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Das hab ich davon

Spielkind Zum ersten Mal seit Monaten starte ich Origin, den DRM-Client von EA, mal wieder — und was ist? Origin ist mal wieder kaputt und lässt mich nicht spielen. Man mag es Pech nennen. Pech, das prinzipbedingt nur zahlende Kunden trifft.

Bad User Experience, Dein Name ist Origin

Spielkind TL;DR: Trying to buy something from Origin made me realize how much I love Steam.
TL;DR2: Immer wenn ich Origin ausprobiere, ist es kaputt, weil ich es immer dann ausprobiere, wenn alle anderen es auch gerade ausprobieren.

[In den Tagen nach diesem Artikel bekam der Launch von SimCity übrigens eine ganz eigene Dynamik, aber das konnte ich noch nicht wissen.]

Ich bin echt von Steam verwöhnt. Da sieht ein Game interessant aus? Auf der Store-Seite im Steam-Client ist direkt der Link zu Metacritic, noch den Test auf 4P gelesen, mit drei (größenordnungsmäßig) Klicks vorbestellt oder gekauft, runtergeladen (meist mit etwa 90 Mbps), gestartet und in den allermeisten Fällen geht der Spielspaß los. Und wenn nicht, wenn mal was schief geht, öffnet man ein Ticket beim Steam-Support und es kümmert sich jemand — bisher immer zu meiner Zufriedenheit. Und wenn da was von "50% Rabatt" steht, dann kostet es halt nur die Hälfte (um der Geschichte vorzugreifen: Valve kann "Rabatt" schreiben, statt "Rabatt*").

Man sollte meinen, EA bekäme das ähnlich elegant hin. Ich hab wirklich lange gebraucht, mich dazu durchzuringen, SimCity zum Vollpreis zu kaufen — trotz Onlinezwang und absehbarer Serverprobleme, kurz- und langfristig: von den überlasteten Servern beim Launch bis zu den längst abgeschalteten Servern, wenn ich das Spiel in einem Retroflash in zehn Jahren nochmal rauskrame. Aber ich mag SimCity schon lange und die neue Version wirkt in Videos schon wirklich recht rund und vor allem optisch sehr schön (für Insider: ich hab sogar SimCity Societies gekauft und versucht, es zu mögen).

Ich starte also den Origin-Client, der erst mal ewig für ein Update braucht (nicht nur, weil er überraschend fett ist, sondern auch, weil die Daten nur mit DSL-Geschwindigkeit kommen). Dann verlangt er zum x-ten Mal mein Passwort, auch wenn ich ihm jedes Mal sage, dass er es sich merken soll. Im Store bietet er mir sofort an, SimCity vorzubestellen, dafür soll ich einen Rabatt über 20€ auf meine nächsten Käufe* bekommen.

Ich klicke ohne weiteres auf "Vorbestellen" und stelle zu meinem Erstaunen fest, dass Origin nicht nur meinen Nachnamen vergessen hat, sondern jetzt auch eine Telefonnummer von mir haben möchte — wahrscheinlich damit man mich gelegentlich anrufen und nach Vorschlägen für neue Spiele fragen kann?

Ich will einen Blick auf meine Kundendaten werfen, aber Origin versucht mich zu zwingen, erst mal eine neue Sicherheitsfrage einzugeben. Wohlgemerkt: nicht eine existierende Frage zu beantworten, nein, ich soll eine neue anlegen und der Dialog lässt sich nicht umgehen. Jetzt muss man wissen, dass mein Origin-Account mit meinem SWTOR-Account verknüpft ist. Und da hab ich ein halbes Dutzend (kein Witz!) Sicherheitsfragen anlegen müssen. Das waren wohl noch nicht genug? Ich glaube übrigens nicht, dass sog. "Sicherheitsfragen" einen Account sicherer machen. Eher im Gegenteil. Man sollte sie ehrlicherweise Kundenkontakt-Vermeidungsfragen nennen. Na gut, schau ich mir meine Kundendaten halt jetzt nicht an, wieder zur Kasse.

Origin zeigt mir meine Rechnung zum Abnicken: SimCity, Rabatt über 20€ für meine nächsten Käufe (jetzt meiner Erinnerung nach ohne Sternchen, und ganz sicher ohne Kleingedrucktes) und irgendein Vanityitem für Simcity. Ich bezahle.

Origin zeigt mir meine Rechnung zur Bestätigung: SimCity, Rabatt über 20€ für meinen nächsten Käufe ("GÜLTIG BIS 31. MÄRZ 2013 blablabla") und irgendein Vanityitem für Simcity. Aha, plötzlich ist auf der Rechnung Platz fürs Kleingedruckte. Unter dem Rabatt sind plötzlich ein Dutzend Zeilen mit Einschränkungen erschienen.

Ich würde sie ja gerne hier zitieren, aber auf der Kopie im Rechnungsarchiv fehlt das Kleingedruckte. Der Wust von Einschränkungen wurde nur einmal angezeigt.

Aber es läuft im Prinzip auf folgendes raus: DLC zu existierenden Spielen oder runtergesetzte Spiele fallen unter die Mindest-Preisgrenze für den Rabatt, ebenso die Prepaid-Spielzeit für SWTOR (und, nein, man kann nicht einfach zwei davon kaufen, um über die Grenze zu kommen) und in den nächsten drei Wochen wird ja außer SimCity wohl nix erscheinen, was mich von den Socken reißt [Edit: und selbst wenn, es wäre von der Aktion ausgeschlossen, siehe unten]. Im Endeffekt kriegt man den Rabatt nur, wenn man ein altes Spiel zum Vollpreis kauft.

Während ich nach möglichen Rabattkäufen suche, zeigt mir Origin dann auch zum ersten Mal an, dass es eine Digital Deluxe Edition gibt, die 20€ mehr kostet und die man kaufen muss, wenn man europäisch aussehende Städte haben will.

Ich weiß gar nicht, was mich mehr ärgert, dass ich für etwas, was ich gerne hätte, 20€ mehr zahlen soll, oder dass ich die Wahl gar nicht hatte, weil Origin mich mit dem Vorbestellen-Knopf auf der Store-Startseite zielsicher an der Deluxe Edition vorbei geschleust hat. Zusammen mit dem Rabatt* fühle ich mich zu diesem Zeitpunkt jedenfalls so verarscht, dass ich mich zur Stornierung entscheide.

Origin führt mich auf die EA-Hilfe-Seite. Ich logge mich mit meinen Origin-Daten ein und warte. Nix passiert. Der Logindialog lässt mich warten, die Fortschrittsanimation dreht sich endlos im Kreis. Irgendwann drück ich Reload — und bin sofort erfolgreich eingeloggt. Das probier ich nochmal: ausloggen, einloggen, hängt. Da geht's in Chrome einfach nicht weiter. Reload: eingeloggt. In Firefox und MSIE passiert das gleiche. Spannend. Erst hab ich mich verarscht gefühlt, jetzt beginnt es interessant zu werden, mein berufliches Interesse an Bad User Experiences ist geweckt. Also weiter.

Als deutschem Kunden wird mir angeboten, in Köln anzurufen. Aber bitte nur während der Bürozeiten. Klar, das ist ja die übliche Zeit, zu der Leute bei Origin einkaufen und ihre Spiele installieren: tagsüber, im Büro. Okay, schalte ich halt auf Amiland um. Da gibt's neben dem Link zum Forum mit den "Experts" auch einen Support-Chat.

"Your approximate wait time is under 5 minutes."

Zehn Minuten später reloade ich mal, vielleicht hängt der Dialog in Chrome ja mal wieder. Ändert sich nix. Okay, probier ich es halt mit Firefox. Nach fünf Minuten beginne ich diesen Text zu tippen.

"Your approximate wait time is under 5 minutes."

Auch im Internet Explorer. Auch noch nach 'ner halben Stunde. Ich freu mich schon auf das Telefonat morgen.

"Your approximate wait time is under 5 minutes."

Nachtrag, 1:04: Ich hab gerade zufällig auf das Fenster geschaut, als es von "Your approximate wait time is under 5 minutes." auf "Your approximate wait time is between 20 - 25 minutes." umschaltete. Wenn ich die Meldungen von Origin auf Twitter richtig deute, gibt es wohl Leute, die jetzt bereits SimCity spielen können sollten (vielleicht gab's da ein Early-Start-Programm oder sowas [Edit: schlimmer, SimCity-Release in USA war heute, in Europa erst am Donnerstag]) und die zu Hauf im Support aufschlagen, weil die SimCity-Server jetzt schon dem Andrang nicht mehr stand halten — obwohl die Masse das Spiel noch gar nicht runterladen und installieren kann?

Etwas später: "Your approximate wait time is between 205 - 210 minutes." Übrigens hab ich vollstes Verständnis dafür, dass der Support mal überlastet sein kann. Aber es ist bizarr, dass es keine Möglichkeit gibt, ihn asynchron zu erreichen, per Mail oder Ticket. Nur telefonisch oder im Chat mit dem "Game Advisor" lassen sich Probleme lösen.

Aber wenigstens hab ich das Kleingedruckte gefunden, Hervorhebungen von mir:

*DIESES ANGEBOT WIRD DIR IM ZUGE EINER WERBEAKTION ANGEBOTEN. ES IST NICHT ALS KREDIT, GUTSCHRIFT, GUTHABEN ODER GESCHENKKARTE ZU BETRACHTEN. ANGEBOT ENDET AM 06/03/2013 23:59 GMT. GÜLTIG NUR FÜR VORBESTELLUNGEN DER SIMCITY IM ORIGIN STORE UNTER WWW.ORIGIN.COM UND ÜBER DEN ORIGIN-CLIENT (WWW.ORIGIN.COM/ABOUT). WERT DES GUTSCHEINS ERSCHEINT ALS EIN GUTSCHEINCODE IN HÖHE VON 20 € IN DEINEM EINKAUFSWAGEN ZUM ZEITPUNKT DES KAUFES. ER KANN BIS ZUM 31. MÄRZ 2013 EINGELÖST WERDEN. DAMIT DER GUTSCHEIN GÜLTIG WIRD, MUSS DER KUNDE MINDESTENS 30 € PRO GUTSCHEIN AUSGEBEN. PRO EINKAUF KANN NUR EIN GUTSCHEIN EINGELÖST WERDEN. DIE GUTSCHEINE KÖNNEN NUR IM ORIGIN STORE UNTER WWW.ORIGIN.COM UND ÜBER DEN ORIGIN-CLIENT (WWW.ORIGIN.COM/ABOUT) EINGELÖST WERDEN. RABATTWERT WIRD VOM LISTENPREIS DES PRODUKTS ABGEZOGEN. VOM ANGEBOT AUSGESCHLOSSEN SIND STAR WARS® THE OLD REPUBLIC™, VORBESTELLUNGEN, SPIELE, DIE INNERHALB VON 30 TAGEN NACH DEM KAUF ERSCHEINEN, VALVE-SPIELE, AUSGEWÄHLTE PARTNERTITEL IM VERTRIEB VON ORIGIN, VIRTUELLE WÄHRUNGSPUNKTE, HERUNTERLADBARE INHALTE INKLUSIVE BATTLEFIELD PREMIUM-DIENST UND SPIELZEITCODES. NUR IM DEUTSCHLAND GÜLTIG. AUF EIN ANGEBOT PRO PERSON BESCHRÄNKT. ANGEBOT KANN NICHT ERSETZT, AUSGETAUSCHT, VERKAUFT ODER GEGEN BARGELD ODER ANDERE WAREN ODER DIENSTLEISTUNGEN EINGELÖST WERDEN. KANN NICHT MIT ANDEREN ANGEBOTEN, GESCHENKKARTEN, NACHLÄSSEN ODER RABATTCOUPONS KOMBINIERT WERDEN. DIE KUNDEN SIND VERANTWORTLICH FÜR DEN VERSAND, DIE BEARBEITUNG UND DIE ANFALLENDE MEHRWERTSTEUER. EINZELHÄNDLER, LIEFERANTEN UND ANGESTELLTE VON ELECTRONIC ARTS INC. UND IHRE VERTRETUNGEN/PARTNER SIND VOM ANGEBOT AUSGESCHLOSSEN. UNGÜLTIG, WO GESETZLICH VERBOTEN, BESTEUERT ODER EINGESCHRÄNKT. NUR GÜLTIG FÜR HERUNTERLADBARE PC-SPIELE


Es ist also eindeutig kein "Eine Vorbestellung ist ein Vertrauensvorschuss, dafür möchten wir uns bedanken"-Kundenbindungsrabatt, sondern ein "Hey, vielleicht können wir mit dir auf die Schnelle noch ein bisschen Umsatz mit alten Spielen generieren"-Lockrabatt. Ich muss fairerweise dazu sagen, dass das Verfallsdatum (31. März) in der Fassung des Kleingedruckten in der temporären Rechnung, die man nur unmittelbar nach dem Bezahlvorgang sieht, nicht mitten im Text versteckt war, sondern direkt am Anfang stand, sonst wäre es mir gar nicht aufgefallen. Den Leuten bei EA ist also durchaus bewusst, dass der Käufer zu diesem Zeitpunkt merkt, dass er reingelegt wurde. Scheiß Zahnpastaverkäufermentalität Händievertragsdealermentalität Klingeltonverkäufermentalität in dem Laden.

Letzter Nachtrag: Bestellung ist storniert, wenigstens der Supportmensch war trotz des Stresses noch ganz gut drauf. Auch abseits der Textbausteine. ;-)

Warum ich mich dafür schäme, eine PS3 zu besitzen

MedienjunkieSpielkind Ich musste gestern geänderte PSN-Nutzungsbedingungen akzeptieren, um meine PS3-Spiele weiterhin spielen zu dürfen. Ich hab sie zur Abwechslung tatsächlich mal gelesen. Hier die Kurzzusammenfassung:

Executive Summary PSN-Nutzungsbedingungen

Der Kunde:
4x "Sie müssen"
2x "Sie erklären sich (ausdrücklich) damit einverstanden"
13x "Sie dürfen nicht"
2x "Sie dürfen keine"
1x "Sie dürfen nichts"

Sony:
3x "Wir können"
1x "Wir sind nicht verantwortlich"
2x "Wir werden versuchen"
4x "Wir übernehmen keine Haftung" / "Unsere Haftung wird ausgeschlossen" / "Wir schließen jede Haftung aus"
4x "Wir behalten uns das Recht vor"

(Ich schließe jede Haftung für die Richtigkeit dieser Angaben aus.)


Ein paar Schmankerl aus den Nutzungsbedingungen, Hervorhebungen von mir:

Kinder haben keine Möglichkeit, auf Inhalte und Dienstleistungen zuzugreifen oder Spiele zu spielen, für die eine Altersbeschränkung gilt, die über dem registrierten Alter der Kinder liegt. […] Sobald Inhalte heruntergeladen wurden, können diese von Kindern verwendet werden, deren Alter unter der Altersbeschränkung liegt.

Die Logik dahinter will sich mir nicht erschließen. Man legt für das Kind ein Unterkonto an, gibt das Alter des Kindes an und die PS3 verhindert, dass das Kind eine USK18-Scheibe einlegt und abspielt. Aber sobald der Papa eine Egoshooterdemo aus dem Store runterlädt, vergisst die PS3, wie man das Alter des Kindes mit der Altersfreigabe vergleicht?

(xiv) Sie dürfen uns nicht falsche oder ungenaue Informationen zur Verfügung stellen, einschließlich falscher Beschwerden an unseren Kundendienst, oder während der Kontoerstellung falsche oder unpräzise Angaben machen.

Okay. Im Gegenzug darf Sony sicher auch keine ungenauen Informationen verbreiten, oder?
Wir werden versuchen, sicherzustellen, dass die bei PSN angegebenen Preise, Bewertungen und Produktbeschreibungen präzise sind; es kann jedoch zu Fehlern kommen.

Ah. Jetzt. Ja.

Sie dürfen nichts tun, was uns, den mit uns verbundenen Unternehmen, unseren Lizenzgebern, Dienstleistern, Partnern, Mitarbeitern, Diskussionsleitern oder Benutzern schaden könnte oder die Verletzung einer Vereinbarung zwischen uns und einem mit uns verbundenen Unternehmen, einem Lizenzgeber, Dienstleister, Partner oder mit Ihnen darstellt.

Demnächst muss ich also mein Amazon-Login bei Sony abliefern, damit überprüft werden kann, ob ich bei der Amazon-Kundenbewertung wirklich allen PS3-Spielen mindestens drei Sterne gegeben habe? Und woher soll ich wissen, ob etwas, was ich tue, eine Vereinbarung zwischen Sony und einem Lizenzgeber verletzt?

Sie können Ihr PSN-Guthaben über die von uns in Ihrem Land aktuell akzeptierte Zahlungsmethode oder eine PlayStation®Network card aufladen. Das PSN-Guthaben ist nicht Ihr persönliches Eigentum […]

Ah, ich kaufe also gar nicht Spiele, sondern virtuelles PSN-Guthaben — und das ist dann gar nicht mehr mein Geld, sondern gehört schon Sony, aber man lässt mich freundlicherweise darüber verfügen.

Sie können bei uns nur dann Bestellungen aufgeben, wenn Sie Einwohner bestimmter Staaten sind.

Sie können Video-Inhalte möglicherweise nicht herunterladen, wenn Sie sich nicht in jenem Land aufhalten, für das Sie registriert sind.

…also bloß nicht nach Burkina Faso umziehen!

Alle Rechte an geistigem Eigentum in Bezug auf das Eigentum gehören uns und/oder unseren Lizenzgebern.

Klar, das ist ja immer so. Aber immerhin behalte ich ja die Rechte an meinem geistigen Eigentum, gell? Hier der Absatz über user-generated content:
Sie autorisieren uns, unsere angeschlossenen Unternehmen und andere PSN-Benutzer dazu, Ihr Benutzer-Material über PSN und andere dazugehörige Dienstleistungen zu nutzen, weiterzugeben, zu kopieren, zu verändern, darzustellen und zu veröffentlichen. Sie autorisieren uns und unsere angegliederten Unternehmen außerdem dazu, Ihr Benutzer-Material zu lizenzieren, zu verkaufen und auf sonstige Art und Weise kommerziell zu verwenden […] sowie damit für PlayStation®-Produkte und -Dienste zu werben, ohne dass Sie dafür finanziell entschädigt werden. Ohne unsere Zustimmung dürfen Sie Benutzer-Material nicht selbst kommerziell verwenden. Sie verzichten auf alle moralischen Rechte an Ihrem Benutzer-Material. Sie verzichten auf alle Urheberpersönlichkeitsrechte, die Sie an Ihrem Benutzer-Material haben mögen. Indem Sie Benutzer-Material senden, posten oder übertragen, erklären und garantieren Sie, dass Sie alle Rechte haben, um diese Benutzer-Informationen zu verwenden, posten, streamen und zu übertragen und dass Sie alle in diesem Abschnitt dargelegten Rechte gewährleisten können.

Geht das nach deutschem Recht überhaupt? Ich dachte, das Urheberrecht sei in Deutschland unveräußerbar? Aber:
In dem Maße, wie dies durch einschlägige Gesetze gestattet ist, sind dieser Vertrag, diese Bedingungen sowie sämtliche nicht-vertraglichen Verpflichtungen und Haftungsansprüche, die aus diesen Bedingungen oder der Nutzung von PSN resultieren oder hiermit in Verbindung stehen, gemäß den Gesetzen Englands auszulegen und zu interpretieren und der Vertrag zwischen Ihnen und uns gilt als in England zustande gekommen.

Hebeln die damit das deutsche Urheberrecht aus? Ist England überhaupt ein Staat? Ich dachte immer, England wäre nur eine Region von Großbritannien?

Sofern dies nicht ausdrücklich von uns autorisiert wurde, dürfen Sie nicht:
(i) das Eigentum oder irgendwelche Bestandteile davon gemeinsam mit irgendeiner anderen Person nutzen

Um ehrlich zu sein, ich hab in den Nutzungsbedingungen nix gefunden, was mich ausdrücklich autorisieren würde, meine PS3-Spiele zusammen mit meiner Liebsten zu spie nutzen. Also hab ich ihr gesagt, dass sie künftig die Finger von der PS3 lassen soll, weil Sony das nicht so gern sieht. Sie hatte dafür volles Verständnis. <facepalm>

Große Teil des Eigentums unterliegen dem Schutz einer digitalen Rechteverwaltung (Digital Rights Management, „DRM"), welche entwickelt wurde, um die Art und Weise der Nutzung und Verwendung unserer Inhalte zu überwachen. Wir sind nur deshalb in der Lage, die angebotenen Inhalte zu den aktuellen Preisen anzubieten, weil sie einer digitalen Rechteverwaltung unterliegen. Um das jeweilige Eigentum nutzen zu können, kann es erforderlich sein, dass das fragliche Gerät bei jenem PSN-Konto ordnungsgemäß aktiviert wird, mit dem der jeweilige Inhalt bestellt wurde. Wenn Sie ein Konto löschen, mit welchem bestimmte Inhalte bestellt wurden, oder Sie das fragliche autorisierte Gerät deaktivieren, verlieren Sie möglicherweise das Recht, auf das Eigentum zuzugreifen und es zu nutzen.

Um das mal zu übersetzen: "PS3 kaputt? Spiele weg? Nicht unser Problem."
Nebenbei bemerkt: man darf eine PS3 auch nicht reparieren lassen, wenn sie so richtig kaputt ist. Das Passwort für PSN ist auf der PS3 gespeichert — versuch mal, das jedes Mal, wenn es benötigt wird, mit dem Controller einzugeben… das macht keiner. Wenn die Konsole also so kaputt ist, dass man das Passwort nicht mehr löschen kann (z.B. weil der Bildschirm schwarz bleibt), darf man die PS3 nicht zur Reparatur bringen, weil man damit einem Dritten Zugriff auf den PSN-Account geben würde. Einen Ausweg aus diesem Dilemma zeigt Sony nicht auf.

Zu Videoinhalten sagt Sony:
Digitalisierte Versionen von einigen Inhalten sind unter Umständen mit dem Inhalt im Originalformat oder früherer Veröffentlichungen nicht identisch, auch wenn sie unter dem selben Titel veröffentlicht wurden.

Jo, das kenn ich, da wird dann aus einem tschechischen Widerstandskämpfer ein norwegischer Atomphysiker und so.

Um sich Video-Inhalte auf einem aktivierten Computer anzusehen, benötigen Sie die Software MediaGo Version 1.4 oder höher.

Ach, das find ich interessant. Ich war nämlich die Tage auf der Playstation-Website und wollte da im Store stöbern. Da meinte die Seite plötzlich, ich müsse jetzt "MediaGo" installieren, um mir den Store angucken zu können. Sony hätte mir also, nur damit ich mir die Liste der im Store verfügbaren Spiele angucken kann, ihre DRM-Lösung auf meinen Rechner gepackt? Diese Arschlöcher.

Von Zeit zu Zeit können wir Ihnen neue Inhalte, Dienstleistungen oder Software zur Verfügung stellen, um sicherzustellen, dass PSN bzw. Ihr PlayStation®3 Computer-Entertainment-System, Ihr PSP® (PlayStation®Portable)-System bzw. andere autorisierte Hardware-Geräte ordnungsgemäß und entsprechend unseren Richtlinien funktionieren. Solche Inhalte, Dienstleistungen oder Software können automatisch und ohne weitere Benachrichtigung heruntergeladen werden, wenn Sie sich bei PSN anmelden, und können automatische Aktualisierungen oder Upgrades beinhalten, die Ihr aktuelles Betriebssystem verändern und die Daten- oder Inhaltsverluste oder Funktions- oder Nutzenverluste mit sich bringen könnten. […] Sie autorisieren uns hiermit, solche Inhalte, Dienstleistungen oder Software zur Verfügung zu stellen und erklären sich damit einverstanden, dass wir - in dem Maße, wie dies durch anwendbare Gesetze zulässig ist - nicht für den Verlust von Daten, Inhalten, Funktionen oder Nutzungsmöglichkeiten verantwortlich sind.

Vor einigen Wochen hat Sony die PS3-Nutzer dazu gezwungen, ein Betriebssystem-Update zu installieren, das die "Other OS"-Funktion abschaltete, d.h. man hatte als Nutzer die Wahl, entweder weiterhin seine Spiele spielen zu können oder weiterhin das Linux auf der Extrapartition nutzen zu können. Künftig muss Sony vorher nicht mehr vorher nachfragen, sondern kann ein solches Update einfach automatisch einspielen?

Wenn wir der Meinung sind, dass Sie gegen die Bedingungen dieses Vertrages oder gegen andere Nutzungsbedingungen oder -verträge im Zusammenhang mit PSN oder anderen von uns angebotenen Diensten (einschließlich der zusätzlichen Bedingungen) verstoßen haben oder die Sicherheit Ihres Kontos gefährdet ist, können wir alle von uns für erforderlich gehaltenen Maßnahmen ergreifen, um unsere Interessen zu verteidigen, einschließlich Kündigung oder Sperrung Ihres Kontos […]. Sofern gesetzliche Vorschriften keine abweichenden zwingenden Regelungen treffen, erhalten Sie bei Beendigung oder Aussetzung Ihres Kontos aus solchen Gründen oder Ausschluss Ihres Systems keinerlei Erstattung für gekaufte Inhalte oder Dienstleistungen.

Man beachte: die schreiben da nicht "Wenn Sie gegen die Bedingungen dieses Vertrages […] verstoßen haben…", sondern "Wenn wir der Meinung sind, dass…". So muss sich Sony ggf. nicht die Mühe machen, irgendwas zu beweisen. Überhaupt geht Sony mit sich selbst recht großzügig um:
Wir behalten uns das Recht vor, PSN und alle oder einen Teil der über PSN zur Verfügung gestellten Dienstleistungen und Inhalte auszusetzen, einschließlich Service-Wartung und -Upgrades.

"…und dann guckt Ihr alle in den Mond, also immer schön weiter kaufen, damit es sich für uns lohnt."

Über das in diesen Bedingungen Gesagte hinaus geben wir keinerlei Garantie in Bezug auf die Qualität, Funktionalität, Verfügbarkeit, Vollständigkeit, Genauigkeit oder Leistung von PSN oder von Inhalten und Dienstleistungen, die über PSN zur Verfügung gestellt werden. Wir geben keinerlei Garantie, dass PSN jederzeit verfügbar oder fehlerlos ist und übernehmen keine Haftung, wenn Sie Inhalte, Waren oder Dienstleistungen nicht erwerben können sollten.

Wir schließen jede Haftung für den Verlust von Daten oder nicht autorisierten Zugang zu Ihren Daten, Ihrem PSN-Konto oder PSN-Guthaben und für Schäden an Ihrer Software oder Ihrer Hardware aus, die das Ergebnis Ihrer Nutzung von PSN sind oder durch Ihren Zugang zu PSN entstehen mögen.

Unsere Haftbarkeit ist auf €40 (oder den Gegenwert in Landeswährung) beschränkt […]


Die Datenschutzerklärung ist auch nicht schlecht, Schmankerl:

Jedes Mal, wenn Sie sich bei PSN anmelden, erfassen wir ohne weitere Mitteilung automatisch Informationen wie beispielsweise:
o Ihre IP-Adresse und die MAC-Adresse Ihres Systems (die eindeutige Nummer, die das von Ihnen verwendete Netzwerk und Gerät identifiziert), das Datum und die Uhrzeit Ihrer Anmeldung.
o die von Ihnen verwendete Hardware und auf welche Weise Sie diese verwendet haben, z. B. Modell und Seriennummer, Einstellungen der Kindersicherung, Foto- und Musikeinstellungen, Remote-Play-Einstellungen, Angaben über die mit der Hardware verbundenen Geräte, welche Inhalte auf der Hardware gespeichert sind bzw. mit dieser Hardware verwendet wurden sowie weitere damit zusammenhängende Informationen.
o wie Sie PSN nutzen, z. B. welche Spiele Sie spielen, auf welche Inhalte Sie zugreifen, Ihre Downloads, welche Dienste Sie für welchen Zeitraum in Anspruch nehmen, einschließlich wie häufig Sie Chats, Message-Boards und andere Kommunikationsdienste nutzen.


Wenn Sie PSN-Guthaben aufladen oder Zahlungen über PSN durchführen uns für die Bearbeitung Ihrer Zahlung Ihre Zahlungsdaten, wie z. B. Ihre Kreditkartennummern, den Namen des Karteninhabers, Ausstellungs- und Ablaufdatum sowie Sicherheitscodes mitteilen. Kreditkartendaten werden für künftige Käufe gespeichert […]

Na, ich will mal hoffen, dass der "Sicherheitscode" nicht gespeichert wird, das widerspricht nämlich den Vorgaben aller mir bekannten Kreditkartenanbieter. Aber das kann Sony ja egal sein, Sony hat ja eh jede Haftung bei Missbrauch durch Sony-Mitarbeiter oder Hacker ausgeschlossen.

4. Was machen wir mit Ihren Daten?

[…] Möglicherweise werden Ihre persönlichen Daten unter Berücksichtigung der einschlägigen Gesetze gespeichert, verwendet oder offengelegt, um:
* Ihre Käufe zu bearbeiten und die Kreditwürdigkeit zu prüfen


WTF? Wieso muss Sony für einen Store, in dem man nur per Kreditkarte oder "Pre-Paid-Karte" zahlen kann, die Kreditwürdigkeit des Kunden prüfen?

6. Datenübertragung außerhalb Europas

Da es sich bei PSN um ein weltweites Angebot handelt, werden Ihre Daten zu den in der vorliegenden Datenschutzrichtlinie dargelegten Zwecken in Staaten übertragen, bzw. dort verarbeitet und gespeichert, die nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gehören, wie z. B. in die Vereinigten Staaten, Japan, Australien und Neuseeland. Diese Daten werden von Mitarbeitern von Unternehmen in unserem Auftrag oder im Auftrag eines Zulieferers von uns verarbeitet, welche sich außerhalb des EWR befinden und können in diesen Ländern von anderen Benutzern eingesehen werden. Die Datenschutzgesetze dieser Länder bieten eventuell nicht dasselbe Maß an Schutz wie der EWR. Möglicherweise gelten weniger Rechte in Bezug auf Ihre Daten. Wenn Sie eine solche Übertragung nicht wünschen, sollten Sie nicht auf PSN zugreifen und es nicht nutzen.


Wenn ich nicht so 'n Gamingjunkie wäre, würde ich Euren Dienst unter diesen Bedingungen mit Sicherheit nicht nutzen, liebe Freunde bei Sony. Aber der Krug geht nur so lange zum Brunnen, bis er bricht. Und er hat schon eine Reihe von Sprüngen und Rissen.

Nachtrag, 11. Juli 2010: Passend dazu ein kurzer Cartoon der EFF.

Ubisoft von Amazon-Kunden für Kopierschutz abgestraft

KabelfreakSpielkind Anno 1404 erscheint offiziell erst nächste Woche, aber dank des Kopierschutzes TAGÈS, der eine Online-Aktivierung erzwingt und nur eine begrenzte Zahl von Installationsversuchen erlaubt, kassiert das Spiel auf Amazon schon vorab so viele schlechte Wertungen, dass es inzwischen auf anderthalb Sterne gefallen ist.

Andere Spiele, die aus ähnlichen Gründen schlecht bewertet wurden, haben sich davon übrigens nicht erholt: Spore und GTA IV müssen viele Monate nach dem Verkaufsstart immer noch mit zweieinhalb Sternen auskommen; zum Vergleich: die Konsolenversionen von GTA IV haben jeweils vier Sterne, bei der PC-Version von Sims 3 verzichtete Electronic Arts nach Protesten der Sims-Community auf die Online-Aktivierung und wurde dafür mit vier Sternen belohnt.

Videoload sagt: HD wird nicht "der Renner"

KabelfreakMedienjunkie Ich finde VDSL spannend, schon wegen des dicken Upstreams. VDSL gibt's nur zusammen mit einem "Entertain"-Paket und einem Festplattenrecorder. Wenn ich mir sowas schon neben den Fernseher stelle, würde ich eventuell auch gerne eine bequeme Videoplattform nutzen — "kaufen" würde ich da natürlich nichts, ist ja alles DRM-verkrüppelt, aber einen Film für kleines Geld (ein paar Euro) für 24h zu mieten, wär ja durchaus eine Alternative zu einer "normalen" Videothek, zumal wir keine brauchbare Videothek vor der Tür haben, sondern immer (zweimal) durch halb Dortmund fahren müssen.

Also hab ich mal bei "Videoload", der virtuellen Videothek der Telekom, rumgeklickt und dann beim Support angerufen:

Ich: "Ich hab bei Durchsicht Ihres Angebots festgestellt, dass von den ca. 140 HD-Filmen, die Sie anbieten, drei aus 2007 sind, alles andere ist älter. In der Top10-Liste der Filme in Standardauflösung sind aber schon sieben Filme aus 2008. Was können wir da denn in Punkto HD für die Zukunft erwarten?"

Videoload: "Da brauchen Sie nichts mehr zu erwarten, HD wird nicht 'der Renner' werden."


Der Videoload-Supporter begründete das damit, dass "die Mehrzahl unserer Kunden" weder über VDSL noch über ausreichend dimensionierte Hardware zum Abspielen von HD-Content verfüge. Ein Teufelskreis! Die Kunden können HD nicht abspielen, deshalb wird kaum HD-Content angeboten, und deshalb wollen die Kunden auch kein "Entertain", mit dem sie HD abspielen könnten.

Da die Telekom sowohl der einzige VDSL-Anbieter als auch Betreiber von Videoload ist, wäre es ein leichtes, aus diesem Teufelskreis auszubrechen: mehr HD-Content macht auch VDSL interessanter. Aber vermutlich ist man in Bonn zu sehr damit beschäftigt, rumzuschnüffeln, wer rumgeschnüffelt hat. (© hotshelf)

Die machen es einem echt nicht leicht, die Augenklappe abzulegen. Arrrr!