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Gamer als Krisengewinnler: PS3-Spiele von amazon.co.uk

SchwarzseherSpielkind Mirror's Edge (PS3) bei Amazon Deutschland: 30 Euro
Mirror's Edge (PS3) bei Amazon UK: £18.62 = 21 Euro

Civilization Revolution (PS3) bei Amazon Deutschland: 60 Euro
Civilization Revolution (PS3) bei Amazon UK: £15.32 = 17 Euro

Da greif ich doch zu, bevor der Euro dem Pfund hinterherpurzelt und der gute Wechselkurs wieder flöten ist. Meine PS3 ist eh auf Englisch als Systemsprache eingestellt, aber bei den vielen PS3-Spielen ist die UK-Version eh mit der internationalen Version identisch, die deutsche Fassung ist also meist auch auf der britischen Disc mit drauf. Bei Videos (DVD, Blu-ray) DVDs, die es bei Amazon UK teilweise auch deutlich günstiger gibt als bei uns, gilt das leider nicht: ich hab m.W. keine einzige Scheibe DVD aus Großbritannien, die eine deutsche Tonspur oder auch nur deutsche Untertitel mitbringt. [Nachtrag: meine UK-Blu-ray-Discs haben tatsächlich die deutsche Fassung mit drauf, danke für den Hinweis, Präsi!]

The Wire, die beste Fernsehserie, die keiner kennt, gibt's bei Amazon Deutschland oder auf eBay auf DVD als UK-Import für im Schnitt 25 Euro pro Staffel — alle fünf Staffeln in einer Box liefert amazon.co.uk für unter hundert Euro (£88,62). Allerdings hab ich den Verdacht, dass in den nächsten Monaten oder Jahren auch noch eine synchronisierte Fassung auf DVD erscheint, zumindest tauchen in einschlägigen Quellen vereinzelte Folgen der ersten Staffel auf deutsch als "dvdrip" auf. Die DVDs, von denen die gerippt sind, hab ich allerdings noch nirgends gesehen, nicht mal als Vorankündigung.

(Und hiermit verschwinde ich wieder in der Versenkung und guck der Welt weiter beim Untergehen zu.)

Nachtrag, 10. März 2009: Die Preise rutschen anscheinend weiter. Ich hatte bei amazon.co.uk noch eine Hand voll Spiele und Filme im Einkaufskorb vorgemerkt, als ich heute einen Blick darauf warf, kamen gleich drei Meldungen, die mich drüber informierten, dass Produkte im Einkaufskorb jetzt noch billiger seien. Viele Blu-Ray-Discs liegen unter zehn Euro, viele PS3-Spiele unter zwanzig. "Valkyria Chronicles" kostet bei Amazon Deutschland siebzig Euro, bei Amazon UK nur dreißig (letzte Woche waren's noch vierzig Euro).

Thank you for The Shield, Shawn!

Medienjunkie Vor fünf, sechs Jahren schrieb ich über "The Shield":

Fakt: Die Polizeibehörde von Los Angeles steht seit September 2000 für fünf Jahre unter der Aufsicht durch das US-Justizministerium. Der Grund für diese Überwachungsaktion ist ein Polizeiskandal (der "Rampart"-Skandal), der begann, als das Verschwinden von mehreren Kilo Kokain aus der Asservatenkammer auffiel, und auf dessen Höhepunkt gegen etwa 70 Beamte ermittelt wurde. Mehrere Mitglieder einer Spezialeinheit für Straßengangs ("CRASH") wurden wegen Diebstahl, Körperverletzung, Fälschung von Indizien, Meineids und anderer Verbrechen zu Haftstrafen verurteilt.

Die Polizeiserie "The Shield" wurde von diesen Ereignissen inspiriert. "NYPD Blue" trifft "Training Day":

Farmington, ein (fiktiver) Stadtteil von Los Angeles, ist gezeichnet von ethnischen Konflikten, Bandenkriegen, Prostitution, Drogenhandel. Das Polizeirevier hat einen neuen Captain bekommen, den politisch ambitionierten Latino Aceveda (Benito Martinez), es wurde eine Einsatzgruppe, das "Strike Team" gebildet, die Polizei will Präsenz zeigen. Das Strike Team erzielt Ergebnisse, aber es spielt nach seinen eigenen Regeln: kaum ein Verhör ohne Einsatz von Gewalt, keine große Beschlagnahmung, ohne dass ein Teil zur eigenen Altersversorgung abgezwackt wird.

Vic Mackey, hervorragend gespielt von Michael Chicklis [bei uns am ehesten bekannt als Darsteller von Ben (alias Das Ding) aus den "Fantastic Four"-Comic-Verfilmungen], leitet das Team. Obwohl er ein echtes Arschloch ist, kann ich nicht umhin, mich immer wieder auf seiner Seite zu finden - z.B. wenn ich ihn als liebenden, verzweifelten Vater eines autistischen Kindes erlebe oder ihn dabei beobachte, wie er versucht, mit seinem Gewissen fertig zu werden, seine Entscheidungen vor sich selbst zu rechtfertigen. […]

In den Staaten erregt die Serie nicht nur wegen ihre kontroversen Themenwahl (Korruption, Prostitution, Gewalt in der Familie, Pedophilenringe, Serienmord, usw.) die Gemüter: es handelt sich um die erste nennenswerte Eigenproduktion des kleinen (zu Fox gehörenden) Kabelkanals F/X, der sich z.B. nicht darum schert, dass man die berühmten "four letter words" auf dem Bildschirm eigentlich nicht sagt und Schießereien zur Prime Time gefälligst in "A-Team-Choreographie" (alle ballern wild um sich, aber niemand wird getroffen) zu zeigen hat. […]

Die Serie vermittelt einen hohen Grad an Authenzität… ich hab natürlich keine Ahnung vom Polizeialltag auf den Straßen von L.A., ich vergleiche nur mit anderen Serien, aber ich finde die Darsteller und ihre Sprache überzeugend, ich lasse mich von der verwackelten Handkamera einlullen (dieser Reality-TV-Look scheint inzwischen echt beliebt zu sein) und ich mag die verflochtenen und über Folgengrenzen hinweg laufenden Handlungsstränge, die Dynamik im kleinen wie im großen.


Vielen Dank, Shawn Ryan, für diese sieben Jahre. Ich weiß nicht mehr, wie ich 2002 auf die Serie gestoßen bin, aber ich weiß, dass ich von Anfang an mitgefiebert und mitgelitten habe. Erst mit Vic, dann mit Claudette und Dutch, besonders gern mit Kavanaugh (Forest Whitaker) und schließlich, irgendwie, wieder mit Vic. Ich hab drei Staffeln auf DVD im Regal stehen — und wären mir nicht irgendwann die Augen aufgegangen, hätte ich nicht eingesehen, dass ich damit Konzerne finanziere, die ihr Geld nicht zuletzt dafür nutzen, Technik zu erfinden, die mir als Konsumenten das Leben schwerer macht, und Politiker zu kaufen, die meine Rechte an die Contentmafia übertragen, hätte ich sicher alle Staffeln gekauft. Statt dessen hab ich die Folgen halt… von Freunden bekommen.

Gerade lief die letzte Folge. *schnief*

The Shield: Highly recommended.

Onlineshopping leicht gemacht: Scheiß doch auf Sicherheit! (mit Nachtrag)

KabelfreakMedienjunkie Nach einigen Jahren Abstinenz hab ich eben, nach einer DVD von Magnolia Pictures fahndend, einen kanadischen Webshop (dvdboxoffice.com) besucht, bei dem ich früher mal aufgrund seiner kundenfreundlichen Geschäftspraktiken sehr gern bestellt hab: die DVDs kamen versandkostenfrei und per Remailing aus der EU, was mir das umständliche Rumgefuddel mit dem Zoll ersparte.

Die gesuchte DVD (interessanterweise eine Dokumentation über die Machenschaften von Kreditkartenfirmen, "Maxed Out") war im Angebot, mein vergessenes Passwort bekam ich nach Eingabe meiner Mailadresse binnen Sekunden zugeschickt, ich gab meine aktuellen Kreditkartendaten ein und bestellte. Dann wollte ich mein Passwort wechseln, aber ich fand im neuen, bunten Webshopsystem keine entsprechende Funktion.

Auf Anfrage teilte mir der Kundenservice mit, dass ich mein Passwort nicht selbst ändern könne — ich solle mein gewünschtes neues Passwort doch einfach per Mail an den Service schicken, es würde dann für mich geändert. Das war fischig genug, um bei mir das Bedürfnis zu wecken, meine Kreditkarteninformationen in diesem Laden nicht permanent gespeichert zu sehen. Natürlich war es nicht möglich, die einmal eingebenen Daten selbst zu löschen.

Misstrauisch, wie ich nun mal bin, ging ich mal testweise einen weiteren Bestellvorgang durch und kam bis zur Meldung "Click to complete your order", ohne dass ich nach dem CVV2 gefragt wurde, dem "Sicherheitscode", der, zumindest nach den Richtlinien der Kreditkarteninstitute, zur Sicherheit des Kunden eben nicht gespeichert werden soll.

Will ich, dass jeder, der die unverschlüsselte Mail mit meinem Passwort einsehen konnte, bei diesem Laden auf meine Kosten DVDs, Spiele oder auch 'ne PS3 bestellt? Das war für mich Paranoiker Grund genug, die Karte präventiv sperren zu lassen. Meine Bank und den Kreditkartensperrdienst haben die genauen Umstände nicht interessiert, die heften den Kartentausch einfach unter "Missbrauchsverdacht" ab und schicken mir binnen einiger Tage 'ne frische Karte.

Ich hab die Kreditkartengesellschaft auch mal direkt angeschrieben — ein Kontaktformular kann man sich auf der deutschen MasterCard-Seite leider nicht leisten, drum hab ich mich an die Mailadresse gewandt, die im Impressum versteckt war. Mal sehen, ob und wo Mail an "frankfurt@mastercard.com" ankommt und ob die Sicherheitsbemühungen der Kreditkartenhaie bloße Augenwischerei sind oder ob sie ihre selbst festgesetzten Sicherheitsregeln auch tatsächlich durchsetzen.

Ja, natürlich kann ich mir das auch selbst beantworten: der Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS, verlinkt im Wikipedia-Eintrag zu CVV2) untersagt die Speicherung des Sicherheitscodes ausdrücklich, aber trotzdem muss ich ihn bei Blizzard nicht jeden Monat frisch eingeben, obwohl ich monatlich für WoW zahle. QED.

Nachtrag, 22. Februar 2008: (zu Franks Hinweis, wie sorglos er mit seiner Kreditkarte umgeht) Ich benutze meine Kreditkarte ausschließlich im Internet, ich hab sie ja extra dafür angeschafft. Im echten Leben bezahle ich, wenn irgend möglich, in bar, in Notfällen mit der EC-Karte — wobei ich dabei schon ein maues Gefühl habe: die modernen Kassen- und Warenwirtschaftssysteme sammeln so schon genug Informationen über mein Einkaufsverhalten, diese Daten müssen nicht auch noch personalisiert werden.

Wenn ich mal das gute, alte "Juden im Dritten Reich verstecken"-Beispiel heranziehen darf: falls ich nach der Revolution zu der Gruppe von Menschen gehöre, die aus Mitgefühl einem Manager eines DAX-Unternehmens in ihrem Keller Asyl gewähren, wäre es schade, wenn die Behörden das bloß durch Abgleich von Lebensmitteleinkäufen feststellen könnten. Solange man sich nicht schon durch die bloße Benutzung von Bargeld verdächtig macht, verzichte ich gern darauf, aktiv zur Sammlung von Daten über mich beizutragen...

Hmmm, ja, okay, das ist etwas schizophren, da die postrevolutionären Sicherheitsbehörden ja bloß nach "DAX-Manager im Keller" googeln müssten, um mich zu finden... aber dass ich paranoid bin, heißt ja noch lange nicht, dass ich nicht auch schizophren sein darf.

MasterCard hat übrigens sehr freundlich und kompetent geantwortet und das Fehlen eines Kontaktformulars damit erklärt, dass der Ansprechpartner des Kunden in den meisten Fällen die kartenausgebende Bank, bzw. der als "Karteninhaberservice" oder "Kundenservice" auftretende "Prozessor" ist. Zum Speichern des CVV2 schreibt das "MasterCard Europe Team":

Die Abfrage der Kartenprüfnummer erhöht die Sicherheit von sogenannten "card-not-present" Kreditkartentransaktionen. In der Tat fordert MasterCard von den Akzeptanzstellen, dass diese die Kartenprüfnummer nicht speichern dürfen. Die Kartenprüfnummer ist jedoch kein geheimes Sicherheitsmerkmal wie die PIN, welches vom Karteninhaber vertraulich zu halten ist und hat somit auch keinen Einfluss auf Ihre Rückbelastungsrechte als Kunde im Falle von Kreditkartenmißbrauch.


Sprich: den CVV2 im Rahmen einer Transaktion auf einer Webseite einzugeben gilt an sich noch nicht als Verletzung der Sorgfaltspflicht, man muss als Kunde also nicht schon aus Prinzip in vollem Umfang für daraus folgenden Missbrauch haften, sondern die Haftung beschränkt sich auf die übliche "Selbstbeteiligung" (in meinem Fall €50 pro Missbrauch).

Das hätte ich auch nicht anders erwartet, die Aussage lässt aber offen, wie es sich mit der Haftung des Kunden verhält, wenn eine "Akzeptanzstelle" (also z.B. ein Onlineshop, der Kartenzahlung akzeptiert) den CVV2 — entgegen der Vorgaben der Kreditkartenunternehmen — speichert, die Daten in falsche Hände geraten und so Missbrauch stattfinden kann, der ohne CVV2 nicht möglich gewesen wäre.

Hafte ich dann für jeden Missbrauchsfall mit €50 bis sie mir auf dem Kontoauszug auffallen? Bis dahin könnte sich ja schon einiges an Transaktionen angesammelt haben...

Muha: Batzmann platzt der Kragen

MedienjunkieSchwarzseher Batzmann von den Fünf Filmfreunden bringt es unter der Überschrift "Etwas mehr Respekt" auf den Punkt:

Anti-Piratereiwarnungen in dreifacher Ausführung, natürlich nicht überspringbar, Texttafeln in denen ich gesagt bekomme, daß ich den Film nicht auf Ölbohrplattformen gucken darf, noch eine Texttafeln in denen sich das Label von sämtlichen Kommentaren distanziert die irgendeiner der Macher im Bonusmaterial tätigt, dann vor Filmstart noch eine Warnung, daß ich die Scheisse nicht öffentlich aufführen darf und welche Strafen ich in Andalusien bekäme, wenn ich das Ding kopiere… und sollte ich so dumm sein den Abspann nicht schnell genug abzubrechen, kommt zum Schluss nochmal eine Ansammlung von Rechtsbelehrungen in 22 Sprachen, plus das verdammte Logo von Macrovision - alles nicht abbrechbar.


Ist irgendwem aufgefallen, dass ich seit Jahr und Tag kaum noch Filme empfehle? Das liegt nicht etwa daran, dass ich keine guten Filme gesehen hätte, sondern daran, dass ich mich nicht in eine Marketingmaschinerie einspannen lassen will, die in erster Linie dafür sorgt, dass die Entscheidungsträger, die den Kunden zum Feind erklärt haben, sich ihre Gehälter weiter erhöhen können.

Life on Mars, The Shield

Medienjunkie Ich hab mal in die erste Folge von "Life on Mars" (Wikipedia, IMDB) reingesehen. Ich denke, ich werde mir diese BBC-Serie wohl auf DVD zulegen; die erste Staffel erscheint Anfang Mai auch in Deutschland und ist dann deutlich günstiger als ein Import aus dem Königreich.

Und "The Shield" (Wikipedia, IMDB) ist wieder da, gestern lief die erste Folge der neuen, sechsten Staffel.