Ah, endlich wieder Halloween, der Tag, an dem wir auf unsere Tradition scheißen (zur Erinnerung: vor Halloween hatten wir mit der Hexennacht in der Nacht zum ersten Mai unser eigenes heidnisches Fest) und unsere brüderlichen Beziehungen zur angelsächsischen Welt sowie die Freude über die Assimilation unserer Sprache und Kultur feiern, nicht zu vergessen die systematische Vernichtung unserer Kräuterfrauen, Hebammen und der Bewahrerinnen uralten Wissens.
Endlich wieder Gelegenheit für die privaten Konservensender — Möge der große Kürbis sie alle verschlingen! — sämtliche Halloween-Folgen aller Comedy-Serien der letzten dreißig Jahre runter zu nudeln (irgendwo in Deutschland muss es doch noch jemand geben, der noch nicht alle Roseanne-Halloween-Folgen gesehen hat!?) und abends noch ein paar jugendschutzkonform verhackstückte (und so geschickt von jedem roten Faden befreite) splatterfreie Splatterfilme hinterher zu schieben. Am besten »Halloween Teil 19«, wär das nicht originell?
Ich nehme mir, um Geist und Ursprung des Festes Rechnung zu tragen, ein Beispiel an der US-amerikanischen Auslegung von Halloween als Gelegenheit, die Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften als der eigenen symbolisch zu erhängen und ihnen so ihre Macht über das eigene Leben zu nehmen. Vermutlich alles Aberglaube, aber ich geh da mal lieber auf Nummer sicher.
Mittwoch, 31. Oktober 2007
Happy Halloween!
It's Official: Apple Killed Music!
SpOn zitiert den Universal-Chef: »Apple hat die Musikindustrie zerstört«
Heute sind also Apple und iTunes am Niedergang der Musikindustrie schuld?
Gestern waren es noch P2P und das Internet.
Davor war’s MTV.
Davor war’s Home Taping auf Kompaktkassetten.
Davor waren es Tonbandgeräte und 8-Track.
Und davor mechanische Klaviere mit Notenrollen.
Wieviel Leben hat diese verfickte Musikindustrie denn bitte? Kommt wirklich keiner auf die Idee, es mal mit einem Holzpfahl ins Herz oder einer Silberkugel zu versuchen oder ihr einfach den Kopf abzuhacken?
PS: ICH glaub ja, dass am Tod der Musik schlussendlich Marktforschung und Teenager mit zu viel Taschengeld schuld sein werden. Und am Tod der Musikindustrie vermutlich nur ihre eigene Gier.
Heute sind also Apple und iTunes am Niedergang der Musikindustrie schuld?
Gestern waren es noch P2P und das Internet.
Davor war’s MTV.
Davor war’s Home Taping auf Kompaktkassetten.
Davor waren es Tonbandgeräte und 8-Track.
Und davor mechanische Klaviere mit Notenrollen.
Wieviel Leben hat diese verfickte Musikindustrie denn bitte? Kommt wirklich keiner auf die Idee, es mal mit einem Holzpfahl ins Herz oder einer Silberkugel zu versuchen oder ihr einfach den Kopf abzuhacken?
PS: ICH glaub ja, dass am Tod der Musik schlussendlich Marktforschung und Teenager mit zu viel Taschengeld schuld sein werden. Und am Tod der Musikindustrie vermutlich nur ihre eigene Gier.
Samstag, 27. Oktober 2007
Die Oma lebt wieder!
In meiner aktiven Zeit in den 80ern war eine gehackte VAX ein tolles Spielzeug, nicht zuletzt wegen der ausführlichen Online-Hilfe des Betriebssystems VMS und der mächtigen Scriptsprache DCL. Von Unix oder anderen erwachsenen Betriebssystemen hatte ich damals ja noch keinen Schimmer, schließlich besaß ich nur ‘nen C64, an der Penne gab’s nur ein paar lausige CBM-8032 (und an diese heiligen Kühe durften wir ja selbst im Informatikunterricht nicht ran) und man konnte noch nicht im Web recherchieren, weil es noch nicht erfunden war und die Gründer von Google noch zur Schule gingen.
OMAVAX ist meine MicroVAX II, Baujahr 1985. Keine Ahnung, wer sie ursprünglich anschaffte und wozu, aber sie tat ‘ne Weile Dienst im AZB Burbach. Um 1995 herum wurde sie da ausrangiert und ich schnappte sie mir für 300 Mark für mein kleines Hardwaremuseum.
1997 hatte ich mich zuletzt eingeloggt, danach war sie noch ‘ne Weile im Betrieb, als in unserer WG die Heizung ausgefallen war — sie sorgte dafür, dass es in meinem kleinen Zimmer wenigstens ein paar Grad wärmer war als in jedem anderen Zimmer der WG. Seither bin ich fünfmal umgezogen, die Oma kam immer mit, was jedes Mal für große Begeisterung sorgte — die Kiste wiegt locker fünfzig Kilo — aber sie diente eigentlich immer nur als Staubfänger und Ablage, weil in den anderen Wohnungen die Heizung nie ausfiel.
Nach einer Stunde des Rumhantierens mit dem Lötkolben — eine Tätigkeit, die mir als Grobmotoriker aufgrund der unvermeidlichen Brandblasen zutiefst verhasst ist — hab ich jetzt wieder ein funktionierendes Terminalkabel. Das dauerte ungewöhnlich lange, weil ich total verdrängt hatte, dass der DB9-Anschluss zwar wie eine normale RS232-Schnittstelle aussieht, aber keine ist. Und kaum macht man’s richtig, schon funktioniert’s:
Vielleicht stecke ich die Tage eine BNC-Karte in meinen Router und mache die Vax für ‘ne Weile zugänglich, zur Feier des dreißigsten Geburtstages der Architektur. Happy Birthday, VAX!
OMAVAX ist meine MicroVAX II, Baujahr 1985. Keine Ahnung, wer sie ursprünglich anschaffte und wozu, aber sie tat ‘ne Weile Dienst im AZB Burbach. Um 1995 herum wurde sie da ausrangiert und ich schnappte sie mir für 300 Mark für mein kleines Hardwaremuseum.
1997 hatte ich mich zuletzt eingeloggt, danach war sie noch ‘ne Weile im Betrieb, als in unserer WG die Heizung ausgefallen war — sie sorgte dafür, dass es in meinem kleinen Zimmer wenigstens ein paar Grad wärmer war als in jedem anderen Zimmer der WG. Seither bin ich fünfmal umgezogen, die Oma kam immer mit, was jedes Mal für große Begeisterung sorgte — die Kiste wiegt locker fünfzig Kilo — aber sie diente eigentlich immer nur als Staubfänger und Ablage, weil in den anderen Wohnungen die Heizung nie ausfiel.
Nach einer Stunde des Rumhantierens mit dem Lötkolben — eine Tätigkeit, die mir als Grobmotoriker aufgrund der unvermeidlichen Brandblasen zutiefst verhasst ist — hab ich jetzt wieder ein funktionierendes Terminalkabel. Das dauerte ungewöhnlich lange, weil ich total verdrängt hatte, dass der DB9-Anschluss zwar wie eine normale RS232-Schnittstelle aussieht, aber keine ist. Und kaum macht man’s richtig, schon funktioniert’s:
KA630-A.V1.3
Performing normal system tests.
7..6..5..4..3..
Tests completed.
Loading system software.
2..1..0..
VAX/VMS Version V5.5 Major version id = 1 Minor version id = 0
Vielleicht stecke ich die Tage eine BNC-Karte in meinen Router und mache die Vax für ‘ne Weile zugänglich, zur Feier des dreißigsten Geburtstages der Architektur. Happy Birthday, VAX!
Donnerstag, 25. Oktober 2007
Spaß mit Logos: DATAHAZARD
Geschrieben von Marc
in Kabelfreak, Spielkind
um
17:00
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Tags für diesen Artikel: Design, Witzigkeit
Brenne, Rom, brenne!
Fox News hat die Überschrift für die Berichterstattung über die Brände in Kalifornien von »Hell on Earth« auf »Raging Inferno« abgemildert. Wahrscheinlich gab’s Proteste von bibelfesten Evangelikalen, oder zumindest freundliche Hinweise darauf, dass vor dem Tag des jüngsten Gerichts ja erst noch die Entrückung (»Rapture«) ansteht — und da Mel Gibson noch auf Erden wandelt, kann es ja noch nicht so weit sein.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Selbstverständlich hat die Tatsache, dass man New Orleans nach Katrina tatenlos im Meer versinken ließ, während man sich jetzt den Arsch aufreißt, damit’s den Leuten, die vor den Flammen fliehen, gut geht, nix damit zu tun, dass in New Orleans überwiegend arme Farbige wohnten und in Malibu reiche Weiße. Überhaupt nix.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Selbstverständlich hat die Tatsache, dass man New Orleans nach Katrina tatenlos im Meer versinken ließ, während man sich jetzt den Arsch aufreißt, damit’s den Leuten, die vor den Flammen fliehen, gut geht, nix damit zu tun, dass in New Orleans überwiegend arme Farbige wohnten und in Malibu reiche Weiße. Überhaupt nix.
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