Ich hab gestern beim Zappen widerwillig einen Blick in die deutsche Fassung der Uri-Geller-Show geworfen und zu meiner Überraschung festgestellt, dass es sich dabei um eine Castingshow mit Zuschauervoting handelt.
Als man mir vor zwanzig, dreißig Jahren anlässlich einer IFA erzählte, dass das Fernsehen künftig »interaktiv« werden würde, zeigte man mir zur Illustration eine (intakte!) Familie aus drei Generationen, die friedlich vereint auf dem Sofa vor einem Loewe-Fernseher mit eingebautem BTX-Decoder saß, der Vater mit der Infrarot-Tastatur auf dem Schoß. Vielversprechend.
Mir fehlte schlichtweg die Fantasie, mir vorzustellen, dass sich die Interaktivität eine Generation später darauf beschränken könnte, dass die Telefonabstimmung (der »TED« — damals schon ein alter Hut) teurer wird (von kostenlos über »eine Einheit« (23 Pfennig) auf 49 Eurocent oder mehr), um Telefongesellschaften und Fernsehsendern im Wettbewerb um den größten massentauglichen Schwachsinn einen zusätzlichen »revenue stream« zu verschaffen.
Zu den albernen Zauberntricks, die da vorgeführt werden, erspar ich mir den Kommentar, das überlasse ich James Randi und den Leuten auf YouTube (einfach nach »Geller entlarvt« suchen).




Frank
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