Als wir unsere Traumwohnung gefunden hatten, meldete ich mich wieder ab — warum soll ich meine Daten weiter in der Datenbank eines Dienstes liegen lassen, den ich nicht mehr nutze und der mich nicht als Kunde, sondern als Aktivum betrachtet? IS24 bestätigte das per Mail (29. Juni: »Löschung Ihres Kundenkontos bei ImmobilienScout24«).
Einige Tage später, erhielt ich wieder Mail von IS24 (3. Juli). Ob meine Suche denn erfolgreich sei, ob ich meine Traumimmobilie noch nicht gefunden habe, wie ich meine Suche mit wenigen Klicks optimieren könne. Ich erlaubte mir, bei IS24 anzufragen, wie es denn sein könne, dass ich trotz Löschung des Kundenkontos noch Mail erhalte; ich verband diese Anfrage mit einem Auskunftsersuchen nach §19 des Bundesdatenschutzgesetzes (Nachtrag: ja, ich hab §19 angeführt, mein Fehler, der gilt nur für Behörden u.ä. — bei nicht-öffentlichen Stellen greift §34).
Keine Reaktion. Ende Juli wiederholte ich die Anfrage. Diesmal erhielt ich eine Antwort (30. Juli):
Nach interner Prüfung konnten wir keine weitere Registrierung Ihrer Daten auf unserer Seite feststellen. Die letzte von uns versandte E-Mail vom 29.07.2007 bezog sich auf die Löschung Ihres Kundenkontos. Erst an diesem Tag wurde das von Ihnen angesprochene Kundenkonto gelöscht. Somit bestehen keine weiteren Daten Ihrerseits auf unserer Seite.
Meine Vermutungen: Der »29.07.2007« in dieser Antwort ist ein Tippfehler. IS24 hat mir tatsächlich am 29.6. die letzte Mail geschickt. Aber IS24 gibt die Namen und Mailadressen aktiver Nutzer mit einigen Tagen Verzögerung zum Versand dieser »Optimieren Sie Ihre Suche«-Mails an einen Dienstleister (»emarsys emarketing systems«?) weiter — jedenfalls tragen nur diese Mails den vom From:-Header abweichenden Envelope-Sender »wwwrun@emarsys.net«.
Ich bin ja kein Jurist, aber müssten sie sich diese Weitergabe nicht in den AGB absegnen lassen? Ich finde da lediglich die folgende Aussage:
Die von dem Kunden an ImmobilienScout24 gegebenen Daten werden von ImmobilienScout24 zu den sich aus dem vorstehend genannten und sich aus dem Kundenauftrag im einzelnen ergebenden Zwecken gespeichert und verarbeitet. ImmobilienScout24 wird dabei die einschlägigen Datenschutzbestimmungen beachten.
Ich habe der Weitergabe meiner Daten also nicht zugestimmt, schon gar nicht der Weitergabe an eine Firma im Ausland, die nicht dem deutschen Datenschutzgesetz unterliegt. Die emarsys AG scheint in Österreich angesiedelt zu sein.
Ich werde IS24 mal einladen, zu meinen Vermutungen Stellung zu nehmen.
Nachtrag, 16. Oktober 2007: Keine Reaktion von IS24.


emarsys emarketing systems ist ein klassischer email-marketing dienstleister, der im auftrag von kunden über seine systeme massenhaft emailings versendet. emarsys ist ein grösserer und anerkannter player in dem markt, spam meiden die wie der teufel das weihwasser.
d.h. is24 verschickt einfach seine emails über diesen dienstleister.
habe selber mal beim führenden unternehmen in deutschland gearbeitet (ecircle)
ciao
christian
Wenn IS24 das irgendwo erwähnen würde, wär’s ja auch gar kein Ding.
Aber in den AGB versichert mir IS24, sich an die rechtlichen Bestimmungen in Deutschland zu halten und meine Daten nur in ganz bestimmten Fällen weiterzugeben, die sie in den »Hinweisen zum Datenschutz« auch ausdrücklich aufzählen. Dass sie die Daten zum Versand von Massenmailings an einen Dienstleister im Ausland weitergeben, finde ich da nirgends.
Ob das ein seriöser Anbieter ist, spielt für mich an der Stelle erst mal keine Rolle. Meine Daten (mindestens die Zuordnung Realname zu Mailadresse, vielleicht mehr) sind ins BDSG-freie Ausland exportiert und bei Dritten möglicherweise dauerhaft gespeichert.
Ich muss zugeben, dass ich sicher nicht so empfindlich wäre, wenn der gleiche Anbieter nicht auch ein Kuppelportal betreiben würde, auf das ich vor Jahr und Tag mal reingefallen bin... eins dieser Portale, die erst auf kostenlos machen und sich dann als »Jamba für Erwachsene« entpuppen.
ich arbeite bei Immobilienscout24 und habe als Programmierer mit dem Mail-System zu tun. Wir erzeugen unsere Mails selber (also das Rendern von Ergebnislisten nach Plaintext und Html) und übergeben die an einen vom Betrieb konfigurierten Mailserver mit den bereits gesetzten Empfangs-Adressen. Dem Envelope nach wird das von unserem Betrieb dann an einen Dienstleister weitergegeben - wovon ich noch nix gehört habe, ich tippe auf einen Konfigurationsfehler. Aber selbst wenn dem so ist, hat der nicht mehr Informationen erhalten, als der Mail-Provider des E-Mail Empfängers.