Danke, liebe französische Nachbarn, danke für die Ablehnung der militaristischen und neo-liberalen EU-Verfassung. Lasst euch nicht einreden, dass ihr was falsch gemacht habt.
Nachtrag, 6. August 2008: Ihr habt Euch die 35-Stunden-Woche abzocken lassen? Grève générale, immédiatement!
Sonntag, 29. Mai 2005
Merci!
Mittwoch, 4. Mai 2005
Sprachliche Unarten: Händi
Der Begriff »Händi« (oder »Handy«) hat mich schon immer irritiert. Wie verwirrt muss man denn sein, um sich für die Vermarktung eines Produktes in einem deutschsprachigen Markt einen englisch klingenden Namen einfallen zu lassen, der – und das ist das erstaunliche – in keiner Weise auf im Englischen existierenden Bezeichnungen für das Produkt basiert?
Gebräuchliche Begriffe im englischen Sprachraum sind »mobile phone« oder »mobile« (eher englisch) und »cellular phone«, »cell phone« oder »cell« (eher amerikanisch).
Das Wort »handy« bedeutet »griffig, handlich, praktisch« – die Assoziation, die geweckt werden soll, ist offensichtlich, aber warum muss der Urheber des Begriffs denn bei einer Neuschöpfung eine Fremdsprache bemühen? Oder andersrum: wenn er sich auf ein englisch klingendes Wort festgelegt hat, warum dann nicht eins nehmen, das irgendwie bereits grob mit der Thematik zu tun hat? Nur so als Hinweis: für T-Mobile war »mobile« gut genug.
Man fragt sich unwillkürlich, wie viele Deutsche mit rudimentären englischen Sprachkenntnissen im Ausland schon vergeblich nach einem Mobiltelefon gefragt haben.
Hätte der Urheber bei weiteren Produkten die Möglichkeit zur Namenswahl gehabt, würde ich mein Weißbrot möglicherweise im »Warmy« bräunen (den der Rest der Welt als »Toaster« bezeichnet), diesen Text am »Calcy« verfassen, Fotos mit dem »Picty« schießen und Musik auf dem »MP3-Soundy« mit mir rumtragen.
Andererseits... vielleicht war der Urheber auch ein Visionär und hat vorhergesehen, dass alle »handlichen« Kleingeräte über kurz oder lang in einer eierlegenden Wollmilchsau von einem »Händi« konvergieren... schon jetzt telefoniert und fotografiert man mit dem »Händi«, trägt im »Händi« seine Musik herum, verfasst Texte am »Händi«... einen Toaster einzubauen, kann doch nicht wirklich das Problem sein?
Nachtrag, 31. März 2008: Dank arte weiß ich jetzt, was es mit dem Begriff »Händi« auf sich hat: die erste Generation tragbarer Funkgeräte von Motorola wog über 15 Kilo, wurde auf den Rücken des Funkers geschnallt und als »Walkie-Talkie« bezeichnet. Das erste Handfunkgerät vermarktete Motorola analog als »Handie-Talkie«. Nach dem Zweiten Weltkrieg war »Handie« lt. arte eine bei deutschen Funkamateuren verbreitete Bezeichnung für Handfunkgeräte, später wurden kabellose Festnetztelefone als »Home Handy« bezeichnet und schließlich setzte sich der Begriff für Mobiltelefone durch.
Gebräuchliche Begriffe im englischen Sprachraum sind »mobile phone« oder »mobile« (eher englisch) und »cellular phone«, »cell phone« oder »cell« (eher amerikanisch).
Das Wort »handy« bedeutet »griffig, handlich, praktisch« – die Assoziation, die geweckt werden soll, ist offensichtlich, aber warum muss der Urheber des Begriffs denn bei einer Neuschöpfung eine Fremdsprache bemühen? Oder andersrum: wenn er sich auf ein englisch klingendes Wort festgelegt hat, warum dann nicht eins nehmen, das irgendwie bereits grob mit der Thematik zu tun hat? Nur so als Hinweis: für T-Mobile war »mobile« gut genug.
Man fragt sich unwillkürlich, wie viele Deutsche mit rudimentären englischen Sprachkenntnissen im Ausland schon vergeblich nach einem Mobiltelefon gefragt haben.
Hätte der Urheber bei weiteren Produkten die Möglichkeit zur Namenswahl gehabt, würde ich mein Weißbrot möglicherweise im »Warmy« bräunen (den der Rest der Welt als »Toaster« bezeichnet), diesen Text am »Calcy« verfassen, Fotos mit dem »Picty« schießen und Musik auf dem »MP3-Soundy« mit mir rumtragen.
Andererseits... vielleicht war der Urheber auch ein Visionär und hat vorhergesehen, dass alle »handlichen« Kleingeräte über kurz oder lang in einer eierlegenden Wollmilchsau von einem »Händi« konvergieren... schon jetzt telefoniert und fotografiert man mit dem »Händi«, trägt im »Händi« seine Musik herum, verfasst Texte am »Händi«... einen Toaster einzubauen, kann doch nicht wirklich das Problem sein?
Nachtrag, 31. März 2008: Dank arte weiß ich jetzt, was es mit dem Begriff »Händi« auf sich hat: die erste Generation tragbarer Funkgeräte von Motorola wog über 15 Kilo, wurde auf den Rücken des Funkers geschnallt und als »Walkie-Talkie« bezeichnet. Das erste Handfunkgerät vermarktete Motorola analog als »Handie-Talkie«. Nach dem Zweiten Weltkrieg war »Handie« lt. arte eine bei deutschen Funkamateuren verbreitete Bezeichnung für Handfunkgeräte, später wurden kabellose Festnetztelefone als »Home Handy« bezeichnet und schließlich setzte sich der Begriff für Mobiltelefone durch.
The Hitchhiker's Guide to Hollywood
»Themes« (Schemata?) sind was feines. Früher hatten wir zwei »Themes« zur Auswahl: wir konnten uns beim Kauf eines Monitors zwischen »grün« und »bernstein« entscheiden.
Dann kamen die Klickibunti-Computer und jedes zweite Programm ließ uns aus Paletten unsere Lieblingsfarben auswählen. Wer das ausprobierte, lebte danach eine nicht genau definierte, aber kurze Zeit mit dem visuellen Obstsalat auf dem Bildschirm – optische Heterogenität kann die Orientierung erleichtern, muss aber nicht – bevor er oder sie zu den Voreinstellungen zurück kehrte. Unser territoriales Bedürfnis ließ sich einfacher und ansprechender mit einer schlichten Hintergrundgrafik befriedigen.
Die »Themes« von heute geben dem Benutzer immer noch die Illusion, auf das Geschehen in seinem Computer (oder »Händi« oder wo auch immer »Themes« Einsatz finden) Einfluss zu haben, auch wenn sich das darauf beschränkt, aus einer Liste von vorgegebenen Kombinationen von Farben, Grafiken und Klängen die am wenigsten abstoßende Kombination auszuwählen.
Anscheinend gibt’s jetzt in den USA auch eine Textverarbeitung für Drehbücher, die mit Themes arbeitet. Irgendwer hat da den Standard-Hollywood-Film eingeladen und dann das »Hitchhiker«-Theme ausgewählt. Und rausgekommen ist der Standard-Hollywood-Film in Hitchhiker-Farben, mit Hitchhiker-Grafiken und Hitchhiker-Klängen.
Nachtrag, 15. März 2023: Produzenten, Drehbuchautor und Regisseur des Films gehörten, zusammen mit allen Verantwortlichen bei Disney, zu den ersten, die an die Wand gestellt wurden, als die Revolution kam.
Dann kamen die Klickibunti-Computer und jedes zweite Programm ließ uns aus Paletten unsere Lieblingsfarben auswählen. Wer das ausprobierte, lebte danach eine nicht genau definierte, aber kurze Zeit mit dem visuellen Obstsalat auf dem Bildschirm – optische Heterogenität kann die Orientierung erleichtern, muss aber nicht – bevor er oder sie zu den Voreinstellungen zurück kehrte. Unser territoriales Bedürfnis ließ sich einfacher und ansprechender mit einer schlichten Hintergrundgrafik befriedigen.
Die »Themes« von heute geben dem Benutzer immer noch die Illusion, auf das Geschehen in seinem Computer (oder »Händi« oder wo auch immer »Themes« Einsatz finden) Einfluss zu haben, auch wenn sich das darauf beschränkt, aus einer Liste von vorgegebenen Kombinationen von Farben, Grafiken und Klängen die am wenigsten abstoßende Kombination auszuwählen.
Anscheinend gibt’s jetzt in den USA auch eine Textverarbeitung für Drehbücher, die mit Themes arbeitet. Irgendwer hat da den Standard-Hollywood-Film eingeladen und dann das »Hitchhiker«-Theme ausgewählt. Und rausgekommen ist der Standard-Hollywood-Film in Hitchhiker-Farben, mit Hitchhiker-Grafiken und Hitchhiker-Klängen.
Nachtrag, 15. März 2023: Produzenten, Drehbuchautor und Regisseur des Films gehörten, zusammen mit allen Verantwortlichen bei Disney, zu den ersten, die an die Wand gestellt wurden, als die Revolution kam.
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