Gilt die Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl für die CSU? Bei der letzten Bundestagswahl 2005 bekam sie 7,4% und bei der Landtagswahl hat sie gerade fast ein Drittel verloren… und der wahre Wahlgewinner ist wieder mal die Partei der Nichtwähler, Parteienverdrossenen und Demokratietheaterverweigerer.
[Korrektur: Die Wahlbeteiligung war wohl doch ein Prozent höher als bei der letzten Wahl — Damn you, Jörg Schönenborn, damn you! — dennoch müssten die Nichtwähler (42%) eigentlich die größte Fraktion stellen. Rechnet man sie ins Wahlergebnis rein, haben übrigens immerhin fast 11% der bayrischen Wähler ihre Stimme für die SPD abgegeben.]
Sonntag, 28. September 2008
CSU unter 5%?
Donnerstag, 25. September 2008
Aftersex, Drogenmissbrauch & Steuern
Aus der Abteilung »Illustre Gäste bei JBK« — Franz Konz (ja, der mit den bekannten Ratgebern für Steuerhinterziehung):
…und JBK spendiert ihm ‘nen schönen Werbeblock für seine absurden steuerpolitischen Vorstellungen.

(Ich hätte mehr dazu zu sagen, aber ich hab aus gesundheitlichen Gründen eigentlich Computerpause…)
»Der Körper des AIDS-Kranken ist durch Aftersex, Genußmittel, Drogenmißbrauch und Junk-Food kaputtgemacht worden. Die HI-Viren machen sich jetzt in großer Anzahl über ihn her. Sie sind von der Natur dazu bestimmt, dem unwürdigen und gegen die Gesetze am schlimmsten verstoßenden Erdbewohner das Geschenk des Lebens schnellstens wegzunehmen, damit er nicht noch mehr Unheil anzurichten vermag. Was soll aber die gegen die Natur gerichtete, nie bewiesene Verlängerung dieses Abschaums der Menschheit um ein paar Monate auf Kosten von uns, der Allgemeinheit?« (Zitat lt. Wikipedia aus Natürlich Leben, Nr 4/2001)
…und JBK spendiert ihm ‘nen schönen Werbeblock für seine absurden steuerpolitischen Vorstellungen.

Vorsicht, Fotomontage!
(Ich hätte mehr dazu zu sagen, aber ich hab aus gesundheitlichen Gründen eigentlich Computerpause…)
Zivilisierte Zeiten!
Das Schicksal der Revolution war im Grunde besiegelt — ich wußte es damals allerdings natürlich nicht —, als am 24. Dezember die Arbeiter und Matrosen nach siegreicher Straßenschlacht vor dem Schloß sich zerstreuten und nach Hause gingen, um Weihnachten zu feiern. Nach dem Fest gingen sie zwar aufs neue auf den Kriegspfad, aber inzwischen hatte die Regierung bereits hinlängliche Freicorps zusammengezogen. Vierzehn Tage lang gab es in Berlin keine Zeitungen, sondern nur näheres und entfernteres Schießen — und Gerüchte. Dann gab es wieder Zeitungen, die Regierung hatte gesiegt, und einen Tag später kam die Nachricht, daß Liebknecht und Rosa Luxemburg erschossen seien, beide auf der Flucht. Meines Wissens ist dies die Entstehung des »Auf der Flucht Erschießens«, das seither die übliche Umgangsform mit politischen Gegnern östlich des Rheins geworden ist. Damals war man noch so wenig daran gewöhnt, daß viele es sogar wörtlich auffaßten und glaubten: Zivilisierte Zeiten!
So war die Entscheidung gegen die Revolution gefallen, aber keineswegs trat Ruhe ein; im Gegenteil, die schwersten Straßenkämpfe kamen in Berlin erst im März (und in München im April), als es eigentlich nur noch, sozusagen, um die Bestattung des Leichnams der Revolution ging. In Berlin brachen sie aus, als die »Volksmarinedivision«, die ursprüngliche Truppe der Revolution, formell und mit schlichtem Abschied von Noske aufgelöst wurde: Sie ließ sich nicht auflösen, sie wehrte sich, die Arbeiter des Berliner Nordostens fielen ihr bei, und acht Tage lang kämpften die »irregeleiteten Massen«, die es nicht verstehen konnten, daß ihre eigene Regierung wieder ihre Feinde gegen sie führte, einen verzweifelten, aussichtslosen und furchtbar erbitterten Kampf. Der Ausgang stand von vorneherein fest, und die Rache der Sieger war schrecklich. Es ist bemerkenswert, daß damals, im Frühjahr 1919, als die linke Revolution sich vergebens bemühte, Form zu gewinnen, die spätere Nazirevolution, nur ohne Hitler, bereits fertig und mächtig dastand: Die Freicorps, von denen sich damals Noske und Ebert retten ließen, waren bis zur personellen Identität, und erst recht in Ansichten, Gehaben und Kampfstil einfach dasselbe wie die späteren Nazi-Sturmtruppen. Sie hatten bereits das »Erschießen auf der Flucht« erfunden, sie waren schon ein gutes Stück weit in die Folterwissenschaft eingedrungen, und sie hatten bereits eine großzügige Art, unbedeutendere Kampfgegner einfach ohne viel Fragen und ohne Unterschied an die Wand zu stellen, die den 30. Juni 1934 vorausnimmt. Es fehlte nur noch die Theorie zur Praxis: Die lieferte später Hitler.
(aus: Geschichte eines Deutschen — Die Erinnerungen 1914-1933 von Sebastian Haffner)
Geschrieben von Marc
in Medienjunkie, Schwarzseher
um
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Dienstag, 23. September 2008
Marketing FAIL
Was machen Sie, wenn Ihnen jemand zu Ihrer Altersvorsorge einfach so etwas schenken möchte? Sie greifen natürlich zu! Erinnern Sie sich nur an das, was Ihnen Ihre Mutter beigebracht hat: »Wenn Dir ein fremder Mann Bonbons anbietet, geh mit ihm mit!« Oder an das amerikanische Sprichwort: »There is free lunch!« Deshalb: Lassen Sie sich diese Chance für Ihre Zukunft nicht länger entgehen. Sichern Sie sich mit der Sparkassen-Riester-Rente Geldgeschenke aus den Taschen aller Steuerzahler, auch der Ärmsten — und ein angenehmes Leben für Sie in späteren Jahren!
Das Leben in einer Gated Community ist schließlich teuer und Sie möchten doch nicht, dass Ihnen die hungernden Massen den Ausblick verderben! Oder?

Wenn eine Sparkasse mitten in einer Phase, die Ökonomen von Stiglitz bis Greenspan als »schlimmste Krise seit 1929« bezeichnen, bei ihren Kunden ausgerechnet für eine kapitalgedeckte Zusatzrente wirbt, die ihre Rendite an den zusammenbrechenden Kapitalmärkten erwirtschaften muss, muss sie dann auch noch Salz in die Wunde streuen, indem sie der Musterfamilie den Namen einer eben erst insolvent gegangen Investmentbank verpasst?

Schlechtes Timing, Spasskass, ganz schlechtes Timing.
Nachtrag, 18. Oktober 2008: Unglaublich. Es geht noch blöder. Man kann in dieser Zeit auch ein Buch mit dem Titel »Mehr Kapitalismus wagen« rausbringen. Muha.
Das Leben in einer Gated Community ist schließlich teuer und Sie möchten doch nicht, dass Ihnen die hungernden Massen den Ausblick verderben! Oder?

Wenn eine Sparkasse mitten in einer Phase, die Ökonomen von Stiglitz bis Greenspan als »schlimmste Krise seit 1929« bezeichnen, bei ihren Kunden ausgerechnet für eine kapitalgedeckte Zusatzrente wirbt, die ihre Rendite an den zusammenbrechenden Kapitalmärkten erwirtschaften muss, muss sie dann auch noch Salz in die Wunde streuen, indem sie der Musterfamilie den Namen einer eben erst insolvent gegangen Investmentbank verpasst?

Entwicklung des DAX von Anfang 2008 bis zum 18. September (Quelle: Deutsche Börse AG)
Schlechtes Timing, Spasskass, ganz schlechtes Timing.
Nachtrag, 18. Oktober 2008: Unglaublich. Es geht noch blöder. Man kann in dieser Zeit auch ein Buch mit dem Titel »Mehr Kapitalismus wagen« rausbringen. Muha.
Let Nerds Rule
Cringely erläutert unter der Überschrift »Door Number Three«:
I have a friend of 20 years who is in a key technical role at a very large company. He’s too vital to the company to risk losing but too geeky to fit in. He’s on the craft (non-management) salary scale, but way higher than he ought to be for having no direct responsibility. All he does, in fact, is from time to time save his company from ruin. And even more rarely, he saves all the rest of us from ruin, too, in ways I am not at liberty to explain. How do you manage such a guy? Where he works they have him report to the CEO. The Big Guy has 5-6 direct reports and one of them — my friend — doesn’t manage anyone or anything.
THAT’S Door Number Three.
We’re in an important transition period not just for IT, but also for business in general. Everything seems to be in flux. And that means the old ways of doing things are changing and ought to. And in this way IT is leading — or ought to lead — the way. […] IT is generally the vanguard for a new corporate culture and whole new ways of doing business for the world.
We’re in a mess. The world is screwed up and some of that can be traced to the improper use of IT as a financial weapon. But the people of IT actually present many of the answers we need, because they are living much deeper in technology than other parts of the company or of our society.
Think about it. There has nearly always been a class of eggheads showing us a path toward new business models, whether it was Edison and Firestone, Hewlett and Packard, Noyce and Moore, Gates and Allen, or Brin and Page. It takes in each case a generation to happen, but ultimately we all (and I mean ALL — everyone in the total organization) come to look like the geeks of the generation before. So let’s lean into that, get on with the transition, and get past this place we’re in right now where nobody wants to be.
Geschrieben von Marc
in Kabelfreak
um
04:29
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Tags für diesen Artikel: Kapitalismus, Weltwirtschaftskrise 2.0
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