Sagt der Kollege: »Ich hab Sodbrennen.«
Sag ich: »Dann brauchste ‘nen Reflux-Kompensator.«
(Für die, die nicht zur Schnittmenge gehören: Reflux, Flux-Kompensator)
Dienstag, 29. Juli 2008
Schnittmengenwitz
Schachtschneider: Wir müssen verhindern, dass unser Europa diktatorisch wird
Aus einem dreiteiligen Interview mit dem Staatsrechtler Prof. Schachtschneider bei Telepolis — Teil eins, Teil zwei, Teil drei:
Alle Auszüge stammen aus dem dritten Teil des Interviews. Hervorhebungen von mir. Wer nicht lesen mag, kann auch auf YouTube nach »Schachtschneider« suchen.
Siehe auch: »Warum habt Ihr es nicht verhindert?« und »Demokratieverdrossen«
Es ist völlig abwegig, zu erwarten, dass die Union weltweit soziale Grundsätze durchsetzen könne. Die großen Blöcke der Welt haben auf Weltebene soziale Prinzipien gerade nicht durchgesetzt, sondern schlicht die Marktinteressen. Wer meint, das reine Marktprinzip selbst sei sozial, ist marktideologisch verblendet. Der Markt als solcher schafft keine sozialen Verhältnisse. Man braucht für eine Sozialpolitik immer Gesetze, und diese Gesetze müssen demokratisch legitimiert sein, sonst werden sie nie sozial. Das Demokratieprinzip ist der Motor der sozialen Realisation. […]
Der Parteienstaat ist die Verfallserscheinung der Republik. Er ist wesentlich verantwortlich für die Entdemokratisierung der Politik, weil die Parteien ihre Macht durch deren Internationalisierung sichern. Die Europäisierung ist auch ein Ersatz für Innenpolitik, die meist streitig ist und Stimmen kosten kann. Die Politik machen Unionsorgane, für die die nationalen Parteien keine Verantwortung übernehmen. Den meisten Parteifunktionären kommt es nur auf ihr gesichertes Mandat an. Sie suchen nicht die politische Verantwortung. Das Mandat behalten sie auch ohne die politische Verantwortung; denn die liegt bei den Staats- und Regierungschefs, beim Europäischen Gerichtshof, in gewisser Weise bei der Europäischen Kommission, aber längst nicht mehr bei den nationalen Parlamenten oder gar den Landesparlamenten. Die sind entmachtet und haben die Macht ohne Bedenken abgegeben. Aber die Abgeordneten bekommen weiterhin hohe Diäten. Mehr interessiert sie meist nicht. Es ist klar: Man kann nicht wirklich ausweichen. Man wählt, wenn man diese etablierten Parteien wählt, immer die gleiche Politik. Das Dilemma ist im gegenwärtigen System der Politik unentrinnbar. […]
Die Politiker wissen längst, dass die Völker die Integrationspolitik nicht mitmachen oder mittragen wollen. Immer ist die Rede von schlechter Vermittlung der an sich guten Politik und der Notwendigkeit von mehr Bürgernähe. Manche Integrationisten wähnen sich gar als Avantgarde und Elite. Es ist ganz anders. Sie machen eine Politik, die gegen die Interessen breiter Bevölkerungsschichten gerichtet ist, die auch darunter leiden. Viele müssen ganz erhebliche Einbußen an Einkommen hinnehmen. Deswegen wird die Krise immer näher auf uns zukommen. Das wird nicht schnell gehen, das entwickelt sich langsam, über die ökonomischen und sozialen Gegebenheiten. Die Globalisierungspolitik, zu der die Integrationspolitik der Europäischen Union gehört, hat uns in ein langes Siechtum geführt. […]
Ich würde ein ganz anderes Wahlrecht als das Verhältniswahlsystems vorschlagen. Letzteres führt in die parteienstaatlichen Strukturen, die uns den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Niedergang gebracht haben. Erst recht Verhältniswahlen mit 5%-Sperrklausel. Sie sichern die Parteienoligarchie und sind durch und durch undemokratisch. Deswegen dürften Sie eingeführt worden seien. Schließlich steht das nicht im Grundgesetz.
Das Wahlsystem muss kein reines Mehrheitswahlsystem sein, nur ein kluges Wahlsystem, das es gewährleistet, dass die Abgeordneten sich einen Rest von Unabhängigkeit bewahren. Ausgeschlossen werden sollte insbesondere die Möglichkeit der Wiederwahl, so dass das Parlamentsmandat nicht zum Beruf werden kann. Wir haben genug Bürger, die befähigt sind, das Volk im Parlament für eine Legislaturperiode zu vertreten. Wichtig ist, dass die Abgeordneten nicht korrumpiert werden, durch die Lobbyisten, die Parteiführungen u.a.
Ich sehe auch nicht, dass die Parteienoligarchien es schaffen könnten, die Probleme unserer Zeit zu lösen, solange die Völker, auch das deutsche Volk, nicht wirklich die Stimme erheben können. Deshalb bin ich erklärter Anhänger der Volksabstimmung. Ich glaube nicht, dass die Menschen, die abstimmen würden, weniger wissen als die Abgeordneten. Die wissen nämlich von den Verträgen der Union so gut wie nichts. Die Menschen in der Masse sind schwer korrumpierbar. Sicherlich sind sie durch Wahlgeschenke verführbar, aber bei den Abgeordneten kann man jeden einzelnen beeinflussen. Wer Einfluss nimmt, ist völlig undurchsichtig. Das können auch ausländische Kräfte sein. Ich fühle mich in diesem politischen System des Parteienstaates nicht wohl und nicht sicher, weil es sich bewiesen hat, dass Politik betrieben wird, die mit dem Rechtsprinzip nicht vereinbar und damit auch unverantwortbar ist.
Alle Auszüge stammen aus dem dritten Teil des Interviews. Hervorhebungen von mir. Wer nicht lesen mag, kann auch auf YouTube nach »Schachtschneider« suchen.
Siehe auch: »Warum habt Ihr es nicht verhindert?« und »Demokratieverdrossen«
Sonntag, 27. Juli 2008
User Appreciation Day
Wenn ich die magere Ausbeute des letzten Freitags betrachte, komme ich zu dem Schluss, dass wir einen »User Attitude Readjustment Appreciation Day« brauchen, der jeweils am Donnerstag vor dem letzten Freitag im Juli stattfindet und dessen Ziel es ist, bei den Usern ein Bewusstsein für den bedeutungsschweren Folgetag zu schaffen (und ihnen Gelegenheit zu geben, sich darauf angemessen vorzubereiten).
Geschrieben von Marc
in Kabelfreak
um
15:35
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Freitag, 25. Juli 2008
Keine Blasphemie in diesem Blog!
Ich mag mich nicht gern mit der Kirche auseinandersetzen; es hat ja keinen Sinn, mit einer Anschauungsweise zu diskutieren, die sich strafrechtlich hat schützen lassen. (Kurt Tucholsky)
Ich würd ja so gern ein Bild hier reinkleben, das der Biologieprofessor PZ Myers unter dem Titel »The Great Desecration« (via Brights — Die Natur des Zweifels) veröffentlicht hat. Aber ich trau mich nicht, es gibt ja immer noch einen Gotteslästerungsgummiparagraphen:
Die Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen ist ein Straftatbestand, der im § 166 StGB der Bundesrepublik Deutschland geregelt ist. Wegen seiner Geschichte wird er häufig als Gotteslästerungsparagraph bezeichnet. […]
Kritiker sehen in dieser Vorschrift eine Einschränkung des Rechtsguts der Meinungsfreiheit. Insbesondere durch eine einseitige Anwendung verleite der Paragraph zu einem Schutz der Mehrheitsmeinung, nicht aber zwangsläufig zum Schutz einer Minderheitsmeinung […].
Sie lehnen den Paragraphen auch als so genannten Gummiparagraphen ab, insbesondere weil nicht klar sei, wie »Beschimpfung« zu definieren ist — darunter könne jede negative Äußerung fallen. Noch fraglicher sei, wann eine solche »Beschimpfung« geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören […]. Kritiker behaupten, eine solche »Friedensstörung« könne […] nachträglich konstruiert werden, wenn sich Gläubige beschwerten. Andererseits könne in politischen Wetterlagen, in denen die Verfolgung von Gotteslästerern nicht opportun sei, fast immer damit argumentiert werden, der Beschuldigte sei nicht bekannt genug, um mit seinen Äußerungen eine breite Öffentlichkeit zu schockieren.
Der Begriff »Beschimpfung« schließt wohl auch das »Verspotten« ein, und sowas in der Richtung beabsichtigt Myers, wenn er einen rostigen Nagel durch eine Backoblate und einige Koran-Seiten stößt — und weil eben nichts heilig sein darf, packt er auch noch »Der Gotteswahn« dazu: »Nothing must be held sacred.«
Inspiriert wurde dazu er von den unglaublichen Wellen, die die »Geiselnahme« einer Hostie in den USA geschlagen hat: ein Student wollte einem Mitstudenten mal eine Hostie zeigen, nahm dazu an der Kommunion teil und schmuggelte die empfangene Oblate aus der Kirche.
Wenn man zu den Anhängern der römisch-katholischen Kirche gehört, ist man seit 1215 dazu verdammt, glauben zu müssen, dass diese Backoblate sich durch das Gemurmel einer besonderen Person irgendwie in den leibhaftigen Körper eines göttlichen, aber schon mindestens einmal gestorbenen Religionsgründers verwandelt hat — man verzeihe mir, wenn ich anmerke, dass das für mich irgendwie nach Schwarzer Magie klingt, aber das ist nun mal eine der vielen Absurditäten, die Katholen glauben müssen.
Was für den einen ein Studentenulk oder, schlimmstenfalls, eine eher harmlose Provokation ist, ist für den anderen (der darauf konditioniert wurde, zu glauben, dass besondere Personen die Macht haben, bestimmte Gegenstände, Lebensmittel oder Flüssigkeiten mit Hilfe magischer Formeln oder Rituale zu verzaubern) natürlich eine Sünde. Verblüffenderweise genügt es aber nicht, dem »Hostienräuber« die Rache des liebenden Gottes in der nächsten Welt anzukündigen, nein, katholische Fundamentalisten drohen ihm damit, selbst dafür zu sorgen, dass er seinen Auftritt vor dem jüngsten Gericht möglichst bald hat.
Als Hostienfrevel oder Hostienschändung bezeichnete der christliche Antijudaismus zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert einen angeblichen Missbrauch der geweihten Hostie, oft in Verbindung mit einem angeblich vorausgegangenen Hostienraub.
Solche Anschuldigungen erhoben Christen weit überwiegend gegen Angehörige des Judentums, selten auch gegen Hexen. Sie bezichtigten sie, Hostien aus Kirchen gestohlen bzw. gekauft zu haben, um diese dann zu »martern«. Dies waren […] im Hochmittelalter häufige Vorwände für Pogrome oder ihre nachträgliche Rechtfertigung. […]
Der älteste »Fall« eines angeblichen Hostienfrevels, den viele damalige Chroniken verzeichneten, wurde 1290 aus Paris berichtet. Johannes von Tilrode († 1298) z. B. schrieb in seinem Chronicon, ein Pariser Jude habe von einer christlichen Magd für 10 Pfund Silber eine geweihte Hostie gekauft. Die versammelte Judengemeinde habe diese dann mit Messern, Stiletten und Nägeln traktiert, aber nicht zerstören können. Erst das größte Messer habe die Hostie in drei Stücke zu teilen vermocht. Dabei sei Blut ausgeflossen. Zuletzt habe man die Stücke in siedendes Wasser geworfen, worauf dieses sich in Blut und die Hostienstücke in ein ganzes Stück Fleisch verwandelt hätten. Dieses Wunder habe viele der Augenzeugen zum christlichen Glauben gebracht - so auch den Verfasser des Berichts. […]
Ab 1298 dienten solche Legenden nur noch zur Rechtfertigung von Pogromen an Juden. Damals behauptete der verarmte Ritter Rintfleisch eine Hostienschändung im fränkischen Röttingen […]. Rintfleisch sah sich durch eine persönliche Botschaft vom Himmel zum Vernichter aller Juden ernannt und zog ein halbes Jahr lang mit einer Bande von Totschlägern durch über 140 fränkische und schwäbische Ortschaften. Sie vergewaltigten, folterten und verbrannten Tausende von Juden und Jüdinnen und töteten deren Kinder. (Wikipedia)
Interessante Logik. Wobei mir allerdings nicht ganz klar ist, wieso jemand, der akzeptiert, dass die magische Oblate der Konkurrenzreligion das Seelenheil bringen kann, nicht einfach zu der Religion wechselt, die das Oblatenmonopol innehat. Oder wie ein allmächtiges Wesen, das das Universum erschaffen hat, durch Manipulationen an einem Keks Schaden nehmen kann (um es mit Myers zu sagen).
Damit zurück zum aktuellen Fall von angeblichem »Hostienfrevel«, über den Myers in seinem Blog berichtete. Er bot an mal zum Vergleich zu demonstrieren, wie eine richtige Hostienschändung aussähe… wenn er denn eine zugeschickt bekäme. Natürlich erhielt er daraufhin ebenfalls Todesdrohungen, auch gegen seine Familie.
I’m only impressed by significant material concerns, and yours and other slanders against my family […] are not going to convince me of anything other than that religion breeds the most disgustingly vile haters in our country, and that Catholicism fits right in with the rest.
Mutig. Der Mann lässt sich nicht mal von Fundamentalisten einschüchtern. Und ich zieh schon vor ‘nem Gummiparagraphen den Schwanz ein.
Oder?
By the way, I didn’t want to single out just the cracker, so I nailed it to a few ripped-out pages from the Qur’an and The God Delusion. They are just paper. Nothing must be held sacred. Question everything. God is not great, Jesus is not your lord, you are not disciples of any charismatic prophet. You are all human beings who must make your way through your life by thinking and learning, and you have the job of advancing humanity’s knowledge by winnowing out the errors of past generations and finding deeper understanding of reality. You will not find wisdom in rituals and sacraments and dogma, which build only self-satisfied ignorance, but you can find truth by looking at your world with fresh eyes and a questioning mind. (PZ Myers)
Nichts darf heilig sein. Stellt alles in Frage. Gott ist nicht groß, Jesus ist nicht Euer Herr, Ihr seid keine Jünger irgendeines charismatischen Propheten. Ihr seid Menschen, die ihren Weg durch das Leben gehen müssen, indem sie denken und lernen, und Ihr habt die Aufgabe, das Wissen der Menschheit voran zu bringen, indem Ihr die Fehler der vergangenen Generationen findet und ein tieferes Verständnis der Realität entwickelt. Ihr werdet keine Weisheit in Ritualen, Sakramenten und Dogmen finden, die nur selbstgefällige Ignoranz produzieren — aber Ihr könnt Wahrheit erkennen, wenn Ihr die Welt mit unvoreingenommenen Augen und einem offenen Geist betrachtet.
PS: Myers schreibt nix davon, dass er beim Durchnageln der Hostie irgendwelche Probleme gehabt hätte, auf dem Bild ist auch kein Blut zu erkennen. Hostien sind wohl auch nicht mehr das, was sie mal waren.
Donnerstag, 24. Juli 2008
Volkseinkommen?
Ich versuche mal wieder, volkswirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Die Wikipedia erklärt zum Stichwort Volkseinkommen:
Das buddhistische Standesamt rechnet vor:

Der Anteil der Wertschöpfung in Deutschland, der bei den Arbeitnehmern landete, ist also deutlich schwächer gewachsen als der Anteil, der bei Unternehmen und ihren Eigentümern hängen geblieben ist.
2005 haben 38 Millionen Erwerbstätige (lt. Arbeitsagentur) insgesamt 1129,9 Mrd. an Entgelten erhalten.
2007 haben 40 Millionen Erwerbstätige 1182,14 Mrd. bekommen. Pro Kopf ist das weniger als 2005, wohl eine Folge des schnittsenkenden Niedriglohnsektors. Soviel zum Aufschwung.
Jetzt wüsste ich zu gerne zum Vergleich, auf wieviele Köpfe sich die drei- bis viermal höheren Zuwächse bei den Unternehmens- und Vermögensgewinnen jeweils verteilen. Sind das die (wenigen Hunderttausend?) Besitzer mittelständischer Unternehmen und die paar Millionen Menschen in Deutschland, die Aktien und Vermögen besitzen?
Das DAI (Deutsches Aktieninstitut e.V.) bietet eine Statistik mit — für mich — überraschenden Zahlen: die Zahl der Aktionäre ist seit 2000 kontinuierlich gefallen, von sechs auf zuletzt vier Millionen, die Entwicklung bei den Fondsbesitzern sieht ähnlich aus. Heißt das, dass sich diese 640 Milliarden auf immer weniger Köpfe verteilen?
Kann ich einen relativen Zuwachs bei den Arbeitnehmern von 4,6% über zwei Jahre mit den 14,3% Zuwachs bei den Unternehmen und Vermögenden vergleichen und eine Aussage über die Verteilungs(un)gerechtigkeit der Gesellschaft treffen oder ist das eine Milchmädchenrechnung? Was hab ich übersehen? »Der kleine Sparer« kann für die enorme Entwicklung der Geldvermögen ja keine große Rolle spielen, der kriegt für sein Geld ja kaum genug Zinsen um die Inflation auszugleichen.
Das Volkseinkommen (auch Nettonationaleinkommen zu Faktorkosten oder Nettoinländereinkommen) ist die Summe aller von Inländern im Laufe eines Jahres aus dem In- und Ausland bezogenen Erwerbs- und Vermögenseinkommen, wie Löhne, Gehälter, Mieten, Zinsen, Pachten und Vertriebsgewinne.
Das Volkseinkommen (=Sozialprodukt) ist somit die in Geld ausgedrückte Summe aller produzierten Waren und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft, die verbraucht, investiert oder gegen ausländische Güter eingetauscht worden sind.
Das buddhistische Standesamt rechnet vor:

Quelle: Statistisches Bundesamt
Der Anteil der Wertschöpfung in Deutschland, der bei den Arbeitnehmern landete, ist also deutlich schwächer gewachsen als der Anteil, der bei Unternehmen und ihren Eigentümern hängen geblieben ist.
2005 haben 38 Millionen Erwerbstätige (lt. Arbeitsagentur) insgesamt 1129,9 Mrd. an Entgelten erhalten.
2007 haben 40 Millionen Erwerbstätige 1182,14 Mrd. bekommen. Pro Kopf ist das weniger als 2005, wohl eine Folge des schnittsenkenden Niedriglohnsektors. Soviel zum Aufschwung.
Jetzt wüsste ich zu gerne zum Vergleich, auf wieviele Köpfe sich die drei- bis viermal höheren Zuwächse bei den Unternehmens- und Vermögensgewinnen jeweils verteilen. Sind das die (wenigen Hunderttausend?) Besitzer mittelständischer Unternehmen und die paar Millionen Menschen in Deutschland, die Aktien und Vermögen besitzen?
Das DAI (Deutsches Aktieninstitut e.V.) bietet eine Statistik mit — für mich — überraschenden Zahlen: die Zahl der Aktionäre ist seit 2000 kontinuierlich gefallen, von sechs auf zuletzt vier Millionen, die Entwicklung bei den Fondsbesitzern sieht ähnlich aus. Heißt das, dass sich diese 640 Milliarden auf immer weniger Köpfe verteilen?
Kann ich einen relativen Zuwachs bei den Arbeitnehmern von 4,6% über zwei Jahre mit den 14,3% Zuwachs bei den Unternehmen und Vermögenden vergleichen und eine Aussage über die Verteilungs(un)gerechtigkeit der Gesellschaft treffen oder ist das eine Milchmädchenrechnung? Was hab ich übersehen? »Der kleine Sparer« kann für die enorme Entwicklung der Geldvermögen ja keine große Rolle spielen, der kriegt für sein Geld ja kaum genug Zinsen um die Inflation auszugleichen.
Geschrieben von Marc
in Schwarzseher
um
18:27
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Tags für diesen Artikel: Kapitalismus, Politik
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