Anno 1404 erscheint offiziell erst nächste Woche, aber dank des Kopierschutzes TAGÈS, der eine Online-Aktivierung erzwingt und nur eine begrenzte Zahl von Installationsversuchen erlaubt, kassiert das Spiel auf Amazon schon vorab so viele schlechte Wertungen, dass es inzwischen auf anderthalb Sterne gefallen ist.
Andere Spiele, die aus ähnlichen Gründen schlecht bewertet wurden, haben sich davon übrigens nicht erholt: Spore und GTA IV müssen viele Monate nach dem Verkaufsstart immer noch mit zweieinhalb Sternen auskommen; zum Vergleich: die Konsolenversionen von GTA IV haben jeweils vier Sterne, bei der PC-Version von Sims 3 verzichtete Electronic Arts nach Protesten der Sims-Community auf die Online-Aktivierung und wurde dafür mit vier Sternen belohnt.
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Ubisoft von Amazon-Kunden für Kopierschutz abgestraft
Donnerstag, 5. März 2009
Gamer als Krisengewinnler: PS3-Spiele von amazon.co.uk
Mirror’s Edge (PS3) bei Amazon Deutschland: 30 Euro
Mirror’s Edge (PS3) bei Amazon UK: £18.62 = 21 Euro
Civilization Revolution (PS3) bei Amazon Deutschland: 60 Euro
Civilization Revolution (PS3) bei Amazon UK: £15.32 = 17 Euro
Da greif ich doch zu, bevor der Euro dem Pfund hinterherpurzelt und der gute Wechselkurs wieder flöten ist. Meine PS3 ist eh auf Englisch als Systemsprache eingestellt, aber bei den vielen PS3-Spielen ist die UK-Version eh mit der internationalen Version identisch, die deutsche Fassung ist also meist auch auf der britischen Disc mit drauf. BeiVideos (DVD, Blu-ray) DVDs, die es bei Amazon UK teilweise auch deutlich günstiger gibt als bei uns, gilt das leider nicht: ich hab m.W. keine einzige Scheibe DVD aus Großbritannien, die eine deutsche Tonspur oder auch nur deutsche Untertitel mitbringt. [Nachtrag: meine UK-Blu-ray-Discs haben tatsächlich die deutsche Fassung mit drauf, danke für den Hinweis, Präsi!]
The Wire, die beste Fernsehserie, die keiner kennt, gibt’s bei Amazon Deutschland oder auf eBay auf DVD als UK-Import für im Schnitt 25 Euro pro Staffel — alle fünf Staffeln in einer Box liefert amazon.co.uk für unter hundert Euro (£88,62). Allerdings hab ich den Verdacht, dass in den nächsten Monaten oder Jahren auch noch eine synchronisierte Fassung auf DVD erscheint, zumindest tauchen in einschlägigen Quellen vereinzelte Folgen der ersten Staffel auf deutsch als »dvdrip« auf. Die DVDs, von denen die gerippt sind, hab ich allerdings noch nirgends gesehen, nicht mal als Vorankündigung.
(Und hiermit verschwinde ich wieder in der Versenkung und guck der Welt weiter beim Untergehen zu.)
Nachtrag, 10. März 2009: Die Preise rutschen anscheinend weiter. Ich hatte bei amazon.co.uk noch eine Hand voll Spiele und Filme im Einkaufskorb vorgemerkt, als ich heute einen Blick darauf warf, kamen gleich drei Meldungen, die mich drüber informierten, dass Produkte im Einkaufskorb jetzt noch billiger seien. Viele Blu-Ray-Discs liegen unter zehn Euro, viele PS3-Spiele unter zwanzig. »Valkyria Chronicles« kostet bei Amazon Deutschland siebzig Euro, bei Amazon UK nur dreißig (letzte Woche waren’s noch vierzig Euro).
Mirror’s Edge (PS3) bei Amazon UK: £18.62 = 21 Euro
Civilization Revolution (PS3) bei Amazon Deutschland: 60 Euro
Civilization Revolution (PS3) bei Amazon UK: £15.32 = 17 Euro
Da greif ich doch zu, bevor der Euro dem Pfund hinterherpurzelt und der gute Wechselkurs wieder flöten ist. Meine PS3 ist eh auf Englisch als Systemsprache eingestellt, aber bei den vielen PS3-Spielen ist die UK-Version eh mit der internationalen Version identisch, die deutsche Fassung ist also meist auch auf der britischen Disc mit drauf. Bei
The Wire, die beste Fernsehserie, die keiner kennt, gibt’s bei Amazon Deutschland oder auf eBay auf DVD als UK-Import für im Schnitt 25 Euro pro Staffel — alle fünf Staffeln in einer Box liefert amazon.co.uk für unter hundert Euro (£88,62). Allerdings hab ich den Verdacht, dass in den nächsten Monaten oder Jahren auch noch eine synchronisierte Fassung auf DVD erscheint, zumindest tauchen in einschlägigen Quellen vereinzelte Folgen der ersten Staffel auf deutsch als »dvdrip« auf. Die DVDs, von denen die gerippt sind, hab ich allerdings noch nirgends gesehen, nicht mal als Vorankündigung.
(Und hiermit verschwinde ich wieder in der Versenkung und guck der Welt weiter beim Untergehen zu.)
Nachtrag, 10. März 2009: Die Preise rutschen anscheinend weiter. Ich hatte bei amazon.co.uk noch eine Hand voll Spiele und Filme im Einkaufskorb vorgemerkt, als ich heute einen Blick darauf warf, kamen gleich drei Meldungen, die mich drüber informierten, dass Produkte im Einkaufskorb jetzt noch billiger seien. Viele Blu-Ray-Discs liegen unter zehn Euro, viele PS3-Spiele unter zwanzig. »Valkyria Chronicles« kostet bei Amazon Deutschland siebzig Euro, bei Amazon UK nur dreißig (letzte Woche waren’s noch vierzig Euro).
Mittwoch, 3. Dezember 2008
GTA IV (PC) zum Abschuss freigegeben
Zum Vergleich hier Screenshots der Amazon-Kundenwertungen von Spore und GTA IV:
Spore (4Players-Wertung: 80%):

GTA IV für PC (4Players-Wertung: 94% für die Konsolen-Versionen):

Natürlich sind die ungnädigen Wertungen einzig der mangelnden Spieltiefe (Spore) und den technischen Unzulänglichkeiten (GTA IV) geschuldet. Paranoide, aber nichtsdestotrotz wirkungslose Schutzmaßnahmen wie SecuROM, Online-Aktivierung und permanente Überwachung der Spielgewohnheiten (auch von Single-Playern) haben damit nichts zu tun — sowas stört nach verlässlichen Auswertungen derKopierschutzhersteller Spieleindustrie nur 0,000002% der Konsumschafe. Die Hälfte der Leute, die bei Amazon Minimalwertungen vergeben, sind Raubkopierer und die andere Hälfte ist einfach zu doof, um zu verstehen, wie das Wertungssystem von Amazon funktioniert — das hat der Zahnpastaverkäufer von EA ja letztens schon geklärt.
Nachtrag, 16. Dezember 2008: Inzwischen haben bei amazon.de 467 Kunden eine Bewertung für die PC-Version von GTA IV abgegeben, davon vergaben 312 die schlechteste Wertung. Der Wertungsdurchschnitt bleibt stabil bei zwei von fünf Sternen. Das ist Macht des »aufgebrachten Mobs«.
Meine Stimme bei der 4P-Leserwahl zum Spiel des Jahres 2008 musste ich übrigens für MGS4 abgeben, den interaktiven Film über den alternden Snake. Ich hab zwar deutlich mehr Zeit in Liberty City verbracht, aber bei allem Spaß, den ich dabei hatte, bin ich mit Niko Bellic nicht warm geworden. Mein liebster GTA-Protagonist bleibt weiterhin Tommy Vercetti aus Vice City.
LittleBigPlanet wäre vielleicht auch eine Überlegung wert gewesen, wenn der Online-Modus nicht schlichtweg kaputt wäre. Es ist die absolute Ausnahme, dass man mal mehrere Level am Stück mit einem Mitspieler durchzocken kann, ohne dass man die hässliche »Network error«-Meldung sieht. Die vier Sackmännchen, die man in den Trailern von LBP ständig gemeinsam durch die Level laufen sieht, sind ein Mythos (bzw. nur lokal mit mehreren Spielern vor einer gemeinsamen PS3 vorstellbar). Im echten Leben laggt das Gameplay massiv, sobald ein dritter Spieler dazustößt. Da hat Sony, wie bei Home, versagt.
Ah, Home. Ich kann mir nicht verkneifen, mich darüber auszukotzen. Bei Home verschleiert man die totale Fehleinschätzung der Leistungsfähigkeit des Dienstes als Beta- und Lasttest — was soll das denn für ein Lasttest sein, wenn man als Nutzer tagelang bei jedem Versuch, einen Blick auf Home zu werfen, ein Timeout vom Loginserver (»C-931«) bekommt? Wenn man dann mal reinkommt, stellt man beim Durchrennen durch alle verfügbaren Bereiche — der Dienst ist sehr überschaubar — fest, dass höchstens ein paar Hundert Nutzer gleichzeitig online sind — und das sieht im Home für US-Nutzer nicht anders aus (und der Dienst scheint, abgesehen von den unterschiedlichen Regionen, nichtinstanziert instantiiert in Instanzen aufgeteilt zu sein). Das scheinen mir eher peinliche Nutzerzahlen zu sein.
Sony kackt übrigens mal wieder (aus großer Höhe) auf die europäischen User und ignoriert unsere besonderen Verhältnisse: Im US-Home verständigt man sich ganz überwiegend in etwas, was man wohlwollend als »Englisch« bezeichnen könnte. Ich vermute im japanischen Home spricht man hauptsächlich Japanisch. Wir Europäer landen, anscheinend zusammen mit den südamerikanischen PS3-Besitzern, in einem Home, in dem eine Sprachverwirrung babylonischen Ausmaßes herrscht. Beim Durchrennen hab ich Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch gelesen — und eine unbestimmte Anzahl weiterer Sprachen, die ich nicht zuordnen konnte. Das wird sicher erst so richtig spaßig, wenn alle rein kommen, die rein wollen.
Wäre es bei einem Dienst, der Spieler aus der ganzen Welt zusammenbringen soll, nicht angesagt, auf die regionale Aufteilung zu scheißen und die jeweilige Home-Instanz basierend auf der Spracheinstellung der PS3 auszuwählen? Wer seine PS3 auf Suaheli eingestellt hat, will in Home vermutlich bevorzugt andere Suahelisprachige treffen, unabhängig davon, wo die gerade wohnen. Dagegen spricht aus Sicht von Sony natürlich, dass die Home-Kunden dann schlechter an die potenziellen Werbekunden vermarktet werden könnten. Was anderes ist Home ja nicht: ein mit Reklame vollgekleisterter Avatar-Chat, in dem sogar die Avatare aussehen, als wären sie gerade einem Werbespot entstiegen.
Spore (4Players-Wertung: 80%):

Amazon-Kundenrezensionen zu Spore
GTA IV für PC (4Players-Wertung: 94% für die Konsolen-Versionen):

Amazon-Kundenrezensionen zu GTA IV
Natürlich sind die ungnädigen Wertungen einzig der mangelnden Spieltiefe (Spore) und den technischen Unzulänglichkeiten (GTA IV) geschuldet. Paranoide, aber nichtsdestotrotz wirkungslose Schutzmaßnahmen wie SecuROM, Online-Aktivierung und permanente Überwachung der Spielgewohnheiten (auch von Single-Playern) haben damit nichts zu tun — sowas stört nach verlässlichen Auswertungen der
Nachtrag, 16. Dezember 2008: Inzwischen haben bei amazon.de 467 Kunden eine Bewertung für die PC-Version von GTA IV abgegeben, davon vergaben 312 die schlechteste Wertung. Der Wertungsdurchschnitt bleibt stabil bei zwei von fünf Sternen. Das ist Macht des »aufgebrachten Mobs«.
Meine Stimme bei der 4P-Leserwahl zum Spiel des Jahres 2008 musste ich übrigens für MGS4 abgeben, den interaktiven Film über den alternden Snake. Ich hab zwar deutlich mehr Zeit in Liberty City verbracht, aber bei allem Spaß, den ich dabei hatte, bin ich mit Niko Bellic nicht warm geworden. Mein liebster GTA-Protagonist bleibt weiterhin Tommy Vercetti aus Vice City.
LittleBigPlanet wäre vielleicht auch eine Überlegung wert gewesen, wenn der Online-Modus nicht schlichtweg kaputt wäre. Es ist die absolute Ausnahme, dass man mal mehrere Level am Stück mit einem Mitspieler durchzocken kann, ohne dass man die hässliche »Network error«-Meldung sieht. Die vier Sackmännchen, die man in den Trailern von LBP ständig gemeinsam durch die Level laufen sieht, sind ein Mythos (bzw. nur lokal mit mehreren Spielern vor einer gemeinsamen PS3 vorstellbar). Im echten Leben laggt das Gameplay massiv, sobald ein dritter Spieler dazustößt. Da hat Sony, wie bei Home, versagt.
Ah, Home. Ich kann mir nicht verkneifen, mich darüber auszukotzen. Bei Home verschleiert man die totale Fehleinschätzung der Leistungsfähigkeit des Dienstes als Beta- und Lasttest — was soll das denn für ein Lasttest sein, wenn man als Nutzer tagelang bei jedem Versuch, einen Blick auf Home zu werfen, ein Timeout vom Loginserver (»C-931«) bekommt? Wenn man dann mal reinkommt, stellt man beim Durchrennen durch alle verfügbaren Bereiche — der Dienst ist sehr überschaubar — fest, dass höchstens ein paar Hundert Nutzer gleichzeitig online sind — und das sieht im Home für US-Nutzer nicht anders aus (und der Dienst scheint, abgesehen von den unterschiedlichen Regionen, nicht
Sony kackt übrigens mal wieder (aus großer Höhe) auf die europäischen User und ignoriert unsere besonderen Verhältnisse: Im US-Home verständigt man sich ganz überwiegend in etwas, was man wohlwollend als »Englisch« bezeichnen könnte. Ich vermute im japanischen Home spricht man hauptsächlich Japanisch. Wir Europäer landen, anscheinend zusammen mit den südamerikanischen PS3-Besitzern, in einem Home, in dem eine Sprachverwirrung babylonischen Ausmaßes herrscht. Beim Durchrennen hab ich Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch gelesen — und eine unbestimmte Anzahl weiterer Sprachen, die ich nicht zuordnen konnte. Das wird sicher erst so richtig spaßig, wenn alle rein kommen, die rein wollen.
Wäre es bei einem Dienst, der Spieler aus der ganzen Welt zusammenbringen soll, nicht angesagt, auf die regionale Aufteilung zu scheißen und die jeweilige Home-Instanz basierend auf der Spracheinstellung der PS3 auszuwählen? Wer seine PS3 auf Suaheli eingestellt hat, will in Home vermutlich bevorzugt andere Suahelisprachige treffen, unabhängig davon, wo die gerade wohnen. Dagegen spricht aus Sicht von Sony natürlich, dass die Home-Kunden dann schlechter an die potenziellen Werbekunden vermarktet werden könnten. Was anderes ist Home ja nicht: ein mit Reklame vollgekleisterter Avatar-Chat, in dem sogar die Avatare aussehen, als wären sie gerade einem Werbespot entstiegen.
Geschrieben von Marc
in Spielkind
um
18:19
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Tags für diesen Artikel: DRM, FAIL, Gaming, GTA, Konsumverweigerung, Kopierschutz, Playstation, Spore, Wintendo
Samstag, 15. November 2008
Ich kann Dich hören, Sackgesicht!
LittleBigPlanet ist ein ausgesprochen schönes Hüpf-und-Renn-Spiel mit einem manchmal halbwegs funktionierenden Mehrspielermodus. Besonders unterhaltsam ist für mich die Tatsache, dass zahlreiche meiner zufällig zugewiesenen Mitspieler keine Ahnung haben, dass sie bei angeschlossenem Headset oder mikrofonbestückter Kamera jedes Geräusch im Raum an alle Spieler der Runde übertragen. Da ich weder über das eine, noch das andere verfüge, weiß ich nicht, ob bzw. wie viele Konfigurationsschritte nötig sind, um die Sprachübertragung zu aktivieren, oder ob beim Starten des Multiplayermodus gar eine Warnmeldung angezeigt wird, die die Betroffenen einfach nur überlesen.
Ich weiß nur, dass ich mich gerne von der guten Laune anstecken lasse, die die von mir »Abgehörten« ausstrahlen. LittleBigPlanet macht nämlich echt Spaß. Außer wenn man sich doof dran stellt. Da ist z.B. dieses Level mit den riesigen Stoffwalzen (im Video ab 5:00), über die man äußerst geschickt hüpfen muss, um nicht in ein darunter loderndes Flammenmeer abzustürzen.
Genauer: man muss eigentlich nur dann geschickt sein, wenn man noch nicht verstanden hat, dass man sich an den Walzen festhalten kann — hat man das erst mal gerafft, ist das Level nicht mehr schwer.
Ich bin nicht von alleine drauf gekommen. Meine amerikanisch klingenden Mitspieler am Donnerstag auch nicht.
Im Mehrspielermodus versuchten wir das Level zu zweit bestimmt ein halbes Dutzend Mal. Am »anderen Ende« konnte ich einen Vater mit seiner Tochter hören, eine sonore und eine sehr helle, nach Kindergarten klingende Stimme. Ich schickte den beiden eine Textnachricht: »I can hear you« und konnte auch hören, wie der Papa sie vorlas, aber der Groschen schien nicht zu fallen. Die ersten vier, fünf Durchgänge waren sehr spaßig, ich freute mich an der hellen Begeisterung der Kinderstimme und fand es einfach total süüüüß, wenn die Kleine ganz traurig feststellte, dass ich wieder mal (temporär) gestorben war: »Awww, he died!«
Aber dann war plötzlich Schluss mit lustig: anscheinend wollte die Kleine auch mal spielen, verstand aber die Steuerung nicht sofort und schaffte es nicht, von einem Vorsprung runterzuhüpfen. Da verlor der eben noch bestens gelaunte Papa von einem Moment auf den anderen die Geduld mit seiner Tochter und begann, sie auf das Wüsteste zu beschimpfen. In der Zeit, die ich brauchte, um »I can hear you BOTH« über den Controller einzugeben und das Spiel zu verlassen — ich wollte nicht auch noch Ohrenzeuge einer körperlichen Züchtigung werden — erfuhr ich übrigens, dass es sich bei dem Kind um ein Mädchen handelte. Es gibt halt Schimpfwörter, die man einem Jungen nicht gibt, egal wie »fuckin’ stupid« er sich dran stellt.
Sackboy, der Protagonist von LittleBigPlanet
Genauer: man muss eigentlich nur dann geschickt sein, wenn man noch nicht verstanden hat, dass man sich an den Walzen festhalten kann — hat man das erst mal gerafft, ist das Level nicht mehr schwer.
Ich bin nicht von alleine drauf gekommen. Meine amerikanisch klingenden Mitspieler am Donnerstag auch nicht.
Im Mehrspielermodus versuchten wir das Level zu zweit bestimmt ein halbes Dutzend Mal. Am »anderen Ende« konnte ich einen Vater mit seiner Tochter hören, eine sonore und eine sehr helle, nach Kindergarten klingende Stimme. Ich schickte den beiden eine Textnachricht: »I can hear you« und konnte auch hören, wie der Papa sie vorlas, aber der Groschen schien nicht zu fallen. Die ersten vier, fünf Durchgänge waren sehr spaßig, ich freute mich an der hellen Begeisterung der Kinderstimme und fand es einfach total süüüüß, wenn die Kleine ganz traurig feststellte, dass ich wieder mal (temporär) gestorben war: »Awww, he died!«
Aber dann war plötzlich Schluss mit lustig: anscheinend wollte die Kleine auch mal spielen, verstand aber die Steuerung nicht sofort und schaffte es nicht, von einem Vorsprung runterzuhüpfen. Da verlor der eben noch bestens gelaunte Papa von einem Moment auf den anderen die Geduld mit seiner Tochter und begann, sie auf das Wüsteste zu beschimpfen. In der Zeit, die ich brauchte, um »I can hear you BOTH« über den Controller einzugeben und das Spiel zu verlassen — ich wollte nicht auch noch Ohrenzeuge einer körperlichen Züchtigung werden — erfuhr ich übrigens, dass es sich bei dem Kind um ein Mädchen handelte. Es gibt halt Schimpfwörter, die man einem Jungen nicht gibt, egal wie »fuckin’ stupid« er sich dran stellt.
Sonntag, 9. November 2008
Fallout 3: Cartoon-Physik und kein 16:9
Fallout 3 läuft auf der PS3 auf einem 16:9-SD-Fernseher nur in 4:3 (und, so entnimmt man den Foren, auf einem HD-Fernseher nicht mal in 1080i). Ich hab eine Originalversion, um mich nicht über eine oblivionesque Lokalisierung oder die Vorstellungen deutscher Medienwächter zum Thema Gewaltverherrlichung ärgern zu müssen (und, nicht zuletzt, damit Ubi keinen Euro an mir verdient). Mit so grundlegenden Problemen wie der fehlenden Unterstützung des Bildverhältnisses meines Fernsehers oder einer Physik-Engine, die willkürlich auf Cartoon-Physik umschaltet, hatte ich nicht gerechnet. Der Reiz umherfliegender Gließmaßen legt sich recht schnell, wenn man sieht, wie unrealistisch die Treffer im unzensierten Fallout 3 wirken. Mein persönliches Highlight war der Raider, dessen abgeschossener Fuß auf dem Boden stehen blieb, während der Rest des Körpers von der unglaublichen Wucht eines 10mm-Projektils aus meiner Pistole meterhoch durch die Luft geschleudert wurde. Vielleicht soll das ja der Ersatz für den zynischen Humor sein, der die Serie früher mal prägte. Und das erhoffte Mad Max-Feeling will nicht aufkommen.
Na, warten wir mal den Patch ab.
Der war gut, gell? Auf einen Patch für die PS3 warten die »Oblivion IV«-Spieler nämlich auch noch. Lt. Bethesda-Forum muss man eine Erweiterung kaufen, um in den Genuss einer weniger fehlerhaften Version des Spiels zu kommen. Denen hat doch jemand ins Gehirn geschissen. Mir auch, sonst würde ich nicht immer wieder aufs Neue auf diesen Marketing-Mindrape reinfallen. Ich muss mir wohl, wie in Memento, ein paar Regeln in Spiegelschrift auf die Brust tätowieren lassen.
Nachtrag, 11. Januar 2009: Nachdem ich es auf HD durchgespielt hab, bin ich damit ganz glücklich. Hardcore-Fans von Fallout 1 und 2 fehlt vielleicht die »Seele« der Vorversionen, von GTA4 u.ä. verwöhnt erscheint die Spielwelt vielleicht etwas eintönig und begrenzt — und ich bin auch noch nicht sicher, ob ich es ein zweites Mal durchspielen werde, aber beim ersten Mal hat es mich doch eine ganze Weile gut unterhalten. Patches gab es — wider Erwarten — übrigens auch schon, zuletzt wurde die Unterstützung für PS3-Trophies integriert.
Der war gut, gell? Auf einen Patch für die PS3 warten die »Oblivion IV«-Spieler nämlich auch noch. Lt. Bethesda-Forum muss man eine Erweiterung kaufen, um in den Genuss einer weniger fehlerhaften Version des Spiels zu kommen. Denen hat doch jemand ins Gehirn geschissen. Mir auch, sonst würde ich nicht immer wieder aufs Neue auf diesen Marketing-Mindrape reinfallen. Ich muss mir wohl, wie in Memento, ein paar Regeln in Spiegelschrift auf die Brust tätowieren lassen.
Nachtrag, 11. Januar 2009: Nachdem ich es auf HD durchgespielt hab, bin ich damit ganz glücklich. Hardcore-Fans von Fallout 1 und 2 fehlt vielleicht die »Seele« der Vorversionen, von GTA4 u.ä. verwöhnt erscheint die Spielwelt vielleicht etwas eintönig und begrenzt — und ich bin auch noch nicht sicher, ob ich es ein zweites Mal durchspielen werde, aber beim ersten Mal hat es mich doch eine ganze Weile gut unterhalten. Patches gab es — wider Erwarten — übrigens auch schon, zuletzt wurde die Unterstützung für PS3-Trophies integriert.
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