
Ich glaube, es war im Frühjahr, als ich über eine US-Comedy namens »
The Office« stolperte. Im Stil von Mockumentaries wie »
Spinal Tap« oder »
Best In Show« gedreht, präsentiert die Serie den alltäglichen Wahnsinn des Bürolebens und lebt dabei von den krass überzeichneten, aber dennoch nicht total unrealistischen Typen.
Ich schwärmte in einem IRC-Channel von der Serie und musste mich belehren lassen, dass es sich »nur« um das entschärfte, ach, weichgespülte US-Remake einer vier Jahre alten BBC-Serie handelte. Ist das nicht bizarr? Dass die Amis fremdsprachige Filme neu drehen, weil man dem US-Publikum weder Synchronisation noch Untertitelung zumuten kann, ist ja ein alter Hut (»
Nikita« und »
Point of No Return«, »
La Cage Aux Folles« und »
The Birdcage«, »
3 hommes et un couffin« und »
Three Men and a Baby«, »
Abre los Ojos« und »
Vanilla Sky«, »
Solyaris« und »
Solaris«), aber dass man auch den Humor einer britischen Serie auf amerikanische Verhältnisse anpassen muss, war mir neu.
Das Original gibt’s jedenfalls seit wenigen Monaten auch in Deutschland auf DVD, allerdings nur mit englischer Tonspur (aus meiner Sicht eine weise Entscheidung) und seltsamerweise nur mit deutschen Untertiteln. Als UK-Import kriegt man eine Box mit beiden Staffeln, den Specials und englischen Untertiteln.
Auf die Untertitel musste ich auch gelegentlich zurückgreifen, aber das ist es absolut wert: »
The Office« ist wirklich BritCom vom Allerfeinsten.
Die Autoren Ricky Gervais und Stephen Merchant beglücken das Vereinigte Königreich jetzt mit einer neuen Serie: in
Extras (»Statisten«) geht es um einen »Schauspieler«, der alles für eine Sprechrolle tun würde. Die ersten fünf Folgen hab ich praktisch am Stück verschlungen – und wurde von Gästen wie Ben Stiller, Kate Winslet oder Samuel L. Jackson überrascht. Vorläufiges Urteil: sehr sehenswert, wenn auch noch nicht ganz auf dem Niveau von »The Office«.