Es genügt wohl nicht, dass jeder Anbieter von DRM-Systemen sein eigenes Süppchen kocht und dass z.B. Apple-iTunes-DRM-»geschützte« Songs sich bekanntlich genauso wenig von Microsoft-WMA-Geräten abspielen lassen wie umgekehrt.
Nein, wie Digital Music News erfahren haben will, werden die Besitzer des neuen, als »iPod-Killer« gepriesenen, tragbaren Musikabspielgerätes von Microsoft genau wie die iPod-Benutzer »in einem geschlossenen Ökosystem« leben, in dem sie möglichst nur von Microsoft mit Inhalten versorgt werden.
Wer sich irgendwann als »Early Adopter« in einem Anfall geistiger Umnachtung einen MP3-Player mit »Microsoft PlaysForSure«-Siegel gekauft hat, wird sich sicher freuen, dieses längst veraltete Stück Hardware in den Eimer zu treten um sich den neuen Microsoft-Player zuzulegen, damit er auch im Microsoft-eigenen Musikshop einkaufen kann, denn die Songs von da »playenForSureNot« auf dem »PlaysForSure«-Gerät.
Guiding the approach is a »closed ecosystem paired with a branded device,« which essentially describes iPod+iTunes. But that approach is fairly inconsistent with the PlaysForSure architecture, which attempts to offer flexibility between a wide range of WMA-compatible MP3 players and digital download stores. And with the upcoming release, Microsoft appears to be taking a departure from that philosophy. According to the latest information and sources to Digital Music News, the newer ecosystem will be »incompatible with other Windows Media services,« placing the focus squarely on one device, and one jukebox and store.
Ich wünsche Microsoft dabei von Herzen Erfolg. Die Zersplitterung des DRM-Marktes in möglichst viele, kleine, zueinander inkompatible Tortenstücke ist wohl das beste, was mir als DRM-Verweigerer passieren kann. Solange auf einem Markt ein Quasi-Monopol herrscht (vgl. Windows bei den Betriebssystemen, Apples iTunes bei den Onlinemusikgeschäften), fügt sich die Masse der Verbraucher in ihr Schicksal und stützt das Monopol durch begeisterten Konsum. Erst wenn die Nutzer am eigenen Leib erfahren, dass sich die »erzwungene« Bindung an einen Anbieter (vendor lock-in) grundsätzlich zum Vorteil der Anbieter und zum Nachteil der Konsumenten auswirkt, werden sie sich auf geeignete Weise — voraussichtlich durch Konsumverweigerung — dagegen wehren.
Nachtrag, 17. Dezember 2007: »PlaysForSure« heißt jetzt »Certified for Windows Vista« — Engadget erläutert:
Microsoft’s PlaysForSure DRM just took another step closer to the grave with the help of some rebranding. Those of you with players from SanDisk, Nokia, and Creative among others, looking for compatible music from Napster, Real Rhapsody, Yahoo Music, Wal-Mart and such must now look for the »Certified for Windows Vista« logo, not PlaysForSure. Of course, Microsoft’s Zune is also certified for Windows Vista, just not certified for Windows Vista so it won’t play back the same protected files. Man, could DRM get any more consumer unfriendly?
Mwahahahahaha!
Ich möchte an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, dass ich meinen iPod ausschließlich mit Rockbox, einer (DRM-)freien Betriebssystemalternative für MP3-Player, betreibe. Highly recommended für alle iTunes-Verweigerer.
Nachtrag, 28. Juli 2008: Nur der Vollständigkeit halber: auch Yahoo! fickt! die! Käufer! seiner! DRM!-verkrüppelten! Songs! Damit man die erworbene Mucke auch nach dem Abschalten der Lizenzserver noch hören kann, solle man sie, so empfahl Yahoo!, noch schnell auf CD brennen. Inzwischen ist man zurückgerudert und überlegt sich, wie man die Kunden entschädigt.



bin ja mal gespannt wie die Leute darauf reagieren, die einen Umstieg wagen und somit die »alte« gekaufte Ware wertlos wird. Jedoch lassen kleine Helfertools sicher nicht lange auf sich warten.
Oder was meint Ihr?