Skip to content

Querspammer

Kabelfreak Ich bekam gerade eine "Kontaktanfrage" von "Peter Schmidt" von der "Deutschen Bank", der mich im "Querdenker-Club" als "Kontakt hinzufügen" wollte. Die Mail ging an eine Adresse, die ich erst vor wenigen Wochen übernommen und niemals aktiv verwendet habe, sprach mich aber mit meinem vollständigen Namen an. Die Kombination von Mailadresse und Namen ist m.E. nur meinem Arbeitgeber und dessen Exchangedienstleister bekannt. Das fand ich schon mal seltsam.

Das Profil von "Peter Schmidt" sah auf den ersten Blick nach einem Fake aus. Das Profilfoto schrie quasi danach, an die Bildersuchmaschine TinEye verfüttert zu werden. TinEye fand binnen Sekunden heraus, dass "Peter Schmidt" ein Leistungsträger sein muss. Er arbeitet nicht nur im "Business Development" bei der Deutschen Bank, sondern auch bei einer einer Bausparkasse, bei einem Webdesigner (in Ohio) und bei einer Organisation in Indiana, die auf den ersten Blick nach einem konservativen Thinktank aussieht.

Ich hab kurz überlegt, ob ich vom Betreiber der Website des "Querdenker-Clubs", einer Firma "ICCOM", eine Selbstauskunft nach BDSG einholen soll, aber das war mir dann den Aufwand nicht wert — zum einen kriegt man auf die meisten Selbstauskunftsanfragen ja eh keine Antwort, zum anderen würde die Auskunft ja nicht die Information enthalten, auf welchem krummen Wege man an meine Mailadresse gelangt ist.

Was wohl das Geschäftsmodell hinter diesem Spam ist? Ob's da bloß drum geht, Leute dazu zu bringen, sich erst mal auf dieser obskuren Site anzumelden, damit man ihnen dann irgendwelche "Premiumdienste" verticken kann?

Kurzer Nachtrag: ich war neugierig, ob ich auf Anhieb weitere Fakeprofile in dem Dienst ausmachen kann. Zu den Kontakten von "Peter Schmidt" gehört "Stefan Müller", der lt. TinEye anscheinend einen Teil seiner Zeit in Brasilien verbringt, wo er für einen Fernsehsender und einen Onlineshop tätig ist, wenn er nicht gerade in den USA Motorräder verkauft.

Enteignet Springer!

KabelfreakMedienjunkie TL;DR: das LSR enteignet Springer, so what?

Liebes Google, ich hätte zwei kleine Wünsche, die du mir zu Weihnachten erfüllen könntest:

1) Wehr dich nicht gegen das LSR. Bleib locker. Mach's wie in Belgien.

Zum einen hab ich volles Vertrauen darauf, dass die zwei, drei Holzmedien, die mich noch interessieren, sofort kostenfreie Suchmaschinenlizenzen anbieten werden, weil sie gerne weiterhin gefunden werden möchten, zum anderen kannst du news.google.de erst mal günstig mit Agenturmeldungen befüllen.

Als Leser verliere ich dadurch lediglich den zweifelhaften Komfort, die gleiche Agenturmeldung in einem Dutzend unterschiedlicher Layouts und mit einem Dutzend verschiedener Überschriften lesen zu können. Aber dafür fallen auch die als Nachrichten getarnten Werbeblöcke erst mal weg.

Wenn ich mir so angucke, wer am lautesten für das LSR trommelt, wird deine News-Seite dann wohl auch deutlich weniger Hofberichterstattung enthalten. Wäre das nicht ein schönes Ergebnis des LSR, wenn gerade die Parteien, die es für ihre Verlegerkumpels voran getrieben haben, weniger Gelegenheit hätten, ihre gleichgeschaltete Propaganda zu verbreiten und es dafür mehr Meinungsvielfalt gäbe, weil die Nachrichten nicht mehr überwiegend von den Oligopolisten kämen?

Und wenn es sich für RTL trotz eingeschränkter Reichweite gelohnt hat, ein deutschsprachiges Radioprogramm jahrzehntelang, ein Fernsehprogramm jahrelang aus Luxemburg zu senden, wird sich jetzt sicher auch jemand finden, der den Raum, den die LSR-Holzmedien räumen, von Österreich oder Liechtenstein aus füllen kann. Pressemitteilungen kann man auch im Ausland abschreiben.

2) Verwende die frei gewordene Energie für eine Kampagne, die eine faire Besteuerung von Multis in Europa, d.h. das Schließen von irischen, holländischen und sonstigen Steuerschlupfscheunentoren, fordert.

Danke.

**von Santa Googles Schoß steig**

Winterschlaf

Kabelfreak Ich tendiere dazu, Blog und Twitterfeed in den Winterschlaf zu versetzen und meine Aktivitäten vorerst auf Google+ zu konzentrieren. Falls jemand 'ne Einladung braucht: Ihr wisst ja, wie man mich erreicht.

Sicherheitslücke bei QYPE

Kabelfreak Ich hab mir einen Account bei QYPE gemacht, weil die Restaurantsuche in Google Maps die Wertungen von QYPE anzeigt und ich die Option haben wollte, da eventuell mal meine eigene Bewertung abliefern zu können. Zum Testen hab ich meinen Account erst mal auf quasi-unsichtbar geschaltet: ich hab nur meinen Kontakten erlaubt, mich zu sehen oder anzuschreiben, aber ich habe gar keine Kontakte. Trotzdem krieg ich seither jeden Morgen um Punkt vier eine Mail von wechselnden QYPE-Community-Managern, die mir ihre Unterstützung und ewige Freundschaft anbieten. Weil das nervt, hab ich QYPE angeschrieben:

Hey,

I want to report a security issue in your system.

I have no contacts, I have set my account so it's only visible to those (non-existing) contacts and so only my (non-existing) contacts can send messages to me.

Yet I have received three mails in the past four days, all claiming to be from "members of the UK community team".

I am sure this must be a bug or a security breach on your side, since real members of your community teams would certainly honor my account settings and my wish for privacy. Also, if they were real persons from your team, they would probably not be in the habit of sending all their mail at precisely 2:00 am (UK local time) in the morning.

Regards,
Marc


Mal sehen, wieviel Humor der QYPE-Support hat.

Nachtrag, 1. Juni 2011: QYPE hat geantwortet:

Hi Marc,

Thanks for your message. We can assure you that those messages are from genuine members of the Qype team – they are automated and sent to all new members of the Qype community, intended as a welcome.

But thanks for your feedback. We will look into ensuring that these messages appear to be more genuine in the future.

Kind regards,

The Qype Team


"appear to be more genuine" ist so herrlich zweideutig — ja, der QYPE-Support hat Humor!