[Die älteste Fassung dieses Textes, die ich auftreiben konnte, ist
v6.6 vom 25. Juni 2000 v2.7 vom 28. Juni 1997, ältere Fassungen kennt die Wayback Machine leider nicht...]

Anfang der 90er des letzten Jahrhunderts war ich mit Windows 3.11 zum erstem Mal »richtig« (mit eigener IP) im Internet (»Trumpet Winsock« machte es möglich). Meine private Website enstand unter dem originellen Titel »Just Another Web°Space« irgendwann zwischen 1992 und 1994. Etwa zur gleichen Zeit baute ich eine recht populäre Firmen-Website für meinen Arbeitgeber:
www.kawumm.de war so beliebt, dass die Site nach England umziehen musste, weil der Traffic, den die verursachte, in Deutschland schlichtweg nicht bezahlbar war.
Die ersten Versionen meiner Seiten entstanden mit Hilfe des recht spartanischen »Norton Editor« unter DOS. Mein Weg ins Internet lief damals über ein 28k8-Modem, später über eine ISDN-Wählleitung zum
Internet privat e.V. (IPeV), einem Verein, der im Individual Network e.V. organisiert war und Internet für private Nutzer anbot – und bis heute anbietet!
www.saar.de/~bong wurde von einem recht schmalbrüstigen, aber unter Linux 1.0.9 stabil laufenden System (bellona.wg.saar.de) über eine ebenso schmalbrüstige 128 kBit-Leitung ausgeliefert, erst via Uni Saarbrücken, später über deren Provider-Projekt SaarLink zu XLink, dem Vertragspartner des Individual Network. Auf dem gleichen System und über die gleiche Leitung lief damals auch der komplette Usenet-Newsfeed des Vereins, während gleichzeitig mehrere Einwähler surften. Ich wiederhole es gern nochmal: 128 kBit für alles zusammen. Das ging. Multimediale Websites hatten farbigen Text auf einem gekachelten Hintergrund und eine Midi-Datei als Soundtrack. Animierte GIFs waren schon bei ihrer Einführung out. Mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen.
Windows 3.1 begeisterte mich nicht, für eine Weile fand ich OS/2 Warp ganz nett, so war mein nächstes Entwicklungswerkzeug für meine (noch rein statischen) Webseiten ein recht komfortabler OS/2-Texteditor (ohne jegliche spezielle Unterstützung für HTML). Zu dieser Zeit entstanden sogar, wie ich zu meiner Schande gestehe, einzelne Seiten unter Verwendung eines Makro-Pakets für WinWord, das Microsoft vollmundig als »Internet Assistant« vermarktete.
Von »Windows für Wohngemeinschaften« (3.11) frustriert, von OS/2 enttäuscht und nostalgisch an die alten AMIGA-Zeiten zurückdenkend, war ich 1995 offen für eine neue Erfahrung. AmigaDOS war eher mit Unix als mit DOS verwandt, daher war meine Hemmschwelle zur Unix-Welt niedrig. Durch den Mailboxprogrammkonfigurationswust gestählt und von der Erfahrung geprägt, dass mir eine grafische Konfiguration eh nicht den gewünschten Grad der Kontrolle über mein System geben konnte, hatte ich auch keine Berührungsängste vor den drohenden »Myriaden von Konfigurationsdateien«, die damals im Rahmen einer Linux-Installation angefasst werden mussten. Ich wechselte recht konsequent zu Linux.
Meine Seiten pflegte ich von da an mit XEmacs, eine zusätzliche Syntaxkontrolle und andere nützliche Funktionen lieferte hsc (kurz für: »HTML sucks completely«), für Grafiken musste zu Anfang noch Corel Draw unter Windows ran, später der Gimp. Ich publizierte mit Hilfe von rdist, ssh und anderen Unix-Tools.

Mit einem beruflich bedingten Umzug von Saarbrücken nach Oberhausen änderte sich meine Connectivity von Grund auf. Seither bekomme ich mein Internet von meinem Arbeitgeber, der verkauft Netzmaske pfundweise und kann das Internet sogar neu booten, wenn’s mal abstürzt. Meine Webseiten zogen mit mir zusammen um und wurden fortan als
www.a42.de ausgeliefert. Die statischen Seiten hab ich etwa zu diesem Zeitpunkt eingefroren und statt dessen auf
news.a42.de ein Zope-basiertes CMS mit integriertem Wiki – das A42WikiWeb – eingesetzt. Im Slashdot-Look lieferte die Seite unter dem Titel »Neu! – Die aufrechte Neuigkeitenverbreitungsseite« in erster Linie mein Blog mit DVD-Reviews aus. Auf Dauer verleidete mir der Upgradehorror aber den Spaß an Zope: die Probleme gipfelten darin dass
news.a42.de nach einem Update monatelang mehr kaputt als ganz war und ich nur einen kleinen Teil der Daten manuell ins nächste Projekt übernehmen konnte.
Irgendwann zu dieser Zeit ließ ich mich kurz vom Domainnamengrabberfieber anstecken und sicherte mir lebenswichtige Domänen von
freesmoke.de bis
zivilisationsversager.de, von
ihr-geht-mir-alle-auf-den-sack.de bis
lass-mich-bloss-in-ruhe-mit-dem-scheiss.de.
Die gute, alte Bookmarkliste von
www.kawumm.de war inzwischen zu einem Linkverzeichnis mit mehreren tausend Links angewachsen und wurde als
links.a42.de ausgeliefert. Inzwischen ist dieser Teil meiner Seiten mehr oder weniger eingestampft, die historischen Reste sind nur für angemeldete Besucher des Wikis auf
news.a42.de zugänglich.
Ich wechselte innerhalb meines Arbeitgeberkonzerns zu einer Tochterfirma und über kurz oder lang zogen auch die Seiten um. Aufgrund meiner hohen Leidensfähigkeit und der – von mir empfundenen – geringen Wichtigkeit meiner Webpräsenz benutze ich meine privaten Seiten immer gern als Testcase für Konfigurationsänderungen an Hostingservern. Das Konzept, mit dem ich den ersten Hostingserver bei meinem Arbeitgeber aufgebaut hatte, erwies sich mit den Jahren als suboptimal, inzwischen laufen alle Subdomains von a42.de auf einem Linux VServer.
Die nächste Plattform,
TikiWiki (PHP, MySQL), war mir wesentlich sympathischer als Zope und sorgte dafür, dass meine Arbeitsweise beim Verfassen meiner Seite untechnischer und direkter wurde. Meine bescheidenen Bedürfnisse in Punkto Grafik befriedigte weiterhin der Gimp, XEmacs kam hauptsächlich ins Spiel, wenn ich am TikiWiki-Code bastelte.
Der letzte Schritt schließlich war die Installation von
Serendipity (S9Y), einer Blog-Software (auch PHP, MySQL), unter
serendipity.a42.de. Nach wenigen Tagen hat mich S9Y bereits so in den Bann gezogen, dass ich darüber nachdenke, die interessanteren Teile von
www.a42.de und
news.a42.de einfach auch hier zu verbloggen.
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Aufgenommen: Mär 10, 19:49