Ich würde gerne selbst mal spüren, wie es sich anfühlt, wenn man behaupten kann, dass Paintball das Töten von Menschen simuliert, Fechten aber nicht, ohne dass man unwillkürlich lachen muss. Bei Paintball stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, die sich gegenseitig aus Distanz mit Farbkügelchen beschießen, beim Fechten stehen sich zwei Individuen gegenüber, die mit modifizierten Hieb- oder Stichwaffen einen Treffer beim Gegner zu setzen versuchen, und zwar bevorzugt da, wo lebenswichtige Organe sitzen. Das eine simuliert das Töten, das andere nicht… *prust* Nein, ich kann es einfach nicht.
Ich wüsste gerne, wie das ist, wenn man die Erdung so weit verloren hat, dass man schlechten Geschmack nicht mehr von Sittenwidrigkeit unterscheiden kann. Ist das so ähnlich, wie wenn man keinen Unterschied zwischen violett und pink erkennt?
Wenn man heiliger ist als der Papst, kann man es vielleicht geschmacklos finden, dass sich Leute aus Spaß mit Farbkugeln beschießen. Sittenwidrig hingegen ist es zum Beispiel, wenn man als Politiker dazu beiträgt, den volkswirtschaftlichen Schaden, den Geldverleiher, Spekulanten, ihre marktfaschistischen Apologeten und ihre Büttel in der Politik angerichtet haben, auf die Allgemeinheit zu verteilen und dabei ausgerechnet die Verantwortlichen vor den Folgen ihres Handels zu bewahren.
Aber darum geht’s ja nicht. Es geht ja um die Menschenwürde.
Wessen Menschenwürde wird denn durch Paintball gefährdet? Ihre, Herr Dr. Wiefelspütz?
Wie steht es denn um denn die Würde der bevormundeten Paintballspieler (oder der bevormundeten Internetnutzer) (oder der bevormundeten Killerspieler) (oder der bevormundeten Raucher)?
Auch hier würde ich mir interessante Einblicke versprechen, wenn ich mal einen Tag in Ihrem Kopf verbringen könnte. Hach, ich hätte auch noch ein paar Vorschläge, die ich in Ihrem Hinterkopf hinterlassen könnte. Lassen Sie uns doch Bowling verbieten, weil man dabei »eine Kugel beschleunigt, um möglichst viele Figuren mit menschlicher Silhuette ‘umzulegen’.« Das Kegeln lassen wir aber erlaubt, wir wollen uns ja nicht mit den Kegelvereinen anlegen, das wären zu viele Wähler. Kann man Eltern nicht auch irgendwie
Mit freundlichem Textbaustein
Der Mutantenstadl
Nachtrag, 14. Mai 2009: Das ging ja flott, gestern gebloggt, heute ist das Paintballverbot vom Tisch. Geht doch. Als nächstes kippen wir die Internetzensur und von dieser Killerspieldebatte will ich auch nichts mehr hören.
Nachtrag, 18. Mai 2009: Den Hintergrund dieses Eintrags erläutert politplatschquatsch.





