Wäre ich einer jener linken Blogger, die jeden Tag eine Wall of Text zur politischen Bildung ihrer Leser raushauen, wäre ich unglaublich frustriert darüber, wie die Netzgemeinde sich jetzt in Massen für den, von der SPD viral vermarkteten, Atlantikbrückengauck mobilisieren lässt — wohl in der Hoffnung, schwarz-geld damit mal so richtig eins auszuwischen.
Würde der Deutschnationalgauck tatsächlich gewählt, wäre das natürlich ein herber Schlag für schwatz-gelb. Aber er muss gar nicht gewählt werden, um seine wichtigste Funktion zu erfüllen: den Abstand zwischen rosa-grün und rot zu vergrößern und eine linke Mehrheit in noch weitere Ferne rücken zu lassen. Merkt Ihr eigentlich noch was? Wie könnt Ihr gleichzeitig auf der einen Seite Hartz IV und das Sparpaket Scheiße finden und auf der anderen Seite dem Kandidaten der Bildzeitung hinterher rennen?
Egal wen die Vertreter unserer Oberschicht zum Grüßaugust küren, er wird nicht mein Präsident sein, sondern ihrer.
Lothar Dombrowski for President.
PS: Wo ich mich gerade so schön aufrege… wenn ich in der Tagesschau über das Sparpaket höre, dass »Arbeitsministerin Ursula von der Leyen die stärksten Kürzungen hinnehmen muss«, könnte ich kotzen. Als müsste sie auf ihre Lachsschnittchen verzichten.
Noch ein PS: Witzig, Lothar Dombrowski hat tatsächlich seine Kandidatur angekündigt. Es wird sich doch ein Teilnehmer der Bundesversammlung finden lassen, der ihn vorschlägt, oder?
Und noch ein PS: »Yes we Gauck? Das Sommermärchen vom besseren Kandidaten« vom Spiegelfechter. Da hab ich doch gerne geflattrt.
Nachtrag vom 16. Juni 2010: Joachim Gauck ist die Personifizierung des Leipziger Parteitages der CDU und des FDP-Parteiprogramms (F!XMBR)
Nachtrag vom 18. Juni 2010: Jens Berger belegt die erwähnte virale Vermarktung.
Dienstag, 8. Juni 2010
Netz vergauckelt (mit Nachträgen)
Trackbacks
Trackback-URL für diesen Eintrag
Keine Trackbacks


