Ein vorherrschendes Muster auf Deinen PIXI-Kinderfotos ist kariert. Du weisst, was Dir blüht, wenn Tweedhosen ohne Innenfutter nass werden. Im Winter schützte eine Pudelmütze Deinen Kopf. Du hattest mal ein paar regenbogenfarbener Hosenträger - wie die von Mork. Ein Mako-Baumwoll-Feinripphemd war im Turnunterricht völlig normal. Du hattest Vanilla-Hosen und Romika-Schuhe.
Man war noch stolz, einen Lacoste-Strickpullover zu tragen.
Die Haare waren lang; zumindest waren die Ohren bedeckt. Jeanshosen mussten eng sitzen und wurden vor dem Ausgehen mit einem Wäschesprenkler angefeuchtet. Wer »IN« war, trug einen Parka und ließ sich den Reißverschluß der Levi’s von der Oma durch 3 Knöpfe ersetzen — und die Oma hat’s einfach nicht verstanden. Das Zeichen, dass man ein Mann war, war ein Oberlippenbart. Mancher ging noch anständig aus dem Haus: gepflegter Seitenscheitel und Hemdkragen über’m Pullover.
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Donnerstag, 27. Juli 2000
Meine Generation und die Mode
Meine Generation und der Konsum
Du warst stolzer Besitzer einer große Sammlung von Cola-Knibbelbildern. Du hattest ein Panini-Fussball-WM-Sammelalbum. Du hast mit drei Freunden 5 Mark zusammengekratzt und dann ging’s an den Flipper. Der letzte Ball im letzten Spiel wurde immer zu zweit gespielt. Deine kleine Schwester hat Sarah-Kaye-Kram gesammelt.
Yps! mit Gimmicks wie der Roboterhand (mit der man aber nichts nehmen konnte, weil sie viel zu klein war), der Luftballon-Alarmanlage und dem Um-die-Ecke-Teleskop. Yps! Spezial kostete je nach Gimmick bis zu 9 DM - das war viel Kohle!
Als man dich zum ersten Mal zum Zigaretten holen geschickt hat, bist du mit zwei Mark losgezogen und im Päckchen waren noch zwei Groschen drin - und die haben gereicht, um in einer gelben Telefonzelle mit einem schwarzen Wählscheibenautomat fast eine Viertelstunde lang zu telefonieren.
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Yps! mit Gimmicks wie der Roboterhand (mit der man aber nichts nehmen konnte, weil sie viel zu klein war), der Luftballon-Alarmanlage und dem Um-die-Ecke-Teleskop. Yps! Spezial kostete je nach Gimmick bis zu 9 DM - das war viel Kohle!
Als man dich zum ersten Mal zum Zigaretten holen geschickt hat, bist du mit zwei Mark losgezogen und im Päckchen waren noch zwei Groschen drin - und die haben gereicht, um in einer gelben Telefonzelle mit einem schwarzen Wählscheibenautomat fast eine Viertelstunde lang zu telefonieren.
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Meine Generation und die Lebensmittel
Du hast Sunkist noch aus unpraktischen Pyramiden genossen. Du kennst noch Treets-Schokoklicker und Bonito (die mit den Gesichtern), Ahoi Brause und den Zauberriegel Caramac. Du hattest täglich Jolly, Berry (billig), Grünofant, Cola Pop oder Brauner Bär und dieses Eis in dem kegelförmigen Becher mit einem Kaugummi in der Spitze (Ballaballa) auf dem Speiseplan. Eis am Stiel gab es oft mit den bunten, durchlöcherten Plastikstielen, die man zu riesigen Raumschiffen zusammenstecken konnte. Du kennst den Nuss-Nougat-Brotaufstrich »Kaptain Nuss« noch - und wer zu faul zum Streichen war, hat sich die Eszet-Schnitten auf’s Brot gelegt und die Lücken, wo die Butter durchschien, kunstvoll mit am Rand abgebrochenen Schokoladentafelsplittern ausgefüllt.
Du weißt, dass Coca Cola besser geschmeckt hat, bevor das Rezept geändert wurde. Das gilt auch für die Fanta vor dem »neuen Orangengeschmack«. Du kannst dich an Coladosen aus deutlich dickerem Blech erinnern, mit Abreisslaschen. Das Coca-Cola-Jojo war wesentlich cooler als das Fanta-Jojo. Du kennst noch die limitierten bunten Sammeldosen von Cherry Coke, die anschließend jahrelang auf deinem Schrank gestanden haben.
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Du weißt, dass Coca Cola besser geschmeckt hat, bevor das Rezept geändert wurde. Das gilt auch für die Fanta vor dem »neuen Orangengeschmack«. Du kannst dich an Coladosen aus deutlich dickerem Blech erinnern, mit Abreisslaschen. Das Coca-Cola-Jojo war wesentlich cooler als das Fanta-Jojo. Du kennst noch die limitierten bunten Sammeldosen von Cherry Coke, die anschließend jahrelang auf deinem Schrank gestanden haben.
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Meine Generation vor dem Computer
Du hast ein Spiel gespielt, das bei Verbindung der richtigen Frage mit der richtigen Antwort per Kabel mit Metallkontakten ein Lämpchen zum Leuchten brachte - es gab mehrere Wissensgebiete als Karten zum Austauschen.
Die ‘’Atari CX-2600’’-Spielekonsole war für Dich mal State-of-the-Art. Pong, Space Invaders, Asteroids, Donkey Kong - in dieser Reihenfolge. Und Pacman. Und Break-Out. Und wer keine Atari-Konsole hatte, stand vor den gleichnamigen Spielautomaten in den Eingangshallen der ersten Einkaufszentren. Oder verstohlen in den Spielhöllen, in die man eigentlich erst ab 18 durfte. In Opas Stammkneipe gab’s höchstens ‘nen Flipper.
Software kaufte man in Form von Zeitschriften: als Listings (oft mit Druckfehlern drin). Softwaretausch lief auf dem Postweg auf 5,25" Disketten adressiert mit vierstelliger Postleitzahl. Zur Datenfernübertragung drückte man den Telefonhörer in den Akkustikkoppler und los gings mit 300 Baud (~30cps). Das Internet war noch das Arpanet und die paar Leute, die davon wussten, hätten niemals gedacht, dass man mit seiner Hilfe mal Pizza bestellen können würde.
Senso!
Der erste Computer in der Schule war der Commodore PET.
Du standst im Karstadt und poketest in den 64er. Du konntest ein Programm analysieren ohne den Quellcode zu haben, nur indem Du Dir angesehen hast, was im Speicher stand. LOAD»$«,8 — SYS 64738 — POKE53281,0 — Oleander, KBR, 1103, GCS.
Du weißt noch, daß SAM nicht unbedingt Sam Hawkins aus Winnetou war, sondern das erste »Text to Speech«-Wunder auf dem 64er, das sogar Listings aus der 64er korrekturlesen konnte. »I am SAM, the Software Automatic Mouth for your Commodore 64.« Das Demoprogramm konnte neben einigen Zitaten (»Ask not what your country can do for you...«) auf Tastendruck Ziffern ansagen, was bei jeder Demonstration für einen Lacher gut war, wenn SAM als Hommage an Paul Hardcastles Vietnambewältigung »Na-na-na-na-nine« sagte.
[Die älteste Fassung dieser Seiten, die ich noch habe, stammt aus dem Juli 2000. Die Arbeit daran begann aber mit Sicherheit schon im letzten Jahrtausend. Über viele Jahre hinweg waren diese Listen Wikiseiten und wurden von vorbeisurfenden Altersgenossen erweitert.]
Die ‘’Atari CX-2600’’-Spielekonsole war für Dich mal State-of-the-Art. Pong, Space Invaders, Asteroids, Donkey Kong - in dieser Reihenfolge. Und Pacman. Und Break-Out. Und wer keine Atari-Konsole hatte, stand vor den gleichnamigen Spielautomaten in den Eingangshallen der ersten Einkaufszentren. Oder verstohlen in den Spielhöllen, in die man eigentlich erst ab 18 durfte. In Opas Stammkneipe gab’s höchstens ‘nen Flipper.
Software kaufte man in Form von Zeitschriften: als Listings (oft mit Druckfehlern drin). Softwaretausch lief auf dem Postweg auf 5,25" Disketten adressiert mit vierstelliger Postleitzahl. Zur Datenfernübertragung drückte man den Telefonhörer in den Akkustikkoppler und los gings mit 300 Baud (~30cps). Das Internet war noch das Arpanet und die paar Leute, die davon wussten, hätten niemals gedacht, dass man mit seiner Hilfe mal Pizza bestellen können würde.
Senso!
Der erste Computer in der Schule war der Commodore PET.
Du standst im Karstadt und poketest in den 64er. Du konntest ein Programm analysieren ohne den Quellcode zu haben, nur indem Du Dir angesehen hast, was im Speicher stand. LOAD»$«,8 — SYS 64738 — POKE53281,0 — Oleander, KBR, 1103, GCS.
Du weißt noch, daß SAM nicht unbedingt Sam Hawkins aus Winnetou war, sondern das erste »Text to Speech«-Wunder auf dem 64er, das sogar Listings aus der 64er korrekturlesen konnte. »I am SAM, the Software Automatic Mouth for your Commodore 64.« Das Demoprogramm konnte neben einigen Zitaten (»Ask not what your country can do for you...«) auf Tastendruck Ziffern ansagen, was bei jeder Demonstration für einen Lacher gut war, wenn SAM als Hommage an Paul Hardcastles Vietnambewältigung »Na-na-na-na-nine« sagte.
[Die älteste Fassung dieser Seiten, die ich noch habe, stammt aus dem Juli 2000. Die Arbeit daran begann aber mit Sicherheit schon im letzten Jahrtausend. Über viele Jahre hinweg waren diese Listen Wikiseiten und wurden von vorbeisurfenden Altersgenossen erweitert.]
Freitag, 2. Januar 1998
Kultfilme und Kultfilmmacher
[Weiter geht’s mit dem Verbloggen von Uraltcontent... alles wird serendipitisiert!]
Als Kind war ich regelmäßiger Besucher der sonntäglichen Nachmittagsvorstellung des Burg-Theaters in Neunkirchen. Aus dieser Zeit stammen meine detaillierten Kenntnisse der Kampftechniken japanischer Monster und britischer Geheimagenten. Star Wars V oder VI hab ich im Gloria in Saarbrücken genießen dürfen, als das noch ein Kino war (heute ist es eine Disco und wechselt öfter den Namen als ich diese Seiten update).
Als Videorecorder dann auch für uns bezahlbar wurden, hab ich angefangen, mich durch das gesamte Repertoire der privaten Videosammlungen der Nachbarn durchzuarbeiten. Ich war noch lange fleißiger Kinogänger, dann starben die kleinen, geilen Kinos und überall machten Multiplexe auf.
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Als Kind war ich regelmäßiger Besucher der sonntäglichen Nachmittagsvorstellung des Burg-Theaters in Neunkirchen. Aus dieser Zeit stammen meine detaillierten Kenntnisse der Kampftechniken japanischer Monster und britischer Geheimagenten. Star Wars V oder VI hab ich im Gloria in Saarbrücken genießen dürfen, als das noch ein Kino war (heute ist es eine Disco und wechselt öfter den Namen als ich diese Seiten update).
Als Videorecorder dann auch für uns bezahlbar wurden, hab ich angefangen, mich durch das gesamte Repertoire der privaten Videosammlungen der Nachbarn durchzuarbeiten. Ich war noch lange fleißiger Kinogänger, dann starben die kleinen, geilen Kinos und überall machten Multiplexe auf.
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