Auszüge aus einem Interview mit David Sheff, Playboy
Playboy: Was hast Du Deinen Kindern zum Thema Drogen gesagt?
Zappa: Ich sage ihnen nur »Im Fernsehen zeigen sie Euch immer wieder Leute, die durch Drogen ausgerastet sind. Ihr müßt Euch diese Arschlöcher bloß anschauen.« Das haben sie kapiert.
Playboy: Hast Du damals, in den Sixties, mit Drogen geliebäugelt?
Zappa: Nein. Man mußte sich doch nur die Leute anschauen, die Drogen nahmen. Das hat mir schon gereicht. [...] Ich habe Marihuana ausprobiert und gewartet, daß was passiert. Ich kriegte einen rauhen Hals und wurde müde.
Playboy: Das hört sich aber immer noch sehr katholisch an.
Zappa: Ich mache nicht auf Bill Clinton und behaupte, nie gekifft zu haben. Ich habe Marihuana ausprobiert und gewartet, daß was passiert. Ich kriegte einen rauhen Hals und wurde müde. Fertig.
Sonntag, 25. Juni 2000
Frank Zappa über Drogen
Playboy: Hast Du Dich anderweitig an der Gegenkultur beteiligt? Sex? Freie Liebe?Zappa: Um daran beteiligt zu sein, mußte man auch die ganze Drogenkiste mitmachen. Man mußte Erfahrungen haben. Erfahrungen (experience) im Sinne von Jimi Hendrix. Aber alle Leute mit Erfahrungen, die ich kannte, entwickelten sich zu Zombies. [...] Am schlimmsten war, daß ich den Geruch von Marihuana eigentlich nicht ausstehen konnte.
Playboy: Hat es Dich gestört, daß Dein Publikum meistens high war?
Zappa: Am schlimmsten war, daß ich den Geruch von Marihuana eigentlich nicht ausstehen konnte. Ich mußte in Läden auftreten, in denen der lila Dunst (purple haze) in der Luft lag. Aber die Leute konnten natürlich machen, was sie wollten.
Playboy: Trotzdem hast Du lange vor Nancy Reagen propagiert, daß Drogen idiotisch seien.
Zappa: Ja, und deswegen habe ich mich damals auch nicht gerade großer Popularität erfreut.
Playboy: Hast Du Dich als Außenseiter gefühlt? Könnte man sagen, daß außer Dir jeder nennenswerte Rockstar...
Zappa: ...auf dem Trip war? Ja. Und es waren nicht bloß die anderen Musiker, sondern auch die Leute in der eigenen Band. Aber wenn ich einen auf der Bühne beim Kiffen erwischt hätte, wäre er rausgeflogen. Wie gesagt: ich war nicht gerade beliebt damals.
Zappa spricht über den Krebs:
Zappa: Die Emotionen werden eher von den Medikamenten beeinflußt als vom Gedanken and die Krankheit. Was soll man auch machen? Menschen werden nun mal krank. Manche können kuriert werden, manche nicht. Aber die Chemikalien, mit denen man behandelt wird, haben ihren Preis. Vorletzte Woche lag ich drei Tage lang im Krankenhaus, bis zu den Haarwurzeln vollgepumpt mit Morphium. Das war so ein Erlebnis, das ich nicht unbedingt wiederholen möchte. Als ich entlassen wurde, hat es fast zehn Tage gedauert, bis mein Körper wieder clean war. Mit dem ganzen Dope im Körper verliert man vollständig den Überblick.
Playboy: Ab einem gewissen Punkt ist man sich wahrscheinlich nicht mehr sicher, worunter man mehr leidet: unter den Krankheiten oder den Medikamenten.
Zappa: Es bringt wirklich alles durcheinander. Ich muß an manchen Tagen wichtige Entscheidungen treffen, aber mit dem ganzen Dope im Körper verliert man vollständig den Überblick. Außerdem kann man nie voraussagen, wie man sich am nächsten Tag fühlen wird. Ich habe diesem Playboy-Interview auch nur deshalb zugestimmt, weil ich mir sicher war, einer Unterhaltung folgen zu können. Es ist entwürdigend, wenn man seinem eigenen Urteil nicht mehr trauen kann.
Geschrieben von Marc
in Lustmensch, Medienjunkie
um
19:06
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