Ein Kollege hatte mir ein interessantes Angebot weitergeleitet: ein kleiner Netgear-GE-Switch zu einem, dank mitgeliefertem Gutschein-Code, sehr attraktiven Preis. Ich hab bestellt.
Am folgenden Tag bekam ich eine Mail, die mich — ohne jede Erläuterung — darüber informierte, dass die Gutschrift storniert worden sei.
Ich hab meine Bestellung dann natürlich komplett storniert. Mein gleichzeitig geäußerter Wunsch, dass meine Adressdaten aus den Datenbanken des Lieferanten gelöscht werden sollen, wurde ignoriert. Meinen Account im Webshop könne ich selbst »deaktivieren«, wurde mir geantwortet. Ich hab daraufhin auf §35 BDSG verwiesen: schließlich ist offensichtlich kein Kaufvertrag zustande gekommen, sonst hätte der Lieferant die Bestellung ja nicht nachträglich und einseitig zu seinen Gunsten ändern können. Es gibt also keinen Grund, warum die Firma weiterhin über meine Daten verfügen können sollte, weder im Webshop noch in der Fibu. Genügt der Hinweis auf das Bundesdatenschutzgesetz noch nicht, werde ich in Erwägung ziehen, mich an meinen Datenschutzbeauftragten zu wenden.
Nur mal so als Hinweis… hätte die Stornierung der Gutschrift eine erläuternde, entschuldigende Formulierung enthalten, sowas wie »Wir bitten um Verständnis, dass uns ein technischer Fehler unterlaufen ist, als wir den Gutschein angekommen haben«, wäre alles gut gewesen. Der Grundpreis des Switches wäre immer noch attraktiv genug gewesen um die Bestellung aufrecht zu erhalten. Aber so eine schlechte Kundenkommunikation kann ich aus prinzipiellen Erwägungen nicht mit Umsatz belohnen. Im Gegenteil, ich werde alles daran setzen, dass die Kommunikation mit mir den Lieferanten mehr als die €3,99 kostet, mit denen er mich ursprünglich auf www.¢¥b€rport.de gelockt hatte.
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Mittwoch, 25. August 2010
Wie man in den Wald hinein ruft...
Sonntag, 1. August 2010
Brain dump: Fotos gucken
Mein Opa war Hobbyfotograf, seine Diasammlung war legendär und die damit bestrittenen Diaabende auch. Ich hab gerade mal überlegt, welche technischen Alternativen mir zur Verfügung stehen, was ich so mit meinen Fotos anstellen kann, um »innocent bystanders« damit zu beglücken…
Die beste Diashow-Funktion hat die PS3, die liefert wenigstens ein bisschen Eyecandy; der Fernseher kriegt gerade mal ein lahmes Überblenden hin, der Conceptronic-Player nicht mal das. Wenn ich jetzt bloß so schöne Bilder knipsen würde wie mein Opa…
Nachtrag, 2. August 2010: Das mit dem Picasa-Film geht auch unter Windows nur in der Theorie. In der Praxis funktionierte das bei mir nur mit Einschränkungen und in einer lachhaften Auflösung. 720p oder gar 1080p kann man total vergessen: die resultierenden Dateien lassen sich weder problemlos abspielen noch in irgendwas konvertieren, was sich problemlos abspielen lässt.
- Ich kann die CF-Karte aus der Kamera in den Fernseher stecken und die Bilder ohne Umwege da betrachten.
- Normalerweise importiere ich die Fotos aber erst mal mit Picasa und packe sie auf den Fileserver. Dann kann ich schon mal auf allen Kisten per Samba, auf einigen per NFS darauf zugreifen. Fernseher, Playstation, der Conceptronic-Streaming-Client und der Windows Mediaplayer bekommen sie außerdem dank MediaTomb per UPnP/DLNA. Und die Squeezebox kriegt die gleichen Fotos von ihrem eigenen Sqeezebox-Server serviert. Leider zeigt die Mehrzahl dieser Clients nur Fotos an, die zufällig als JPG vorliegen — entweder, weil ich als JPG geknippst habe oder weil das Foto mit Picasa bearbeitet wurde. Viele Fotos hab ich aber nur im Rohformat (CRW oder ARW) auf der Platte. Ich schätze, ich muss mich mal mit der Exportfunktion von Picasa beschäftigen. Oder mit den in MediaTomb eingebauten Konvertierungsmöglichkeiten. Aber weiter in der Aufzählung…
- Ich kann eine Daten-DVD mit Bildern brennen, die könnte dann der DVD-Player — und möglicherweise auch die PS3 — anzeigen.
- Ich kann Picasa aus den Bildern einen Film rendern lassen (incl. Soundtrack) und den über den Conceptronic-Player abspielen, oder ihn auf eine DVD brennen und diese mit dem DVD-Player oder der Playstation (oder, mit etwas Mühe, mit der Wii) abspielen. Das Erstellen des Films klappt aber leider nicht mit dem WINE-betriebenen Picasa für Linux (»This feature is not supported for Windows 2000«) und ich habe eigentlich keine Lust, für sowas ins Windows umzubooten.
- Ich kann die Bilder mit Picasa auch hochladen und über die Internet-Funktionen des Fernsehers aus dem Web anzeigen. Die Glotze hat Unterstützung für Picasa eingebaut, aber nicht für flickr. Bei meinem Händie ist es natürlich genau umgekehrt. Wäre ja noch schöner. Die PS3 kann seit kurzem beides. Und ich muss mir keine Gedanken um die Konvertierung machen.
Die beste Diashow-Funktion hat die PS3, die liefert wenigstens ein bisschen Eyecandy; der Fernseher kriegt gerade mal ein lahmes Überblenden hin, der Conceptronic-Player nicht mal das. Wenn ich jetzt bloß so schöne Bilder knipsen würde wie mein Opa…
Nachtrag, 2. August 2010: Das mit dem Picasa-Film geht auch unter Windows nur in der Theorie. In der Praxis funktionierte das bei mir nur mit Einschränkungen und in einer lachhaften Auflösung. 720p oder gar 1080p kann man total vergessen: die resultierenden Dateien lassen sich weder problemlos abspielen noch in irgendwas konvertieren, was sich problemlos abspielen lässt.
Donnerstag, 8. Juli 2010
Logitech-Fanboi
Nachdem ich mich ja kürzlich über die Schlipsträger bei Sony aufgeregt hab, die mir (zumindest temporär) jeden Spaß am Spielen versauen können, indem sie mich alle paar Wochen zwingen, zig Seiten lange Nutzungsbedingungen zu »akzeptieren« — ich bin ziemlich sicher, dass ich Sony bereits meinen erstgeborenen Sohn verpfändet und das ius primae noctis für alle meine Töchter übertragen habe — muss ich mich zur Abwechslung über Logitech auslassen.
Ich benutze seit über zehn Jahren nur noch Logitech-Mäuse und die halten, trotz meines atypischen Nutzerverhaltens, immer jahrelang, mit dem Logitech-Lenkrad hab ich in GT3 zigtausend Kilometer zurückgelegt (und ich wette, dass nicht Logitech, sondern Sony dran schuld ist, dass es von vielen PS3-Spielen nur im Kompatibilitätsmodus erkannt wird) und eine Harmony One hat vor einer Weile die alte Universalfernbedienung (Kameleon) abgelöst. Nur die Logitech-Tastaturen kann ich nicht leiden, die sind nicht kettenrauchertauglich.
Logitech bietet seit vielen Jahren eine Reihe von stationären Audio-Playern an (sowas nennt man wohl, zumindest bei Amazon, auch »Internet-Radio«), früher als Slimirgendwas, jetzt unter der Bezeichnung Squeezebox, Preislage so €150-300, mit einem Ausreißer auf €2000 für ein High-End-Modell. Ich hab ewig die dazugehörige Serversoftware benutzt: der Squeezebox Server (früher: Slimserver) ist ein extrem aufbohrfähiger Perl/LUA-Mediaserver, der mit meiner relativ reichhaltigen Musiksammlung vernünftig umgeht, auf Debian reibungslos läuft und dessen Web/Java-Frontend mit jedem OS hier spielt.
Die Slim/Squeeze-Hardware hat mich bis vor kurzem gar nicht interessiert, die hatte so ein trockenes Stereoanlagenkomponentenflair. Bei dem neuesten Modell konnte ich aber nicht widerstehen: die Squeezebox Touch ist total niedlich und bunt, kann sich als langweiliger Digitalwecker tarnen, spielt alle Audio-Formate, die sich so über die Jahre ansammeln, sie hat Fast Ethernet (und 802.11g, aber wer will das schon bei einem stationären Gerät…), es läuft natürlich ein Linux drauf und sie spricht SSH.
Und das folgende war das erste, was ich gesehen hab, als ich mich zum ersten Mal auf der Squeezebox Touch eingeloggt hab:
Sowas kommt dabei raus, wenn in einer Firma nicht genug Anwälte und Marketingfritzen arbeiten um jedwede Kommunikation mit dem Kunden in das typische Korsett aus schleimiger Kundenverarsche und juristischen Drohungen zu pressen. Da hüpft mein Nerdherz. Logitech, ich bin jetzt offiziell Euer Fanboi.
Standard disclaimer: Ich hab keine Logitechaktien und bin in keiner Weise mit der Firma verbandelt. Und ich kann nur hoffen, dass nicht morgen rauskommt, dass Logitech seine Produkte von genitalverstümmelten Kindern in einer PCB-verseuchten Fabrik im Nigerdelta fertigen lässt, als Rohstoffe Blutdiamanten, Javanashornelfenbein und Gorillaleder verwendet oder ein Konto bei der Deutschen Bank führt.
Ich benutze seit über zehn Jahren nur noch Logitech-Mäuse und die halten, trotz meines atypischen Nutzerverhaltens, immer jahrelang, mit dem Logitech-Lenkrad hab ich in GT3 zigtausend Kilometer zurückgelegt (und ich wette, dass nicht Logitech, sondern Sony dran schuld ist, dass es von vielen PS3-Spielen nur im Kompatibilitätsmodus erkannt wird) und eine Harmony One hat vor einer Weile die alte Universalfernbedienung (Kameleon) abgelöst. Nur die Logitech-Tastaturen kann ich nicht leiden, die sind nicht kettenrauchertauglich.
Logitech bietet seit vielen Jahren eine Reihe von stationären Audio-Playern an (sowas nennt man wohl, zumindest bei Amazon, auch »Internet-Radio«), früher als Slimirgendwas, jetzt unter der Bezeichnung Squeezebox, Preislage so €150-300, mit einem Ausreißer auf €2000 für ein High-End-Modell. Ich hab ewig die dazugehörige Serversoftware benutzt: der Squeezebox Server (früher: Slimserver) ist ein extrem aufbohrfähiger Perl/LUA-Mediaserver, der mit meiner relativ reichhaltigen Musiksammlung vernünftig umgeht, auf Debian reibungslos läuft und dessen Web/Java-Frontend mit jedem OS hier spielt.
Die Slim/Squeeze-Hardware hat mich bis vor kurzem gar nicht interessiert, die hatte so ein trockenes Stereoanlagenkomponentenflair. Bei dem neuesten Modell konnte ich aber nicht widerstehen: die Squeezebox Touch ist total niedlich und bunt, kann sich als langweiliger Digitalwecker tarnen, spielt alle Audio-Formate, die sich so über die Jahre ansammeln, sie hat Fast Ethernet (und 802.11g, aber wer will das schon bei einem stationären Gerät…), es läuft natürlich ein Linux drauf und sie spricht SSH.
Und das folgende war das erste, was ich gesehen hab, als ich mich zum ersten Mal auf der Squeezebox Touch eingeloggt hab:
bong:~# ssh 192.168.1.23
root@192.168.1.23’s password:
This network device is for authorized use only. Unauthorized or improper use
of this system may result in you hearing very bad music. If you do not consent
to these terms, LOG OFF IMMEDIATELY.
Sowas kommt dabei raus, wenn in einer Firma nicht genug Anwälte und Marketingfritzen arbeiten um jedwede Kommunikation mit dem Kunden in das typische Korsett aus schleimiger Kundenverarsche und juristischen Drohungen zu pressen. Da hüpft mein Nerdherz. Logitech, ich bin jetzt offiziell Euer Fanboi.
Standard disclaimer: Ich hab keine Logitechaktien und bin in keiner Weise mit der Firma verbandelt. Und ich kann nur hoffen, dass nicht morgen rauskommt, dass Logitech seine Produkte von genitalverstümmelten Kindern in einer PCB-verseuchten Fabrik im Nigerdelta fertigen lässt, als Rohstoffe Blutdiamanten, Javanashornelfenbein und Gorillaleder verwendet oder ein Konto bei der Deutschen Bank führt.
Geschrieben von Marc
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Sonntag, 6. September 2009
T-Home-Entertain-Speedport-Schrottrouter
Ich hab den Verdacht, dass unser Telekom-T-Home-Entertain-VDSL-Router, ein Speedport W-721V (aus dem Hause AVM), vor einer Weile eine frische Firmware bekommen hat. Ich war’s nicht, jedenfalls nicht absichtlich, aber ich hatte wohl darauf verzichtet, die »EasySupport«-Funktion, die sich um automatische Firmware-Upgrades kümmert, abzuschalten.
Die Bugs, die mit der alten Firmware auftraten, konnte ich verschmerzen, weil ich sie umgehen konnte. Dass der Router z.B. schlampig mit NAT-Verbindungen umging, war mir egal, weil fast alle meine Verbindungen über ein VPN laufen.
Die neue Firmware aber bringt anscheinend einen frischen Bug mit, der mich nicht mehr kalt lässt: unser Nutzungsprofil scheint dazu zu führen, dass der Router mehrfach täglich neu startet. Und ich meine damit nicht, dass er die DSL-Verbindung neu aufbaut. Nein, er bootet und vermerkt das auch korrekt als »Neustart des Geräts« in seinem Log.
Die Entertain-Störungsannahme hatte von einem solchen Problem natürlich noch nie gehört und bot erst mal den Austausch an. In der Hoffnung, dass ich so vielleicht ein Modell mit alter Firmware bekommen könnte, stimmte ich dem Austausch zu. Satz mit »X«: Das Austauschgerät kam — wohl frisch refurbished direkt aus dem Servicecenter — auch gleich mit der aktuellen Version 64.04.74, dafür aber ohne jedes Zubehör… insbesondere ohne Netzteil. Das fand ich schade, weil ein defektes Netzteil durchaus eine Erklärung für das unregelmäßige Durchbooten des Routers sein könnte.
Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich kein bisschen überrascht war, als einige Stunden nach dem Austausch des Routers plötzlich das Internet mal wieder weg war und die Lämpchen am Router erzählten, dass er gerade aufgewacht sei und, noch schlaftrunken, nach einer DSL-Verbindung suche.
Die Entertain-Störungsstelle hatte von einem solchen Problem natürlich noch nie gehört — ich frage mich, wie oft ich anrufen muss, bis das Problem jedem bekannt ist — und schlug vor, das alte Netzteil einfach mal in eine andere Steckdose zu stecken. Na bitte, da will ich mal nicht so sein, ich hab sogar ein Verlängerungskabel genommen und es an eine andere Sicherung gehängt.
Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich kein bisschen überrascht sein werde, wenn das Internet gleich wieder weg ist.
Wenn ich mit meinem Verdacht richtig liege, dass die Firmware ein Problem hat, das nur bei bestimmten Nutzungsprofilen sichtbar wird, dann könnte die Wlan-Funktion einen maßgeblichen Anteil daran haben. Am Anfang trat das Problem nämlich nur sporadisch auf, d.h. ein- bis zweimal am Tag. Erst seit ich ein Wlan-nutzendes Händi habe, bootet der Router (gefühlt) alle paar Stunden. Ich hab auch schon erlebt, dass er mehrfach hintereinander bootete — just als das Händi seine Podcastfeeds aktualisieren und viele neue Podcasts herunterladen wollte. Mag ein Zufall sein, muss aber nicht.
Bei der Telekom finde ich leider keine alten Firmware-Revisionen, aber dafür den Quellcode der Router-Software, zusammen mit der »GNU GERNAL PUBLIC LICENSE« (sic).
> wait
Time passes.
Ich hätte gleich richtig googeln sollen, ich Hirni. Im T-Home-Forum gibt es einen 15-seitigen Thread zu genau diesem Problem (»Speedport 721V seit firmware update ständige reboots«). Nein, es liegt wohl nicht am Wlan, sondern an der Zahl der gleichzeitig geöffneten Verbindungen - da alles außer Wlan-Traffic bei mir über eine einzige VPN-Verbindung läuft, tritt der Fehler bei mir entsprechend nur auf, wenn viele Wlan-Verbindungen gleichzeitig aufgebaut werden, also z.B. wenn mein Händi versucht, zwei Dutzend Podcasts gleichzeitig zu aktualisieren.
Abhilfe bringt wohl z.Zt. nur ein Gerätewechsel.Ich bin mal gespannt, was die »Endgerätehotline« mir morgen anbietet. Mal sehen, was die kostenpflichtige Entertain-Technik-Hotline mir sofort anbietet. Irgendwas müssen die für ihr Geld ja leisten. (Dies tippe ich übrigens, während ich nach der (gefühlt) siebenunddreißigsten Schilderung des Problems in der kostenpflichtigen Warteschlange hänge. Der Agent klang verblüffend zuversichtlich. Ich bin gespannt, ob er es schafft, mir das Nachfolgemodell W 920V zu organisieren.)
Ich finde übrigens, dass es nicht für die Entertain-Hotline spricht, dass sich ein Problem, das dem »T-Home Team« im Forum seit Monaten bekannt ist und das ganz offensichtlich zahlreiche Kunden betrifft, nicht bis ins Callcenter durchspricht. Man könnte dahinter fast Absicht vermuten: mit einer Verzögerungstaktik — »Setzen Sie das Gerät doch mal auf die Werkseinstellungen zurück und richten Sie es komplett neu ein.« — »Probieren Sie es doch mal mit einem Austauschgerät!« — »Probieren Sie doch mal eine andere Steckdose!« — »Wackeln Sie doch mal am Kabel!« — »Richten Sie die Antenne doch mal gen Mekka aus!« — kann man das Problem vielleicht aussitzen, bis eine korrigierte Firmware zur Verfügung steht. Mal ganz abgesehen davon, dass es auch kein gutes Bild auf die Telekom und ihren Hardwarelieferanten (AVM?) wirft, dass eine offensichtlich nicht ausreichend getestete Firmware-Version auf die Router der Kunden gepushed wird und drei Monate später immer noch kein Bugfix verfügbar ist.
Auch bei der Telekom gilt das SPRUSKO-Prinzip: Schund produzieren, um Schund zu konsumieren.
Nachtrag, 10. September 2009: Natürlich kam wieder ein Speedport W 721V. Jetzt haben wir davon drei Stück hier stehen. Es kristallisiert sich heraus, dass es bei der Telekom von heute (im Gegensatz zu der Telekom, bei der ich mein Praktikum gemacht hab) zwischen »Telekom-Mitarbeitern, die im direkten Kundenkontakt stehen« und »Telekom-Mitarbeitern, die Entscheidungen treffen dürfen« keine Schnittmenge mehr gibt. Besser noch: die beiden Teilmengen reden anscheinend auch nicht mehr direkt miteinander. Als Kunde hat man zwar reichlich Kontakt mit der ersten Gruppe (bei meinem Telefonat eben durfte ich mein Problem z.B. mal wieder mit drei unterschiedlichen Personen besprechen), aber jemand mit Entscheidungsbefugnis kriegt man natürlich nicht ans Rohr — bestenfalls darf man dabei zuhören, wie der aktuelle Gesprächspartner eine Bitt-Mail an die Entscheider verfasst.
Nachtrag, 25. September 2009: Nach ewigem Hin und Her und zahlreichen leeren Versprechungen hab ich resigniert. Statt weiter um ein funktionierendes Austauschgerät für den Schrottrouter zu betteln, werde ich eben jenes jetzt für einen kleinen monatlichen Obulus (<€4) mieten. Zum einen, weil die Kommunikation mit dem Vertrieb schneller und freundlicher verläuft als die mit der Störungsstelle oder mit der Abteilung für »Kaufrückabwicklung«, zum zweiten, weil bei einem Mietgerät auftretende Probleme per Definition in die Zuständigkeit der Telekom fallen (bei einem »Kaufgerät« ist das ja offensichtlich nicht so einfach) und zum Dritten, weil ich zu faul bin, mir auf eBay ein VDSL-Modem zu schießen und mit pfSense eine eigene Lösung zu basteln.
Nachtrag, 1. Oktober 2009: Ende gut, alles gut. Beim ersten Speedport W 920V, den die Telekom lieferte, war Wlan kaputt. PEBKAC konnte ich mit relativ hoher Sicherheit ausschließen, weil ich die Wlan-Konfiguration mit den Austauschgeräten für den W 721V bereits ausgiebig geübt hatte. Ich durfte mich an der kostenpflichtigen Endgerätehotline nacheinander mit drei verschiedenen Technikern auf die Fehlersuche begeben — »Und das Wlan-Lämpchen am Router leuchtet wirklich?« — bevor mir ein Austauschgerät angeboten wurde.
Da will ich mich auch gar nicht drüber beschweren: ich kann gut nachvollziehen, dass es sich vermutlich bei 99,9% aller »Wlan ist kaputt«-Probleme nicht um Hardwarefehler des Routers handelt, da stellt man lieber doppelt und dreifach sicher, dass man alle Einstellungen überprüft hat.
»Und jetzt schauen Sie mal unten rechts auf dem Bildschirm, sehen sie da einen Fernseher, aus dem Wellen kommen?« Ja, ich musste für die Troubleshoots das Notebook ins Windows booten, Linux oder Wlan-fähige Händies unterstützt die Telekom-Endgerätehotline nicht.
Der neue W 920V war heute in der Post und tut endlich das, was der W 721V bis zu dem Firmwareupdate im Juni auch tat. Geht doch!
Die Bugs, die mit der alten Firmware auftraten, konnte ich verschmerzen, weil ich sie umgehen konnte. Dass der Router z.B. schlampig mit NAT-Verbindungen umging, war mir egal, weil fast alle meine Verbindungen über ein VPN laufen.
Die neue Firmware aber bringt anscheinend einen frischen Bug mit, der mich nicht mehr kalt lässt: unser Nutzungsprofil scheint dazu zu führen, dass der Router mehrfach täglich neu startet. Und ich meine damit nicht, dass er die DSL-Verbindung neu aufbaut. Nein, er bootet und vermerkt das auch korrekt als »Neustart des Geräts« in seinem Log.
Die Entertain-Störungsannahme hatte von einem solchen Problem natürlich noch nie gehört und bot erst mal den Austausch an. In der Hoffnung, dass ich so vielleicht ein Modell mit alter Firmware bekommen könnte, stimmte ich dem Austausch zu. Satz mit »X«: Das Austauschgerät kam — wohl frisch refurbished direkt aus dem Servicecenter — auch gleich mit der aktuellen Version 64.04.74, dafür aber ohne jedes Zubehör… insbesondere ohne Netzteil. Das fand ich schade, weil ein defektes Netzteil durchaus eine Erklärung für das unregelmäßige Durchbooten des Routers sein könnte.
Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich kein bisschen überrascht war, als einige Stunden nach dem Austausch des Routers plötzlich das Internet mal wieder weg war und die Lämpchen am Router erzählten, dass er gerade aufgewacht sei und, noch schlaftrunken, nach einer DSL-Verbindung suche.
Die Entertain-Störungsstelle hatte von einem solchen Problem natürlich noch nie gehört — ich frage mich, wie oft ich anrufen muss, bis das Problem jedem bekannt ist — und schlug vor, das alte Netzteil einfach mal in eine andere Steckdose zu stecken. Na bitte, da will ich mal nicht so sein, ich hab sogar ein Verlängerungskabel genommen und es an eine andere Sicherung gehängt.
Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich kein bisschen überrascht sein werde, wenn das Internet gleich wieder weg ist.
Wenn ich mit meinem Verdacht richtig liege, dass die Firmware ein Problem hat, das nur bei bestimmten Nutzungsprofilen sichtbar wird, dann könnte die Wlan-Funktion einen maßgeblichen Anteil daran haben. Am Anfang trat das Problem nämlich nur sporadisch auf, d.h. ein- bis zweimal am Tag. Erst seit ich ein Wlan-nutzendes Händi habe, bootet der Router (gefühlt) alle paar Stunden. Ich hab auch schon erlebt, dass er mehrfach hintereinander bootete — just als das Händi seine Podcastfeeds aktualisieren und viele neue Podcasts herunterladen wollte. Mag ein Zufall sein, muss aber nicht.
Bei der Telekom finde ich leider keine alten Firmware-Revisionen, aber dafür den Quellcode der Router-Software, zusammen mit der »GNU GERNAL PUBLIC LICENSE« (sic).
> wait
Time passes.
Ich hätte gleich richtig googeln sollen, ich Hirni. Im T-Home-Forum gibt es einen 15-seitigen Thread zu genau diesem Problem (»Speedport 721V seit firmware update ständige reboots«). Nein, es liegt wohl nicht am Wlan, sondern an der Zahl der gleichzeitig geöffneten Verbindungen - da alles außer Wlan-Traffic bei mir über eine einzige VPN-Verbindung läuft, tritt der Fehler bei mir entsprechend nur auf, wenn viele Wlan-Verbindungen gleichzeitig aufgebaut werden, also z.B. wenn mein Händi versucht, zwei Dutzend Podcasts gleichzeitig zu aktualisieren.
Abhilfe bringt wohl z.Zt. nur ein Gerätewechsel.
Ich finde übrigens, dass es nicht für die Entertain-Hotline spricht, dass sich ein Problem, das dem »T-Home Team« im Forum seit Monaten bekannt ist und das ganz offensichtlich zahlreiche Kunden betrifft, nicht bis ins Callcenter durchspricht. Man könnte dahinter fast Absicht vermuten: mit einer Verzögerungstaktik — »Setzen Sie das Gerät doch mal auf die Werkseinstellungen zurück und richten Sie es komplett neu ein.« — »Probieren Sie es doch mal mit einem Austauschgerät!« — »Probieren Sie doch mal eine andere Steckdose!« — »Wackeln Sie doch mal am Kabel!« — »Richten Sie die Antenne doch mal gen Mekka aus!« — kann man das Problem vielleicht aussitzen, bis eine korrigierte Firmware zur Verfügung steht. Mal ganz abgesehen davon, dass es auch kein gutes Bild auf die Telekom und ihren Hardwarelieferanten (AVM?) wirft, dass eine offensichtlich nicht ausreichend getestete Firmware-Version auf die Router der Kunden gepushed wird und drei Monate später immer noch kein Bugfix verfügbar ist.
Auch bei der Telekom gilt das SPRUSKO-Prinzip: Schund produzieren, um Schund zu konsumieren.
Nachtrag, 10. September 2009: Natürlich kam wieder ein Speedport W 721V. Jetzt haben wir davon drei Stück hier stehen. Es kristallisiert sich heraus, dass es bei der Telekom von heute (im Gegensatz zu der Telekom, bei der ich mein Praktikum gemacht hab) zwischen »Telekom-Mitarbeitern, die im direkten Kundenkontakt stehen« und »Telekom-Mitarbeitern, die Entscheidungen treffen dürfen« keine Schnittmenge mehr gibt. Besser noch: die beiden Teilmengen reden anscheinend auch nicht mehr direkt miteinander. Als Kunde hat man zwar reichlich Kontakt mit der ersten Gruppe (bei meinem Telefonat eben durfte ich mein Problem z.B. mal wieder mit drei unterschiedlichen Personen besprechen), aber jemand mit Entscheidungsbefugnis kriegt man natürlich nicht ans Rohr — bestenfalls darf man dabei zuhören, wie der aktuelle Gesprächspartner eine Bitt-Mail an die Entscheider verfasst.
Nachtrag, 25. September 2009: Nach ewigem Hin und Her und zahlreichen leeren Versprechungen hab ich resigniert. Statt weiter um ein funktionierendes Austauschgerät für den Schrottrouter zu betteln, werde ich eben jenes jetzt für einen kleinen monatlichen Obulus (<€4) mieten. Zum einen, weil die Kommunikation mit dem Vertrieb schneller und freundlicher verläuft als die mit der Störungsstelle oder mit der Abteilung für »Kaufrückabwicklung«, zum zweiten, weil bei einem Mietgerät auftretende Probleme per Definition in die Zuständigkeit der Telekom fallen (bei einem »Kaufgerät« ist das ja offensichtlich nicht so einfach) und zum Dritten, weil ich zu faul bin, mir auf eBay ein VDSL-Modem zu schießen und mit pfSense eine eigene Lösung zu basteln.
Nachtrag, 1. Oktober 2009: Ende gut, alles gut. Beim ersten Speedport W 920V, den die Telekom lieferte, war Wlan kaputt. PEBKAC konnte ich mit relativ hoher Sicherheit ausschließen, weil ich die Wlan-Konfiguration mit den Austauschgeräten für den W 721V bereits ausgiebig geübt hatte. Ich durfte mich an der kostenpflichtigen Endgerätehotline nacheinander mit drei verschiedenen Technikern auf die Fehlersuche begeben — »Und das Wlan-Lämpchen am Router leuchtet wirklich?« — bevor mir ein Austauschgerät angeboten wurde.
Da will ich mich auch gar nicht drüber beschweren: ich kann gut nachvollziehen, dass es sich vermutlich bei 99,9% aller »Wlan ist kaputt«-Probleme nicht um Hardwarefehler des Routers handelt, da stellt man lieber doppelt und dreifach sicher, dass man alle Einstellungen überprüft hat.»Und jetzt schauen Sie mal unten rechts auf dem Bildschirm, sehen sie da einen Fernseher, aus dem Wellen kommen?« Ja, ich musste für die Troubleshoots das Notebook ins Windows booten, Linux oder Wlan-fähige Händies unterstützt die Telekom-Endgerätehotline nicht.
Der neue W 920V war heute in der Post und tut endlich das, was der W 721V bis zu dem Firmwareupdate im Juni auch tat. Geht doch!
Geschrieben von Marc
in Kabelfreak
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Sonntag, 1. Februar 2009
T-Home Entertain: Das Fernsehen von gestern
Wie ich bereits andeutete, kam zusammen mit VDSL auch ein kostenloser »Media Receiver 300« für »T-Home Entertain« ins Haus. Es käme mir durchaus entgegen, wenn ich mit einer HD-fähigen IPTV-Set-Top-Box die Zeit überbrücken könnte, bis sich eine zukünftige VDR-Version, DVB-S2-Karten und eine DVI/HDMI-fähige Grafikkarte ohne große Bastelei verheiraten lassen.
Mein erster Eindruck: IPTV funktioniert einigermaßen. Das Benutzerinterface könnte flotter sein, das Gerät scheint keine großen Leistungsreserven zu haben. Zappen geht überraschend zügig, das Umschalten dauert bei FTA-Sendern selten länger als eine halbe Sekunde. arte.HD fehlt, obwohl die Entertain-Bestell-Hotline mir bei der Bestellung auf explizite Nachfrage versichert hatte, dass der Sender im FTA-Bouquet enthalten sei. Na, vor dem Vertragsabschluss erzählt man dem Kunden halt alles mögliche, dafür hab ich ja Verständnis. Jetzt schreibt mir die Hotline aber:
Mitte 2008 war dieser damals schon verwendete Textbaustein lt. T-Online-Forum noch etwas länger:
War wohl nix.
Der einzige tatsächlich verfügbare, nicht kostenpflichtige HD-Sender sendet den halben Tag Werbung (anscheinend hauptsächlich Touristik-Angebote und BluRay-Trailer) und füllt den Rest der Zeit mit Serien und Spielfilmen aus den 80ern und 90ern — bisher hab ich außer Werbung noch nichts in HD gesehen.Für sagenhafte zwanzig Euro im Monat könnte man zwei weitere HD-Sender buchen, Premiere HD und Discovery HD. Ein Blick ins Programm dieser Woche zeigt mir überdeutlich, dass das ein schlechter Scherz sein muss. Zumal man bei Premiere wohl nicht davor zurückschreckt, auf den HD-Sendern statt echtem HD-Material auch mal hochskaliertes SD-Material auszustrahlen. (Nachtrag, 27. September 2009: Damit hat es sich jetzt, Premiere (alias Sky) und die Telekom haben sich auseinandergelebt.)
Um HD-Programme in HD sehen zu können (bzw. wenigstens die Benutzeroberfläche in hoher Auflösung genießen zu können), muss man den Media Receiver natürlich entsprechend konfigurieren. Er skaliert ein SD-Fernsehsignal dann auf die gewählte HD-Auflösung hoch. Erkennt er ein 4:3-Signal, pappt er links und rechts schwarze Balken dran. Leider senden die privaten »Spielfilmsender«, allen voran Pro7, ihre Filme immer noch in 4:3 Letterbox. Über ein Menü kann man das Bild mit wenigen Tastendrücken in drei Stufen »zoomen«. Merkwürdigerweise fehlen da aber auch auf der höchsten Zoomstufe an allen Rändern noch ein paar Zentimeter, die bleiben schwarz. Die Alternative, das Bildformat am Fernseher auf »Zoom« zu ändern, funktioniert nicht, weil der ein bereits auf 16:9 aufgefülltes Signal bekommt und daher nur in der Vertikalen zoomt. Ich hab also die Wahl zwischen Eierköpfen oder fetten, schwarzen Balken links, rechts, oben und unten. Man könnte das Bildformat im Media Receiver natürlich auf 4:3 umstellen, aber dazu sind 17 Tastendrücke zur Navigation durch das Menü nötig und beim Zurückstellen auf HD muss man zusätzlich jedes Mal durch eine Testseite durch, auf der man nochmal bestätigen darf, dass man auf seinem HD-Fernseher per HDMI tatsächlich ein HD-Signal darstellen kann.
Aber die wahren Vorteile von IPTV liegen ja beim Video on Demand. Da ließe sich eine Menge für T-Home Entertain reißen. Zu Videoload hab ich ja schon was geschrieben — ich zahle keine fünf Euro für das Recht, mir einen Film in Standardauflösung 24h lang angucken zu dürfen, den es in der Videothek billiger (und meist mit reichhaltigem Bonus-Material) auf BluRay gibt, und das HD-Angebot von Videoload hinkt ein paar Jahre hinterher. Aber T-Home bietet ja auch ein TV-Archiv:
»Die einzelnen Sender«? Da hat wohl jemand »vereinzelte Sender« flahsc geschrieben.
Na, schauen wir doch mal exemplarisch irgendwo rein. Es gibt zwei Sender, die ganze »Mediatheken« anbieten: Pro7 und Sat.1. Unter »Shows« findet man bei Pro7 die 5. Staffel »Popstars« (2006). Unter »Spielfilme« zwei Dutzend Eigenproduktionen, darunter Klassiker wie »Gnadenlos II — Ausgeliefert und missbraucht«. Wenn ich raten müsste, würde ich darauf tippen, dass T-Home 2006 gestartet wurde, die Mediatheken damals einmalig »befüllt« wurden und seither nur noch vereinzelte Feigenblätter nachgeschoben wurden. Einige andere Sender haben wohl mal ganze Serien angeboten, beim Durchgucken stößt man aber überall auf die vielsagende Meldung: »In diesem Bereich stehen momentan keine Inhalte zur Verfügung. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.« Vermutlich viel später.
Ich bin noch nicht sicher, ob ich das Gerät angeschlossen lasse, zumal der Standby-Modus anscheinend nicht mal ein echter Standby-Modus ist, möglicherweise wird nur das Videosignal abgeschaltet. Und jetzt erzähl mir keiner, dass das Gerät ja in Bereitschaft bleiben muss, damit es geplante Aufnahmen aufzeichnen kann — mein VDR-Rechner im Wohnzimmer kann sich auch abschalten, wenn er nicht gebraucht wird, und sich pünktlich zur nächsten Aufnahme von der batteriegepufferten Uhr wecken lassen.
Ach ja, das Totschlagargument gegen die Kiste: es scheint keinen Weg zu geben, Aufnahmen zu exportieren, z.B. um sie zu archivieren. Zurück in die Kiste damit.
Nachtrag, 24. Februar 2008: Dem taz-Artikel »Deutschland noch unscharf« entnehme ich, dass ich noch mindestens ein Jahr Geduld haben muss:
Ich bin gespannt.
Mein erster Eindruck: IPTV funktioniert einigermaßen. Das Benutzerinterface könnte flotter sein, das Gerät scheint keine großen Leistungsreserven zu haben. Zappen geht überraschend zügig, das Umschalten dauert bei FTA-Sendern selten länger als eine halbe Sekunde. arte.HD fehlt, obwohl die Entertain-Bestell-Hotline mir bei der Bestellung auf explizite Nachfrage versichert hatte, dass der Sender im FTA-Bouquet enthalten sei. Na, vor dem Vertragsabschluss erzählt man dem Kunden halt alles mögliche, dafür hab ich ja Verständnis. Jetzt schreibt mir die Hotline aber:
Die Integration des Senders Arte HD in das Entertain-Programmangebot ist in Vorbereitung. Aktuell klären wir mit unseren Partnern die technischen und rechtlichen Fragen.
Mitte 2008 war dieser damals schon verwendete Textbaustein lt. T-Online-Forum noch etwas länger:
Wenn wir unsere Abstimmungen wie geplant abschließen können, werden Sie Arte HD ab dem vierten Quartal 2008 bei Entertain erleben.
War wohl nix.
Der einzige tatsächlich verfügbare, nicht kostenpflichtige HD-Sender sendet den halben Tag Werbung (anscheinend hauptsächlich Touristik-Angebote und BluRay-Trailer) und füllt den Rest der Zeit mit Serien und Spielfilmen aus den 80ern und 90ern — bisher hab ich außer Werbung noch nichts in HD gesehen.
Um HD-Programme in HD sehen zu können (bzw. wenigstens die Benutzeroberfläche in hoher Auflösung genießen zu können), muss man den Media Receiver natürlich entsprechend konfigurieren. Er skaliert ein SD-Fernsehsignal dann auf die gewählte HD-Auflösung hoch. Erkennt er ein 4:3-Signal, pappt er links und rechts schwarze Balken dran. Leider senden die privaten »Spielfilmsender«, allen voran Pro7, ihre Filme immer noch in 4:3 Letterbox. Über ein Menü kann man das Bild mit wenigen Tastendrücken in drei Stufen »zoomen«. Merkwürdigerweise fehlen da aber auch auf der höchsten Zoomstufe an allen Rändern noch ein paar Zentimeter, die bleiben schwarz. Die Alternative, das Bildformat am Fernseher auf »Zoom« zu ändern, funktioniert nicht, weil der ein bereits auf 16:9 aufgefülltes Signal bekommt und daher nur in der Vertikalen zoomt. Ich hab also die Wahl zwischen Eierköpfen oder fetten, schwarzen Balken links, rechts, oben und unten. Man könnte das Bildformat im Media Receiver natürlich auf 4:3 umstellen, aber dazu sind 17 Tastendrücke zur Navigation durch das Menü nötig und beim Zurückstellen auf HD muss man zusätzlich jedes Mal durch eine Testseite durch, auf der man nochmal bestätigen darf, dass man auf seinem HD-Fernseher per HDMI tatsächlich ein HD-Signal darstellen kann.
Aber die wahren Vorteile von IPTV liegen ja beim Video on Demand. Da ließe sich eine Menge für T-Home Entertain reißen. Zu Videoload hab ich ja schon was geschrieben — ich zahle keine fünf Euro für das Recht, mir einen Film in Standardauflösung 24h lang angucken zu dürfen, den es in der Videothek billiger (und meist mit reichhaltigem Bonus-Material) auf BluRay gibt, und das HD-Angebot von Videoload hinkt ein paar Jahre hinterher. Aber T-Home bietet ja auch ein TV-Archiv:
Sie haben einen tollen Film verpasst? Oder mal wieder während Ihrer Lieblingsserie im Stau gestanden? Zum Glück gibts bei Entertain das TV-Archiv. Hier stellen die einzelnen Sender eine große Auswahl ihres bereits ausgestrahlten Programms zur Verfügung. Einfach reinschauen, auswählen und genießen.
»Die einzelnen Sender«? Da hat wohl jemand »vereinzelte Sender« flahsc geschrieben.
Na, schauen wir doch mal exemplarisch irgendwo rein. Es gibt zwei Sender, die ganze »Mediatheken« anbieten: Pro7 und Sat.1. Unter »Shows« findet man bei Pro7 die 5. Staffel »Popstars« (2006). Unter »Spielfilme« zwei Dutzend Eigenproduktionen, darunter Klassiker wie »Gnadenlos II — Ausgeliefert und missbraucht«. Wenn ich raten müsste, würde ich darauf tippen, dass T-Home 2006 gestartet wurde, die Mediatheken damals einmalig »befüllt« wurden und seither nur noch vereinzelte Feigenblätter nachgeschoben wurden. Einige andere Sender haben wohl mal ganze Serien angeboten, beim Durchgucken stößt man aber überall auf die vielsagende Meldung: »In diesem Bereich stehen momentan keine Inhalte zur Verfügung. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.« Vermutlich viel später.
Ich bin noch nicht sicher, ob ich das Gerät angeschlossen lasse, zumal der Standby-Modus anscheinend nicht mal ein echter Standby-Modus ist, möglicherweise wird nur das Videosignal abgeschaltet. Und jetzt erzähl mir keiner, dass das Gerät ja in Bereitschaft bleiben muss, damit es geplante Aufnahmen aufzeichnen kann — mein VDR-Rechner im Wohnzimmer kann sich auch abschalten, wenn er nicht gebraucht wird, und sich pünktlich zur nächsten Aufnahme von der batteriegepufferten Uhr wecken lassen.
Ach ja, das Totschlagargument gegen die Kiste: es scheint keinen Weg zu geben, Aufnahmen zu exportieren, z.B. um sie zu archivieren. Zurück in die Kiste damit.
Nachtrag, 24. Februar 2008: Dem taz-Artikel »Deutschland noch unscharf« entnehme ich, dass ich noch mindestens ein Jahr Geduld haben muss:
Bei ARD und ZDF ist der Regelbetrieb mit der Technik erst zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver ab Februar 2010 geplant.
Ich bin gespannt.
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