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Enteignet Springer!

KabelfreakMedienjunkie TL;DR: das LSR enteignet Springer, so what?

Liebes Google, ich hätte zwei kleine Wünsche, die du mir zu Weihnachten erfüllen könntest:

1) Wehr dich nicht gegen das LSR. Bleib locker. Mach's wie in Belgien.

Zum einen hab ich volles Vertrauen darauf, dass die zwei, drei Holzmedien, die mich noch interessieren, sofort kostenfreie Suchmaschinenlizenzen anbieten werden, weil sie gerne weiterhin gefunden werden möchten, zum anderen kannst du news.google.de erst mal günstig mit Agenturmeldungen befüllen.

Als Leser verliere ich dadurch lediglich den zweifelhaften Komfort, die gleiche Agenturmeldung in einem Dutzend unterschiedlicher Layouts und mit einem Dutzend verschiedener Überschriften lesen zu können. Aber dafür fallen auch die als Nachrichten getarnten Werbeblöcke erst mal weg.

Wenn ich mir so angucke, wer am lautesten für das LSR trommelt, wird deine News-Seite dann wohl auch deutlich weniger Hofberichterstattung enthalten. Wäre das nicht ein schönes Ergebnis des LSR, wenn gerade die Parteien, die es für ihre Verlegerkumpels voran getrieben haben, weniger Gelegenheit hätten, ihre gleichgeschaltete Propaganda zu verbreiten und es dafür mehr Meinungsvielfalt gäbe, weil die Nachrichten nicht mehr überwiegend von den Oligopolisten kämen?

Und wenn es sich für RTL trotz eingeschränkter Reichweite gelohnt hat, ein deutschsprachiges Radioprogramm jahrzehntelang, ein Fernsehprogramm jahrelang aus Luxemburg zu senden, wird sich jetzt sicher auch jemand finden, der den Raum, den die LSR-Holzmedien räumen, von Österreich oder Liechtenstein aus füllen kann. Pressemitteilungen kann man auch im Ausland abschreiben.

2) Verwende die frei gewordene Energie für eine Kampagne, die eine faire Besteuerung von Multis in Europa, d.h. das Schließen von irischen, holländischen und sonstigen Steuerschlupfscheunentoren, fordert.

Danke.

**von Santa Googles Schoß steig**

Winterschlaf

Kabelfreak Ich tendiere dazu, Blog und Twitterfeed in den Winterschlaf zu versetzen und meine Aktivitäten vorerst auf Google+ zu konzentrieren. Falls jemand 'ne Einladung braucht: Ihr wisst ja, wie man mich erreicht.

Contra Pro Netzneutralität

Kabelfreak Ich wurde eben aufgefordert, mich als Unterzeichner bei einer Aktion "Pro Netzneutralität" zu beteiligen. Ich hab mich spontan dagegen entschieden:

  • Die Site hat einen Facebook-"Like"-Button. Das war ein erstes Indiz, dass sie nicht von den üblichen Netzpolitik-Verdächtigen stammt, die würden nämlich vermutlich nicht ohne Not jeden Zugriff auf die Seite an einen US-Konzern melden.

  • Die Silbe "PRO" ist für mich für die nächsten Jahre verbrannt, dank "PRO NRW".

  • Die Adresse des Verantwortlichen im Impressum ist das Willy-Brandt-Haus. Die SPD kriegt von mir nicht mal einen feuchten Händedruck, geschweige denn meine virtuelle oder reale Unterschrift. Ich darf mal kurz daran erinnern, welche Netzpolitik die SPD betrieben hat, als sie Gelegenheit dazu hatte, z.B. die Netzsperren in Nordrhein-Westfalen (erfolgreich) und im Bund (noch nicht erfolgreich) oder die Vorratsdatenspeicherung (für die, Franktionszwang sei Dank, sogar mehrere SPD-MdB gestimmt haben, die davon ausgingen, dass das Gesetz verfassungswidrig ist).

    Und nicht zuletzt das geradezu unanständige Astroturfing während der Gauck-Kampagne — das hat mich richtig angekotzt und das ist erst ein paar Wochen her. Natürlich gibt es zwischen der Gauck-Kampagne und dieser neuen Kampagne auch wieder personelle Überschneidungen.

  • Der Verantwortliche selbst möchte gern in den Bundestag, er tritt für die SPD in Berlin im Bezirk Prenzlauer Berg an. Der hat jedes bisschen Aufmerksamkeit bitter nötig, er lag da 2009 nämlich nur auf Platz 3, weit hinter Christian Ströbele, dem einzigen Grünen, dem ich meine Stimme theoretisch anzuvertrauen bereit wäre. Sogar die Kandidatin der Linken hatte mehr Wähler.


Wenn die Aktion nicht im Sand verläuft, wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit von der SPD oder rot-grün instrumentalisiert. Dafür geb ich mich nicht her.

Statt dessen stimme ich "mit den Füßen" ab und bereite ich mich gerade darauf vor, meine Brücken Richtung Evil Google abzubrechen. Den Google Reader bin ich schon so gut wie los, ich muss noch eine Mailadresse umziehen und die YouTube-Abos auf RSS umstellen, dann kann ich meinen Account löschen. Vielleicht bin ich ja nicht der einzige.

(Es ist halt viel einfacher, einfach irgendwo per Klick zu unterschreiben, statt auf die Google Adsense-Einnahmen zu verzichten, gell?)

Nachtrag, 12. August 2010: Namen, mit denen man sich schmücken will, werden übrigens nachträglich zu Erstzeichnern umsortiert.

Nachtrag, 14. August 2010: Fefe zum Thema. Danke.

Das Google-Ärger-o-Meter

Kabelfreak Ein Kollege, der sicher ungenannt bleiben möchte, machte mich auf die Ergebnisse folgender Google-Suchen aufmerksam:

"ärger mit amazon": 20 Treffer
"ärger mit arcor": 589 Treffer
"ärger mit aol": 984 Treffer
"ärger mit 1&1": 1530 Treffer
"ärger mit t-online": 2220 Treffer
"ärger mit frauen": 2560 Treffer
"ärger mit google": 4520 Treffer
"ärger mit microsoft": 5110 Treffer
"ärger mit der telekom": 11900 Treffer
"ärger mit windows": 12300 Treffer
"ärger mit ebay": 14900 Treffer
"ärger mit freenet": 67100 Treffer

Die Anführungszeichen gehören tatsächlich zum Suchbegriff, ohne sie sehen die Ergebnisse anders aus... Und, ja, auch wenn das den Spaß verdirbt: es gibt einen technischen Grund dafür, der eher wenig mit tatsächlichem "Ärger mit freenet" zu tun hat. (Oder, wie ein anderer Kollege kommentierte: "Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.")

Google hält personalisierte Suchdaten "nur noch" zwei Jahre lang

KabelfreakSchwarzseher Für Google ist es offensichtlich ein großes Ding, wenn sie künftig personalisierte Logs der Suche nicht mehr ewig halten, sondern nur noch anderthalb bis zwei Jahre lang. Dann werden sie natürlich nicht weggeworfen, sondern anonymisiert. Man weiß ja nie, wann man sie nochmal braucht. (Details bei Telepolis)

Glücklicherweise gibt's für Firefox CustomizeGoogle, ein Addon, das Google von vornherein einen Teil der Arbeit abnimmt und dem Anwender einen Hauch mehr Anonymität verschafft (ganz abgesehen vom optionalen Ausblenden von Werbung und der Erweiterung der Google-Ergebnisseite um alternative Suchmaschinenlinks). Vgl. auch Rotfuchserweiterungen.