Ich hab gestern beim Zappen widerwillig einen Blick in die deutsche Fassung der Uri-Geller-Show geworfen und zu meiner Überraschung festgestellt, dass es sich dabei um eine Castingshow mit Zuschauervoting handelt.
Als man mir vor zwanzig, dreißig Jahren anlässlich einer IFA erzählte, dass das Fernsehen künftig »interaktiv« werden würde, zeigte man mir zur Illustration eine (intakte!) Familie aus drei Generationen, die friedlich vereint auf dem Sofa vor einem Loewe-Fernseher mit eingebautem BTX-Decoder saß, der Vater mit der Infrarot-Tastatur auf dem Schoß. Vielversprechend.
Mir fehlte schlichtweg die Fantasie, mir vorzustellen, dass sich die Interaktivität eine Generation später darauf beschränken könnte, dass die Telefonabstimmung (der »TED« — damals schon ein alter Hut) teurer wird (von kostenlos über »eine Einheit« (23 Pfennig) auf 49 Eurocent oder mehr), um Telefongesellschaften und Fernsehsendern im Wettbewerb um den größten massentauglichen Schwachsinn einen zusätzlichen »revenue stream« zu verschaffen.
Zu den albernen Zauberntricks, die da vorgeführt werden, erspar ich mir den Kommentar, das überlasse ich James Randi und den Leuten auf YouTube (einfach nach »Geller entlarvt« suchen).
Mittwoch, 13. Februar 2008
Deutschland sucht den Super-Geller
Geschrieben von Marc
in Kabelfreak, Medienjunkie, Schwarzseher
um
14:12
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Dienstag, 12. Februar 2008
Das Motto für 2008 (mit Nachtrag)
Meine Webseiten standen im ereignisreichen Jahr 2005 unter verschiedenen Mottos: »Ackermann, erstick doch dran!«, »Wählt euch doch ein neues Volk!« und schließlich »Schröder und Ackermann, erstickt doch dran!«
Das Motto für 2006 lautete »Pervers ist man erst, wenn man keinen mehr findet, der mitmacht!«, ich musste mir aber erst kürzlich sagen lassen, dass das auch deutlich knackiger geht: »Pervers ist, wenn keiner mehr mitmacht!«
Anlässlich des Inkrafttretens der Neuregelung der Impressumspflicht für Webseiten durch das Telemediengesetz und den Staatsvertrag über Rundfunk und Telemedien lautete das Motto für 2007: »Rein privat, ausschließlich persönlich & familiär!«, was im Laufe des Jahres zu »Seit über zehn Jahren private, persönliche, familiäre, überwiegend monomediale, aufrechte & selbstzensierte Neuigkeitenverbreitung auf der Datenautobahn« mutierte.
2008 beginne ich mal ganz optimistisch: »Alles wird gut: jeder wird root!«
Ich danke für die Beachtung aller Sicherheitsmaßnahmen und wünsche einen angenehmen Tag.
Nachtrag, 13. Februar 2008: Gibt es einen spezifischen Hintergrund zum neuen Motto? Nicht wirklich, aber zahlreiche Deutungsmöglichkeiten. Aufgrund der gerade veröffentlichten Exploits der aktuellen Linux-Kernel könnte man das Motto so verstehen, dass auf vielen, weniger intensiv gepflegten Systemen z.Zt. jeder Nutzer zum Administrator werden kann. Oder man könnte es auf den gemächlichen, aber kontinuierlichen Siegeszug von Linux auf dem Desktop beziehen. Oder darauf, dass man sich Bedrohungen der Privatsphäre wie Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner vielleicht leichter entziehen kann, wenn man die Technik seiner Computermaschine und des Interwebs besser versteht. Oder man interpretiert es als moderne Fassung von »Jeder ist seines Glückes Schmied«: im Unix des Lebens ist jeder sein eigener Admin.
Das Motto für 2006 lautete »Pervers ist man erst, wenn man keinen mehr findet, der mitmacht!«, ich musste mir aber erst kürzlich sagen lassen, dass das auch deutlich knackiger geht: »Pervers ist, wenn keiner mehr mitmacht!«
Anlässlich des Inkrafttretens der Neuregelung der Impressumspflicht für Webseiten durch das Telemediengesetz und den Staatsvertrag über Rundfunk und Telemedien lautete das Motto für 2007: »Rein privat, ausschließlich persönlich & familiär!«, was im Laufe des Jahres zu »Seit über zehn Jahren private, persönliche, familiäre, überwiegend monomediale, aufrechte & selbstzensierte Neuigkeitenverbreitung auf der Datenautobahn« mutierte.
2008 beginne ich mal ganz optimistisch: »Alles wird gut: jeder wird root!«
Ich danke für die Beachtung aller Sicherheitsmaßnahmen und wünsche einen angenehmen Tag.
Nachtrag, 13. Februar 2008: Gibt es einen spezifischen Hintergrund zum neuen Motto? Nicht wirklich, aber zahlreiche Deutungsmöglichkeiten. Aufgrund der gerade veröffentlichten Exploits der aktuellen Linux-Kernel könnte man das Motto so verstehen, dass auf vielen, weniger intensiv gepflegten Systemen z.Zt. jeder Nutzer zum Administrator werden kann. Oder man könnte es auf den gemächlichen, aber kontinuierlichen Siegeszug von Linux auf dem Desktop beziehen. Oder darauf, dass man sich Bedrohungen der Privatsphäre wie Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner vielleicht leichter entziehen kann, wenn man die Technik seiner Computermaschine und des Interwebs besser versteht. Oder man interpretiert es als moderne Fassung von »Jeder ist seines Glückes Schmied«: im Unix des Lebens ist jeder sein eigener Admin.
Montag, 4. Februar 2008
Verzweifelte Versuche (mit Nachträgen)
Morgen, am Super Tuesday, wird voraussichtlich entschieden, wer der »demokratische« Präsidentschaftskandidat wird. Grinsekatze John Edwards, mit dem Versprechen angetreten, die Macht der Konzerne und Lobbyisten zu brechen, ist bereits aus dem Rennen. Hillary führt mit Abstand. Drei Dutzend Musik- und Medienmillionäre haben sich zusammen getan, um noch mal schnell die Werbetrommel für Barack Obama zu rühren — und wenn ich nicht im Hinterkopf hätte, wie verlogen der ganze Wahlzirkus ist, könnte ich ‘ne Gänsehaut kriegen und für viereinhalb Minuten davon träumen, dass die Supermacht, die in meinem Teil der Welt die Richtung vorgibt, von einem visionären Idealisten zum Wohle der Menschheit geführt wird: »Yes We Can« bei dipdive.com oder YouYube.
Und jetzt stell Dir das mal mit Dieter Bohlen, Herbert Grönemeyer, Nena, Sarah Connor und einer Merkel-Rede vor.
PS: Meine Vorhersage: John McCain wird gegen Hillary Clinton antreten und es wird total egal sein, wer im November gewinnt, weil beide für’s Weitermachen stehen.
Nachtrag, 14. Februar 2008: Nur wenige Tage nach meiner Prophezeiung scheint sie sich schon als falsch zu erweisen: Obamania sweeps the nation! Falls Obama nicht nur ein Schaumschläger ist, stellt sich natürlich die spannende Frage, ob er seine erste Amtszeit überlebt...
Nachtrag, 26. Februar 2008: Dank eines Softwarefehlers der in den USA eingesetzten Diebold-Wahlmaschinen wurde das Wahlergebnis vorzeitig bekannt: »...and she’ll act surprised.«
Nachtrag, 5. November 2008: Ob ich mich freue, wurde ich gefragt. Freuen? Über Obama? Warum?
Und jetzt stell Dir das mal mit Dieter Bohlen, Herbert Grönemeyer, Nena, Sarah Connor und einer Merkel-Rede vor.
PS: Meine Vorhersage: John McCain wird gegen Hillary Clinton antreten und es wird total egal sein, wer im November gewinnt, weil beide für’s Weitermachen stehen.
Nachtrag, 14. Februar 2008: Nur wenige Tage nach meiner Prophezeiung scheint sie sich schon als falsch zu erweisen: Obamania sweeps the nation! Falls Obama nicht nur ein Schaumschläger ist, stellt sich natürlich die spannende Frage, ob er seine erste Amtszeit überlebt...
Nachtrag, 26. Februar 2008: Dank eines Softwarefehlers der in den USA eingesetzten Diebold-Wahlmaschinen wurde das Wahlergebnis vorzeitig bekannt: »...and she’ll act surprised.«
Nachtrag, 5. November 2008: Ob ich mich freue, wurde ich gefragt. Freuen? Über Obama? Warum?
Geschrieben von Marc
in Kabelfreak, Medienjunkie, Schwarzseher
um
20:27
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