Es war eher informell, und es wurde Stillschweigen vereinbart. Unter den Teilnehmern waren viele, die man aus Funk und Fernsehen kennt: Frank Plasberg, Günther Jauch, Anne Will, Miriam Meckel, Michel Friedman, Dieter Bohlen, Heidi Klum, Iris Berben. Der Anlass [...]: Was tun, wenn Oskar Lafontaine an die Macht kommt? [...] Im Interview mit der »Mallorca Zeitung« sagte der Sänger (sic!) und DSDS-Juror Dieter Bohlen: »Wenn der Lafontaine kommt, bin ich weg, dann gehe ich nach Spanien.«
Schau an, die führenden Intellektuellen Deutschlands bereiten wohl die nächste Verschärfung im Propagandakrieg gegen das Proletariat vor. Und der Redakteur des Tagesspiegel entblödet sich nicht, ihre Emigration vorherzusagen und einen Zusammenhang zwischen der Verfolgung der Opfer des dritten Reichs und einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes zu konstruieren:
Deutsche, die aus politischen Gründen ihr Land verlassen müssen: Dieser Vorgang hat eine unselige Tradition in der deutschen Geschichte. Und Bohlen ist, das dürfte spätestens nach dem Potsdamer Treffen deutlich geworden sein, beileibe nicht allein mit seiner Oskarphobie. Es wären einige der besten, die unser Land verliert. [...] Bohlen-Hasser und Promi-Neider, [könnten womöglich] auf den dummen Gedanken kommen, allein wegen ihres Bohlen-Hasses und Promi-Neides die Ultralinken zu wählen. Nach dem Motto: Die sollen bloß raus hier, ist doch nur gut, wenn der Lafontaine ihnen ihre Villen in Potsdam wegnimmt. Eine solche Reaktion wäre möglich: Politisch Verfolgte stießen in Deutschland selten auf Solidarität.
Glücklicherweise wird den politisch Verfolgten (des deutschen Steuersystems) heutzutage weltweit Asyl gewährt, Michael Schumacher und Thomas Gottschalk stellen da sicher gern die Kontakte her.
Ah, die ZAF hat die Erklärung: der Tagesspiegel ist eine Satirezeitung.


