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Donnerstag, 26. August 2010
Si tacuisses...
Hätten wir ihn totgeschwiegen, würde er sich vielleicht nicht dumm und dämlich verdienen.


Geschrieben von Marc
in Medienjunkie, Schwarzseher
um
18:47
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Mittwoch, 25. August 2010
Wie man in den Wald hinein ruft...
Ein Kollege hatte mir ein interessantes Angebot weitergeleitet: ein kleiner Netgear-GE-Switch zu einem, dank mitgeliefertem Gutschein-Code, sehr attraktiven Preis. Ich hab bestellt.
Am folgenden Tag bekam ich eine Mail, die mich — ohne jede Erläuterung — darüber informierte, dass die Gutschrift storniert worden sei.
Ich hab meine Bestellung dann natürlich komplett storniert. Mein gleichzeitig geäußerter Wunsch, dass meine Adressdaten aus den Datenbanken des Lieferanten gelöscht werden sollen, wurde ignoriert. Meinen Account im Webshop könne ich selbst »deaktivieren«, wurde mir geantwortet. Ich hab daraufhin auf §35 BDSG verwiesen: schließlich ist offensichtlich kein Kaufvertrag zustande gekommen, sonst hätte der Lieferant die Bestellung ja nicht nachträglich und einseitig zu seinen Gunsten ändern können. Es gibt also keinen Grund, warum die Firma weiterhin über meine Daten verfügen können sollte, weder im Webshop noch in der Fibu. Genügt der Hinweis auf das Bundesdatenschutzgesetz noch nicht, werde ich in Erwägung ziehen, mich an meinen Datenschutzbeauftragten zu wenden.
Nur mal so als Hinweis… hätte die Stornierung der Gutschrift eine erläuternde, entschuldigende Formulierung enthalten, sowas wie »Wir bitten um Verständnis, dass uns ein technischer Fehler unterlaufen ist, als wir den Gutschein angekommen haben«, wäre alles gut gewesen. Der Grundpreis des Switches wäre immer noch attraktiv genug gewesen um die Bestellung aufrecht zu erhalten. Aber so eine schlechte Kundenkommunikation kann ich aus prinzipiellen Erwägungen nicht mit Umsatz belohnen. Im Gegenteil, ich werde alles daran setzen, dass die Kommunikation mit mir den Lieferanten mehr als die €3,99 kostet, mit denen er mich ursprünglich auf www.¢¥b€rport.de gelockt hatte.
Am folgenden Tag bekam ich eine Mail, die mich — ohne jede Erläuterung — darüber informierte, dass die Gutschrift storniert worden sei.
Ich hab meine Bestellung dann natürlich komplett storniert. Mein gleichzeitig geäußerter Wunsch, dass meine Adressdaten aus den Datenbanken des Lieferanten gelöscht werden sollen, wurde ignoriert. Meinen Account im Webshop könne ich selbst »deaktivieren«, wurde mir geantwortet. Ich hab daraufhin auf §35 BDSG verwiesen: schließlich ist offensichtlich kein Kaufvertrag zustande gekommen, sonst hätte der Lieferant die Bestellung ja nicht nachträglich und einseitig zu seinen Gunsten ändern können. Es gibt also keinen Grund, warum die Firma weiterhin über meine Daten verfügen können sollte, weder im Webshop noch in der Fibu. Genügt der Hinweis auf das Bundesdatenschutzgesetz noch nicht, werde ich in Erwägung ziehen, mich an meinen Datenschutzbeauftragten zu wenden.
Nur mal so als Hinweis… hätte die Stornierung der Gutschrift eine erläuternde, entschuldigende Formulierung enthalten, sowas wie »Wir bitten um Verständnis, dass uns ein technischer Fehler unterlaufen ist, als wir den Gutschein angekommen haben«, wäre alles gut gewesen. Der Grundpreis des Switches wäre immer noch attraktiv genug gewesen um die Bestellung aufrecht zu erhalten. Aber so eine schlechte Kundenkommunikation kann ich aus prinzipiellen Erwägungen nicht mit Umsatz belohnen. Im Gegenteil, ich werde alles daran setzen, dass die Kommunikation mit mir den Lieferanten mehr als die €3,99 kostet, mit denen er mich ursprünglich auf www.¢¥b€rport.de gelockt hatte.
Freitag, 20. August 2010
Der Stromausfall
Am Mittwoch morgen fiel bei mir zum dritten Mal in diesem Jahr der Strom aus. Mal wieder für über eine Stunde. Diesmal hab ich mir erlaubt, bei meinem regionalen Stromanbieter, den Dortmunder Stadtwerken, nachzufragen, was Sache ist:
Die Antwort kam schon am nächsten Tag:
Ich konnte mir nicht verkneifen, hierauf zu antworten:
Ich könnte wetten, dass ich hierauf keine Antwort mehr bekommen werde. Falls doch, werde ich die gerne hier nachtragen.
Nachtrag, 27. August 2010: Es kam noch eine Antwort, aber das war nur ein bedeutungsloser Marketingspruch.
Schönen guten Tag,
ich wohne seit einigen, wenigen Jahren in $ortsteil in $strasse.
Heute morgen, so zwischen 4:30 und 6:30, ist in $ortsteil für ein bis zwei Stunden der Strom ausgefallen. Das war das zweite Mal binnen relativ kurzer Zeit.
Aus meinem eigenen Arbeitsumfeld weiß ich, dass — wegen der halbwegs konsequent totgeschwiegenen, aber dennoch real existierenden Weltwirtschaftskrise 2.0 — in vielen Firmen ein Sparzwang ausgerufen wurde.
Wurde für die Dortmunder Stadtwerke auch das große Sparen angesagt?
Und, wenn ja, gibt’s einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Sparen und den Stromausfällen? (Und wenn es so wäre, dürften Sie daszugebeneinräumen?)
Bitte verstehen Sie meine Anfrage nicht falsch:
- mir ist kein wirtschaftlicher Schaden durch den Stromausfall entstanden;
- ich bin nicht mal Stromkunde bei Ihnen, sondern bei Lichtblick, weil ich sichergehen will, dass ich nicht für Atomstrom zahle und dass ein Konzern wie RWE so wenig wie möglich an mir verdient, und ich nicht sicher bin, ob das bei DEW21-Strom der Fall wäre;
- ich bin total glücklich mit den restlichen Dienstleistungen von DEW21, ich bin insbesondere begeistert von der Wasserqualität (derart begeistert, dass ich inzwischen kein Wasser und keine Säfte mehr aus dem Laden nach Hause schleppe, sondern Saft-Konzentrat mit Leitungswasser verdünne).
Ich bin bloß neugierig und frage mich, ob es Zeit wird, mir für mein kleines, privates Heimrechenzentrum eine USV anzuschaffen, damit die Rechner wenigstens Zeit haben, sauber runterzufahren.
Mit freundlichem Gruß,
$name, $ortsteil
Die Antwort kam schon am nächsten Tag:
Sehr geehrter Herr $name,
zunächst einmal vielen Dank für Ihre Email.
In der Tat hatte DEW21 am 18.08.10 gegen 05:00 Uhr eine Mittelspannungsstörung (Netzfehler) die zum Stromausfall geführt hat. Desweiteren können Sie möglicherweise auch 02.08.10 von einer Stromstörung betroffen gewesen sein. Hierfür möchten wir uns natürlich entschuldigen.
Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass Störungen im Stromnetz nicht mit einem weltwirtschaftlichen Sparzwang zusammen hängen. Selbstverständlich ist DEW21 bemüht kostengünstig zu arbeiten und zu wirtschaften, dies geht aber auf keinen Fall zu Lasten der Versorgungssicherheit unserer Kunden. Als Beispiel kann ich Ihnen mitteilen, dass der bundesweite Durchschnitt im Bereich »Stromausfall« bei 17 Minuten pro Einwohner pro Jahr liegt, bei DEW21 sind es lediglich sechs Minuten.
Ein für den Bereich Strom zuständiger Kollege hat mir gerade mitgeteilt, dass eine USV bei Rechnern mit wichtigen Daten immer eine gute Lösung darstellt. Unsere Versorgungsqualität liefert allerdings keinen Grund sich eine solche anzuschaffen.
Wir freuen uns, dass unser Wasser Ihnen so gut schmeckt und Sie mit DEW21 zufrieden sind. Bei Interesse, da Sie ja Lichtblickkunde sind, schauen Sie sich gerne unter www.dew21.de unsere zertifizierten Grünstromprodukte an.
Mit freundlichen Grüßen
i.A. Dr. $dew21_name
Unternehmenskommunikation
Ich konnte mir nicht verkneifen, hierauf zu antworten:
Sehr geehrte Frau Dr. $dew21_name,
vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort auf meine Mail vom Mittwoch.
Sie schreiben:
Als Beispiel kann ich Ihnen mitteilen, dass der bundesweite Durchschnitt im Bereich »Stromausfall« bei 17 Minuten pro Einwohner pro Jahr liegt, bei DEW21 sind es lediglich sechs Minuten.
Das ist beruhigend zu hören, das bedeutet ja, dass ich — rein statistisch gesehen — mindestens für die nächsten zehn Jahre nicht mehr mit Stromausfällen rechnen muss. Richtig?
Wir freuen uns, dass unser Wasser Ihnen so gut schmeckt und Sie mit DEW21 zufrieden sind. Bei Interesse, da Sie ja Lichtblickkunde sind, schauen Sie sich gerne unter www.dew21.de unsere zertifizierten
Grünstromprodukte an.
Ich würde nur allzu gerne auf dieses Angebot eingehen, weil ich kommunale oder regionale Lieferanten immer vorziehe, wenn mir die Wahl bleibt.
Ich verfüge leider nicht über Fachwissen in diesem Bereich, mir ist lediglich bekannt, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, herkömmlichen Strom »grünzurechnen« — $eine_firma verkauft z.B. Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken oder so, auf dem tolle, grünliche Labels pappen, der aber unterm Strich wirklich gar nix dazu beiträgt, die Energieversorgung in Deutschland in die (in meinen Augen) richtige Richtung zu bewegen.
Es fehlt mir also einfach die Möglichkeit, einzuschätzen, ob ich durch einen Wechsel zu DEW21 tatsächlich »etwas Gutes tue«, oder ob ich da nur auf Marketingaugenwischerei reinfalle und schlussendlich mehr von meinem Geld bei RWE landet, um dort für Propagandakampagnen für Atom- und Kohlestrom oder dieBestechBeeinflussung von politischen Entscheidungsträgern eingesetzt zu werden.
Dass DEW21 intensivst mit RWE zusammenarbeitet, erweist sich ja schon bei einer einfachen Google-Suche nach »RWE DEW21«. Da erfährt man dann, dass die Hälfte von DEW21 der RWE gehört.
Netter Versuch!
Nix für ungut,
--
$name, $ortsteil
Ich könnte wetten, dass ich hierauf keine Antwort mehr bekommen werde. Falls doch, werde ich die gerne hier nachtragen.
Nachtrag, 27. August 2010: Es kam noch eine Antwort, aber das war nur ein bedeutungsloser Marketingspruch.
Geschrieben von Marc
in Kabelfreak, Schwarzseher
um
15:11
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Dienstag, 27. Juli 2010
Guter Tweet, schlechter Tweet
Sehr witzig, die robots.txt von last.fm:

Glücklicherweise hab ich eben diesen Tweet zuerst gesehen…

…und nicht diesen hier:

Schade, dass er präventiv die Pointe erklärt und Isaac Asimov zum Gegenstand macht (wir machen mal so, als hätten wir den Apostroph nicht gesehen), aber wenigstens ist die URL kurz:

Glücklicherweise hab ich eben diesen Tweet zuerst gesehen…

…und nicht diesen hier:

Schade, dass er präventiv die Pointe erklärt und Isaac Asimov zum Gegenstand macht (wir machen mal so, als hätten wir den Apostroph nicht gesehen), aber wenigstens ist die URL kurz:
http://www.last.fm/robots.txt
http://bit.ly/a7tkEB die robots.txt von last.fm
Braun gehört Gillette gehört P&G
Da hab ich ja gestaunt. Ich wollte eine Frage an den Kundenservice von Braun schicken, aber das Kontaktformular mit angegliederter FAQ kam per IFRAME von Procter & Gamble.
Beim Ausfüllen des Formulars stieß ich auf das Feld »Produktionscode«, glücklicherweise mit einem Link auf »How to Find the UPC or Production Code«. Ein Klick führte mich auf eine FAQ-Seite, die nur aus einem einzigen Link auf »Wo befindet sich der Produktionscode?« bestand. Der nächste Klick enthüllte dann die folgende Information:
Ich hab jetzt zwar keine Erinnerung daran, dass bei der Braun-Zahnbürste auch Pampers dabei waren, aber vielleicht hab ich da bloß beim Auspacken nicht richtig aufgepasst. Die Krönung war aber die folgende Meldung nach dem Absenden meiner Anfrage, die bei mir wohl das Gefühl wecken sollte, dass meine Anfrage in guten Händen ist:
Die Referenznummer (» «) hab ich mir mal notiert, auch wenn ich natürlich kein »Konto« habe und es auf der Website auch augenscheinlich keine Nutzerkonten oder dergleichen gibt.
…und das ist ja jetzt nicht irgendeine Klitsche, sondern einer der größten Konzerne der Welt.
Nachtrag, 28. Juli 2010: Keine Antwort, nicht mal die übliche automatisierte Antwortmail. Bei der Suche nach einer alternativen Kontaktmöglichkeit wurde ich mit folgender Fehlermeldung konfrontiert:

Vielleicht hab ich mich geirrt. Vielleicht kann auch einer der größten Konzerne der Welt eine Klitsche sein.
Nachtrag, 30. Juli 2010: Zu meiner Überraschung kam doch eine Antwort. Ganz und gar nicht überraschen konnte allerdings die Tatsache, dass es sich bei der Antwort um einen Textbaustein handelte, der nichts mit meiner Anfrage zu tun hatte.
Beim Ausfüllen des Formulars stieß ich auf das Feld »Produktionscode«, glücklicherweise mit einem Link auf »How to Find the UPC or Production Code«. Ein Klick führte mich auf eine FAQ-Seite, die nur aus einem einzigen Link auf »Wo befindet sich der Produktionscode?« bestand. Der nächste Klick enthüllte dann die folgende Information:
Wo befindet sich der Produktionscode?
In jedem Karton befinden sich einzelne - in Kunststoff verpackte - Windelpakete. Die Verpackung dieser einzelnen Windelpakete wird durch eine helle Schweißnaht zusammenhalten (sic!). Auf dieser Naht befindet sich an einer Seite eine (nachträglich aufgedruckte) Nummer in schwarzer Schrift. Das ist der Produktionscode, der auch Produktionsnummer oder Chargennummer genannt wird. Bitte beachten Sie, dass in einem Karton Windelpakete mit verschiedenen Produktionscodes abgepackt sein können.
Ich hab jetzt zwar keine Erinnerung daran, dass bei der Braun-Zahnbürste auch Pampers dabei waren, aber vielleicht hab ich da bloß beim Auspacken nicht richtig aufgepasst. Die Krönung war aber die folgende Meldung nach dem Absenden meiner Anfrage, die bei mir wohl das Gefühl wecken sollte, dass meine Anfrage in guten Händen ist:
Vielen Dank für das Einreichen Ihrer Frage. Verwenden Sie diese Referenznummer, um den Vorgang weiter zu verfolgen:
Einer unserer Support-Mitarbeiter wird sich umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen.
Wenn Sie Ihrer Frage Informationen hinzufügen oder die Frage abbrechen möchten, gehen Sie zu Ihrem Konto und wählen Sie unter »Support-Verlauf« die Frage aus.
Die Referenznummer (» «) hab ich mir mal notiert, auch wenn ich natürlich kein »Konto« habe und es auf der Website auch augenscheinlich keine Nutzerkonten oder dergleichen gibt.
…und das ist ja jetzt nicht irgendeine Klitsche, sondern einer der größten Konzerne der Welt.
Nachtrag, 28. Juli 2010: Keine Antwort, nicht mal die übliche automatisierte Antwortmail. Bei der Suche nach einer alternativen Kontaktmöglichkeit wurde ich mit folgender Fehlermeldung konfrontiert:

Vielleicht hab ich mich geirrt. Vielleicht kann auch einer der größten Konzerne der Welt eine Klitsche sein.
Nachtrag, 30. Juli 2010: Zu meiner Überraschung kam doch eine Antwort. Ganz und gar nicht überraschen konnte allerdings die Tatsache, dass es sich bei der Antwort um einen Textbaustein handelte, der nichts mit meiner Anfrage zu tun hatte.
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