
Der Autor meiner Lieblingstrilogie in fünf Teilen, dem »Hitchhiker’s Guide To The Universe« hat mit seinen Hörspielen, Fernsehserien, Büchern, CD-ROMs, Computer-Spielen und Filmplänen offensichtlich doch mehr Geld gemacht, als er immer zugegeben hat. Verlässlichen Berichten zu Folge hat sich Douglas Noel Adams am Freitag in Richtung Magrathea abgesetzt, um sich dort einen eigenen Luxusplaneten bauen zu lassen.
Seine letzte Botschaft an die Menschheit war entgegen der Erwartungen vieler seiner Anhänger nicht etwa »Auf Wiedersehen und danke für den Fisch!« sondern »Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten.«
Ich werde ihn vermissen.
Frank Zappa, Bill Hicks, Douglas Adams... drei Chancen weniger für gesunden Menschenverstand, sich doch noch durchzusetzen. Vielleicht sollte ich mir neue Helden suchen, bevor die alten alle weggestorben sind.
Den »Hitchhiker’s Guide To The Galaxy« habe ich in der Schule kennengelernt, ich glaube im neunten oder zehnten Schuljahr. Ein angehender Deutschlehrer aus England unterrichtete die Klasse, die ich damals am Cusanus-Gymnasium in St. Wendel besuchte, für einige Wochen als »Englischassistent«. Um den Unterricht etwas lockerer zu gestalten, hatte er uns einen Mitschnitt eines sehr seltsamen Radio-Hörspiels mitgebracht. Außer mir konnte sich niemand für den merkwürdigen Humor begeistern. Aber auch ich hatte diese halbe Stunde meines ersten Kontakts mit Douglas Adams bald vergessen.
Als ich, Monate später, einige Tage in London verbrachte, begegnete ich dem Namen erneut: in der Buchhandlung von Harrods stolperte ich über die Pan-Taschenbuchausgabe des Guide. Seitdem habe ich kein Werk von Douglas Adams verpasst, selbstverständlich alle Bücher sowohl im Original als auch in der deutschen Übersetzung gelesen, die Hörspiele gehört, die Fernsehserie gesehen, über das Erscheinen des ersehnten Kinofilms spekuliert und ich weiß, wo mein Handtuch ist.
Zu meinen besonderen DNA-Momenten gehören...
- ...die Erinnerung, dass ich den ersten Band des Hitchhiker’s dreimal angefangen habe und erst beim dritten Mal über das vierte Kapitel (Zaphod Beeblebrox stiehlt die »Herz aus Gold«) hinausgekommen bin.
- ...die Freude beim Erscheinen jedes neuen Hitchhiker-Bandes, die Überraschung über die Dirk Gently-Romane, das Staunen über »Last Chance To See«.
- ...die Stunden, die ich mit der C64-Version des Infocom-Adventures zu THHGTTG verbracht habe - und die Minuten, bis ich vor »Bureaucrazy« kapituliert habe (vielleicht sollte ich das doch nochmal probieren).
- ...der Hitchhiker-Stammtisch in Saarbrücken
- ...das Lachen von Zuhörern, wenn ich Vogonenlyrik vortrage, ihre Verwunderung, wenn ich die holistische Navigationsmethode vertrete.
- ...das Staunen über die Zuverlässigkeit der Unterscheidung von Gleichgesinnten und »den Anderen« anhand des Zahlentests: wer die besondere Bedeutung von 23 und 42 erkennt, kann kein schlechter Mensch sein.
- ...der Auftritt von Douglas Adams in der Aula der Uni in Göttingen. Den ersten hab ich auf CD, beim zweiten war ich mit einigen Freunden live dabei.
Und »Starship Titanic« war auch ganz nett.
Anfang letzter Woche hab ich mir den ersten Band des Anhalters (in der deutschen Übersetzung) als Lektüre ins Bad gelegt (neben die Badewanne - als Klolektüre hab ich die c’t und die Titanic) und die ersten paar Kapitel gelesen. Es wird mal wieder Zeit, den ganzen Anhalter zu lesen. Und Dirk Gently hinterher.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Schuch
Bevor ich meine Ogg-Dateien weitergebe, muss ich den Jewel Case allerdings erst in einem der noch nicht ausgepackten Umzugskartons lokalisieren. Ich hab die Ogg-Dateien zwar auf Platte, aber ich will mich vorher nochmal davon überzeugen, dass die CD wirklich nicht von einem der großen Konzerne veröffentlicht wurde.
Es verwirrt mich, dass ich in einer Welt lebe, in der es keinen Wert darstellt, wenn Kultur erhalten wird, indem ein begeisterter Leser eines verstorbenen Autors einem anderen begeisterten Leser dieses Autors ein vergriffenes Werk, das voraussichtlich nie wieder aufgelegt werden wird, zur Verfügung stellt.
Es verwirrt mich, dass ich in einer Welt lebe, in der Konzerne Kunst und Kultur horten, vermarkten und gewinnoptimieren, während sie ihre Kunden verklagen... nicht weil die Tauschbörsen des 21. Jahrhunderts schlimmer wären als die Mixtapes aus unserer Jugend, sondern weil man die Missetäter jetzt leichter fassen kann als damals.