Döner Kebab und Gyros Pita gehören seit Jahren zu meinen Grundnahrungsmitteln und, egal wo ich wohne, ich sorge dafür, dass ich eine Quelle in Reichweite habe. Anfang des Jahres bin ich von Oberhausen nach Krefeld gezogen, genauer: nach Fischeln, um dort einem mürrischen Griechen zu begegnen.
Als ich zum ersten Mal in seinem Grill für mein leibliches Wohl sorgte, beging ich die Todsünde, außer einer Gyros Pita eine Gemüsefrikadelle aus der Auslage zu bestellen. Während er sie zubereitete, ließen seine Gesichtszüge keinen Zweifel an seiner Missbilligung meiner Wahl. Er begann zu erklären, dass er stolz auf das sei, was er hier selbst zubereite, aber diese Gemüsefrikadelle, diese ganzen Tiefkühlwaren, die verkaufe er nur, da sei er nicht mit dem Herzen dabei. Und bei diesen Worten schlug er sich mit der Faust mehrere Male vor die Brust.
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Samstag, 16. Juni 2001
Mit dem Herzen (und dem Magen) dabei
Geschrieben von Marc
in Schwarzseher
um
23:03
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Tags für diesen Artikel: Gesundheit, Lebensmittel
Donnerstag, 27. Juli 2000
Meine Generation und die Lebensmittel
Du hast Sunkist noch aus unpraktischen Pyramiden genossen. Du kennst noch Treets-Schokoklicker und Bonito (die mit den Gesichtern), Ahoi Brause und den Zauberriegel Caramac. Du hattest täglich Jolly, Berry (billig), Grünofant, Cola Pop oder Brauner Bär und dieses Eis in dem kegelförmigen Becher mit einem Kaugummi in der Spitze (Ballaballa) auf dem Speiseplan. Eis am Stiel gab es oft mit den bunten, durchlöcherten Plastikstielen, die man zu riesigen Raumschiffen zusammenstecken konnte. Du kennst den Nuss-Nougat-Brotaufstrich »Kaptain Nuss« noch - und wer zu faul zum Streichen war, hat sich die Eszet-Schnitten auf’s Brot gelegt und die Lücken, wo die Butter durchschien, kunstvoll mit am Rand abgebrochenen Schokoladentafelsplittern ausgefüllt.
Du weißt, dass Coca Cola besser geschmeckt hat, bevor das Rezept geändert wurde. Das gilt auch für die Fanta vor dem »neuen Orangengeschmack«. Du kannst dich an Coladosen aus deutlich dickerem Blech erinnern, mit Abreisslaschen. Das Coca-Cola-Jojo war wesentlich cooler als das Fanta-Jojo. Du kennst noch die limitierten bunten Sammeldosen von Cherry Coke, die anschließend jahrelang auf deinem Schrank gestanden haben.
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Du weißt, dass Coca Cola besser geschmeckt hat, bevor das Rezept geändert wurde. Das gilt auch für die Fanta vor dem »neuen Orangengeschmack«. Du kannst dich an Coladosen aus deutlich dickerem Blech erinnern, mit Abreisslaschen. Das Coca-Cola-Jojo war wesentlich cooler als das Fanta-Jojo. Du kennst noch die limitierten bunten Sammeldosen von Cherry Coke, die anschließend jahrelang auf deinem Schrank gestanden haben.
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Mittwoch, 23. November 1994
Zucker als Droge
Zuckermissbrauch ist gewiss die am wenigsten erörterte und die am weitesten verbreitete Abhängigkeit. Und er gehört gewiss zu den Gewohnheiten, von denen man nur schwer wieder lassen kann. Zuckerabhängige können Dauerkonsumenten oder Heißhunger-Esser sein. Die schlimmsten Auswirkungen erkennt man bei Bulimikern, die überzuckertes Essen verschlingen und sich danach zum Erbrechen reizen oder Abführmittel zu sich nehmen, damit sie noch mehr Zucker essen können. [...] Wie bei allen Stimulanzien folgt der Einnahme von Zucker eine kurze euphorische Phase (»rush«), die wiederum in Depression und Schuldgefühle endet. Zuckerabhängigkeit tritt meist nicht als Einzelsyndrom auf; Mehrfachabhängigkeiten — z.B. von Zucker und Koffein — finden sich häufig.
Zuckermißbrauch geht mit mehreren negativen Verhaltensmustern einher, wie allgemein bei einer Drogensucht. Einige Abhängige nehmen Diätpillen, um ihre starke Gewichtszunahme unter Kontrolle zu bringen, und danach Beruhigungsmittel, um die durch die Diätpillen erzeugte Nervosität zu lindern. Zuckermissbrauch endet oft in schwerem Alkoholmißbrauch. Eindeutige Zusammenhänge zwischen hohem Zucker- und übermäßigem Alkoholkonsum außerhalb der Mahlzeiten sind nachweisbar. Nach Alkohol und Tabak ist Zucker die schädlichste von Menschen eingenommene Suchtsubstanz. Unkontrollierter Gebrauch kann zu gravierenden chemischen Abhängigkeiten führen.
Aber man kann ja Zähneputzen...
Es dauert 45 Minuten, bis der Zucker im Mund restlos verdaut ist. In dieser Zeit greift er, verwandelt in Säure, die Schmelzoberfläche an. Der Angriff wird zur Dauerattacke, wenn man mehrmals am Tag etwas Süßes schleckt. Beste Vorbeugung von Karies und Zahnfleischerkrankungen ist — auf Süßes verzichten.
Nachdem die Entmineralisierungskampagne im Mund abgeschlossen ist, wirkt der Zucker im Magen weiter, dort unterstützt er eine interne Pilzzucht.
Wer seinen Pilz liebt, gibt ihm Zucker, Zuckersüßes, vor allem Traubenzucker und Fruchtzucker, Zucker in Obstsäften, Limonaden oder roter Grütze. Der Pilz mit seiner ganzen Brut wird es ihm danken mit üppiger Vermehrung, mit der Produktion von Alkohol, Gas und Blähbauch. Der Pilz »Candida albicans« kann im Darm Zucker in minderwertigen oder sogar giftigen Alkohol, sogenannten Fusel, verwandeln. Hoher Zuckerkonsum kann so zu Leberbelastungen führen.
Raffinierter Zucker wirkt tödlich, wenn er dem menschlichen Körper allein zugesetzt wird, denn er versorgt uns lediglich mit sogenannten leeren oder nackten Kalorien. Zusätzlich ist Zucker schlimmer als gar nichts, denn er zehrt den Körper aus, verbraucht lebenswichtige Vitamine und Mineralien bei der Verdauung und Detoxifikation.
Vor allem wird uns das Kalzium aus den Knochen (und Zähnen) gezogen, aber auch Salze und Magnesium werden bei der Zuckerverdauung mißbraucht. Dauerkonsum von Zucker zieht uns auch die letzten Mineralien aus den Körpervorräten.
Exzessiver Zuckergebrauch betrifft früher oder später alle Körperorgane. Glucose wird eigentlich in der Leber gespeichert. Da diese aber nur eine begrenzte Aufnahmekapazität hat, läßt ein überdurchschnittlicher Zuckerverbrauch sie wie einen Ballon anschwellen.
Nein, sagt die Zuckerindustrie, von Zucker gehen keine Zähne kaputt. Karies entstehe nur, wenn man sich nach dem Zuckergenuß die Zähne nicht putze.
Da drängen sich Fragen auf: Warum liefert die Zuckerindustrie nicht gleich Zahnbürsten beim Verkauf ihrer süßen Zahnbomben mit? Und: Warum ist eigentlich Heroin nicht legal? Zum einen schädigt es den Körper überhaupt nicht, und zum anderen braucht man nicht einmal Zahnbürsten... Ist deshalb Heroin unschädlicher als Zucker? Think about it!
Zucker im Tabak
Alle möglichen Lebensmittel sind heute mit einer Deklaration ihrer Inhaltsstoffe versehen. Selbst auf Tabakpackungen liest man inzwischen Hinweise auf Teer und Nikotin. Aber nach wie vor wird vieles verschwiegen. So berichtete die »Medical World News« schon 1973, daß im Durchschnitt den Zigarettentabaken 5%, den Zigarren bis zu 20% und dem Pfeifentabak bis zu 40% Zucker, meist in Form von Melasse, untergejubelt wird. So ist es nicht nur der Tabakgeruch, der Nichtpfeifenrauchern so stinkt; der abgefackelte Zucker verbreitet diesen penetranten Geruch.
Das BBC-TV berichtete schon 1972, daß der Zuckergehalt wahrscheinlich eine Hauptquelle für Lungenkrebs sei. Die Statistiken des Lungenkrebs-Vorkommens in Gebieten mit gesüßtem und ungesüßtem Tabak wiesen gravierende Ergebnisse auf. Die Krebsgefahr wurde auch nikotinschwachen Zigaretten zugeschrieben, so sie mit Zucker und Chemikalien »gesosst« wurden.
Ein britischer Tabakexperte, Dr. Passey, kam bei seinen Untersuchungen zu folgendem Ergebnis:
"Die Männer in England und Wales sind auf der Welt am anfälligsten für Lungenkrebs. Britische Zigaretten haben den höchsten Zuckergehalt der Welt, süße 17 Prozent.
Die Franzosen rauchen zwar ca. 70% mehr Zigaretten, ihr Lungenkrebs-Vorkommen beträgt aber nur zwei Drittel der Vorkommen in England. Französische Zigaretten haben einen Zuckeranteil von 2%. In Rußland, China, Formosa und anderen Ländern, in denen der Tabak noch nach alter Sitte luftgetrocknet wird und man ohne jeglichen Zuckerzusatz arbeitet, kann man bislang keinen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und Lungenkrebs finden."
Nicht nur Geschmack und Farbe werden durch Zucker beeinflußt, auch das Brennverhalten. Französische Zigaretten erlöschen, wenn man nicht permanent daran pafft und sie einfach am Aschenbecher ablegt. Das liegt auch am konsumentenfreundlicheren Zigarettenpapier.
Alle Zitate mit Genehmigung des Verlags aus:
Terence McKenna / Werner Pieper
Die süßeste Sucht - Ist Zucker eine Killerdroge?
Der Grüne Zweig 163
[Das waren zwei meiner Usenet-Postings nach de.alt.drogen, vom 23. November 1994 und vom 12. August 1995, nachträglich wikipedifiziert.]
Zuckermißbrauch geht mit mehreren negativen Verhaltensmustern einher, wie allgemein bei einer Drogensucht. Einige Abhängige nehmen Diätpillen, um ihre starke Gewichtszunahme unter Kontrolle zu bringen, und danach Beruhigungsmittel, um die durch die Diätpillen erzeugte Nervosität zu lindern. Zuckermissbrauch endet oft in schwerem Alkoholmißbrauch. Eindeutige Zusammenhänge zwischen hohem Zucker- und übermäßigem Alkoholkonsum außerhalb der Mahlzeiten sind nachweisbar. Nach Alkohol und Tabak ist Zucker die schädlichste von Menschen eingenommene Suchtsubstanz. Unkontrollierter Gebrauch kann zu gravierenden chemischen Abhängigkeiten führen.
Aber man kann ja Zähneputzen...
Es dauert 45 Minuten, bis der Zucker im Mund restlos verdaut ist. In dieser Zeit greift er, verwandelt in Säure, die Schmelzoberfläche an. Der Angriff wird zur Dauerattacke, wenn man mehrmals am Tag etwas Süßes schleckt. Beste Vorbeugung von Karies und Zahnfleischerkrankungen ist — auf Süßes verzichten.
Nachdem die Entmineralisierungskampagne im Mund abgeschlossen ist, wirkt der Zucker im Magen weiter, dort unterstützt er eine interne Pilzzucht.
Wer seinen Pilz liebt, gibt ihm Zucker, Zuckersüßes, vor allem Traubenzucker und Fruchtzucker, Zucker in Obstsäften, Limonaden oder roter Grütze. Der Pilz mit seiner ganzen Brut wird es ihm danken mit üppiger Vermehrung, mit der Produktion von Alkohol, Gas und Blähbauch. Der Pilz »Candida albicans« kann im Darm Zucker in minderwertigen oder sogar giftigen Alkohol, sogenannten Fusel, verwandeln. Hoher Zuckerkonsum kann so zu Leberbelastungen führen.
Raffinierter Zucker wirkt tödlich, wenn er dem menschlichen Körper allein zugesetzt wird, denn er versorgt uns lediglich mit sogenannten leeren oder nackten Kalorien. Zusätzlich ist Zucker schlimmer als gar nichts, denn er zehrt den Körper aus, verbraucht lebenswichtige Vitamine und Mineralien bei der Verdauung und Detoxifikation.
Vor allem wird uns das Kalzium aus den Knochen (und Zähnen) gezogen, aber auch Salze und Magnesium werden bei der Zuckerverdauung mißbraucht. Dauerkonsum von Zucker zieht uns auch die letzten Mineralien aus den Körpervorräten.
Exzessiver Zuckergebrauch betrifft früher oder später alle Körperorgane. Glucose wird eigentlich in der Leber gespeichert. Da diese aber nur eine begrenzte Aufnahmekapazität hat, läßt ein überdurchschnittlicher Zuckerverbrauch sie wie einen Ballon anschwellen.
Ich habe eine Umfrage durchgeführt. Jede junge zuckersüchtige Frau, mit der ich geredet habe, vertraute mir dasselbe an: Sie kenne keine - und habe sie nie gekannt - normale Menstruation. Ihre Perioden sind geprägt von Schmerzen, Krämpfen oder zumindest extremen Unannehmlichkeiten. [...] Haben Sie Sommersprossen? Falls dem so ist, stehen die Chancen nicht schlecht, daß sie ein großer Zuckerschlecker sind. Wenn Sie mit dem Zuckergenuß aufhören, werden Sie nach einem Jahr eine große Veränderung im Sonnenverhalten Ihrer Haut bemerken... (William Dufty: Sugar Blues)
Nein, sagt die Zuckerindustrie, von Zucker gehen keine Zähne kaputt. Karies entstehe nur, wenn man sich nach dem Zuckergenuß die Zähne nicht putze.
Da drängen sich Fragen auf: Warum liefert die Zuckerindustrie nicht gleich Zahnbürsten beim Verkauf ihrer süßen Zahnbomben mit? Und: Warum ist eigentlich Heroin nicht legal? Zum einen schädigt es den Körper überhaupt nicht, und zum anderen braucht man nicht einmal Zahnbürsten... Ist deshalb Heroin unschädlicher als Zucker? Think about it!
Zucker im Tabak
Alle möglichen Lebensmittel sind heute mit einer Deklaration ihrer Inhaltsstoffe versehen. Selbst auf Tabakpackungen liest man inzwischen Hinweise auf Teer und Nikotin. Aber nach wie vor wird vieles verschwiegen. So berichtete die »Medical World News« schon 1973, daß im Durchschnitt den Zigarettentabaken 5%, den Zigarren bis zu 20% und dem Pfeifentabak bis zu 40% Zucker, meist in Form von Melasse, untergejubelt wird. So ist es nicht nur der Tabakgeruch, der Nichtpfeifenrauchern so stinkt; der abgefackelte Zucker verbreitet diesen penetranten Geruch.
Das BBC-TV berichtete schon 1972, daß der Zuckergehalt wahrscheinlich eine Hauptquelle für Lungenkrebs sei. Die Statistiken des Lungenkrebs-Vorkommens in Gebieten mit gesüßtem und ungesüßtem Tabak wiesen gravierende Ergebnisse auf. Die Krebsgefahr wurde auch nikotinschwachen Zigaretten zugeschrieben, so sie mit Zucker und Chemikalien »gesosst« wurden.
Ein britischer Tabakexperte, Dr. Passey, kam bei seinen Untersuchungen zu folgendem Ergebnis:
"Die Männer in England und Wales sind auf der Welt am anfälligsten für Lungenkrebs. Britische Zigaretten haben den höchsten Zuckergehalt der Welt, süße 17 Prozent.
Die Franzosen rauchen zwar ca. 70% mehr Zigaretten, ihr Lungenkrebs-Vorkommen beträgt aber nur zwei Drittel der Vorkommen in England. Französische Zigaretten haben einen Zuckeranteil von 2%. In Rußland, China, Formosa und anderen Ländern, in denen der Tabak noch nach alter Sitte luftgetrocknet wird und man ohne jeglichen Zuckerzusatz arbeitet, kann man bislang keinen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und Lungenkrebs finden."
Nicht nur Geschmack und Farbe werden durch Zucker beeinflußt, auch das Brennverhalten. Französische Zigaretten erlöschen, wenn man nicht permanent daran pafft und sie einfach am Aschenbecher ablegt. Das liegt auch am konsumentenfreundlicheren Zigarettenpapier.
Alle Zitate mit Genehmigung des Verlags aus:
Terence McKenna / Werner Pieper
Die süßeste Sucht - Ist Zucker eine Killerdroge?
Der Grüne Zweig 163
[Das waren zwei meiner Usenet-Postings nach de.alt.drogen, vom 23. November 1994 und vom 12. August 1995, nachträglich wikipedifiziert.]
Geschrieben von Marc
in Lustmensch, Schwarzseher
um
10:35
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