Mal wieder Rentenblablabla bei Anne Will, wir müssen alle Aktien kaufen, sonst lutschen wir im Alter trockene Brötchen, die Rente ist nicht sicher, jeder muss für sich selbst sorgen und einen Kapitalstock aufbauen, schon wegen der Demographie, weil irgendwann jeder Arbeiter seinen eigenen Rentner versorgen muss und jeder muss doch einsehen, dass das gar nicht gehen kann…
Stellen wir uns mal eine konsequent automatisierte Gesellschaft irgendwann in der Zukunft vor, von mir aus in tausend Jahren. Eine Gesellschaft, in der ein Prozent der Menschen Maschinen baut und wartet und die Maschinen Produkte für hundert Prozent der Menschen herstellen und verteilen. In dieser Gesellschaft würde jeder Arbeiter neunundneunzig Kinder, Rentner und »Arbeitslose« versorgen.
In meinen Augen ist das nicht nur vorstellbar, sondern sogar erstrebenswert. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man ein solches System kapitalistisch organisieren kann, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass wir dieses pervers eindimensionale System bis dahin nicht überwunden haben.
Wieviele Rentner ein Arbeitnehmer irgendwann in der Zukunft versorgen muss, spielt keine Rolle, mal ganz abgesehen davon, dass man sich fragen muss, warum in einem solidarischen System nur Arbeitnehmer dafür zuständig sein sollten. Was eine Rolle spielt, ist, ob das, was wir alle zusammen erwirtschaften, ausreicht, um uns alle zu versorgen — davon bin ich überzeugt — und ob wir es schaffen, es so zu verteilen, dass alle haben, was sie brauchen.



Wer soll denn die Zinsen erarbeiten, wenn alle ihr Geld anlegen? Gibt es dann mehr Arbeiter? Wird damit die Bevölkerungsentwicklung geändert?
Die Produktivitätssteigerung ist jedes Jahr größer als die so genannte negative Bevölkerungsentwicklung. Und daher ist die Diskussion um die demographische Entwicklung natürlich eine Scheindiskussion, die von der wirklichen Problematik - Anteil des Zins am Bruttosozialprodukt - ablenken will.
Leider hat auch Attac und somit auch Herr Geisler das wirkliche Problem immer noch nicht erkannt.