Jetzt noch auf der SPD rumzuhacken, ist unanständig. »Leave Britney alone!« Die Mehrheit der verbliebenen Mitglieder gehört lt. Bettina Schausten zur der Gruppe, die (in meinen Ohren: abfällig) als »Schröderianer« bezeichnet wird. Die Frage »Sollte die SPD zukünftig stärker mit der Linken zusammenarbeiten?« verneinen 51% der befragten SPD-Mitglieder. Die meisten SPD-Mitglieder oder -Wähler, die die Hartz-Gesetze oder den Umbau des Rentensystems doof fanden, haben die SPD längst hinter sich gelassen. Eine linke Parteiführung stünde jetzt also gegen die Mehrheit der SPD-Mitglieder — genau wie Schröder während seiner Amtszeit.
Ich fände es zwar ehrlicher, wenn sich die SPD in »Seeheimer Partei Deutschlands« oder »Selbstbedienungspartei Deutschlands« umbenennen würde, aber die FDP bezeichnet sich ja auch als »freiheitlich« und die Unionsparteien bezeichnen sich als »christlich«. Mit dem gleichen Recht kann sich die Rest-SPD auch weiterhin als »sozialdemokratisch« bezeichnen. Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Ignoranz ist Stärke, Umverteilung von unten nach oben ist Sozialdemokratie. Die SPD hat sich nicht »entsozialdemokratisiert«, sondern das Wort »Sozialdemokratie« selbst hat einen Bedeutungswandel durchgemacht, genau wie seine Bestandteile: »Sozial ist, was Arbeit schafft« und »Demokratie ist, wenn man sich aussuchen kann, von wem man verarscht wird«.
Mein persönliches Fazit: egal, wen ich wähle, und egal, wen alle anderen wählen, der Leitspruch unseres Landes ist und bleibt: »Wenn es dem Chef gut geht, geht es uns auch gut!« (vgl. Trickle-down-Theorie)
Mit den unsterblichen Worten von Warren Buffett: »It’s class warfare, my class is winning.«
(Der Titel dieses Blogeintrags ist ein Zitat aus dem heute journal vom 3. Oktober 2009.)
Samstag, 3. Oktober 2009
Schicksalstage der deutschen Sozialdemokratie
Trackbacks
Trackback-URL für diesen Eintrag
Keine Trackbacks


