Erfolgsmeldung der Musikindustrie: illegale Musikdownloads seien um etwa ein Drittel zurückgegangen (vgl. auch »Neue Märchen der Musikindustrie«) dafür gibt es eine deutliche Steigerung in einem anderen Bereich:
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Heute berichtet Heise über eine Erfolgsmeldung der Musikindustrie: illegale Musikdownloads seien um etwa ein Drittel zurückgegangen (vgl. auch »Neue Märchen der Musikindustrie«) dafür gibt es eine deutliche Steigerung in einem anderen Bereich:
Die Gesamtzahl der Fälle sei damit seit den ersten im März 2004 eingeleiteten Verfahren auf 569 gestiegen. Im internationalen Vergleich seien nach den USA in Deutschland die meisten Verfahren eingeleitet worden. »Die Verdächtigen sind zwischen 16 und 65 Jahren alt. Es handelt sich um Lehrer, Mediziner, Auszubildende, Mechaniker – sogar ein Richter ist darunter«, teilt die deutsche Sektion der IFPI mit. Die Beschuldigten hätten zwischen 1200 und 15.000 Euro Schadensersatz gezahlt, im Durchschnitt rund 4000 Euro.
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Geschrieben von Marc
in Kabelfreak, Medienjunkie, Schwarzseher
um
15:34
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Tags für diesen Artikel: DRM, Konsumverweigerung, Kopierschutz, Musik, P2P, Propaganda, proprietäre Dateiformate
Freitag, 8. April 2005
Linkverzeichnis aus Kostengründen eingestellt, DVD-Boykott gestartet
Ein Münchner Gericht hat entschieden, so deute ich als Nichtjurist das zumindest, dass der Betreiber einer Website belangt werden kann, wenn er auf Seiten verlinkt, von denen aus »mit wenigen Klicks« Inhalte oder Programme erreichbar sind, die möglicherweise die Rechte Dritter verletzen. Ich kann nicht sicher stellen, dass das bei allen Links in meinem Linkverzeichnis zu jedem beliebigen Zeitpunkt der Fall ist – so habe ich z.B. keinen Einfluss darauf, welche Produkte von den Sites aus z.B. per Bannerwerbung erreichbar sind – und habe keine Lust, im Falle eines Falles einen Rechtsanwalt oder gar die Musikindustrie dafür zu bezahlen, dass ich meine private Linkliste ins Netz gestellt habe.
Ich räume ein, dass die überraschende Popularität der Bittorrent-Linkliste bei der Sperrung des Linkverzeichnisses für »anonyme« Besucher eine Rolle gespielt hat. Aber, hey, Torrent-Sites sind doch auch schnell ergoogelt (»ergooglet«?) – Heise berichtet, es sei in der Einschätzung des Gerichtes »nicht relevant, dass die Leser das Produkt auch über eine Suchmaschine finden könnten. Durch das Setzen des Links werde das Auffinden ‘um ein Vielfaches bequemer gemacht’ und damit die Gefahr von Rechtsgutverletzungen erheblich erhöht.«
Ich hab zur Zeit so ‘ne Phase, in der ich mich mit US-amerikanischen Dissidenten (wie z.B. Noam Chomsky) beschäftige. In deren Mindset hab ich gerade wieder ein bisschen meiner persönlichen Freiheit an die Konzerne abgegeben. Wie kann ich mich dafür bloß revanchieren? Ich kaufe ja bereits keine Musik mehr von den großen Konzernen, weil mich der Kopierschutz ankotzt. Wenn ich ehrlich bin, kaufe ich dafür um so mehr Filme und Serien auf (ebenfalls kopiergeschützten) DVDs, ohne dabei großartig darauf zu achten, welches Studio, welcher Konzern mein Geld bekommt. Das muss ich ändern.
Auf meine Hassliste müssen die dicken Konzerne, die sich gerade mit Heise angelegt haben. Wenn die die schlechte PR nicht scheuen, die es bringt, die freie Presse zu verklagen, ist es ihnen auch egal, wenn das Ziel ihrer Angriffe Privatleute werden.
Sie senden ja jetzt schon widersprüchliche Signale: zum einen behaupten sie, dass es ihnen nur um gewerbliche Piraten gehe, wenn sie fordern, dass die Verletzer von Urheberrechten zusätzlich zu den zivilrechtlichen Konsequenzen auch mit den Mitteln des Strafrechts belangt werden sollen, sprich: wir Steuerzahler sollen dafür aufkommen, die Interessen der multinationalen Konzerne der Musik- und Filmindustrie zu schützen... äh, wie bitte? Man muss sich aber nur die aktuelle Werbekampagne ansehen, um zu realisieren, an wen die sich wendet, wer da eingeschüchtert werden soll – und wer langfristig auch die Opfer der Prozesswellen sein werden.
Bertelsmann & Sony (Platz 123 der Forbes Global 2000)
EMI (hängt zusammen mit Virgin und Capitol, Platz 1901 der Forbes Global 2000)
NBC Universal (Universal, Vivendi, Platz 454)
Time Warner (Platz 51)
Dazu natürlich alles, woran Rupert Murdoch verdient:
Fox (News Corp, Platz 125)
Und andere Konzerne, die ungesund groß sind:
Disney (Platz 99)
Viacom (Platz 448)
Hmmm. Da bleibt nicht viel übrig. Mal schauen, von den letzten fünf DVDs, die ich bestellt habe, waren zwei von der BBC, die gehen klar. Eine politische Dokumentation von Mongrel Media ist wohl auch okay. Aber »Spun« ist von Columbia und die gehören zu Sony, »Tucker« ist von Paramount und die gehören zu Viacom. Von sowas lasse ich künftig die Finger. Das bisschen Mainstream, »um das man nicht herum kommt,« kriege ich notfalls auch aus dem Fernsehen oder den Sammlungen von Freunden und Bekannten.
Vielleicht bezahle ich auch mal für ‘ne Ausnahme-DVD, da will ich nicht dogmatisch werden. Aber wenn ich mir überlege, wieviele meiner DVDs ich auch gekauft hätte, wenn ich mir dabei jedesmal bewusst gemacht hätte, dass ich damit einen Konzern finanziere, der mich als Gegner sieht und mich zu seinen Gunsten möglichst vieler Freiheiten berauben will, sehe ich dramatische Umsatzeinbrüche auf die Filmindustrie zukommen. Ja, nee, is nur Spaß. Wir reden zwar schon von ein paar hundert DVDs, die ich vermutlich nicht gekauft hätte... aber mir ist wohl bewusst, dass das der Filmindustrie am Arsch vorbei geht. Die Musikindustrie schert sich ja auch nicht um meinen Boykott, aber wenigstens muss ich mir in zwanzig Jahren nicht vorwerfen, das System, das unsere Gesellschaft spaltet und zerstört, auch noch bis zum Schluss finanziert zu haben. Dafür verzichte ich doch gerne auf die Anschaffung einer PSP (und einer ganzen Reihe von Spielen – Fuck you, Sony). Und meine PS2 braucht jetzt dringend einen Modchip.
Dass WIR paranoid sind, heißt nicht, dass SIE nicht hinter UNS her sind.
Ich räume ein, dass die überraschende Popularität der Bittorrent-Linkliste bei der Sperrung des Linkverzeichnisses für »anonyme« Besucher eine Rolle gespielt hat. Aber, hey, Torrent-Sites sind doch auch schnell ergoogelt (»ergooglet«?) – Heise berichtet, es sei in der Einschätzung des Gerichtes »nicht relevant, dass die Leser das Produkt auch über eine Suchmaschine finden könnten. Durch das Setzen des Links werde das Auffinden ‘um ein Vielfaches bequemer gemacht’ und damit die Gefahr von Rechtsgutverletzungen erheblich erhöht.«
Ich hab zur Zeit so ‘ne Phase, in der ich mich mit US-amerikanischen Dissidenten (wie z.B. Noam Chomsky) beschäftige. In deren Mindset hab ich gerade wieder ein bisschen meiner persönlichen Freiheit an die Konzerne abgegeben. Wie kann ich mich dafür bloß revanchieren? Ich kaufe ja bereits keine Musik mehr von den großen Konzernen, weil mich der Kopierschutz ankotzt. Wenn ich ehrlich bin, kaufe ich dafür um so mehr Filme und Serien auf (ebenfalls kopiergeschützten) DVDs, ohne dabei großartig darauf zu achten, welches Studio, welcher Konzern mein Geld bekommt. Das muss ich ändern.
Auf meine Hassliste müssen die dicken Konzerne, die sich gerade mit Heise angelegt haben. Wenn die die schlechte PR nicht scheuen, die es bringt, die freie Presse zu verklagen, ist es ihnen auch egal, wenn das Ziel ihrer Angriffe Privatleute werden.
Sie senden ja jetzt schon widersprüchliche Signale: zum einen behaupten sie, dass es ihnen nur um gewerbliche Piraten gehe, wenn sie fordern, dass die Verletzer von Urheberrechten zusätzlich zu den zivilrechtlichen Konsequenzen auch mit den Mitteln des Strafrechts belangt werden sollen, sprich: wir Steuerzahler sollen dafür aufkommen, die Interessen der multinationalen Konzerne der Musik- und Filmindustrie zu schützen... äh, wie bitte? Man muss sich aber nur die aktuelle Werbekampagne ansehen, um zu realisieren, an wen die sich wendet, wer da eingeschüchtert werden soll – und wer langfristig auch die Opfer der Prozesswellen sein werden.
Bertelsmann & Sony (Platz 123 der Forbes Global 2000)
EMI (hängt zusammen mit Virgin und Capitol, Platz 1901 der Forbes Global 2000)
NBC Universal (Universal, Vivendi, Platz 454)
Time Warner (Platz 51)
Dazu natürlich alles, woran Rupert Murdoch verdient:
Fox (News Corp, Platz 125)
Und andere Konzerne, die ungesund groß sind:
Disney (Platz 99)
Viacom (Platz 448)
Hmmm. Da bleibt nicht viel übrig. Mal schauen, von den letzten fünf DVDs, die ich bestellt habe, waren zwei von der BBC, die gehen klar. Eine politische Dokumentation von Mongrel Media ist wohl auch okay. Aber »Spun« ist von Columbia und die gehören zu Sony, »Tucker« ist von Paramount und die gehören zu Viacom. Von sowas lasse ich künftig die Finger. Das bisschen Mainstream, »um das man nicht herum kommt,« kriege ich notfalls auch aus dem Fernsehen oder den Sammlungen von Freunden und Bekannten.
Vielleicht bezahle ich auch mal für ‘ne Ausnahme-DVD, da will ich nicht dogmatisch werden. Aber wenn ich mir überlege, wieviele meiner DVDs ich auch gekauft hätte, wenn ich mir dabei jedesmal bewusst gemacht hätte, dass ich damit einen Konzern finanziere, der mich als Gegner sieht und mich zu seinen Gunsten möglichst vieler Freiheiten berauben will, sehe ich dramatische Umsatzeinbrüche auf die Filmindustrie zukommen. Ja, nee, is nur Spaß. Wir reden zwar schon von ein paar hundert DVDs, die ich vermutlich nicht gekauft hätte... aber mir ist wohl bewusst, dass das der Filmindustrie am Arsch vorbei geht. Die Musikindustrie schert sich ja auch nicht um meinen Boykott, aber wenigstens muss ich mir in zwanzig Jahren nicht vorwerfen, das System, das unsere Gesellschaft spaltet und zerstört, auch noch bis zum Schluss finanziert zu haben. Dafür verzichte ich doch gerne auf die Anschaffung einer PSP (und einer ganzen Reihe von Spielen – Fuck you, Sony). Und meine PS2 braucht jetzt dringend einen Modchip.
Dass WIR paranoid sind, heißt nicht, dass SIE nicht hinter UNS her sind.
Geschrieben von Marc
in Kabelfreak, Medienjunkie, Schwarzseher
um
17:06
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Tags für diesen Artikel: Bertelsmann, DVD, Filme, Kapitalismus, Konsumverweigerung, Kopierschutz, Medien, Musik, P2P, Politik
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